Ich habe das Buch gelesen, weil mich die Themen Kunst & Erotik interessieren. Für mich war es ein Text, der in einem Teil wundervoll glänzt, während der andere dazu passt, aber nicht interessant genug ist.
Rezi enthält Spoiler
Worum geht es?
Der Text spielt auf zwei Ebenen: In der Jetzt-Zeit begleiten wir eine Frau durch kurze, körperliche Begegnungen mit Männern. Sie sieht sich den Erwartungen der Gesellschaft nach einer längerfristigen Beziehung ausgesetzt, empfindet ihre kurzen Episoden jedoch als erfüllend. Ein weiteres Problem ist die kühle Beziehung zur Mutter. Wenn die Hauptfigur ihre Tante im Pflegeheim besucht, wechselt die Sicht in deren Vergangenheit in den 30er Jahren, als dieser ihr besonderer Bezug zur bildenden Kunst klar wird.
Wie hat mir der Text gefallen?
Den Teil in der Vergangenheit fand ich sehr gut. Auch wenn nicht alles so aufgeklärt wird, wie ich das erhofft hatte, sind die Passagen spannend erzählt. Die besondere Fähigkeit wird eingeführt, dazu eine Migrationsgeschichte der besonderen Art gesponnen. Eingebettet darin sind homo-erotische Episoden. Diese thematisieren nicht nur den Umgang mit der eigenen Sexualität und Gleichberechtigung, sondern auch die Suche nach einer Mutter-Figur.
Die Kunst nimmt dabei eine tragende Rolle ein, vor allem "Die Badenden" von Paul Cezanne. Der Text hinterfragt, wie es hinter der Staffelei aussieht und macht Lust, sich mit den Kunstwerken auseinanderzusetzen. Auch die Beziehung zwischen Künstler, Kunstwerk und Muse wird erläutert.
Das Buch wirkt an diesen Stellen nicht langweilig, weil die Bildbeschreibungen durch Erleben ergänzt werden. Mir hat das großen Spaß gemacht.
Die erotischen Szenen sind explizit, aber eher sinnlich als pornografisch. Sie variieren innerhalb des Textes.
Auch das Kollektiv fand ich einprägsam und vielseitig genug, damit es nicht öde wird. Grundsätzlich hat der Text dabei eine positive Grundstimmung, der Antagonist wirkt eher von außen als von innen.
Probleme hatte ich mit der Rahmenhandlung, vor allem wegen der Sprache. Die personale Perspektive wirkt hier distanziert, eher beobachtend, beschützend, aber insgesamt hölzern. Er fließt, lässt mich aber nicht gut ins Geschehen eintauchen. In den Vergangenheits-Passagen ist der Ausdruck etwas lebendiger und die interessante Handlung lenkt ab.
Fazit
"Die Gabe" besticht mit der Liebe zur Kunst und einer interessant Konstruktion. Der Kontrast beider Hauptfiguren war interessant und die erotischen Szenen sind gut. Mir fehlte aber ein bisschen philosophische Tiefe und die Sprache muss man mögen.
Ava Lucason
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Die Gabe: eine erotische Erzählung
Neue Rezensionen zu Ava Lucason
Ich habe das Buch bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen. Der Klappentext hat mir sehr gefallen. Allerdings habe ich schon nach wenigen Seiten gemerkt, dass der Stil leider nicht meins ist. Nach der Hälfte habe ich das Buch abgebrochen. Ich hätte vor der Bewerbung eine Leseprobe lesen sollen, aber da mir der Klappentext so gefallen hat, habe ich das übersprungen. Mein Fehler. Ich würde mich gerne der Rezension enthalten, aber ich weiß, dass dann irgendwann die Warnung auf Lovelybooks aufploppt, dass ich erst alles Rezensieren soll, bevor ich mich auf neue Bücher bewerben kann, daher rezensiere ich das Buch jetzt mit einer mittleren Bewertung.
Inhaltlich ist das Buch eine Mischung aus Erotikroman, Familiengeschichte und Fantasy. Themen sind Schamgefühl (insbesondere in Bezug auf Erotik in der Öffentlichkeit), Liebe, Drittes Reich und Liebe. Ich bin mit den Buch vor allem wegen der Übergänge nicht klargekommen. Recht am Anfang liest die Prota ein Buch und erlebt gleichzeitig etwas. Die Autorin springt hin und her. Durch die Art, wie das geschrieben ist, konnte ich weder in das eine noch in das andere richtig rein. Auch die Übergänge zwischen Erotik, Familiengeschichte etc. haben für mich nicht richtig funktioniert. Vor allem weil ich das Gefühl hatte, dass sich mit nichts davon tief genug Auseinandergesetzt wurde.
Gerade Erotik-Geschichten sind aber nun mal sehr subjektiv und nicht jeder kommt mit jedem Schreibstil gut klar. In der Leserunde sind andere LeserInnen begeistert. Daher möchte ich hier niemanden abschrecken. Stattdessen empfehle ich, vor dem Kauf die Leseprobe zu lesen.
Ich lese sehr gerne erotische Geschichten, besonders jene mit Tiefgang. Als ich den Klappentext las hat es mich sofort neugierig gemacht. Was verbirgt sich noch hinter dieser speziellen Gabe? Vielen lieben Dank an dieser Stelle für das Razi-Exemplar.
Kari ist Bibliothekarin und besucht regelmässig ihre Grosstante Mia. Durch ihr erfährt sie, dass alle Frauen in ihrer Familie eine besondere Gaben haben. Diese zeigt sich ab Mitte zwanzig und ist so individuell wie die Frau selbst. Kari sucht noch nach dem Sinn des Lebens und findet diese schliesslich in ein Museum, wo ein Satyr aus Marmor ausgestellt ist.
Eine wirklich sehr interessante und erotische Erzählung. Wir lernen gleich Kari kennen, die das Lesen über alles liebt. Schon allein deswegen gefiel sie mir sehr. Sie liebt Bücher, vor allem erotische Literatur. Toll fand ich, dass es ihr nicht peinlich ist, sondern es auch in der Öffentlichkeit lesen kann. Sie hat schon Recht mit der Behauptung, dass die Menschen immer noch die Sexualität als tabu ansehen und man am besten alles verstecken soll. Sie erlebt erotische Momente, die absolut authentisch und prickelnd rüberkamen. Hab diese Szenen sehr genossen. Es wird aber auch aus der Perspektive von Mia erzählt, ihre Grosstante in jungen Jahren. Ihre Gabe ist wirklich aussergewöhnlich. Ich fände es toll, auch einfach in ein Gemälde zu verschwinden und sich das eingefangene Bild in Echt anschauen kann. Mia hat so prickelnde und erotische Momente erlebt und sich auch quasi selbst und ihre Sexualität kennengelernt. In ihrer Zeit war es noch etwas schwieriger, dennoch ist Mia eine sehr starke und offene Persönlichkeit. So eine Grosstante möchte ich auch haben.
Kari entdeckt ihre Gabe im Museum. Dort ist nämlich eine Statue eines Satyr's, der sie schon als Kind fasziniert hat. Die Autorin hat mich daher eiskalt erwischt. Mit so einer Gabe und vor allem mit dieser Wendung habe ich wahrlich nicht gerechnet. Kari's Gedanken wurden wunderbar umschrieben und auch, was sie gerade fühlte. Keiner ihrer erotischen Momente wirkte plump. Es ist erotisch, leidenschaftlich und magisch.
Hie und da waren aber Momente, die ich nicht nachvollziehen konnte. Hierzu hätte ich es gerne noch ausführlicher gehabt. Vor allem am Ende, als Kari und ihre Mutter sich langsam angenähert haben.
Es ist zwar eine kurze Erzählung, aber es steht viel mehr dahinter. So etwas habe ich wirklich noch nie gelesen. Die Geschichte fliesst sehr schön ineinander. Von Mia's Vergangenheit bis hin in der Gegenwart. Schön fand ich auch, dass Kunst eine grosse Rolle spielte. Sehr empfehlenswert, der gerne erotische Geschichten mag und noch etwas über Kunst erfahren möchte. Ich hab es sehr gemocht.
Gespräche aus der Community
Gemeinsam mit Ava Lucason möchten wir euch ein heißes Leseerlebnis voller raschelnder Buchseiten, knisternder Erotik und spannenden Entdeckungen einladen. Welche ungewöhnliche Gabe wird Protagonistin Kari wohl haben, die ihr (Sexual-)Leben noch außergewöhnlicher macht?
Ein bisschen spät, aber ich wollte es noch etwas wirken lassen ... https://www.lovelybooks.de/autor/Ava-Lucason/Die-Gabe-eine-erotische-Erz%C3%A4hlung-10034820353-w/rezension/10980807388/
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