Aveen Khorschied

 4.8 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf von Aveen Khorschied

Aveen Khorschied stammt aus dem Irak und arbeitet als Quartiersmanagerin und Sozialberaterin in Puchheim. Dank ihrer Überzeugungskraft und Organisationstalent konnte das Projekt erfolgreich durchgeführt werden.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Aveen Khorschied

Cover des Buches Komm in meine Küche! (ISBN: 9783833875557)

Komm in meine Küche!

 (10)
Erschienen am 02.09.2020

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Rezension zu "Komm in meine Küche!" von Aveen Khorschied

Ein ganz besonderes Kochbuch
Alinescotvor 6 Tagen

In Puchheim bei München leben Menschen aus über 115 Nationen zusammen.
Die Autoren Mehmet Ismail Birinci und Aveen Khorschied haben 23 Familien aus 21 Nationen in ihren Wohnungen besucht. Diese Familien haben dann ihre Lieblingsgerichte aus der Heimat vorgestellt.

Teilweise werden Gerichte gezeigt, die mittlerweile auch hierzulande bekannt und heiß geliebt sind: Falafel aus Syrien, Apple crumble aus England, Gulaschsuppe aus Ungarn, mexikanische Empanadas, Köfte aus der Türkei, nur um ein paar Beispiele zu nennen. Da aber jede Familie zwei bis drei Gerichte präsentiert, gibt es auch (zumindest für mich) eine Menge Unbekanntes: Teman Baghala (Reisgericht) aus dem Irak, Slata Michouwia (gegrillter Salat) aus Tunesien, eine Tajiine mit Fleisch und Pflaumen aus Marokko oder auch Pelemeni (gefüllte Teigtaschen) aus Russland. Das Buch ist prall gefüllt mit unzähligen Rezepten aus allen Teilen der Welt.
Dieses Buch zeigt vor allem Gerichte die satt machen und schon seit Generationen erprobt sind. Es gibt Eintöpfe, Schmorgerichte, Aufläufe, gefüllte Teigtaschen, usw.. Eben Speisen, die man auf Platten mitten auf den Tisch platziert und glücklich machen. Manche dieser Gerichte werden nur an Feiertagen zubereitet. Es gibt auch ein paar süße Rezepte, aber nur wenige Vorspeisen.

"Wenn Deutschland ein Gericht wäre, wäre es für mich ein Obstsalat - bunt, vielfältig und lecker."
Elenora Stefanova aus Bulgarien (Seite 51 aus "Komm in meine Küche")


Was ich so toll finde an dem Buch ist, dass man auch die Menschen hinter den Gerichten kennenlernt. Alle Köche und Köchinnen werden auf ganzseitige Fotos abgebildet, dabei tragen viele ihre traditionellen Gewänder mit sichtlichem Stolz. Dazu erfährt man, wo diese Menschen herkommen, wie alt sie sind, ob sie verheiratet sind und Kinder haben, wie lange sie schon in Puchheim leben und, diese Idee gefällt mir ganz besonders, ihre Lieblingsmusik. Dazu erzählen sie noch etwas, was sie gerne an Deutschland mögen zum Beispiel, oder wer ihnen das Kochen beigebracht hat.
Dann erhält man noch einen kurzen Einblick in die Küche oder Wohnung.

In einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind die Rezepte aufgebaut. Die Zubereitungszeit, Back- oder Kochzeit und Kilokalorien pro Portion werden jedesmal angegeben.
Es gibt zu jedem Rezept ein Foto. Da finde ich es besonders gut, dass die Bilder völlig unbearbeitet und somit authentisch sind. Sie sehen so aus, wie der Koch*in das Essen zu Hause auf den Tisch stellen würde.

"Immer wenn ich Gerichte aus meinem Heimatland zubereite, fühle ich mich mit meinen Lieben besonders verbunden. Eines Tages werden wir uns wiedersehen."
Zourahatou Assoumanou-Mamanh aus Togo (Seite 7 aus "Komm in meine Küche")

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Rezension zu "Komm in meine Küche!" von Aveen Khorschied

Hol dir die bunte Vielfalt der Welt in die Küche!
annluvor 7 Tagen

*Ein Mosaik besteht aus vielen Einzelteilen. Erst zusammen ergeben sie ein buntes Bild, doch jedes ist unverzichtbar und einzigartig. So wie die einzelnen Familien, die wir in diesem Buch vorstellen. Sie alle machen ihre Heimatstadt Puchheim lebendig und kulturell vielfältig.*


In Puchheim wohnen 22.000 Einwohner/innen aus über 115 Nationen. Sie verbindet die gemeinsame Liebe am Kochen und am guten Essen. So entstand die Idee zu diesem Buch. Ein Besuch bei den Menschen zu Hause, eine Einladung, sie beim Kochen zu beobachten und sich ihre Geschichten anzuhören um daraus ein Mosaik der Vielfalt zu basteln. 



So begegnen wir den Protagonisten/innen des Buches. Bevor es in ihre Küche geht, werden sie mit einer Fotografie und einigen Kurzinfos zu ihrem Leben vorgestellt. Dazu gehört das Herkunftsland, das Alter, die familiäre Zusammensetzung aber auch ihre Lieblingsmusik. Kurze Gedanken zu Festen, ihr Leben in Deutschland oder ihrer alten Heimat ergänzen ihre Vorstellung. Und schon geht es über zu ihren Lieblingsgerichten. Dazu gibt es einen kurzen Kommentar, der nicht nur Persönliches verrät, sondern auch zeigt, dass die vorgestellten Gerichte nicht nur typisch für ein einziges Land sind, sondern meist eine ganze Region repräsentieren. Dabei wird der Leser kulinarisch nach Togo, Afghanistan, Syrien, Großbritannien, Ungarn, Palästina, Bulgarien, Griechenland, Italien, Georgien, Irak, Deutschland, Argentinien, Türkei, Mexiko, Kroatien, Tunesien, Marokko, Russland, Spanien und Indien entführt.


Die Gerichte sind so unterschiedlich wie die vorgestellten Frauen/Männer. Die passenden Fotografien regen den Appetit an. Oft handelt es sich bei den Gerichten um besondere Speisen, die mit Festen und großen Familienzusammenkünften in Verbindung gebracht werden. Die Zubereitungszeit kann daher mitunter einige Zeit in Anspruch nehmen. Überrascht hat mich aber, dass die Listen der Zutaten so wenig exotisch wirkten. Alle sind einfach zu bekommen und weichen gar nicht so sehr von dem ab, was für mich in der Küche zum Alltag gehört. So gibt das Buch die Möglichkeit, Altbekanntes auf neue Art und Weise zu kombinieren. 


Fazit: Ich kenne das Konzept vom gemeinsamen Kochen mit unterschiedlichen ethnischen Hintergründen als Live-Event und war hier nicht nur gespannt darauf, welche neuen Rezepte ich finden würde, sondern mehr noch, welche Personen und Herkunftsländer hinter den Gerichten stehen. Mir hat sowohl die Idee als auch die Ausführung des Buches sehr zugesagt. 

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Rezension zu "Komm in meine Küche!" von Aveen Khorschied

Wie "Obstsalat - bunt, vielfältig und lecker"
Antekvor 10 Tagen

Ich liebe und probiere gerne Gerichte aus anderen Nationen, hat doch eine jede landestypische Küche ganz individuelle Geschmackserlebnisse zu bieten. Bei „Komm in meine Küche“ bekommt man nicht nur ein ganz persönliches, sondern auch besonders vielfältiges Kochbuch, denn unter den Puchheimern kann sicher nicht nur einer behaupten, »Wenn Deutschland ein Gericht wäre, wäre es für mich ein Obstsalat – bunt, vielfältig und lecker.«  

 

In einem Vorwort berichtet die Autorin davon, dass die Idee zu diesem tollen Projekt durch ihre Tätigkeit in der Puchheimer Planie, dem Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“, welches die Lebensbedingungen der Menschen und die Identifikation mit ihrem Stadtteil bzw. Quartier verbessen soll, entstand. 3000 Menschen aus 70 Nationen leben dort und was verbindet besser als Essen? Nichts, denn das müssen wir schließlich alle. Für dieses Buch haben einige der dort Lebenden, die natürlich auch gerne kochen und dies mit Leidenschaft tun, ihre Haustüren geöffnet und lassen uns in ihre Küchen und Kochtöpfe sehen. 

 

Als Leser erhält man zahlreiche toll bebilderte Kurzporträts dieser Leute. Von allen wird die Frage danach, wo sie geboren und wie alt sie sind, beantwortet. Auch welcher Familienstand, wie lange sie bereits in Puchheim leben und welche Musik sie am liebsten hören wird erwähnt. Besonders gut haben mir dann die ganz kurzen Statements gefallen, in denen sie z.B. erzählen, welches deutsche Wort besonders schwierig oder welcher Feiertag wichtig für sie ist. Dass der Begriff Eichhörnchen für die indische Aishwerya Pandithangam schwer ist, hat mich dabei nicht nur nicht gewundert, sondern auch ein bisschen zum Schmunzeln gebracht. Dieser kurze Vorspann macht die Gerichte noch persönlicher und man hat fast das Gefühl, das Rezept bzw. die Rezepte, oft zwei oder drei, von einem Bekannten zu erhalten. 

 

Jedes beginnt mit einem Bild von dem toll in Szene gesetzten, angerichteten Gericht, das einen so richtig anlacht. Nach dem Titel und einer kurzen Begründung für die Auswahl dieses Rezepts, manchmal auch Informationen wie, >>Deshalb mache ich für meine Gäste immer wieder gerne ein Pörkölt. Sie sind dann total überrascht, wenn ich ihnen erkläre, dass das ugarische Gulyás eine Suppe ist und Pörkölt das ist, was man in Deutschland als Gulasch kennt.«, finden sich Angaben zu Zubereitungsmenge, das meiste für vier Personen, Zubereitungszeit und eine Kalorienangabe. Anschließend werden die Zutaten aufgelistet, bevor man eine leicht verständlich formulierte Schritt für Schritt Anleitung bekommt. Manchmal schließt sich auch noch ein Tipp, immer aber auch weitere tolle Farbfotografien wie z.B. von den zurechtgelegten Zutaten, dem Topf auf dem Herd und ganz oft vom Blick in die Küche bei der Zubereitung an. Ich habe mich für die ebook Version entschieden, ob die im Aufbau ganz genau der der gedruckten entspricht, vermag ich nicht zu beurteilen. 

 

Hier von der Vielfalt zu berichten ist schwer. Meine Favoriten unter den Rezepten kann ich aber auf jeden Fall noch zur Sprache bringen. Sicher gehört MUSAKHAN HÄHNCHEN AUF FLADENBROT dazu, weil man dafür nicht viele  Zutaten braucht, und es wie angepriesen tatsächlich „himmlisch lecker“ schmeckt. Das warme Fladenbrot ist vom Hähnchensaft und Olivenöl derart aromatisch durchtränkt, die Sumach-Zwiebel-Mischung gibt dem Hähnchen den besonderen Kick, ein tolles Geschmackserlebnis. Ein großes Danke geht dafür an den Asma al Zoubi, den Mann der aus Jordanien kommt. Mit TARATOR KALTE GURKENSUPPE FÜR HEISSE TAGE, der kalten Suppe, die in Bulgarien an heißen Tagen gerne gegessen wird, hat mir Elenora Stefanova ein gutes und leichtes Abendessen bereitet und der Geheimtipp vom in Griechenland geborenen Stamatios Makryonitis, seine SHRIMPS SAGANAKI GARNELENPFANNE MIT FETA, die feine Vorspeise, die so typisch für die griechischen Inseln ist, und die Produkte aus dem Meer (Garnelen), vom Feld (Tomaten) und aus der Tierhaltung (Schafskäse) vereint, ist mehr als Genuss pur. Auch BARAKAT BUSTAN FARAJ, dem in Basra gebürtigen Mann, könnte ich bei einer Begegnung sicher nur übers ganze Gesicht anstrahlen, weil der nach seiner Anleitung zubereitete SAMAK BAL FURN AUFGEKLAPPTER KARPFEN, der so typisch in  seiner Heimat Irak ist, so gut gemundet hat. KIRMIZI MERCIMEK KÖFTE LINSEN-BULGUR-NOCKEN, KROATISCHE KALBSPFANNE und SLATA MICHOUWIA, der gegrillte Salat aus Tunesien sind ebenfalls Rezepte die noch auf meiner To-Do Liste stehen weil mir die Zutaten und die Bilder den Mund wässrig gemacht haben. Dank den drei russischen Frauen, die das Rezept für SALAT OLIVJE RUSSISCHER SALAT preisgeben, weiß ich nun zudem auch endlich, was mein Nachbar an Sylvester immer in den Salat mischt.

 

Alles in allem wirklich eine tolle Ergänzung für jedes Kochbuchregal, eine ganz persönliche Rezeptsammlung, die bunter und vielfältiger gar nicht sein könnte. „Sei Gast in der Welt“, gerne mehr aus Puchheim. Deshalb gibt es von mir, auch wenn sicher nicht jedes Rezept zubereitet bei mir auf dem Tisch landen wird, fünf Sterne. 

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