Aurélie Silvestre

 4.6 Sterne bei 9 Bewertungen

Alle Bücher von Aurélie Silvestre

Wir werden glücklich sein

Wir werden glücklich sein

 (9)
Erschienen am 08.10.2018

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howaboutlifes avatar

Rezension zu "Wir werden glücklich sein" von Aurélie Silvestre

Lässt einen sprachlos und voller Emotionen zurück
howaboutlifevor 7 Monaten

Wir alle werden den 13. November 2015 vermutlich nicht vergessen haben.

Der Abend, an dem viele in Deutschland den Fernseher eingeschaltet hatten, um das Freundschaftsspiel zwischen den Fußballnationalmannschaften von Frankreich und Deutschland in Paris zu sehen. Der Abend, an dem eine Serie von Terroranschlägen Paris erschütterte. Der Abend, an dem Aurélie Silvestre die Liebe ihres Lebens an eben diesen Terror verlor.

Während ich diese Worte tippe, merke ich, wie sich erneut ein Kloß in meinem Hals bildet und ich unwillkürlich blinzeln muss, um die Tränen zurückzuhalten. Ich war damals nicht vor Ort in Paris. Stattdessen habe ich im Kreise meiner Familie einen schönen Abend mit Spielen und gutem Essen verbracht. Nebenbei lief Fußball. Wir hörten den Knall der ersten beiden Detonationen durch den Fernseher und sahen nach kurzer Zeit, wie die Zuschauer auf das Spielfeld strömten, bestrebt sich in dem Durcheinander nicht aus den Augen zu verlieren. Auch von der Geiselnahme im Bataclan-Theater erfuhren wir relativ schnell. Als ich zu Bett ging, war der Ausgang der Geiselnahme noch offen. In der Nacht konnte ich nicht schlafen, aktualisierte ständig die Nachrichten auf meinem Handy und als ich las, dass 90 Menschen ihr Leben verloren hatten, brach ich in Tränen aus.

”Als sie mich aufwecken, um mir zu sagen, dass er tot ist, bricht alles zusammen. Ich befinde mich im Epizentrum des Bebens, und innerhalb eines Augenblicks wird meine Wohnung zum Friedhof." (S.91)

Matthieu Girou, Lebensgefährte von Aurélie und Vater ihrer Kinder, war eines der Opfer im Bataclan. In Wir werden glücklich sein oder Nos 14 novembre, wie das Buch im Original heißt, verarbeitet Aurélie ihren tragischen Verlust und beschreibt ihren Weg zurück in ein normales Leben.

Das Buch besteht aus sehr kurzen Kapiteln, die in ihrer Schreibweise auf eine gewisse Art an Tagebucheinträge erinnern und begleitet werden durch Fotos, die Aurélie in den beschriebenen Momenten geschossen hat. Es gibt keine bestimmte Chronologie. Wir erfahren, wie der Tag des 13. November für Aurélie und Matthieu begonnen hat, wie sie die Momente der Geiselnahme und auch den kurzen Hoffnungsschimmer danach erlebte. Es treibt einem die Tränen in die Augen, wenn ihr diese Hoffnung genommen wird und ihr Vater ihr mitteilen muss, dass Matthieu tot ist. Im Verlauf des Buches erzählt Aurélie ihre und Matthieus Geschichte, berichtet von den Wochen und Monaten nach dem Anschlag und wie sie den Willen entwickelte, zu leben und glücklich zu sein – für sich selbst, für ihren Sohn Gary und für ihre damals noch ungeborene Tochter Thelma.

Aurélies Erzählungen sind dabei so persönlich und intensiv, dass es, und da bin ich mir sicher, jeden tief berührt. Man merkt, dass sie nicht geplant hatte ein Buch zu schreiben und dass es ihr hauptsächlich selbst zur Verarbeitung der Geschehnisse dient und dazu, eine Erinnerung an ihre große Liebe zu schaffen.

”Wir wurden zu einem Symbol der Grausamkeit unserer Zeit. Allein durch unsere Gegenwart verunsichern wir diejenigen, die nicht sehen wollen, dass das Leben brutal und launenhaft sein kann." (S.178)

Fazit

Ein Buch über das Schicksal einer jungen Frau und Mutter, die außerordentliche Stärke zeigt, Mut beweist und Hoffnung macht, dass es auch nach einem so großen Verlust im Leben weitergehen kann. Ich kann dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen.


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SunnysLifeworldss avatar

Rezension zu "Wir werden glücklich sein" von Aurélie Silvestre

Eine Versprechen zu leben
SunnysLifeworldsvor 9 Monaten

Aurélie Silvestre ist keine Autorin, aber mit „Nos 14 novembres“, wie das Buch im Original heißt, verarbeitet die junge Mutter ihr trauriges Schicksal und macht so auch vielen anderen Menschen Mut. Das Buch ist in kurzen Kapiteln im Tagebuchstil geschrieben, wobei sie keine Chronologie einhält. Das Buch erschien im Jahr 2016 bei dem französischen Verlag Jean-Claude Lattès in Paris und wurde 2017 von Nathalie Lemmens ins Deutsche übersetzt.

Während des gesamten Buches merkt der Leser, dass Aurélie es hauptsächlich für sich und ihre Kinder niederschreibt, deshalb wohl auch der Tagebuchstil. Gerade, dass die Chronologie nur bedingt eingehalten wird, unterstützt dieses Gefühl. Sie schreibt, was ihr auf dem Herzen liegt und nimmt den Leser mit.

Im Verlauf des Buches erfährt der Leser, wie Aurélie und Matthieu sich kennen und lieben gelernt haben, wie Aurélie gehofft hat, dass ihr Lebensgefährte nicht unter den Opfern ist und wie die schreckliche Wahrheit dann alles aus den Fugen warf. Doch sie entschied weiterzuleben, für ihre Kinder und auch für Matthieu und diesen Weg zurück ins Leben beschreibt sie so detailliert, dass es mir sehr oft schwer im Magen lag und die Tränen in die Augen trieb.

„Wir werden glücklich sein“ ist kein Unterhaltungsroman, sondern eine bittere Wahrheit, die man niemandem wünscht. Jeder Mensch geht mit einem solchen Schicksalsschlag anders um und Aurélie hat ihren ganz eigenen Weg gefunden. Mit dem Buch hilft sie wohl vielen anderen Trauernden aber in erster Linie, schreibt sie ihre Geschichte. Es ist ihre Therapie und eine Erinnerung an den Vater ihrer Kinder. Ich möchte hier keine Punkte vergeben, aber ich möchte eine Leseempfehlung aussprechen, denn neben ihrem traurigen Schicksal, gibt das Buch auch ein Versprechen zu leben.


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L

Rezension zu "Wir werden glücklich sein" von Aurélie Silvestre

sehr bewegend
LeKovor einem Jahr

Ich bin auf das Buch in einer Zeitung aufmerksam geworden. Die Beschreibung des Buches hat mich total angesprochen. Mich beschäftigt das Thema Terror sehr.

Das Cover ist minimalistisch gehalten und drückt trotzdem sehr viel aus. Auch der Titel ist sehr passend für das Buch und daher sehr ausdrucksstark.

Ich habe das Buch mit vielen kleinen Pausen gelesen. Die Pausen habe ich dazu genutzt über das Geschriebene nachzudenken. Auch die einzelnen kleinen Textpassagen laden dazu ein. Diese wurden sinngemäß gewählt, um das Gelesene verarbeiten zu können. Auch die Bilder am Anfang jedes Kapitels waren sorgfältig gewählt.

Das Buch ist leicht zu lesen, aber auf Grund des Themas ein schwerer Stoff. Man merkt, dass Aurelié in das Buch ganz viel Herzblut gesteckt hat. Die Schreibweise hat mich total berührt und ich finde es sehr ergreifend, dass Sie dem Leser von Ihrem Leben mit und auch ohne Matthieu sehr viel mitteilt.

Mich hat das Buch sehr nachdenklich gestimmt, hat mir aber durch die positive Lebenseinstellung von Aurelié Mut gemacht. Ich bewundere Sie total, dass Sie trotz des Schicksalsschlages eine so positive Lebenseinstellung hat und nicht aufgibt. Ich habe auch an einigen Stellen des Buches ein paar Tränen verdrücken müssen.


Man sollte dieses Buch unbedingt lesen, denn es gibt einem total viel Mut dem Leben zu vertrauen. Man soll jeden Tag seines Lebens genießen und egal wie schwer der Weg auch sein mag, sollte man immer nach Vorne schauen.


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