Avram Kantor Die erste Stimme

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Inhaltsangabe zu „Die erste Stimme“ von Avram Kantor

Man hält ihn für zurückgeblieben, weil er scheinbar nicht hört und nicht spricht. Fachleute nennen ihn einen "Autisten". Doch der Junge kann sehr wohl hören; sogar lesen und schreiben kann er. Es geht ihm nur alles immer viel zu schnell. Sein großer Bruder Kobi versteht ihn. Er selbst redet auch nicht viel, schon gar nicht mit den Eltern. Darum sind die auch so überrascht, als er verschwindet. Völlig verändert kehrt Kobi zurück. Er trägt jetzt in der größten Hitze schwarze Anzüge, liest stundenlang in heiligen Schriften. Bald wird klar: Kobi verwandelt sich in einen Ultraorthodoxen. Der kleine Bruder begreift, dass er aus seiner Welt ausbrechen und Kobi helfen muss. Wird er ihn retten? Kantors berührende Geschwister-Geschichte ist zugleich ein Roman über die besondere Rolle der Religion in Israel.

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  • Ein Roman über einen bemerkenswerten Jungen

    Die erste Stimme
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    17. July 2015 um 08:15

    Der 1950 in Haifa geborene Verleger und Übersetzer Avram Kantor ist ein in Israel seit vielen Jahren sehr geschätzter Autor von zahlreichen Romanen und Jugendbüchern. In dem hier vorliegenden, von Mirjam Pressler wieder einmal hervorragend übersetzten Jugendbuch setzt sich Avram Kantor in einer auch für die deutschen jungen Leser sehr verständlichen Weise mit einem innerisraelischen Problem auseinander und verbindet es gleichzeitig mit dem Thema eines Jungen, der nicht sprechen kann, selbst aber sehr wohl seine Stimme hört und versteht. Er ist ein Junge, von dem alle seit seinen Kindertagen glauben, dass er nicht hören könne und auch nicht sprechen. Seine Eltern, beide sehr gebildet und der oberen Mittelschicht angehörend, so wie viele in Israel religiös eher indifferent, aber mit Feuer und Flamme für den eigenen Staat einstehend, wobei die Armee selbstverständlich vor allem für seinen Vater eine fast unantastbare Rolle spielt, wollen sich damit nicht abfinden. Vor allem die Mutter des Jungen hat fast alles gelesen, was es zu diesem Thema auf dem Büchermarkt gibt, hat alle Ärzte abgeklappert und alle besonderen Therapien ermittelt, die ihrem Sohn helfen könnten. Dem Vater wird das oft etwas zu viel, doch im Prinzip ist er immer dabei, wenn die Mutter etwas neues entdeckt, was ihrem Sohn vielleicht zum Hören und Sprechen verhelfen könnte. Was sie alle seit Jahren nicht wissen: Er kann sehr wohl hören. Er kann sogar seit langem verstehen, worüber die Erwachsenen und sein großer Bruder Kobi sich unterhalten. Und er hat sich über die Zeit bei seinen Geschwistern das Lesen und Schreiben abgeschaut. Dabei hat auch geholfen, dass er zu den Zeiten, wenn Kobi nicht zu Hause in seinem Zimmer ist, dessen Computer für Spiele benutzten darf. Was niemand weiß, ist allerdings, das der Junge sich langsam in die Programme einlernt, und den Links nachgeht, die sein Bruder Kobi benutzt. Mit diesem Kobi versteht sich der Junge, der die ganze Geschichte in der Ich-Form erzählt, sehr gut. Kobi kann ihn verstehen, auch ohne Worte. Deshalb ist der Junge auch sehr besorgt, als er als erster durch seine enorme Sensibilität die ersten Veränderungen an Kobi bemerkt. Kobi ist im Internet auf eine Website einer ultraorthodoxen jüdisch-messianischen Sekte gestoßen, und beginnt sich dafür zu interessieren. Er konfrontiert seine Eltern mit bestimmten jüdischen Regeln und Geboten für den Haushalt und das gemeinsame Leben, aber die begreifen noch nichts und halten es für eine vorübergehende Marotte ihres  ältesten Sohnes. Zu diesem Zeitpunkt weiß der Junge, durch das Aufrufen der Seiten, die Kobi besucht hat, schon sehr wohl, womit dieser sich beschäftigt und er spürt, wie es das Wesen seines Bruder verändert. Er kann es intellektuell noch nicht richtig beurteilen, aber er spürt genau, dass Kobi da in eine Richtung unterwegs ist, die ihm nicht gut tut. Und als Kobi eines Tages zum ersten Mal verschwindet, und nach einem Besuch bei den Ultrarorthodoxen sehr verändert zurückkommt, begreift der Junge als erster in der Familie, dass etwas  unternommen werden muss, um Kobi dort zurückzuholen. Und obwohl der Junge sich in seinem Kokon sehr wohl fühlt, und die Vorteile genießt, die es mit sich bringen, dass die anderen nicht wissen, was er eigentlich kann, beschließt er, diesen Schutzraum zu verlassen, aus seiner stillen Welt auszubrechen und Kobi zu helfen.  Er folgt ihm in ein Ferienlager der Orthodoxen, dem die Eltern zähneknirschend ihre Zustimmung gegeben haben und konfrontiert Kobi auf eine bewundernswerte Weise mit sich selbst. Sie behalten aber danach ihr kleines Geheimnis. Erst nach über einem Jahr, als das Buch, das der Junge danach über seine ganzen Erlebnisse  geschrieben hat, mit Hilfe Kobis veröffentlicht worden ist und auf dem Tisch der Eltern liegt, wird es gelüftet. Ein Roman über einen bemerkenswerten Jungen und ein Buch über die besondere Rolle der Religion in Israel. Nach Gila Almagors „Alex, Dafi und Ich“ wieder ein hervorragender Jugendroman aus Israel bei Hanser.

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