Axel Honneth

 4.1 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Kampf um Anerkennung, Bob Dylan und weiteren Büchern.

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Kampf um Anerkennung

Kampf um Anerkennung

 (2)
Erschienen am 28.07.2010
Bob Dylan

Bob Dylan

 (2)
Erschienen am 24.10.2007
Von Person zu Person

Von Person zu Person

 (1)
Erschienen am 13.11.2008
Leiden an Unbestimmtheit

Leiden an Unbestimmtheit

 (1)
Erschienen am 01.08.2001
Das Recht der Freiheit

Das Recht der Freiheit

 (1)
Erschienen am 16.06.2011
Die Frankfurter Schule und die Folgen

Die Frankfurter Schule und die Folgen

 (0)
Erschienen am 01.11.1986

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Rezension zu "Kampf um Anerkennung" von Axel Honneth

Für eine solidarische Gemeinschaft freier Wesen
NicolasDierksvor einem Jahr

Axel Honneth gehört bereits zu den Klassikern der kritischen Theorie. Nach Adorno/Horkheimer und Habermas/Apel vertritt er die dritte Generation der Frankfurter Schule. Dieses Buch ist aus seiner Habilitation entstanden und will, in Antwort auf die Schriften Foucaults, das theoretische Fundament einer normativen Gesellschaftstheorie auf Grundlage eines anerkennungstheoretischen Konzepts menschlichen Lebens legen.

Dies ist ein Fachbuch und deshalb ist der akademische Stil und die debattenorientierte Behandlung des Themas Programm. Honneth setzt, ganz in der Tradition der FS, bei Hegel an, geht dann mit G. H. Mead darüber hinaus und macht im dritten Schritt Vorschläge, wie das anspruchsvolle Programm einer öffentlichen Wertegemeinschaft unter Bedingungen der Moderne einzulösen wäre.

Spannend ist der Einstieg, wenn Honneth die entscheidende Einsicht des jungen Hegel in Jena rekonstruiert. Dieser hatte ein vorausweisendes Konzept eines "Kampfes um Anerkennung" als eines moralischen Bildungsprozesses der Gesellschaft entworfen, allerdings dieses Potential durch Preisgabe einer der individuellen Selbstverwirklichung vorgänigen Intersubjektivität nicht entfaltet.

Honneth setzt bei der Sozialpsychologie Meads an, um durch die Wiedergewinnung der vorgänigen Intersubjektivität in Meads Interaktionismus den Weg für eine Entwicklung jenseits der bloßen Rechtsgemeinschaft frei zu machen. Allerdings fehle bei Mead die familiäre Dimension, die Honneth im Anschluss an die psychoanalytische Theorie der Objektbeziehung einzuholen gedenkt. In der Differenzierung der Erfahrungen von Mißachtungen erarbeitet Honneth dann sowohl den motivationalen Hintergrund für den "Kampf um Anerkennung" als auch die groben Umrisse eines formalen Konzeptes der Sittlichkeit.

Letztlich eröffnet Honneth die Spannung zwischen dem Pluralismus einer posttraditionalen Gesellschaft einerseits und dem integrierenden Charakter einer öffentlichen Sittlichkeit. Gerade in der Austragung dieser Spannung und dem Verständnis ihres formalen Rahmen kann der aufklärende Charakter kritischer Theoriebildung liegen - die konkreten Gehalte dieser öffentlichen Sittlichkeit, d.h. einer gemeinsamen Vorstellung eines guten Lebens, sind nicht mehr Gegenstand der Theoriebildung, sondern der konkreten gesellschaftlichen Kämpfe um Anerkennung.

Ein außerordentlich spannendes Buch - mit einem dichten theoretischen Faden. Mit umfangreichem Wissen steuert Honneth direkt auf die theoretischen Kernpunkte verschiedener theoretischer Felder zu und integriert diese theoretisch stimmig. Man hätte sich vielleicht die Auseinandersetzung mit Mead und der Objektbeziehungstheorie ähnlich detailliert gewünscht, wie jene mit dem jungen Hegel. Auch eine weitere Aktualisierung wäre denkbar. Doch für eine theoretische Grundlegung, die dieses Buch leisten will, findet Honneth einen hervorragenden Rahmen mit vielen theoretischen und praktischen Anknüpfungsmöglichkeiten.

Eine lohnende Lektüre für alle, die eine tiefe Auseinandersetzung mit einer neueren Generation kritischer Theorie der Gesellschaft schätzen.

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