Axel Hacke Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

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Inhaltsangabe zu „Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen“ von Axel Hacke

Wir leben in aufgewühlten und aufwühlenden Zeiten, die Grundlagen unseres bisherigen Zusammenlebens sind bedroht: Zeit, sich wieder einmal ein paar wichtige Fragen zu stellen.
Was bedeutet es eigentlich für jeden Einzelnen, wenn Lüge, Rücksichtslosigkeit und Niedertracht an die Macht drängen oder sie schon errungen haben? Wenn so erfolgreich in der Öffentlichkeit gegen alle bekannten Regeln des Anstands verstoßen wird? Was heißt unter diesen Bedingungen genau: ein anständiges Leben zu führen?
Axel Hackes Buch ist kein Pamphlet, denn Pamphlete gibt es genug; es ist vielmehr ein assoziatives Nachdenken über das Zusammenleben der Menschen und die schon von Anton Tschechow gestellte Frage: »Warum leben wir nicht so, wie wir leben könnten?« Es ist ein Plädoyer dafür, die Antwort erst einmal nicht bei anderen, sondern bei sich selbst zu suchen – und dabei vielleicht am Ende ein wenig Demut, auch etwas Neugier auf andere zu entdecken. Denn vermutlich geht es in unserer komplizierten Welt zuallererst nicht um die Lösung aller Probleme. Die hat ohnehin keiner, und wer so tut, als hätte er sie, dem sollte man misstrauen. Sondern es gilt, eben diese Tatsache mit Anstand zu ertragen und sich dabei mit der großen und immer neu zu stellenden Frage zu beschäftigen: Wie wollen wir eigentlich miteinander umgehen?

Ein kleines und unscheinbares Buch, dessen Thema in unserer heutigen Zeit so gewichtig ist.

— Reisenomadin

Ein großartiges Buch, es passt perfekt zur aktuellen Situation und gibt viele Denkansätze!

— leserattebremen

must have! Das beste Sachbuch des Jahres. Es sollte in jedem Haushalt verteilt werden.

— LillySj

Ein so kleines Buch mit so großem Inhalt. Beeindruckend und wichtig für jeden von uns!

— Patrischa

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  • Für mich ein must-have Buch

    Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

    LillySj

    17. November 2017 um 16:09

    Inhalt: Wir leben in schwierigen Zeiten. Jeder von uns kennt Situation, wo er selber oder andere völlig unangemessen angepöbelt werden, mit einer Aggressivität, die uns die Sprache verschlägt. Axel Hacke nimmt sich in diesem Buch der schwierigen Frage über den Anstand an. Erstmal muss überhaupt geklärt werden, was ist denn Anstand? Seine Erläuterungen, Gedanken und Analysen kleidet er in ein Gespräch mit einem Freund. Was für Auswirkungen hat die Globalisierung und das Internet auf den Menschen? Gab es nicht schon immer Leute, die Parolen rausgehauen haben? Was hat sich verändert, das wir es plötzlich so deutlich und überall mitbekommen? Warum sind die Pöbler wie sie sind? Warum hauen sie mit einer solchen Aggressivität um sich? Und was können wir gegen all das tun? So wohl im Internet als auch ganz allgemein? Meine Meinung: Ein ganz wunderbares Buch, das erklärt und nachdenklich macht. Mir persönlich hat es sehr geholfen, den Frust- und Wutbürger besser zu verstehen. Ja, ich möchte sogar sagen, es hat mir geholfen, Mitgefühl zu entwickeln. Generell bin ich ja ein sehr empathischer Mensch, aber auf Intoleranz habe ich bisher immer nur mit Intoleranz reagiert. Das hat sich verändert. Ich denke jetzt eher: "Du arme Socke!". Unteranderem haben mir dabei zwei Aspekte des Buches gut geholfen. "Weil wir, ich sag`s schon wieder, in einer komplizierten Welt leben, in der im Riesenraum des Internets und der Globalisierung dauernd Dinge zusammenstoßen, die andernfalls irgendwie easy aneinander vorbeischweben würden. Und weil es eben ein Unterschied ist, ob man sich gegenüber sitzt und sich die Dinge ins Gesicht sagen muss oder man über seine Computertastatur gebeugt mal eben etwas in den Raum hinauströtet, und dann Kaffee kochen geht und die Sache vergisst, während der andere einen Eisbeutel auf die Beule legt, die ihm mit der erwähnten Rassismus-Keule geschlagen worden ist, oder wutschäumend eine Antwort verfasst, die der erste aber schon nicht mehr liest, weil er, wie gesagt, Kaffee kocht und dann seine Mutter anrufen muss.Und aus dem Baumarkt muss er ja auch noch was besorgen." Zusammen mit Axel Hackes Erläuterungen, warum Menschen ihre Keule mal in die Runde werfen, ziehe ich für mich die Schlussfolgerung daraus: Lass den anderen wüten, er meint nicht mich. Und wenn die Keule angeflogen kommt, gehe einfach einen Schritt zu Seite. Den er sitzt eh schon nicht mehr hinter dem PC. (Als Anmerkung: Die Rede ist von dem einfach Wutbürger, nicht von waschechten Nazis, die Asylantenheime abfackeln.) Der zweite Aspekt, der mir geholfen hat, hat ebenfalls mit meinem gewachsenem Verständnis zu tun, warum manche Menschen aggressiv sind. Viele sind überfordert mit unsere neuen Welt, fühlen sich verunsichert und ausgeliefert. Da es mir nicht so geht, kann ich es mir doch eigentlich leisten, etwas Nachsicht zu üben, wenn ich beim Bäcker angerempelt werde, statt gleich zurück zu meckern. " "Ich meine nicht nur >in Notsituationen<, ich meine ganz grundsätzlich: immer erst einmal den Menschen freundlich begegnen." "Warum sollte man das tun?" "Vielleicht, weil es der einzige Weg ist, die Welt wirklich zum Positiven hin zu verändern. Du wirst scheitern, wenn du versuchst, andere Menschen zu ändern, denn der einzige Mensch, den du wirklich ändern kannst, bist du selbst. Und wenn du selbst der Welt freundlicher entgegentrittst, hast du die möglicherweiße schon ein wenig gebessert." [....] "Freundlichkeit wird ausgenutzt." "Ich habe ja nicht gesagt, dass du blöd sein sollst." " In seinen Gedanken des Wutbürgers gegenüber wirkt er keinesfalls arrogant, sondern er versucht zu verstehen. Das war mir sehr sympathisch, denn ich hatte vorher schon arrogant Gedanken. Einziger Kritikpunkt ist, dass alles in einem durchgeschrieben ist. Ich hätte mir Kapitel gewünscht, in denen man doch schneller mal nachschlagen kann. Aber es lässt sich trotzdem leicht lesen und es ist sehr verständlich geschrieben. Für mich ein must-have Buch. Neben "Die Macht der Geographie" von Tim Marshall ist dieses Werk mein Sachbuch des Jahres.5 Sterne

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  • Pflichtlektüre!

    Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

    leserattebremen

    10. November 2017 um 11:47

    Axel Hacke beschäftigt sich in seinem aktuellen Buch mit der Frage, was Anstand eigentlich bedeutet und ob er in unserer Gesellschaft heute weitestgehend verloren gegangen ist. Eine Frage, die viele Bereiche anspricht und mit der er einen Nerv trifft. Angesichts von Pöbeleien im Internet, Hetzkampagnen in sozialen Medien und auch dem Einzug der AFD in den Deutschen Bundestag müssen wir uns alle die Frage stellen, wie wir miteinander umgehen wollen. Der rote Faden seines Buches ist das Gespräch mit einem Freund im Biergarten, während dem sie immer wieder auf die Frage von Anstand, Respekt, miteinander umgehen und miteinander reden können kommen. Nach einem kurzen Dialog schiebt der Autor dann seine Überlegungen zu dem Thema ein, beruft sich auf weiter Autoren und Denker, die sich auch schon diese Fragen gestellt haben. All dies geschieht auf höchst kurzweilige und unterhaltsame Art, die für den Leser sehr ansprechend ist. Hacke läuft nie Gefahr, sich im Elfenturm der Wissenschaft wiederzufinden, wo keiner ihn mehr versteht. Im Gegenteil, er hat ein Buch geschrieben, dass gerade durch seine leichte Lesbarkeit und lockere Art alle Menschen anspricht, die sich für das Thema interessieren. Meiner Meinung nach sollte Axel Hackes neues Buch „Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen“ Pflichtlektüre sein. Es gibt viele sehr gute Denkanstöße für die alltägliche Debatte und dennoch bleibt sehr klar: eine Zauberlösung gibt es nicht, wir müssen uns alle jeden Tag wieder Fragen, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. 

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  • Konnte hauptsächlich durch den Schreibstil überzeugen

    Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

    melli_2897

    03. November 2017 um 00:01

    In seinem neuesten Buch holt der als Kolumnist der Süddeutschen Zeitung bekannt gewordene Axel Hacke einen Begriff aus der Mottenkiste, entstaubt ihn und bringt ihn in einen aktuellen Kontext: den Anstand. In lockerem Stil und wohltuend verständlichem Deutsch versucht er sich selbst zu beantworten, was es in dieser Zeit bedeutet, ein anständiger Mensch zu sein. Er streift dabei viele Themen aus Politik und Gesellschaft z.B. den Populismus eines Trump, die Auswirkungen der Digitalisierung oder die Verrohung der Sprache in den neuen sozialen Medien wie Facebook. In sehr nachvollziehbarer Weise erklärt er die Anstands-Defizite, die gerade vor allem im öffentlichen Diskurs festgestellt werden können, aus der Entwicklungsgeschichte des Menschen. So muss z.B. die Fremdenfeindlichkeit bei einer Spezies, bei der über Tausende von Jahren die Begegnung mit einem Fremden sehr selten und eher gefährlich war, nicht besonders überraschen. Nach Beleuchtung des Themas von verschiedenen Seiten steuert das Buch auf das Fazit zu, das man so zusammenfassen könnte: ·   Man sollte versuchen, dem Gegenüber ernsthaft zuzuhören und ihm nicht schon von Vorneherein böse Absichten unterstellen, sondern bemüht sein, sich in seine Lage zu versetzen. ·   Man sollte dem Gegenüber grundsätzlich - zumindest solange es geht - freundlich begegnen. ·    Man sollte seine Meinungen aber klar und deutlich artikulieren. Die Stärke des Buches ist aus meiner Sicht auch ein Grund für gewisse Schwächen. Der leichte Stil und der Plauderton - Abschnitte des Buches sind sogar fiktive Dialoge mit einem Freund - bewirken, dass die Thesen nicht oberlehrerhaft vorgetragen werden und man Denkanstöße zu einer Vielzahl von Themen erhält. Andererseits hätte man sich schon manchmal eine bessere Gliederung gewünscht, um zu wissen, an welcher Stelle der Argumentationsführung man sich befindet. Ich persönlich hätte mir auch etwas mehr Tiefe gewünscht bei der Behandlung der Frage, welche Funktion der Anstand in unserer modernen Industriegesellschaft grundsätzlich hat. Warum ist es vorteilhaft, wenn wir uns alle anständig verhalten? Aber trotz dieser vom Autor vermutlich bewusst genommenen Schwächen stellt das Buch aus meiner Sicht einen interessanten Beitrag zu den Themen Debattenkultur und gesellschaftliches Miteinander dar, schon allein dadurch, dass über einen so verstaubten Begriff wie Anstand neu diskutiert wird.

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  • " Aber was ist das eigentlich genau: Anstand ? "

    Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

    Patrischa

    01. October 2017 um 14:04

    Der Kolumnist der Süddeutschen Zeitung, Axel Hacke, nimmt uns in seinem aktuellen Werk mit auf die Reise nach der Antwort was Anstand eigentlich ist und wie die Gesellschaft momentan miteinander umgeht.  Angefangen mit einem Gespräch zwischen Hacke und seinem besten Freund, der " anständig handelt ", weil es ihm eben nicht egal ist unter welchen Bedingungen sein Bier aus der Kneipe hergestellt wird, spannt Hacke den Bogen weiter über Michelle Obamas Rede im Herbst 2016, der NS-Zeit, der Tour de France 2003, der Installation des Künstlers Manuf Halbouni in Dresden 2017 uvm. Wie diese Ereignisse und Personen miteinander zusammenhängen und was sie mit der Frage nach Anstand zutun haben, erklärt Hacke interessant und gut verständlich im laufe seines Buches.Was dieses Buch allerdings besonders lesenwert und unterhaltsam macht, ist die Weiterführung des Gesprächs zwischen Hacke und seinem besten Freund. Der Leser taucht ein in die Atmosphäre einer typischen Eck-Kneipe, in der die beiden sich über ihre Ansichten zum Weltgeschehen unterhalten, persönliche Erfahrungen austauschen und sich auf die Suche nach dem Anstand machen. Sie geben Impulse, machen aufmerksam und bringen den Leser zum Nachdenken. Abgerundet mit Zitaten berühmter Dichter und Denker, wie zum Beispiel Kästner, Knigge, Kant, Harari und David Foster Wallace, macht Hacke sein Buch zu einem kleinen Schatz. Am Ende steht immer noch die Frage was Anstand eigentlich ist, aber das muss und sollte jeder für sich beantworten. Hacke gibt uns eine Idee davon und viele Impulse, um die Gesellschaft ein bisschen friedlicher, fairer und menschlicher zu gestalten. Was man damit anfängt ist die Sache jedes Einzelnen, genau wie der persönliche Umgang mit dem Anstand !

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  • Wunsch und Wirklichkeit des Umgangs miteinander.

    Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

    Clari

    20. September 2017 um 17:50

    In diesem kleinen Büchlein über den Begriff des Anstands hat der Schriftsteller Axel Hacke in feuilletonistischer Art und Weise versucht, uns mit seiner Definition von Anstand bekannt zu machen.A. Hacke beschreibt auf Seite zwanzig in wenigen Worten, wie man Anstand interpretieren kann, und das klingt ganz einfach: Begriffe wie Gerechtigkeit, Solidarität und Fairness fallen in diesem Zusammenhang ebenso wie Aufrichtigkeit im Handeln und Reden und, sehr wichtig wie mir scheint, die Fähigkeit, das eigene Denken kritisch zu überprüfen.Schnell wird aus seinen folgenden Ausführungen jedoch klar, dass „Anstand“ in der Tat seit längerer Zeit der Verrohung herkömmlichen Umgangsformen gewichen ist. Es fällt im Alltag gar nicht so sehr auf, wie weit wir uns vom Verfall guter Sitten und der Grenzüberschreitung im persönlichen Umgang entfernt haben.An zahlreichen Beispielen macht A. Hacke seine Thesen fest. Er nennt die Namen einer Vielzahl bekannter Dichter, Philosophen und Denker, um seine Argumente zu untermauern. Kästner, Fallada, Marc Aurel, Kant und nicht zuletzt David Foster Wallace und viele andere mehr werden in Zitaten herangezogen, um über Formen des Anstands zu referieren. Vom Steinzeitmenschen bis in die Gegenwart reichen Hackes Vergleiche, was Formen des Anstands und des Umgangs miteinander betrifft. Durch seine Zeilen erfährt man, wie über die Jahrtausende durch Bildung, Entwicklung und Forschung ein faires Miteinander erst möglich wurde. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Studie von Norbert Elias „Über den Prozess der Zivilisation“ hingewiesen. Da das Buch eher die Erwartung an ein Feuilleton erfüllt, muss der geneigte Leser keine wissenschaftliche Studie erwarten. Der Bericht ist gewissermaßen ein Parforceritt im Plauderton durch die Geschichte und heutige Gegenwart. Dazu gehören natürlich Tablets und Smartphones, die Paare, Eltern und Kinder im Beisammensein vereinsamen lassen, weil die Technik das Gespräch verdrängt.In langen Passagen widmet sich der Autor den schrillen Tönen auf Facebook. Axel Hacke fasst in seinem Buch zusammen, wie wir die Welt und die Formen unseres Umgangs erleben. Seine Ausführungen lassen uns von einer versöhnlichen Welt träumen, in der man Rücksicht nimmt, Gegensätze friedlich austrägt und insgesamt ein harmonisches Miteinander pflegt. Eine schöne, einträchtige Welt, wie wir alle sie uns wünschen würden! Leider sieht die Wirklichkeit anders aus, und Hoffnungen auf ein besseres Zusammenleben sind eine schöne Utopie!Man kann Hackes Ausführungen als berechtigte Zivilisationskritik betrachten. Sein Werk mag auch als ein Appel an uns alle gelten, uns um Umgangsformen zu bemühen, die uns Respekt, Höflichkeit und Zuhören abverlangen. In seltenen Fällen bei aufgeklärter Bildung und Erziehung mag das gelingen. Doch wenn man einmal mit Lehrern spricht, dann weiß man, wie schwer diese hoffnungsvollen Vorsätze an der Wirklichkeit integrativer Vielfalt zerschellen! Darüber hinaus bietet die derzeitige globale Politik keinen Hoffnungsschimmer auf eine bessere Welt.Ich empfehle das Büchlein dennoch, weil es auf einfache Weise vermittelt, was uns allen so sehr fehlt: Eintracht, Freundlichkeit und----Menschenliebe!

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  • „Sache jedes Einzelnen und damit eine Sache von uns allen.“

    Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

    WinfriedStanzick

    28. August 2017 um 12:23

    Das neue Buch des SZ-Kolumnisten und Bestsellerautors Axel Hacke ist ein nachdenkliches Plädoyer für "Anstand in schwierigen Zeiten“. Natürlich ist Anstand ein schwammiger Begriff, atmet viel 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts. Wurde damals unter diesem Begriff meist noch auf Manieren etc. geachtet, geht es Axel Hacke in seinem lesenswerten und so gar nicht besserwisserischem Buch hauptsächlich darum, dass wir in unserer gegenwärtigen Gesellschaft weitflächig den Respekt voreinander verloren haben.Die angeblich „sozialen“ Netzwerke sind der Ort, wo sich der Verlust des Anstands so häuft, dass insbesondere ihre Anonymität Menschen ermutigt und verführt, in regelrecht steinzeitliche Verhaltensformen zurückzufallen und die das Übelste hervorbringen, was in ihnen steckt. Das Individuum ist alles, der Gemeinsinn, die Solidarität nichts mehr.Es ist keine Frage, dass das, was unsere und im Übrigen auch andere Gesellschaften zusammenhält und ihr Stabilität gibt, dadurch extrem gefährdet ist. Axel Hacke führt viele Beispiele auf, z.B. die Frage, wie jemand zum Präsident der USA werden kann, der die Respektlosigkeit und den Narzissmus zum Rezept seiner Politik macht. Oder das, was mittlerweile insbesondere nach Unfällen auf unseren Autobahnen alltägliche Praxis ist an Gaffen und Rücksichtslosigkeit.Vieles, was er beschreibt, hat er in Dialoge mit einem Freund gekleidet, was das Buch gut lesbar macht. Er nennt den Anstand eine „Sache jedes Einzelnen und damit eine Sache von uns allen.“ Ein wichtiges Buch, das unaufgeregt viele Missstände beschreibt und dennoch die Hoffnung nicht aufgibt, dass viele Einzelne dazu beitragen können und werden, sie zu beheben.

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