Ceres

von Axel Kruse 
3,0 Sterne bei1 Bewertungen
Ceres
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Inhaltsangabe zu "Ceres"

Ein Asteroid? Ein Planet? Oder irgendetwas dazwischen? Eigentlich egal.
Ceres ist das Tor zur Galaxis, von hier fliegen die wirklich großen Raumer ab, die nicht weiter in den Schwerkraftschacht der Sonne eindringen wollen.

Die ehemalige Bergbaukolonie wird von einem Todesfall erschüttert. Der Geschäftsführer eines Konzerns soll mittels einer Geheimwaffe von Nichtmenschen ermordet worden sein. Die anstehenden Regierungswahlen werden von diesem Vorfall überschattet.
Die auf Terra bereits regierende faschistische Partei Alien Force Defense streckt ihren langen Arm aus, um zu verhindern, dass auf Ceres "falsch" gewählt wird.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783864025877
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:120 Seiten
Verlag:Atlantis Verlag
Erscheinungsdatum:20.04.2018

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    Laecheln86s avatar
    Laecheln86vor 3 Monaten
    Ceres - Politische Unruhen & ein Volk unter Generalverdacht

    Der Sci-Fi-Roman Ceres erschien im April 2018 bei Atlantis und spielt als eigenständiger Roman in Axel Kruses Universum, das all seine Werke verbindet. Obwohl Ceres wie ein Krimi beginnt, verschiebt sich bald der Fokus: Die Ereignisse vor den Neuwahlen im Außenposten Terras überschlagen sich und ziehen Ich-Perspektive Tanju Stepanek zwischen die Fronten der gespaltenen Gesellschaft. 


    Was passiert? 


    Sein Karriereweg führt den jungen aufstrebenden Ermittler Tanju Stepanek in die alte Bergbau-Kolonie Ceres, an den Rand des terranischen Kernsystems. Dort soll er die Cerespolis bei der Polizeiarbeit im Ausnahmezustand unterstützen. Denn bei den bevorstehenden Neuwahlen tritt die Regierungspartei gegen die Populisten der (A)lien (F)orce (D)efence an, die es „sich auf die Fahnen geschrieben hatte, die Menschheit wieder zu einen, die fremden Einflüsse zurückzudrängen(…)“ (S.13).


    Doch zunächst gilt es, einen Todesfall aufzuklären. In seinem schicken Büro in einer Glaskuppel inmitten der unwirtlichen Oberfläche von Ceres wird der Inhaber des Astroglobe-Konzerns tot aufgefunden. Diagnose: Herzinfarkt. Doch sein Sohn behauptet, ein nahe der Glaskuppel auf Reede liegendes Schiff der Tauriden habe mit dem Tod zu tun. Für die den Nichtmenschen skeptisch gegenüberstehende Gesellschaft, zu der sich auch Stepanek zählt, ein willkommener Verdacht. 


    Worum geht´s? 


    Politische Unruhen, Fremdenfeindlichkeit & ein ungelöster Kriminalfall. 


    Und so ermittelt der Neuling gegen die Nichtmenschen und fällt dabei vorerst auf die Nase. Doch bald erhärtet sich der Verdacht, dass der Tote ein weiteres Opfer einer Reihe ungeklärter Todesfälle sein könnte. Welche Ziele verfolgen die Nichtmenschen in der Kolonie? Zeitgleich rücken die Wahlen immer näher, und Terra schickt eigene Sicherheitsleute in die Kolonie, um die Sicherheit der Wahlen zu garantieren. Seite an Seite mit ihnen tritt Stepanek seinen Dienst zur Krawallabwehr an. Polizist bei der stets unterbesetzten Cerespolis möchte man in dieser unruhigen Zeit nicht sein. 


    Dabei nimmt Protagonist Tanju Stepanek eine naive Perspektive ein, die, neu im Beruf, bei der Cerespolis und im Außeposten, sich vor allem mit seiner durch sein bisheriges Leben auf Terra geprägten Meinung auseinandersetzen muss. Auf Ceres blüht der Handel zwischen Terra und den Nichtmenschen: Ceres muss einmal ein weltoffenes Fleckchen gewesen sein, bevor die Stimmung  in ganz Terra kippte. Das Tor zur Galaxis scheint sich zu schließen, und Charaktere wie Stepanek, die stets einen Generalverdacht hegen, scheinen dies zu unterstützen. 


    Ihm zur Seite stehen seine Kollegen mit verschiedenen Standpunkten, die vieles rationaler betrachten als er. Doch ehe sie den Neuling zur Vernunft bringen können, bricht auch schon die Hölle in der Kolonie aus: In Ceres überschlagen sich die Ereignisse vor den Wahlen, sodass tiefgreifende Gedanken selbst weitergesponnen werden müssen! Und so findet man auch nur mit sorgsamer Aufmerksamkeit zwischen den Zeilen sich ganz menschliche Züge: Welche Rolle spielt das allgegenwärtige Wasser in den Kavernen der Stadt? Ein Relikt aus den Erinnerungen der Menschen an ihre Heimat Terra, den blauen Planeten? 


    Und, wie war´s? 


    Über weite Strecken farblos, doch in vielen Details erschreckend realitätsnah. 


    Axel Kruse spielt in Ceres mit der Beklemmung in den engen steinernen Gängen der Kolonie, mit der Unsicherheit der Sicherheitskräfte in ihren gepanzerten Rüstungen, mit den allgegenwärtigen Zweifeln, der Aufbruchsstimmung in eine neue Zukunft und der Angst vor Veränderung, mit der Notwendigkeit und zeitgleich Ablehnung des internationalen Handels und der epischen Gerechtigkeit.  So beschlich mich nach wenigen Seiten ein ungutes Bauchgefühl, welches das ganze Buch anhielt. 


    Mit der Ich-Perspektive Stepaneks wurde ich bis zuletzt nicht warm. Das liegt vielleicht nicht zuletzt daran, dass die Umwälzungen im Ceres den Unruhen in unserer Gesellschaft seit Aufstreben des Populismus in vielen Dingen ähnelt. Ob Dir Ceres gefallen wird, liegt also zum großen Teil auch daran, welche Art SciFi Du gern liest: Wenn du tiefe PhiloSciFi liest, in der Menschen, Politik und Gesellschaft im Fokus stehen, dann wird Dir Ceres gefallen. Wenn Du - wie ich - gern fremde Planeten erkundest, und das möglichst breit gefächert, dann könnte Dir Ceres um einiges zu kurz erscheinen. 


    Fazit: Meinungsbausatz zum Selberdenken


    In Ceres lässt Axel Kruse eine einst weltoffene und unabhängige Gesellschaft in eine durch fremdenfeindliche Propaganda erzeugte Aufbruchsstimmung verfallen, die das Schutzbedürfnis der Kolonie durch Schaffung eines neuen Feindbilds anspricht. Die dadurch erzeugte bedrückende Stimmung schlägt sich in zahlreichen Facetten des alltäglichen Lebens im steinernen Ameisenbau der Bergbaukolonie nieder. Allen voran durchlebt auch Protagonist Tanju Stepanek den Konflikt zwischen intuitivem Generalverdacht gegenüber dem Fremden, den Nichtmenschen, und der durch seinen Job als Polizist erforderten Objektivität. Bei Axel Kruse passen all diese Konflikte auf 120 Seiten, versehen mit mutigen Denkanstößen als bedrückender Weckruf im Sci-Fi-Gewand. 

    [Ausführliche Rezi auf meinem Blog.]

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