Austin Wright Tony & Susan

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Inhaltsangabe zu „Tony & Susan“ von Austin Wright

Ein literarischer Thriller, der einen nicht mehr loslässt! Susan Morrow hat gelernt, immer ja zu sagen. Nicht aufzubegehren, mitzuspielen, die Dinge hinzunehmen, wie sie sind: den Ehemann, der Herzchirurg ist, nur seine Karriere im Blick hat und sie wahrscheinlich mit einer Arzthelferin betrügt. Die Ehe, die unbemerkt immer mehr in die Brüche geht. Ihre Pflichten als Hausfrau und Mutter. Da erhält sie eines Tages Post von ihrem Exmann Edward, von dem sie seit zwanzig Jahren nichts mehr gehört hat. Als sie ihn damals verließ, war er ein angehender Schriftsteller, voller hochfliegender Pläne. Jetzt hat er ihr das Manuskript eines Romans geschickt, und widerstrebend beginnt sie, es zu lesen. Es ist die zutiefst verstörende Geschichte des Mathematikprofessors Tony Hastings, dessen Frau und Tochter auf der gemeinsamen Fahrt in den Urlaub entführt und grausam ermordet werden. Es ist die Geschichte eines Mannes, dessen ganzes Leben zerbricht, weil er gelernt hat, immer vernünftig zu bleiben. Weil er verlernt hat, sich zu wehren. Und weil er nicht glauben will, dass seine schlimmsten Ängste wirklich wahr werden könnten. Unaufhaltsam gerät Susan in den Sog dieses beklemmenden Romans. Und je weiter sie liest, desto mehr beginnt sie zu ahnen, dass Edward vielleicht gar nicht ihre Meinung über sein Manuskript einholen will. Dass er vielmehr auf raffiniert verschlüsselte Weise von ihr selbst erzählt …

Uff, keine leichte Kost aber nichtsdestotrotz der Hammer! Ein Manuskript, eine Ehe und das Verlernen sich zu wehren & für sich einzustehen

— Sturmherz

Ein intensives Leseerlebnis, dass einen auch im Anschluss noch darüber nachdenken lässt was passieren kann,wenn wir verlernen uns zu wehren.

— wunder_buch

Interessantes literarisches Experiment, das sich auf mehreren Ebenen bewegt.

— lex-books

enttäuschend und ließ mich genervt zurück...

— liyah40

Ein philosophischer, spannender, gut durchdachter, und anspruchsvoller literarischer Thriller (für Erwachsene), bestehend aus zwei Büchern.

— xxrukiyyexx

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  • Nachttiere

    Tony & Susan

    Sturmherz

    11. May 2017 um 08:37

    Susan bekommt ein Manuskript von ihrem Exmann um es zu lesen, denn ihre Meinung ist ihm wichtig, so scheint es zumindest.Die Geschichte spielt in verschiedenen Zeiten, was es manchmal etwas schwierig macht zu verstehen wo man gerade steht.Da ist einerseits die Geschichte des noch nicht veröffentlichten Buches, in dem es um Gewalt, Entführung und die Machtlosigkeit und Schwachheit eines Ehemannes geht. Dann ist da die Geschichte um eine Ehe in derer sich die Ehepartner nicht ebenbürtig sind und dann ist da noch die Gegenwart, wieder eine Ehe die für Aussenstehenden perfekt scheint, jedoch in sich zerrissen und kaputt ist. Atmosphärisch, brutal und regt lange nach dem fertig lesen zum Nachdenken an.

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  • Anfangs spannend, dann schräg - nur zu verstehen, wenn man sich von dem objektiv Geschriebenen löst

    Tony & Susan

    lex-books

    05. October 2016 um 10:25

    "Tony & Susan" ist kein Thriller in herkömmlichem Sinne (das sollte man wissen), sondern eine verzwickte, vielschichtige Geschichte, die auf zwei literarischen Ebenen funktioniert und den Leser als dritte Instanz subtil mit einbezieht. Und so beginnt es: Susan Morrow, Lehrerin, Hausfrau und Mutter dreier Kinder, erhält per Post das Manuskript zu einem Roman, mit der Bitte das Buch auf seine Qualität zu prüfen. Verfasser ist Susans Ex-Mann Edward, den Susan seit vielen Jahren nicht mehr gesehen und zu dem sie ein angespanntes Verhältnis hat. Nachdem sie die Lektüre einige Zeit vor sich hergeschoben hat, nimmt sie sich das Buch schließlich vor und liest Folgendes: Tony Hastings, Protagonist in Edwards Roman „Nachttiere“, ist nachts mit seiner Frau Laura und Tochter Helen auf einsamen Landstraßen unterwegs in die Ferien, als ein anderer Wagen die Familie ausbremst, von der Straße drängt und schließlich zum Halten zwingt. Tony sieht sich mitten im Nirgendwo drei Schlägertypen gegenüber und ist verzweifelt um Deeskalation bemüht. Gibt es für die drei einen Ausweg aus dieser höchst beunruhigenden Lage? Es gibt demnach zwei Handlungsstränge, die sich munter abwechseln und innerhalb derer wir Tony und Susan begleiten, eine Konstellation, die es so nicht wirklich gibt. Denn Susan ist eine Romanfigur, Tony die Romanfigur im Roman der Romanfigur. Die ersten 100 Seiten des Buches lesen sich atemlos, ja fieberhaft. Genau das, was man von einem Thriller erwartet. Ein Höchstmaß an Spannung bereichert um eine weitere Komponente, die Betrachtung durch Susans Augen, die anfangs nur in kurzen Einschüben erfolgt. Mal bewundert Susan den gekonnten Aufbau des Werkes, mal schweift sie gedanklich kurz zu ihren Kindern ab, um dann schnell wieder zu Tony und seinen Peinigern zurückzukehren. Es drängt Susan ebenso weiterzulesen, wie es den Leser drängt und so sind wir nachts in der Einsamkeit ganz bei Tony und seiner Familie. Wright treibt diesen Teil der Handlung an bis zu einem Punkt, an dem alles aus dem Ruder läuft. Das Ganze gleicht einer Wildwasserfahrt. Hoch und immer höher hinaus geht es, um dann unter massiver Ausschüttung sämtlicher Endorphine steil abzufallen. Nun trudelt unser kleines Wildwasserboot durch ruhigere Gewässer: Der Mittelteil verlangt dem Leser einiges an Konzentration ab. „Nachttiere“ wechselt mehrfach den Tonfall, ist mal kurzweilig und spannend, zwingt den Leser aber auch immer wieder dazu, ausgiebig Gefühle und Charakterzüge zu betrachten. Elegisch und metaphernreich werden dazwischen die unglücklichen Beziehungsverflechtungen von Susan, Edward und Arnold (dem jetzigen Mann von Susan) nachgezeichnet, was auch deshalb beschwerlich für den Leser ist, weil die Figuren zwar nicht ganz und gar schlecht sind, aber doch häufig missgünstig, feige, ignorant, zaudernd, selbstgerecht, verletzend und bequem – genau wie wir. Aber wer hört das schon gerne? Richtig kompliziert wird es, wenn es um die Verknüpfung der vordergründigen Handlung und dem Buch im Buch geht. Man ahnt recht früh, dass hinter Edwards Bitte, Susan möge seinen ersten Roman lesen, möglicherweise eine versteckte Absicht steht. Umso mehr, als wir in Rückbetrachtungen erfahren, dass Susan ihrem Ex-Mann einst jedes schriftstellerische Talent abgesprochen hat. Man hört das schlechte Gewissen Susans buchstäblich an ihr nagen. Verständlich, dass sie misstrauisch ist und sich immer wieder fragt, warum Edward gerade jetzt in ihr Leben tritt. Sie beginnt nach Fallstricken und Bösartigkeiten in dem Buch zu suchen und befürchtet, das Ganze sei eine ausgeklügelte Racheaktion. Genau hier klafft die entscheidende Lücke, von der der Leser erwartet, dass sie am Ende logisch geschlossen wird. Denn jede Nähe, die sich zwischen Susan und „Nachttiere“ herstellt, ist entweder von Susan oder von uns Lesern gedacht, ohne Bestätigung der Richtigkeit. Wundert Euch daher nicht, wenn Ihr nach den letzten Seiten verständnislos das Buch sinken lasst und Euch fragt: What the f****** hell war das? Es braucht vielleicht ein bisschen Zeit und es könnte ratsam sein noch einmal vor- und zurückzublättern, sich von dem objektiv Geschriebenen zu lösen und die Dinge mit Distanz neu zu erfassen. Ganz sicher muss man „Tony & Susan“ auch als Experiment zur Funktionsweise und Rezeption von Literatur betrachten. Denn wenn am Ende die Falle zuschnappt, tut sie es – dem Aufbau des Buches folgend – auf mehreren Ebenen und mit einer sehr wahren Botschaft: Manchmal tun wir uns die schlimmsten Dinge selbst an. Vom Autor, dem Literaturwissenschaftler Austin Wright, wird es leider keine Deutungen mehr zu dem bereits 1993 verfassten Buch geben, da er 2003 im Alter von 80 Jahren verstorben ist. Fazit: Das Buch ist großartig in seiner Mehrdeutigkeit, schockierend in seinen (anfänglichen) Spannungsmomenten und außergewöhnlich in seinem Raum für Interpretation. Leicht verdaubar ist anders. Ungewöhnlich ist es ganz sicher! P.S.: Wer keine Lust hat das Buch zu lesen, kann sich übrigens bald die – sehr gelobte - Verfilmung mit dem Titel ‚Nocturnal Animals’ ansehen … nur mal so als Tipp.

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  • Eine Enttäuschung!

    Tony & Susan

    liyah40

    04. June 2016 um 18:35

    Schon lange stand dieses Buch auf meiner Wunschliste und ich freute mich wirklich darauf es zu lesen, bestärkt durch die vielen positiven Bewertungen! Anfangs lief es auch ganz rund, ich fand mich schnell ein und fieberte dem weiterlesen entgegen. Aber je weiter ich voran kam, desto mehr ließ die Begeisterung nach. Susan, eine der Hauptfiguren, nervte mich, genauso wie Tony, was vielleicht nicht verwunderlich ist, denn Susan und Tony haben viel gemeinsam und spiegeln den anderen wider. Die Geschichte war langatmig und ich wurde immer genervter und ich quälte mich durch die letzten Seiten, immer kurz davor das Buch abzubrechen. Ich habe aber durchgehalten und wurde trotzdem nicht belohnt. Ich bin genervt und hoffe, dieses unbefriedigende Gefühl schnell wieder abschütteln zu können!     

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  • Nach der Lektüre bist Du ein Anderer

    Tony & Susan

    britta70

    - vielleicht. Denn diese große literarische Wiederentdeckung öffnet einem die Augen, wenn das eigene Leben in unbefriedigenden Bahnen feststeckt. Zumindest ergeht es Susan so. Eines Tages nimmt ihr Mann Kontakt zu ihr auf mit der Bitte, sie möge ihm ein Feedback zu seinem Roman geben. Sie sagt zu und versinkt immer mehr in das Manuskript, das die Geschichte des Mathematikprofessors TonyHastings erzählt, wie er eines Tages auf dem Weg in den Urlaub von Rowdies angehalten wird. Die Rowdies entführen seine Frau und seine Tochter und ermorden sie brutal, während Tony im Wald ausgesetzt wird und den Tätern entkommt. Hätte Tony Frau und Kind durch beherztes Einschreiten retten können? Das ist die Frage. Während Susan in diese fiktive Geschichte vertieft ist und über die Qualität von Edwards Manuskript nachdenkt, beginnt sie parallel, ihr eigenes Leben zu reflektieren. Sollte sie nicht auch anfangen, sich zu wehren? Gegen ihren Mann, der sie betrügt, ihr die Sorge für die gemeinsamen Kunder allein überlässt und aus karrieretechnischen Gründen einen Umzug plant, von dem sie alles andere als angetan ist. Der Roman ihres Exmannes öffnet ihr die Augen, dass es in ihrer Ehe Einiges gibt, was ein beherztes Einschreiten ihrerseits verlangt.  Dem Literaturwissenschaftler Austin Wright ist mit "Tony und Susan" ein Meisterwerk gelungen, das es verdient, nach gut 20 Jahren wiederentdeckt zu werden. "Tony und Susan" ist weit mehr als ein spannender Thriller mit Gruselelementen, der bewirkt, dass man nachts nicht mehr gedankenlos über einsame Landstraßen fahren wird. Es ist zugleich ein Text im Text, der die Kunst des Schreibens und die Wirkungsweise von Texten reflektiert. Beide Ebenen werden von Wright kunstvoll verwoben und ergeben eine brilliante Geschichte, in der es um die großen Themen Schuld, Ohnmacht und Rache geht. Mir hat der Roman ausgeprochen gut gefallen und ich möchte ihn Fans anspruchsvoller Literatur wie auch Liebhabern von Krimis und Thrillern wärmstens ans Herz legen. 

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    • 4

    britta70

    10. April 2014 um 22:47
  • Leider schlechter wie erwartet.

    Tony & Susan

    Eisnelke

    17. April 2013 um 17:54

    Puh, ich habe den Roman gestern beendet und bin noch ziemlich ratlos was ich euch über die Geschichte berichten soll. Meine hohen Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Der Klappentext sowie die vielen positiven Meinungen von anderen Lesern haben mich auf eine spannende Geschichte freuen lassen. Austin Wrights Roman handelt von zwei parallel erzählten Geschichten: Susan Morrow lebt mit ihrem Mann Arnold und ihren Kindern zusammen. Eines Tages bittet ihr Exmann Edward um eine Meinung zu seinem ersten Roman “Nachttiere”. Von da an widmet sich Susand der Geschichte des Romanprotagonisten Tony Hastings und seiner Familie. Ihnen geschieht ein fürchterliches Unglück, denn Tonys Frau und seine Tochter werden ermordet. Als Leser soll man Gemeinsamkeiten des Mathematikprofessors Tony Hastings und der braven Ehefrau Susan erkennen. Sicher beabsichtigte der Autor eine Überlappung oder besser gesagt, eine Vermischung beider Leben. Ich fande die Geschichte jedoch langatmig und oft unlogisch. Der Schreibstil hat mir relativ gut gefallen, jedoch musste ich mich durch die rund 400 Seiten durchkämpfen. Die Geschichte hat mich einfach nicht gepackt – oder vielleicht habe ich sie nicht verstanden?

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  • Rezension zu "Tony & Susan" von Austin Wright

    Tony & Susan

    xxrukiyyexx

    02. October 2012 um 21:28

    (Vorneweg: Auf eine Inhaltsangabe verzichte ich nun einmal.) ,,Tony & Susan" von Austin Wright ist kein Liebesroman, wie man aufgrund des Titels fälschlicher Weise denken könnte, sondern es ist ein literarischer Thriller. Dieser besteht aus zwei miteinander verknüpften Büchern, nämlich aus der Geschichte um Susan Morrow und aus dem Manuskript zu dem Roman ,,Nachttiere", welchen Edward, Susans Exmann, geschrieben und ihr geschickt hat; die zwei Bücher werden abwechselnd und insgesamt in drei Teilen eingeteilt erzählt. Natürlich besteht zwischen den beiden ein Zusammenhang, was man sich auch schon aufgrund des Titels denken kann. Die Geschichte um Susan Morrow wird von einem Sie-Erzähler erzählt, der die Gedanken und Gefühle von Susan wiedergibt; das Erzähltempus ist der Präsens. Das Manuskript ist im Präteritum geschrieben worden und superspannend! Es bringt einen dazu, sich unangenehmne, ethische und philosophische Fragen zu stellen und sich Gedanken über die Gerechtigkeit zu machen. Im Buch um Susan Morrow geschieht im Prinzip nicht viel, man liest hauptsächlich, wie ihr Alltag aussieht und erfährt von ihrer Vergangenheit, vorallem von ihrer Vergangenheit mit Edward. Mit der Protagonistin Susan Morrow wurde ich nie richtig warm, ich konnte sie einfach nicht sonderlich leiden und finde ihr Verhalten oft erbärmlich. Ähnlich ging es mir mit Tony, dem Protagonisten aus ,,Nachttiere". Sein Verhalten war teilweise auch erbärmlich. Nur hatte ich mit Tony oft auch Mitleid. Toll finde ich, dass sich einige Charaktere im Laufe des Buches weiterentwickeln bzw. verändern. Trotz alledem hat mir der literarische Thriller sehr gut gefallen! Es ist ein spannender, durchdachter, anspruchsvoller, literarischer Thriller für Erwachsene, der sich nicht wie ein Unterhaltungsroman in einem Rutsch lesen lässt, da man während des Lesens mitdenken und sich Einiges selbst zusammenreimen muss. Auch sprachlich ist der Thriller recht anspruchsvoll, weil der Autor Austin Wright in beiden Geschichten viele Hypotaxen, d.h. lange Sätze, verwendet. Mir hat ,,Tony & Susan" von Austin Wright sehr, sehr gut gefallen. Meiner Meinung nach ist es wirklich empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Tony & Susan" von Austin Wright

    Tony & Susan

    Buchloewe

    17. August 2012 um 23:17

    angefangen

  • Rezension zu "Tony & Susan" von Austin Wright

    Tony & Susan

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. August 2012 um 01:14

    Vorneweg: der Autor weiß, was er tut. Trotzdem kann der Roman meine Erwartungen nicht erfüllen und verschenkt ordentlich an Potential: einem genialem ersten Drittel folgt ein banales zweites und ein gezwungen wirkender dritter Teil. Die Romankonstruktion erschien zu erst einmal vielversprechend: Susan Morrow liest den Kriminalroman ihres Exmannes Edward. Der Leser sieht ihr dabei zu. Edwards Krimi "Nachttiere" erzählt durchaus gelungen von Tony Hastings, dessen Familie auf dem Weg in die Ferien entführt und der selbst irgendwo mitten im Wald ausgesetzt wird. Die klug eingearbeiteten Lese- Literaturreflexionen der Protagonistin auf der intradiegetischen Ebene des Romans stellen, wie es sich für anständige Metaliteratur gehört, leicht ironisch die Frage nach der Fiktionalität. Die Geschichte auf der metadiegetischen Ebene (der Kriminalroman) ist bis auf den letzten Abschnitt gelungen und könnte auch ohne Susan funktionieren, so schaut sich der Autor aber selbst über die Schulter und kann dabei auch metaliterarischen Gehalt beitragen. Austin Wright hat offensichtlich eine Theorie von Literatur (banal, aber immerhin: Sebastian Fitzek, der sich in "Der Seelenbrecher" an der selben Konstruktion versucht, zeigt, wie man so eine Metaebene auch verschenken kann), die er geschickt in seine Erzählung einarbeitet. Er versucht nicht eine Rahmenerzählung zu nutzen, um über das Konstruktionselement eine schlechte Binnengeschichte aufzuwerten, was mich am Ende doch versöhnlich stimmt. Fazit: technisch ordentlich, inhaltlich etwas banal, dabei aber durchaus lesenswert. Netter Zeitvertreib, mehr aber leider nicht.

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  • Rezension zu "Tony & Susan" von Austin Wright

    Tony & Susan

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. August 2012 um 19:03

    Susan Morrow erhält eines Tages ein Paket von ihrem Exmann. Das darin befindliche Manuskript beginnt sie zögerlich zu lesen. Viele Jahre hatte sie keinen Kontakt zu Edward und nun bittte er sie, sein Manuskript kritisch durchzusehen. Susan Morrow schenkt der Geschichte ihre Aufmerksamkeit. Gleichzeitig regt die Erzählung "Nachttiere" sie zum Nachdenken über ihre Ehe mit Edward und über ihr derzeitiges Leben sowie ihre aktuelle Ehe an. Die Erzählung "Nachttiere" handelt von einem Mathematikprofessor, Tony. Selbiger befindet sich am Anfang der Erzählung auf der Fahrt in vermeintlich unbeschwerte Ferienwochen im Ferienhaus am See. Nachts, auf der einsamen Straße, wird sein Auto, in dem auch seine Frau und Tochter sitzen, von der Straße abgedrängt. Was nachfolgend passiert, ist schockierend, grausam, gewaltig. Frau und Tochter werden von ihm getrennt, entführt und von da an beginnt Tonys persönlicher Albtraum. Sehr schön entwickeln sich beide Storylines umeinander und gemeinsam. Während Susan gebannt Tonys Erlebnisse verfolgt, sinniert sie über ihre Ehe, in der einiges im Argen liegt. Manches unausprechlich und undenkbar. Die Türen öffnen sich zögerlich. Türen, die Susan lieber verschlossen gesehen hätte. Der Roman entwickelt eine enorme Spannung und Sogwirkung. Beide Erzählstränge, im Prinzip ein Buch im Buch, laufen parallel. Gebannt spürte ich dem Erleben Tonys nach, das grausamer nicht sein könnte. Tony, Susan und den Leser verbindet ein Band. Zentrale Frage dieses, in meinen Augen, kleinen Meisterstücks ist die Frage des "Was wäre passiert, hätte man anders gehandelt?". Hätte man einmal im Leben Mut bewiesen, sich gewehrt, wäre nicht feige gewesen. Eine einzige falsche Handlung an einem entscheidenden Punkt im Leben und das Danach, mit dem Tony (Susan, der Leser) leben muss. Der Roman greift über dies hinaus weitere spannende Themen auf: Selbstjustiz, Gegensatz Gut und Böse (wenn der Gute sich plötzlich in der Rolle des Bösen befindet), Verbrecherjagd, persönlicher Rachefeldzug eines Polizisten. Das Thema Trauer nimmt einen großen Stellenwert ein. Letztlich endet das Buch mit der Frage, was tun wir um unsere Augen nicht öffnen zu müssen, weil wir die Wahrheit nicht ertragen können. Halten wir lieber still und nehmen unser Schicksal an als das, was es ist. Nichts selbsterwähltes, etwas eher beiläufig entstandendes, wirklich geworden durch unser Nichteingreifen in Momenten, in denen es mehr als nötig gewesen wäre, Mut zu beweisen. Sehr empfehlenswerte, besondere und spannende Lektüre, die noch Tage später nachhallt!

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  • Rezension zu "Tony & Susan" von Austin Wright

    Tony & Susan

    Gospelsinger

    12. July 2012 um 12:51

    „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!“, hieß es einmal. Susan lebt verkehrt. Sie passt sich stets den Erwartungen, die an sie gestellt werden, an. Nie muckt sie auf, immer nimmt sie widerspruchslos alles hin: Dass ihr Mann nur seine Karriere in der Herzchirurgie im Kopf und höchstwahrscheinlich eine Affäre hat, dass ihre Ehe immer mehr in die Brüche geht, und dass sie ständig ihre Pflichten als Hausfrau zu erfüllen hat. Eines Tages erhält sie Post von ihrem Ex-Mann Edward, der nach ihrer Trennung nun doch zum Schriftsteller geworden ist und ihr das Manuskript seines ersten Romans sendet. Susan ist erst unsicher, ob sie sich darauf einlassen soll, es gegenzulesen, kann der Versuchung dann aber doch nicht widerstehen. Und dann ist sie von der Geschichte so gefesselt, dass sie nicht mehr aufhören kann, zu lesen. Drei Abende lang taucht sie in den Text ein. Dieser Roman besteht aus zwei Büchern in einem, die aber eine Gemeinsamkeit haben. Denn wie Susan ist auch der Protagonist des Manuskripts, Tony, ein Mensch, der sich nicht wehrt. Nicht einmal, wenn es um Leben und Tod und um seine Familie geht. Das hat fatale Folgen. Ich kann verstehen, dass Susan wie durch einen Sog in das Manuskript gezogen wurde, mir ist es genauso ergangen. Die dort erzählte Geschichte ist auf eine faszinierende Weise verstörend, und sie ermuntert dazu, sich unbequemen Fragen zu stellen. Wie sieht es mit unserem Mut aus, sich gegen mehr oder weniger offene Angriffe zu wehren? Wie konsequent sind wir, wenn es darum geht, einen unangenehmen Zustand zu ändern? Überwinden wir unsere Bequemlichkeit und unsere Feigheit? Begeben wir uns selbst in Gefahr, um anderen zu helfen? Diesen Fragen stellt sich auch Susan nach der Lektüre des Manuskripts. Und die Antworten gefallen ihr gar nicht. Mir hat dieser brillant erzählte Roman sehr gut gefallen. Die anspruchsvolle und gleichzeitig spannende Geschichte hat eine Intensität, der man sich nicht entziehen kann, und wirkt lange nach.

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  • Rezension zu "Tony & Susan" von Austin Wright

    Tony & Susan

    detlef_knut

    20. June 2012 um 12:57

    Was für ein Konstrukt! Im wahrsten Sinne des Wortes ein Buch im Buch. In dieser Schärfe ist es selten anzutreffen. Doch was heisst das nun? Buch-in-Buch? Es gibt zwei Handlungsstränge, die nicht einfach als Parallelhandlungen ausgeführt sind. Eher lässt es sich so beschreiben: man liest, wie die Protagonistin Susan ein Buch liest. Es gibt also ein inneres Buch und ein äußeres Buch. Doch zunächst etwas mehr Klarheit und zum Inhalt des inneren Buches. Tony Hastings ist mit seiner Frau und Tochter auf dem Weg in den Urlaub. Sie befinden sich nachts mit dem Auto auf einem Highway Richtung Maine, irgendwo Richtung Bangor mitten im Wald. Wer die Bücher von Stephen King kennt, der weiß, dass hier irgendetwas geschehen muss. Allein diese Szenerie treibt dem Leser bereits die Gänsehaut bis in den Nacken. Sie nähern sich zwei anderen Autos vor ihnen, die sich scheinbar ein Wettrennen liefern. Eines der beiden Fahrzeuge lässt das andere nicht vorbeiziehen. Tony muss abbremsen und wird ungeduldig. Er hupt kurz und das linke Fahrzeug schießt nach vorne. Tony zieht linksrüber an dem einen Fahrzeug vorbei, welches dann zurück fällt, während das andere weit voraus ist. Doch dann kommt Tony auch wieder an dieses Fahrzeug heran. Als er zum Überholen ansetzt, schert es plötzlich nach links aus und Tony muss auf die Bremse. Nun beginnt ein Spielchen, bei dem es Tony und seiner Familie flau im Magen wird. Eine Jagd beginnt. Dann passiert, was nicht hätte passieren dürfen. Der Wagen von Tony Hastings kommt ins Schlingern, das Lenkrad flattert, vorne links ist ein Platten. Tony muss anhalten. Auch der andere Wagen mit drei Männern darinnen hält an. Die Höflichkeit der Kerle ist nicht echt. Die Hastings spüren das. Kurz und (nicht) gut: Tony wird im Verlauf der Handlung von Frau und Tochter getrennt. In Angst um seine Familie spielt ihm sein Gehirn eine schreckliche Vorahnung zu. An dieser Stelle wandelt sich der „road-movie“ zu einem Psychothriller, den man getrost lesen kann, ohne die äußere Geschichte zu lesen. Doch nun zur äußeren Geschichte. Die Handlung ist wirklich schmal. Susan Morrow hat ein Manuskript ihres Ex-Mannes erhalten. Er bittet sie in dem Begleitbrief, das Manuskript zu lesen. Nicht mehr und nicht weniger. In drei Sitzungen liest sie das Buch, zwischendurch wuseln die Kinder durch das Haus, kommen von der Schule, gehen zu Freunden, werden ins Bett gebracht. Die Lesesitzungen sind durch Intermezzi getrennt, in denen das Leben von Susan mit ihrem Ex-Mann, den sie seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen hatte, und das Leben mit ihrem jetzigen Ehemann und dessen Geliebter beschrieben wird. Der leser erfährt, warum sie sich nach nur zwei Jahren von ihrem Ex getrennt hatte, die Bücher und Geschichten, die er damals schrieb, waren grottenschlecht. Was macht das Besondere dieses Thrillers aus? Er fesselt durch die beiden miteinander verbundenen Bücher. Obwohl man das innere Buch losgelöst von dem äußeren lesen kann, wird gleich zu Beginn klar, und der Titel des Buches „Tony & Susan“ sagt es schon, dass ein Zusammenhang zwischen beiden Büchern, beiden Handlungssträngen, beiden Protagonisten bestehen muss. Susan, die Protagonistin des äußeren Buches, die von den Schreibkünsten ihres Ex-Mannes beeindruckt ist, und Tony, der Protagonist des inneren Buches, der einen Albtraum durchleben muss. Ein Thriller der aufgrund seiner Konstruktion bereits eine Extraklasse darstellt und sehr zu empfehlen ist. Wright, Austin Tony & Susan Übersetzt von Sabine Roth Luchterhand, München ISBN 9783630873664 © Detlef Knut, Düsseldorf 2012

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