Axel Hacke Fußballgefühle

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Inhaltsangabe zu „Fußballgefühle“ von Axel Hacke

DAS Fußballbuch: eine einzigartige Mischung aus Reportage, Essay und Feuilleton – witzig und kenntnisreich. „Als ich elf Jahre alt war, spielten wir Fußball mit allem, was sich treten ließ. Auf dem Pausenhof kickten wir mit flachgedrückten Kakaotüten. Auf dem Heimweg von der Schule kickten wir mit zusammengedrücktem Butterbrotpapier. Am Nachmittag im Park kickten wir sogar mit einem Ball. Zum Kicken war uns alles recht.“ So fing es an für Axel Hacke, der nicht nur Fußballfreund ist, sondern auch viele Jahre Sportreporter war. In diesem Buch spürt er den Gefühlen nach, die in unserem fußballbegeisterten Land fast jeder kennt: der Liebe zum Spiel, der Treue zum Verein, der Wut auf den Gegner, der Sehnsucht nach dem Tor, dem Fußball als Obsession.

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  • Ein Doppelpass von Erstaunen und Vergnügen

    Fußballgefühle
    BuecherBall

    BuecherBall

    26. March 2014 um 16:56

    Axel Hacke hat mit Fussballgefühle ein ausgesprochen unterhaltsames und kurzweiliges Buch über die Emotionen im Fußball geschrieben. Durch die äußerst kurz gehaltenen Abschnitte fliegt man förmlich durch die Seiten und gelangt in einen emotionalen Doppelpass von Erstaunen und Vergnügen. Dieses Buch ist wirklich etwas für den geneigten Fan des Fußballs, der sich gut unterhalten lassen möchte. Im Nachhinein kommt es dem langjährigen fußballaffinen Leser doch so vor, als sei es nur eine Frage der Zeit - oder besser des richtigen Zeitpunkts - gewesen, bis Axel Hacke ein Buch über den populärsten (und schönsten) Sport hierzulande schreiben würde. Der (im Sinne von Axel Hacke) 1955 oder '57 in Braunschweig geborene und in München studierte und bis heute dort lebende Reporter, Redakteur des "Süddeutsche Zeitung Magazins" und Autor unter anderem des weißen Neger Wumbabas, hat nach seinem Studium als Sportredakteur bei der Süddeutschen angefangen, obwohl er ins Politik-Ressort wollte. Im Nachgang sei es aber eine schöne Zeit gewesen, die ihn geprägt habe, sagt der Autor in ebenjenem Buch. Nun also Fussballgefühle - wohlgemerkt mit zwei "s", nicht mit "ß" - ein Buch über nichts anderes als Emotionalität auf und neben dem Platz, von Spielern, Trainern und Fans, die den Fußball erst zu dem machen, was er ist. Entstanden ist eine Anekdotensammlung, die besonders zu Anfang von sprunghaftem Charakter ist. Axel Hacke beginnt mit sich selbst, erzählt dem Leser von seinen Anfängen, seinen ersten Berührungen mit diesem Sport. Man spielte einfach mit allem, was sich irgend kicken ließ, seien es nun flachgedrückte Kakaotüten oder zusammengeknülltes Brotpapier, man spielte beim Warten auf den Bus, in der Schulpause, auf dem Nachhauseweg. Kurz, man spielte mit allem und wann immer es möglich war. Doch eigentlich erzählt uns Axel Hacke hier unsere eigene Fußballgeschichte unserer Kindheit. Zumindest mir kamen schon bei diesen ersten Sätzen nostalgische Erinnerungen hoch, an meine eigene Kindheit - die zugegebenermaßen noch nicht allzu lange her ist. Auch wir (ich und meine Schulkameraden) schossen mit denselben Dingen zu denselben Anlässen herum, bloß ca. 30 Jahre später. Doch Axel Hacke springt schon auf den ersten Seiten hinüber zu heute, besser gesagt dem Champions-League-Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München um zwischendurch immer mal wieder zurück auf den Anfang aller Anfänge zu kommen, sozusagen zum Urknall des Fußballs und sich die Frage stellt, die sich schon so viele zuvor gestellt haben und auch hiernach stellen werden: wer denn überhaupt den Fußball erfunden habe. "Ganz plötzlich und sehr radikal werden die Zäune der Zivilisation eingerissen, aus Kleinbürgern werden reißende Tiere und hinterher wieder Kleinbürger." Das Anekdotenhafte zieht sich durch das gesamte Buch. Es gibt weniger Kapitel als vielmehr eine Fülle an (nennen wir es mal) Abschnitten, die mal wenige Seiten lang sind, aber auch hin und wieder nur ein Drittel einer Seite ausfüllen. Dadurch - und durch die humorige und leicht dahinfließende Erzählweise Hackes, die die Hannoversche Allgemeine einmal treffend als "gleichzeitig in der Gacker-Klasse und in der Harald-Schmidt-Liga" spielend und Die Welt als "hinreißend federnd" beschrieben hat - wird das Lesen zu einem Vergnügen, wenn auch ohne besonderen Tiefgang, was dieses Buch aber auch gar nicht erreichen möchte. So wechseln sich längere Sinnabschnitte ab mit kurzen Gedankenspielen wie beispielsweise die Überlegungen zu Rudi Völlers Wutausbruch im Jahre 2003 oder die Übertragung der typischen Fußballfiguren (z.B. Trainer, Schiedsrichter etc.) auf den Alltag. Bisweilen geht es dabei sogar hoch philosophisch zu. Zum Beispiel dann, wenn Axel Hacke vom sogenannten "Schweinsteiger-Paradox" erzählt. Dabei geht es um das Phänomen, als Kind beim Fußballspielen in die Rolle eines (aktuellen) Spielers zu schlüpfen, z.B. eben Bastian Schweinsteiger von Bayern München. Wie mächtig diese Identifizierung zuweilen werden kann, zeigt sich, wenn zwei "Schweinsteigers" aufeinandertreffen. Da kann es schon einmal zur Rauferei kommen. Axel Hacke stellt daraufhin die These auf, die besagt: je bekannter bzw. erfolgreicher und damit einzigartiger ein Spieler ist, desto mehr "Schweinsteigers gibt es - ein Paradox ... "Wäre Wut ein Rohstoff wie Öl oder Gas, könnte man mit Wut Häuser heizen, wäre jedes Fußballstadion eine Wutmine oder ein Wutkraftwerk." Eine Geschichte, die mir noch stark in Erinnerung geblieben ist, ist jene vom "Chelsea-Andy", einem Hooligan und Fan von 1860 München, als diese jedoch Hilfe vom Lokalrivalen bekamen, sich in die Richtung des englischen Vereinsfußballs, genauer nach Chelsea London orientierte. Er identifiziert sich so sehr mit diesem Verein, dass er unter seinen Kollegen sogar den Namen "seines" Vereins angenommen hat. Diese Figur kam mir beim Lesen als extrem tragische rüber und doch übte sie wiederum eine eigenartige Faszination auf mich aus. Jemand, dessen ganzer Lebensinhalt ein Verein ist, der dort eine Gemeinschaft gefunden hat, die der sozialen Bedeutung der Familie ähnelt. Der "Chelsea-Andy" ist sozusagen der Stellvertreter eines Fanmodells, das mich gleichzeitig fasziniert und irritiert und bei dessen Anblick ich mich ernsthaft frage: bin ich eigentlich Fan? "Das Spiel, das wir heute sehen, ist das Spiel einer Gesellschaft, die von ökonomischen Gedanken beherrscht wird, von Kriterien wie Effizienz, Strategie, Taktik, Kosten-Nutzen-Verhältnis, auch von modernen, flachen hierarchischen Verhältnissen." Axel Hacke hat mit Fussballgefühle ein ausgesprochen unterhaltsames und kurzweiliges Buch über die Emotionen im Fußball geschrieben. Durch die äußerst kurz gehaltenen Abschnitte fliegt man förmlich durch die Seiten und gelangt in einen emotionalen Doppelpass von Erstaunen und Vergnügen. Dieses Buch ist wirklich etwas für den geneigten Fan des Fußballs, der sich gut unterhalten lassen möchte. Mit hat dieses Buch jedenfalls meine Krankheitstage erträglicher gemacht, es war wohl genau das richtige Buch dafür.

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