Nackt über Berlin

von Axel Ranisch 
4,2 Sterne bei55 Bewertungen
Nackt über Berlin
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (49):
Eoss avatar

Ein Buch, das verrückt, wild, wunderschön und auch ein bisschen eklig ist, wie das Heranwachsen selbst. Man hält beim Lesen den Atem an.

Kritisch (3):
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Nichts für mich

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Inhaltsangabe zu "Nackt über Berlin"

» Rasantes Romandebüt voller skurrilem Witz, Wärme und tieferer Bedeutung.« Knut Elstermann

»Eine irre Liebesgeschichte zum Einsaugen.« Ulrike Folkerts

Jannik und Tai, von ihren Mitschülern liebevoll Fetti und Fidschi genannt, sind zwei ganz normale Sechzehnjährige. Bis sie eines Tages ihren Rektor sturzbetrunken auf der Straße auflesen und in seiner eigenen Wohnung einsperren. Aus dem Scherz wird schnell eine handfeste Entführung. Tai genießt es, »Gott« zu spielen und zwingt den Lehrer zu einem Seelenstriptease. Ein Höllentrip für Jannik, der schnell bemerkt, dass Tai seine zarte Verliebtheit nur ausnutzt. Er muss handeln…Eine liebevolle und schräge Coming-of-Age-Geschichte, lustig und voller Überraschung erzählt.

»Das Buch ist der Killer« Robert Gwisdeck

»Dieser Roman bin ich, trotzdem ist alles erfunden.« Axel Ranisch

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783961010134
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Ullstein fünf
Erscheinungsdatum:23.02.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 23.02.2018 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    -Leselust-s avatar
    -Leselust-vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Was als heiterer Coming of Age Roman beginnt, wird schnell immer ernster und düsterer. Und der Streich wird schnell bitterer Ernst. .
    Nicht so heiter, wie man zunächst denken könnte

    Was als heiterer Coming of Age Roman beginnt, wird schnell immer ernster und düsterer. Und der witzige Streich vom Anfang eskaliert immer weiter und wird schließlich bitterer Ernst. Besonders gut gefallen hat mir auch die große Portion Musik zum Buch. Die Charaktere werden sehr gut beschrieben. Man kann sich als Leser*in zu jeder Person ein Bild machen, lernt nach und nach immer mehr über sie und ihren Hintergrund und kann dann mit der Zeit auch immer besser verstehen, was eigentlich hinter ihrem Handeln steckt; was sie antreibt das zu tun, was sie tun. Am Anfang lässt sich die Geschichte sehr leicht lesen und ist eher heiter und witzig. Doch nach und nach wird es immer düsterer und es geht um Depressionen, Mobbing, Suizid, das Klarkommen mit der eigenen Identität, um Druck von den Eltern und der Gesellschaft. Um viele Themen, die Jugendliche beschäftigen und mit denen sie konfrontiert werden. Dabei wird nichts davon auf die leichte Schulter genommen oder bagatellisiert. Das hat mir gut gefallen.
    Ein wirklich krasses Buch mit vielen unerwarteten Wendungen. Ganz anders, als ich erwartet hatte, aber sehr gut. 

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    brauneye29s avatar
    brauneye29vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Nichts für mich
    Nichts für mich

    Zum Inhalt:
    Jannik und Tai, von ihren Mitschülern liebevoll Fetti und Fidschi genannt, sind zwei ganz normale Sechzehnjährige. Bis sie eines Tages ihren Rektor sturzbetrunken auf der Straße auflesen und in seiner eigenen Wohnung einsperren. Aus dem Scherz wird schnell eine handfeste Entführung. 
    Meine Meinung:
    Das ist absolut nicht mein Buch. Ich mochte weder den Schreibstil, die Protagonisten noch die Geschichte. Irgendwie war mir das viel zu flapsig geschrieben, zu sehr auf ein jugendliches Publikum gerichtet. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass 15 - 16jährige das Buch total mögen, weil es auch genau den Sprachgebrauch der Generation verwendet. Mir war das alles zu platt und zu klischeehaft. 
    Fazit:
    Nicht mein Buch. 

    Kommentare: 1
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    Eoss avatar
    Eosvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch, das verrückt, wild, wunderschön und auch ein bisschen eklig ist, wie das Heranwachsen selbst. Man hält beim Lesen den Atem an.
    Und die Emotionen überschlugen sich

    Dieses Buch zieht den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann. Der erste Teil, der an einer verrückten Collage aus "Tschick", "Crazy" und "Die Stadt der Blinden" erinnert, lässt einen direkt in das Drunter und Drüber der emotionalen Welt eines Teenagers stürzen, der gerade das Wunder der ersten Liebe erfährt. Der zweiten Teil raubt einem vor Spannung fast den Atem, bevor die Geschichte mit einem sanften Knall so wundervoll gelöst wird, wie man es sich kaum vorzustellen gewagt hat.

    Über Berlin sind Hass und Liebe, Abgestumpftheit und Lebenshunger, Spiel und Ernst so eng miteinander verwoben, dass man selbst das Gefühl für Grenzen zu verlieren droht.

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    ChrischiDs avatar
    ChrischiDvor 6 Monaten
    Entführung in Berlin

    Jannik und Tai, absolut gegensätzlich und doch auf einer Wellenlänge – Wirklich? Zumindest führt Janniks heimliche Leidenschaft dem Mitschüler und Freund gegenüber dazu, dass er sich mitreißen lässt in eine Situation, die schon bald aus dem Ruder gerät. Denn die beiden Jugendlichen halten den Direktor ihrer Schule in seiner eigenen Wohnung gefangen. Damit allerdings nicht genug, mittels diverser Methoden erhalten sie einen tiefen Einblick in das Seelenleben eines gebrochenen Mannes. Bekommen Musikgenie Jannik und Technikfreak Tai die Kurve oder driften sie immer weiter ab, weit über die Grenzen der Legalität hinaus?

    Unweigerlich stellt man sich gleich nach den ersten Seiten die Frage: Wie hoch ist der Anteil persönlicher Erfahrungen des Autors? Er selbst sagt: „Dieser Roman bin ich, trotzdem ist alles erfunden.“ Möglicherweise sind ihm einige Gedankengänge vertrauter als andere, aber vielleicht ist auch wirklich alles nur Fiktion, kein Außenstehender vermag dies konkret zu beantworten. Für das Leseerlebnis spielt dies allerdings auch eigentlich überhaupt keine Rolle, man versucht schließlich sich auf den Inhalt einzulassen, unabhängig biographischer Genauigkeiten.

    Die sprachliche Darstellung, vor allem die Kommunikation der jugendlichen Protagonisten, gerät recht derb. Es scheint als würde ein überspitztes Bild der aktuellen Jugendbewegung gezeichnet, welches gleichzeitig recht konstruiert daher kommt. Auf der anderen Seite werden nämlich durchaus weichere Töne angeschlagen, die stilistisch kaum zu den anderen Sequenzen passen wollen, wodurch keine Einheit gebildet wird. Vielmehr scheint es als bestünde der Roman aus verschiedenen Handlungssträngen, die zwar immer wieder Berührungspunkte aufweisen, aber dennoch vollkommen voneinander abgegrenzt sind, nicht inhaltlich, sondern rein sprachlich. Dadurch ist der Leser ein ums andere Mal irritiert, wenn wieder ein Wechsel ansteht und der Lesefluss ins Stocken gerät.

    Die Idee hinter dieser fast schon verkorksten Liebesgeschichte ist originell und abgedreht, in der Umsetzung dann aber doch nicht immer konsequent. Auch wenn es sich bei den Hauptprotagonisten um sprunghafte Teenager handelt, so sollte doch ein gewisses Maß an Kontinuität vorhanden sein. Selbstfindung ist ein Prozess, der nicht „mal eben“ abgehakt ist, das bringt eine gewisse Unruhe in die Darstellung.

    Im Großen und Ganzen ist Axel Ranisch ein Debütroman gelungen, über den der Leser noch einige Zeit nachdenken wird, der ihn aber auch zum Teil irritiert und unbefriedigt zurück lässt.

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    C
    CabotCovevor 6 Monaten
    Mein Humorzentrum wurde getroffen

    Mein Humorzentrum wurde getroffen

    Ich mochte Axel Ranisch in der Rolle des Schröder bei den „Zorn“-Verfilmungen immer schon sehr gerne und war nun gespannt, wie er sich als Autor so macht...


    Dass er auch Regisseur und Opernschreiber ist, wusste ich gar nicht.

    Nun ja, als Romanautor macht er sich auch nicht schlecht, muss ich sagen.

    Im Ernst, mir hat sein schräges Roman-Debüt wirklich gut gefallen.


    Jannik und Tai, von ihren Mitschülern liebevoll Fetti und Fidschi genannt, sind zwei ganz normale Sechzehnjährige. Bis sie eines Tages ihren Rektor sturzbetrunken auf der Straße auflesen und in seiner eigenen Wohnung einsperren. Aus dem Scherz wird schnell eine handfeste Entführung. Tai genießt es, »Gott« zu spielen und zwingt den Lehrer zu einem Seelenstriptease. Ein Höllentrip für Jannik, der schnell bemerkt, dass Tai seine zarte Verliebtheit nur ausnutzt. Er muss handeln…


    Ranisch erzählt liebevoll, aber dennoch witzig – eine Kombination, die ich bislang noch nicht gelesen habe und von daher: super und sehr innovativ.

    Ich mag ja ab und an mal „schräge“ Literatur und dieses Buch zählt definitiv dazu. Man muss vielleicht ein wenig in der Laune dafür sein, aber bei mir passte es gerade super nach zwei Krimis und ich habe das Buch wirklich genossen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass dieser Schreibstil bzw. die Geschichte nicht etwas für Jedermann sein könnte, denn es ist schon recht speziell, aber mir hat es gut gefallen und mein „Komik- bzw. Humorzentrum“ bestens getroffen.



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    nicigirl85s avatar
    nicigirl85vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Mal etwas ganz was Anderes...
    Wenn aus einem Spaß bitterer Ernst wird…

    Dieses Buch hätte ich wohl nie gelesen, wenn es mir nicht empfohlen worden wäre. Zum Glück hat man dann aber immer mal wieder so einen Glückstreffer wie diesen.

    In der Geschichte geht es um 17- jährigen Jannik, der nicht gerade dem gängigen Schönheitsideal entspricht. Als er und sein Kumpel Tai ihren Schuldirektor Herrn Lamprecht sturzbetrunken auf der Straße finden, haben die Jungen eine Idee: einfach mal den Rektor filmen, das wird bestimmt lustig. Doch irgendwie haben sie alsbald den Direx eingesperrt und aus dem anfänglichen Spaß wird Ernst. Wie kommen sie da bloß wieder raus?

    Die Geschehnisse werden uns über zwei parallel verlaufende Erzählstränge nähergebracht, die in einem Zeitraum von circa vierzehn Tagen spielen und sich von Kapitel zu Kapitel abwechseln. Zum einen begleiten wir Jannik, der als Ich- Erzähler fungiert, zum anderen Herrn Lamprecht, dessen Lage uns über einen beobachtenden Erzähler berichtet wird. Beide Handlungsstränge sind ebenso spannend, lustig und ernst zugleich.

    In erster Linie wird vulgäre Umgangssprache verwendet, die einem teils die Schamesröte ins Gesicht treibt. Nur wenn es um klassische Musik geht, für die Jannik so schwärmt, dann verwendet der Autor beinahe poetische und bildliche Sprache.

    Jannik als Charakter ist jemand wie du und ich, was ich sehr an ihm mochte. Er ist optisch kein Highlight, macht aus Liebe diverse Fehler und steht am Ende trotzdem zu sich selbst. Am Anfang hatte ich sogar Mitleid mit ihm, aber am Ende zeigt er so viel Stärke und Selbstbewusstsein, dass dies nicht mehr notwendig ist.

    Tai kam im gesamten Roman eher wie eine Lichtgestalt daher, zu schön um wahr zu sein. Er verschafft dem Leser einen Einblick in menschliche Abgründe, denn durch ihn wird sehr deutlich wie sich Menschen verändern, wenn sie Macht bekommen.

    Herr Lamprechts Emotionen, gerade bezogen auf die Trennung von seiner Frau konnte ich sehr gut nachvollziehen, mache ich gerade selbst eine schmutzige Scheidung durch. Mittels dieser Figur beschönigt Axel Ranisch nichts. Die Situation, in der sich Jens befindet, war doch recht beklemmend und beängstigend, da möchte man gewiss nicht tauschen.

    In meinen Augen wird hier jeder Leser jemanden finden mit dem er sich identifizieren kann, auch wenn man bei der Inhaltsangabe das kaum vermutet.

    Die eingestreuten Probleme eines Teenagers von heute waren sehr realistisch und nachvollziehbar aufgezeigt. Themen wie Liebe, Freundschaft und Homosexualität finden hier ihren Platz.

    Fazit: Bis auf die Beschreibungen zu diversen klassischen Konzerten hat mir das Buch außerordentlich gut gefallen. Ich habe gelacht, geweint und war auch ein ums andere Mal geschockt über diverse Wendungen. Wer einmal etwas Neues wagen will, der sollte dieses Buch lesen.

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    dj79s avatar
    dj79vor 6 Monaten
    Schuld - Selbstbewusstsein - Liebe

    Jens Lamprecht, Rektor einer Privatschule, ist immer darauf bedacht, die Schule im rechten Licht erscheinen zu lassen. Dafür investiert er viel Zeit und Energie, dafür nutzt er Freunde, Kollegen und Schüler aus, dafür ist er bereit die Wahrheit zu dehnen und umzudichten. Lange geht das Ganze gut, bis sich eine Schülerin in den Tod stürzt, die hoffnungslos in einen Lehrer der Schule verliebt ist. Mit seinem Beruf ist Jens Lamprecht so verheiratet, dass er seine Ehe verspielt.
    Tai, Sohn vietnamesischer Einwanderer und Zeuge rechtsradikaler Grauentaten, findet Jens Lamprecht nach einem schweren Tag betrunken auf der Straße und filmt ihn. Was als lustige Blödelei im Rahmen eines für den Rektor peinlichen YouTube-Videos beginnt, eskaliert, nachdem Tai Jannik dazu gerufen hat und beide den Rektor nach Hause begleitet haben, zu einer Freiheitsberaubung, die ihresgleichen sucht.
    Jannik, der etwas ängstliche, zurückhaltende und übergewichtige Fan von klassischer Musik, stolpert mehr oder weniger in die ganze Sache mit rein. Trotz seiner Schwierigkeiten Freunde an der neuen Schule zu finden, trifft er auf Tai, mit dem er regelmäßig die Pausen im Musikzimmer verbringt. Fasziniert von Tai, würde Jannik mit ihm durch jedes Abenteuer gehen und wird zum Mittäter.

    So Hin- und Hergerissen die beiden Endpubertierenden bezüglich ihrer Sexualität oder bezüglich ihrer nächsten Schritte im Fall Lamprecht sind, so unterschiedlich setzt Axel Ranisch auch die Sprache ein. In Momenten, wo sich Jannik und Tai im Rahmen ihrer Taten gegenseitig hochschaukeln, kommt eine prollige, trotzige, respekt- und niveaulose Sprache zu Einsatz. Einerseits hat mich diese Ausdrucksweise erschreckt, andererseits musste ich in mich reisschmunzeln, weil die beiden sich dabei selbst gar nicht peinlich finden. Ist Jannik wegen ihrer gemeinsamen Taten am zweifeln, pegelt sich die Sprache auf ein normales, gut argumentiertes Niveau ein. Wenn Jannik über sein Lieblingsthema Musik spricht oder nachdenkt, gibt es nochmals eine Steigerung in der Sprache. In diesen Szenen bekommt sie einen poetischen Touch.

    Bis auf einen kleinen Hänger in der Mitte des Buches kommt die Story spannend und interessant rüber. Mit all den Schwächen und Stärken, die Pubertierende so haben, sind Jannik und Tai sympathisch angelegte Charaktere. Da Tai sich zwischenzeitlich etwas rätselhaft verhält, was man erst am Ende des Buches nachvollziehen kann, ist für mich insgesamt Jannik der liebenswertere Charakter. Wer sich ein Bild von Jannik mach möchte, schaut sich am besten Bilder von Axel Ranisch an. Mindestens optisch verkörpert Axel Ranisch für mich 1:1 den Jannik.
    Den Rektor Lamprecht empfand ich zunächst als rein rücksichtslosen Menschen, der seine gerechte Strafe bekommen muss. Im Verlauf wurde er immer bemitleidenswerter. Zum Ende des Buches nach dem „Reinigungsprozess“, steht die Seele Lamprecht quasi nackt da. Dadurch konnte sich dann sogar für ihn eine gewisse Sympathie aufbauen.
    Für alle drei Hauptcharaktere gilt: Der erste Eindruck täuscht. Die ganze Wahrheit geben sie erst nach und nach preis.

    Neben der eigentlichen Handlung stellt das Buch für mich auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem technischer Fortschritt dar. Ist er mehr Fluch als Segen? Voll automatisierte Häuser geben Hackern, die nicht einmal hochgradig spezialisiert sein müssen, die Möglichkeit, das Leben der Bewohner zu manipulieren, zu stören oder auch zu zerstören. Wenn genug kriminelle Energie vorhanden ist, kann einem sämtliche Lebensgrundlage entzogen werden. Man wird zum Gefangenen seiner eigenen Errungenschaften, eine gruselige Vorstellung.

    Fazit: Mir hat das Buch gefallen, insbesondere die Entwicklung der drei Hauptcharaktere, sowie die verschiedenen Sprachebenen. Klare Leseempfehlung.

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    E
    echidnavor 7 Monaten
    Toller Humor und unerwartet tiefgründig

    Ich bin ganz begeistert von diesem Buch. Ich habe den Titel eher per Zufall entdeckt und war mir erst gar nicht sicher, ob es etwas für mich ist. Doch ich bin froh, dass ich mich darauf eingelassen habe.

    Es geht um zwei Freunde: Jannik, der Tschaikowsky vergöttert, über ein unglaubliches Wissen über klassische Musik verfügt, sich selber, seine Stimme und seine eigenen Wünsche und Träume aber erst noch finden muss. Und Tai, der erst vor ein paar Jahren aus Vietnam nach Berlin gekommen ist, eine ausgeprägte Fantasie hat und der sein Leben durch die Linse seiner Kamera, die er ständig bei sich trägt, wahrnimmt und dokumentiert. Durch Zufall begegnen sie eines Nachts ihrem völlig betrunkenen Direktor und Tai hat plötzlich eine Idee: Den Direktor in seinem hochmodernen Apartment einzuschließen und ihn mit Kameras zu überwachen. Kommunizieren können sie schriftlich mit ihm über seinen Laptop.

    Was erst mal ziemlich banal klingt, bekommt schnell eine außergewöhnliche Tiefe, alsTai das Thema auf Melanie lenkt, einer Schülerin, die sich vor kurzem vom Dach der Schule in den Selbstmord gestürzt hat. Die Geschichte bekommt eine ganz neue Dimension, als der Lehrer beginnt auszupacken. 

    Währenddessen macht sich Jannik ganz andere Gedanken. Um Tai, und welche Rolle er in dieser Geschichte spielt. Und was ist mit ihm selber? Nutzt Tai ihn nur aus, um die Verantwortung der Tat, auf ihn abzuwälzen? War alle von Anfang an von Tai so geplant oder verlieren sie langsam die Kontrolle in diesem Spiel, das zuerst ganz harmlos begann, doch schnell ernst wird?

    Ich finde die Charaktere sehr gut dargestellt. Als Leser bekommt man die Chance ganz tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt einzutauchen. Besonders gut hat mir die Entwicklung von Jannik gefallen, der sich seinem eigenen Handeln immer mehr bewusst wird und seine eigene Stimme findet. Je weiter der Roman fortschreitet, umso tiefer dringt man in die Psyche aller Charaktere ein. So eine charakterliche Tiefe hätte ich von diesem Roman erst gar nicht erwartet, da Titel und Cover eher an Humor erinnern.

    Doch auch der Humor kommt nie zu kurz. Es gibt so viele, teils so absurde Situationen, die mich zum Lachen gebracht haben, so dass ich mich perfekt unterhalten gefühlt habe.

    Ich würde das Buch ganz klar weiterempfehlen. Es ist wunderbar unterhaltsam und gleichzeitig bietet es eine tolle Geschichte über zwei ganz außergewöhnliche Jugendliche, die nach ihrem Weg im Leben suchen und die Konsequenzen ihres Handelns kennen lernen müssen. Man muss sich aber auch darüber bewusst sein, dass hier zum Teil derbe Jugendsprache gebraucht wird. Wen das stört, sollte vielleicht eher nach einem anderen Buch greifen. Alle anderen sollten zugreifen und werden mit einer tollen Geschichte belohnt.

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    Callsos avatar
    Callsovor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Überleben und Liebeskampf im Großstadtdschungel Berlin
    Ein fluffiger Roman über Outing und Kidnapping!

    Jannik ist 17, lebt in Berlin, ist schwul und in der Schule eher der Außenseiter. Und er lebt, atmet und stirbt fast für seine Musik - wohlgemerkt klassische Musik,

    Er ist verliebt in Tai, ein Junge aus Vietnam aus seiner Klasse. Die beiden Klassenkameraden und Freunde kidnappen ihren Schuldirektor Jens Lamprecht. Zugleich entwickelt sich das zarte Band ihrer Liebe. Ein bunte Story mitten im Großstadtdschungel Berlin. Schroff geschrieben, kreative Ideen und Wendungen, die einen manchmal auf dem falschen Fuß erwischen. Toll!

    Aus dem Spaß vom Kidnapping wird sehr schnell ernst und für den gestressten Direktor Jens beginnt ein heftiger Überlebenskampf. Zugleich reflektiert der Lehrer sein alles andere als perfektes Leben...

    Axel Ranisch hat einen heiteren, beschwingten und angenehm fluffigen Roman geschrieben. Das Buch umgibt eine angenehme Leichtigkeit, auch wenn das Buchcover - meiner Meinung nach - überhaupt nicht passt. Zugleich hat das Buch eine steigende Dramatik und wird im Verlauf der Geschichte immer ernster (und mitunter auch nachdenklicher).

    Riesiges Lob an den Autor: Mit welcher Hingabe die klassische Musik um die Werke von Tschaikowsky beschrieben werden, das verdient schon höchste Anerkennung.

    Ein gelungnes Buch, weil es ebenso unterhaltsam wie facettenreich ist.

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    mel0603s avatar
    mel0603vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Unerwartet mitreissend und äußerst originell!
    "Manchmal passiert jahrelang gar nichts, und dann, urplötzlich, kommt alles auf einmal."

    „Es ist seltsam. Manchmal passiert jahrelang gar nichts, und dann, urplötzlich, kommt alles auf einmal.“ 

    Jannik ist eigentlich ein eher zurückhaltender Junge. Etwas beleibt, recht schüchtern und ohne Freunde gilt seine einzige Liebe der Musik, insbesondere der von Tschaikowski. Doch dann lernt Jannik Tai kennen, der ganz plötzlich in seinem Leben auftaucht. Von diesem Tag an soll nichts mehr so sein, wie es war. Jannik, bisher immer das schwarze Schaf, der Unscheinbare, nahezu Unsichtbare, soll an der Seite von seinem neuen besten Freund Tai ein aufregendes und gleichzeitig beängstigendes Abenteuer erleben: Gemeinsam entführen sie ihren sturzbetrunkenen Direktor, kurz nach dem Selbstmord einer ihrer Mitschülerinnen vor versammelter Schulgemeinschaft. Hat der Direktor etwas mit dem Mord zu tun? Und warum verspürt Jannik plötzlich das Bedürfnis, seinen besten Freund zu umarmen und zu küssen? 

    

Ein Roman über die Freundschaft zweier Jugendlichen, die viel mehr, als nur eine innige Freundschaft verbindet. Ein Roman über die Liebe, über das Verlassen-werden, über Gerechtigkeit und deren Grenzen. Humorvoll verpackt in lockerem Stil, begeistert nicht nur die sehr ausgefallene Geschichte, sondern auch die Aufarbeitung unterschiedlicher Thematiken und Schwierigkeiten, (nicht nur) der Pubertät. Unerwartet mitreissend und äußerst originell!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    elane_eodains avatar
    Ein neues Jahr, in dem wir gemeinsam deutschsprachige Debütautorinnen und -autoren und ihre Bücher entdecken können!
    Ich bin es wieder, die Debüttante. ;-) und möchte wieder mit Euch gemeinsam Debütautoren entdecken, zusammen ihre Bücher lesen, rezensieren und - wenn sie uns gefallen - weiterempfehlen. Bei den vielen Neuerscheinungen in jedem Jahr haben es deutschsprachige Debütautoren schwer sich zwischen Bestsellerautoren und Übersetzungen durchzusetzen. Wir können uns ganz bewusst gemeinsam daran versuchen das zu ändern und entdecken sicher wieder besondere Buchperlen!

    Ablauf der Debütautorenaktion:

    Es geht darum, möglichst viele Bücher deutschsprachiger Debütautoren zu lesen, also Bücher von Autoren, die erstmalig zwischen 1. Januar 2018 und 31. Dezember 2018 ein Buch/einen Roman (in einem Verlag) veröffentlichen.
    Von Seiten des lovelybooks-Teams werden wieder Leserunden und Buchverlosungen gestartet, die die Kriterien erfüllen, und auch Verlage und Autoren werden sicher wieder aktiv sein. Außerdem dürft Ihr selbst gerne Vorschläge machen.

    Begriffsdefinition: 'Debütautor/in' ist, wer bisher noch kein deutschsprachiges Buch veröffentlicht hat und im Jahr 2018 nun das erste Buch erscheint, dabei zählen sowohl Verlags- als auch Eigenveröffentlichungen.
    Ausnahmen bilden Romandebüts, das erste Buch in einem Verlag sowie das erste Buch unter dem eigenen Namen oder einem neuen Pseudonym, diese zählen ebenfalls. Keine Ausnahme wird gemachen, wenn der Erscheinungstermin vor 2018 lag.
    Wichtig:
    Alle Bücher, die im Debütjahr der Autorin/des Autors erscheinen, sind dabei. Das heißt, es können auch mehrere Bücher einer Autorin/eines Autors zählen, nicht nur das erste Buch. Es zählt also das gesamte Debütjahr der Autorin/des Autors.


    Ziel ist es 15 Bücher von Debütautoren bis spätestens 25. Januar 2019 zu lesen und zu rezensieren.


    Wie kann man mitmachen?

    Schreibt hier im Thread "Sammelbeiträge" einen Beitrag, dass Ihr mitmachen möchtet. Ich verlinke dann Euren Sammelbeitrag unter Eurem Mitgliedsnamen in der Teilnehmerliste. Bitte nutzt dann diesen von mir verlinkten Sammelbeitrag, um Euren Lesefortschritt mit allen Rezensionen von gelesenen Debüts festzuhalten, haltet diesen aktuell, denn nur anhand dessen aktualisiere ich wiederum die Liste. Die Teilnehmer- und die Punkteübersicht werde ich in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Wenn ich eine Aktualisierung durchgeführt habe, weise ich mit einem neuen Beitrag darauf hin.

    Informationen/Regelungen:

    • Ihr könnt Euch ab sofort hier für die Aktion anmelden, aber auch ein späterer Einstieg ist jederzeit möglich.
    • Es wird über das Jahr verteilt Leserunden und Buchverlosungen geben, bei denen Ihr Bücher gewinnen könnt, die hier zur Debütautorenaktion zählen. Somit kann sich ein Einstieg jederzeit noch lohnen. Natürlich könnt Ihr Euch die Bücher aber auch selbst kaufen oder anderweitig beschaffen, die Teilnahme an Leserunden/Buchverlosungen o. ä. ist nicht verpflichtend.
    • Eine Leserunde/ Buchverlosung o. ä. mit Beteiligung der Autorin/des Autors ist keine Bedingung, das heißt alle deutschsprachigen Debütbücher bzw. alle Bücher im Debütjahr der Autorin/des Autors, die in einem Verlag erschienen sind, zählen
    • Auch Debüts von 'Selfpublishern' zählen dazu. Das heißt, dass auch Debütautoren mit ihren Büchern zählen, die nicht in einem Verlag veröffentlichen. Für mich heißt das in der Organisation mehr Aufwand, da mehr Autoren und Bücher zu berücksichtigen sind, aber ausschließen ist doofer! ;-)
    • Hörbücherversionen der Bücher zählen ebenfalls.
    • Es ist nicht schlimm, solltet Ihr Euch für die Aktion anmelden und am Ende keine 15 Bücher schaffen. Ziel ist es doch vor allem tolle neue Autoren und Bücher kennen zu lernen.
    • Unter allen, die es schaffen 15 Bücher deutschsprachiger Debütautoren im Jahr zu lesen/zu hören und zu rezensieren, wird am Ende eine kleine Überraschung verlost, gesponsert von lovelybooks.
    • Bitte listet wirklich nur Rezensionen zu den an diesen Beitrag angehängten Büchern auf. Wenn Ihr eine/n Debütautor/in entdeckt, der/die hier noch nicht gelistet ist, aber zu den Bedingungen passt, schreibt mir bitte eine Nachricht und ich überprüfe das. Die Rezensionslinks aber bitte erst auflisten, wenn meine Zusage gemacht ist bzw. der/die Autor/in und die entsprechenden Bücher im Startbeitrag angehängt sind.
    • Habt bitte Verständnis dafür, wenn meine Antwort auf eine Anfrage mal etwas länger dauert. Ich betreue diese Aktion in meiner Freizeit und habe dementsprechend nicht jeden Tag ausreichend Zeit, um sofort zu reagieren. Aber ich gebe mir Mühe, versprochen!
    • Und noch einmal: Sollte ich Debütautoren, ihre Bücher, Leserunden oder Buchverlosungen übersehen, die hier eigentlich zählen müssten, dann habt bitte Nachsicht und weist mich einfach im passenden Bereich darauf hin. Wenn es passt, werde ich sie an den Starbeitrag anhängen bzw. die Aktion verlinken. Jede Unterstützung dahingehend ist mir sehr willkomen!
    Ich wünsche uns allen wieder viel Spaß & Freude beim Entdecken neuer Autoren und ihren Büchern, sowie beim gemeinsamen Plaudern & Weiterempfehlen! :-)
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    Aktuelle Leserunden & Buchverlosungen:

    - Leserunde zu "Das Herz des Wolfes" von Lukas Bayer (ebook, Bewerbung bis 14. Oktober)
    - Leserunde zu "Unglaublich Magisch - Süßes oder Saures" von Sandro A. Weiß (Bewerbung bis 21.Oktober)
    - Leserunde und Buchverlosung zu "Seelenfall" von Michaela Weiß (Bewerbung Leserunde bis 15. November, Bewerbung Buchverlosung bis 17. November)

    (HINWEISE: Zur besseren Übersicht lösche ich ältere Links nach und nach, alle Bücher bleiben aber unten angehängt, so dass man mit einem Klick auf ein Buch auch leicht die dazugehörige Lese-/Fragerunde/Verlosung finden kann. Die Angaben zur Bewerbungsfrist sind ohne Gewähr.)
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    Es zählen ausschließlich Bücher, die an diesen Beitrag angehängt sind bzw. im Laufe des Jahres angehängt werden, sowie die jeweiligen Hörbuchversionen davon, soweit vorhanden
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    Für Autorinnen & Autoren:

    Du bist Autorin/Autor und veröffentlichst in diesem Jahr dein erstes Buch? Du möchtest dich an der Debütautorenaktion beteiligen?
    Dann schreib bitte eine Mail an Daniela.Moehrke@aboutbooks.de für weitere Informationen!
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    PS: Natürlich darf hier im Thread munter geplaudert werden, dazu sind alle Leserinnen, Leser und (Debüt-)Autoren herzlich eingeladen.  
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