Das Lied des Todes

von Axel S. Meyer 
4,3 Sterne bei31 Bewertungen
Das Lied des Todes
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elane_eodains avatar

Thronstreitigkeiten im Jahr 955 - ein solider historischer Roman, der teilweise sehr spannend ist, aber auch seine Längen hat

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Außerordentlich gut!

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Inhaltsangabe zu "Das Lied des Todes"

Ein düsteres Lied, stärker als Krieg, Tod und Verrat

Im Spätsommer 955 tobt eine Schlacht, die die Zukunft des Abendlandes verändern wird: König Otto siegt über die Magyaren und zieht sich damit den Neid seiner Gegner zu. Thankmar von der Mersburg ist einer von ihnen: besessen davon, seinem Onkel den Thron zu entreißen. Mit seinen Anhängern, den 'Blutmänteln', zieht er durch die Länder des Nordens. Er brennt Städte nieder, raubt, plündert und foltert, spinnt Intrigen an den Herrscherhöfen. Nur eine stellt sich ihm in den Weg - die mächtige Seherin Velva. Als auch sie sterben soll, verflucht sie Thankmar mit dem 'Lied des Todes'.

Ihr Sohn Aki schwört Rache. Und nicht nur er, sondern auch der geheimnisvolle Normannenkrieger Hakon versucht, das Unheil abzuwenden, das das Reich bedroht.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499257674
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:640 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.09.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    P_Gandalfs avatar
    P_Gandalfvor 2 Jahren
    Der Beginn des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

    bildet leider nur die Kulisse für diesen Roman. Harkon - der Held der Reihe - steht im Mittelpunkt. Seine Rache an Thankmar, dem älteren Halbbruder König Otto´s, für einen Überfall auf seine Heimat ist der zentrale Handlungsstrang. Der im 10.Jahrhundert noch nicht entschieden Kampf zwischen den alten Götter und dem Christentum wird in Person der Velva thematisiert.


    Thankmar wird als ein sehr intriganter und verbitterter Mensch geschildert, der seine Zurücksetzung gegenüber Otto nie verwunden hat. 

    Der Roman hat leider seine Längen. Nicht immer kann die Motivation der handelnden Personen nachvollzogen werden. Daher nur 4 Sterne.

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    P_Gandalfs avatar
    P_Gandalfvor 2 Jahren
    Guter Roman in der Zeit von Otto dem I.

    Meiner Meinung nach ist der Vergleich mit Bernard Cornwell's Uthred Zyklus übertrieben. Die Romane sind einerseits zu unterschiedlich angelegt und andererseits schreibt Cornwell spannender. 
    Die Geschichte um die Christianisierung Skandinaviens, die Streitigkeit in der sächsischen Thronfolge, die Schlacht gegen die Ungarn auf dem Lechfeld (SPOILER: ist nur ein Aufhänger) ergeben einen lesenswerten Plot. Streckenweise denkt man, dass Meyer zu viele parallele Handlungsstränge eröffnet, er bringt diese am Ende aber wieder geordnet zusammen.
    Wer historische Romane mag und sich nicht allzu sehr an der künstlerischen Freiheit der Autoren stört, wird gut unterhalten.

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    KerstinnIs avatar
    KerstinnIvor 5 Jahren
    ...Das Lied des Todes....

    Inhalt:
    Im Jahr 955 will Thankmar seinen Onkel Otto vom Thron stürzen. Um dies zu tun, zieht er mit seinen Soldaten, den "Blutmänteln" durch das Land.  Nur die Seherin Velva  stellt sich ihm in den Weg und verflucht ihn mit ihrem "Lied des Todes". Von nun an ist Thankmar besessen diese Frau zu töten. Sie flieht mit ihren Zwillingen, die sie beschützen und sich Rächen wollen. Und auch ein Krieger und sein geheimnisvoller Rabe haben sich geschworen, den Tod ihres Dorfes zu rächen!

    Ein Tempogeladener historischer Roman. Für mich ist es besonders interessant, da er im Norden, ganz in der Nähe meines Wohnortes spielt. Haithabu ist noch immer ein besonderer Ort hier der noch immer in engster Verbindung mit den Winkingern steht.
    Axel S. Meyer beschreibt sehr gut die grausamen Verhältnisse des Mittelalters, aber auch die spannenden Seiten einer Seherein, das Leben von Gesetzlosen und die Taten die angeblich Gottes Wille waren. Dazu kommen Schlachten, unvorhersehbare Wendungen und ein Schreibstil,  welcher 640 Seiten sehr kurzweilig erscheinen lässt.

    Die Protagonisten sind gut beschrieben, die Verbindungen von Zwillingen und die Liebe die auch zu dieser Zeit doch schon zwischen Mutter und Kind vorhanden sein konnte. Auch Hakon, der geheimnisvolle Krieger ist gut gelungen. Was mir besonders gefallen hat, ist das dieses Buch nich vom "DEM Helden" handelt, der nur stark und perfekt ist. Alle Rollen haben auch ihre kleinen persönlichen Schwächen. Was das ganze Buch noch besser macht.

    Fazit:
    Ein tolles Buch!

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    Penelope1s avatar
    Penelope1vor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Lied des Todes" von Axel S. Meyer

    Im Jahr 955 gelingt König Otto ein überraschender Sieg über die Magyaren. Graf Thankmar von der Mersburg ist dies gar nicht recht – hatte er doch auf den Tod des Königs gehofft. Thankmar ist der festen Überzeugung, dass in Wahrheit ihm selbst Titel und Thron zustehen und ist bereit, dafür mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu kämpfen. Und tatsächlich: als er in die dänische Mark versetzt wird, ist keine Stadt vor ihm und seinen „Blutmänteln“ sicher, wohin er auch kommt, er bringt den Tod. Als ihn die Seherin Velva mit einem Fluch belegt – mit dem „Lied des Todes“, hat Thankmar plötzlich neben Velva’s Sohn Aki und dem Normannenkrieger Hakon einen weiteren, erbitterten Feind: seinen Aberglauben, der ihn fast in den Wahnsinn treibt, denn er ist sicher: erst wenn er von diesem Fluch befreit ist, ist sein Weg als König frei…

    Meine Meinung:
    Axel S. Meyer hat mit „Das Lied des Todes“ einen spannenden historischen Roman geschaffen, der den Leser nach Deutschland und Norwegen des 10. Jahrhundert führt. Dabei handelt es sich laut eigenen Angaben des Autors um eine fiktive Geschichte, die sich an historischen Begebenheiten orientiert. Durch die Verwendung der damals üblichen Orts- und Personennamen fühlt man sich sofort in diese Zeit hineinversetzt. Die überaus bildhaften Beschreibungen von Wettkämpfen, Seefahrten, so manchen Greueltaten und sonstigen Geschehnissen lassen sehr lebhafte Szenen vor dem inneren Auge entstehen. Dabei sollte man allerdings nicht allzu zimperlich sein, denn auch Thankmar kannte kein Erbarmen mit seinen Opfern, wie beim Lesen der Geschichte schnell deutlich wird.
    Besonders gefallen hat mir die Gliederung in parallele Handlungsebenen – der Leser erhält dadurch einen tieferen Einblick in das Schicksal der entsprechenden Figuren und erlebt hautnah deren persönliche Entwicklung mit. Es fällt nicht schwer, sich mit ihnen zu identifizieren und ihre Gefühle nachzuvollziehen. Außerdem kann man sich dadurch umsomehr in die Handlungswelt sowohl von Graf Thankmar als auch von seinen Gegnern einfühlen. Dies macht den Roman facettenreich, erhält die Spannung und sorgt dafür, dass Langeweile gar nicht erst aufkommt.

    Der lebendige Erzählstil und die starke, ausdrucksvolle Sprache fallen angenehm auf. Das Gesamtbild aus Wortwahl, Satzlänge und der Verwendung der alten Namen vermitteln eine authentische Atmosphäre der damaligen Zeit, ohne den Leser jedoch zu überfordern. Es macht einfach Spaß, das Buch aufzuklappen und in eine andere Zeitepoche einzutauchen.

    Mich hat „Das Lied des Todes“ absolut überzeugt. Ein historischer Roman, der sowohl unterhaltsam, als auch spannend und informativ ist und mich neugierig gemacht hat auf weitere Romane von Axel S.Meyer, wie z.B. „Das Buch der Sünden“. Ein Name, den ich mir merken werde und dessen nächstes Buch sicherlich auf meiner Wunschliste landen wird…

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    elane_eodains avatar
    elane_eodainvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Thronstreitigkeiten im Jahr 955 - ein solider historischer Roman, der teilweise sehr spannend ist, aber auch seine Längen hat
    Rezension zu "Das Lied des Todes" von Axel S. Meyer

    >> “Im Namen dieser Schrift morden und plündern die Christen. Du hast es selbst miterlebt, Ketil Kormakson! Sie töten alle, die nicht auf diese Worte schwören. Ich verfluche die Christen, und ich verfluche ihren Gott!“ <<
    (aus „Das Lied des Todes“ von A. S. Meyer)

    INHALT: Im Jahr 955 - König Otto gewinnt eine bedeutende Schlacht gegen seine Feinde und sichert damit sein Reich. Doch ausgerechnet sein Neffe Thankmar missgönnt Otto den Thron, will Rache für seinen Vater nehmen und dessen Erbe selbst antreten. Als ein Mordanschlag auf den König misslingt, wird Thankmar in den Norden geschickt, wo er neue Kräfte sammelt, um seine Intrigen weiter zu spinnen. In die Quere kommt ihm dabei die Seherin Velva und ihre Kinder, und auch der dunkle Normannenkrieger Hakon hat noch eine Rechnung mit ihm offen …

    GEDANKEN: Schnell merkt man, dass Axel S. Meyer sein Handwerk gut versteht. Er baut rasch die nötige Atmosphäre auf, lässt die Charaktere und mittelalterlichen Schauplätze in meinem Kopf sehr bildlich entstehen. Besonders angetan hat es mir Hakon, der nordische Krieger mit seinem Raben auf der Schulter, Hakon der Schweigsame, der Fokussierte, der von Beginn an nur ein Ziel verfolgt und damit eine eigene Rolle im Spiel um den Thron spielt.
    Ebenso klasse finde ich, dass der Autor seinem „Bösewicht“ eigene Kapitel gegeben hat, um seine Handlungen und seine Gedanken, seine Anreize und Motivation nachvollziehbar zu machen. So ist ein klares Bild von Graf Thankmar von der Mersburg entstanden, von seiner Grausamkeit und seinem Wahn.
    Weniger begeistert war ich allerdings von Akis Kapiteln. Schon dessen Mutter, die Seherin und Heilerin Velva, über die ich gerne mehr erfahren hätte, blieb unnahbar, da ihre Gedanken und Emotionen keinen Platz bekommen, und auch Aki selbst konnte mich nicht mitreißen. Lag es an seiner Kindlichkeit oder an seinem insgesamt schwachen Profil? Ich kann es nicht genau sagen, aber der Mittelteil des Buches, der überwiegend von Akis Odyssee und der seiner Zwillingsschwester Asny erzählt, erschien mir im Gegensatz zum Anfang träge, emotions- und ereignislos. Obwohl ja durchaus einiges passiert, eine Reise quer durch das Königreich, der Versuch Asny wiederzufinden und eine Verschwörung aufzudecken. Aber ich habe leider den Draht zur Geschichte verloren und musste mich ein wenig durch die Seiten quälen.
    Erst zum Ende hin als die Erzählstränge zusammengeführt wurden, Hakon wieder auftaucht und die Krönungsfeier ansteht, hat es mich wieder gepackt und ich durfte einen spannenden Showdown miterleben, der mich fürs Durchhalten entlohnt und wieder einen Stern für die Bewertung herausgeholt hat. Wunderbar!

    Zuletzt möchte ich das Nachwort noch positiv erwähnen, denn das gehört bei einem historischen Roman meiner Meinung nach dazu. Leider muss man darin erfahren, dass nur wenig der Geschichte auf historischen Fakten beruht, was ich sehr schade finde. Nichtsdestotrotz ist es Axel S. Meyer gelungen, seine Geschichte solide in die Historie einzubinden.

    FAZIT: Ein gut geschriebener Mittelalterroman, der für mich leider ein paar Längen hatte, weil ich nicht mit allen Charakteren gleichermaßen mitfiebern konnte.

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    connelings avatar
    connelingvor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Lied des Todes" von Axel S. Meyer

    Der Roman beginnt im Jahr 955 als König Otto eine Schlacht gewinnt, die ihm den Neid von vielen einbringt. Auch sein Neffe Thankmar ist neidisch auf ihn und läuft dass nur ihm der Thron wirklich zusteht. Sein Attentat auf König Otto geht schief und daraufhin wird er als Graf in die dänische Mark versetzt. Dort regiert er grausam und mit Schrecken, und möchte dem Volk den heidnischen Glauben austreiben. Die Seherin Velva ist ihm besonders ein Dorn im Auge. Sie überlebt und flieht mit ihrer Familie in den Wald, ist nun eine Vogelfreie und sie verflucht ihn mit dem Lied des Todes, ihr Sohn Aki schwört Rache und auch Hakon ist von Rache besessen. Thankmar hat sein Dorf überfallen und dabei ist seine Frau umgekommen. Thankmar ist jedoch weiterhin von dem Gedanken besessen, dass nur er allein der wahre König sein kann.
    Ein beeindruckendes Buch welches es schafft einen in diese Zeit zu versetzen und mitzufiebern. Geschichte mit Roman gut und anschaulich verbindet und dabei ausgezeichnete Unterhaltung bedeutet. Der Stil von Axel S. Meyer lässt sich gut und leicht lesen, allerdings fand ich es schade, dass man von manchen Protagonisten wenig erfährt. Trotz der Länge des Buches wäre es schön gewesen wenn man mehr erfahren hätte, denn seine Personen waren alle wunderschön beschrieben, nur teilweise etwas lückenhaft. Sehr gute Lektüre, die Spass gemacht hat.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Lied des Todes" von Axel S. Meyer

    Der Roman verbindet gekonnt historische Fakten mit fiktiven Ereignissen. Dies macht die Handlung weitgehend unvorhersehbar und interessant. Der detaillierte Schreibstil schafft eine tolle Atmosphäre, so dass man sich direkt in die Handlungsorte hineinversetzt fühlt.

    Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wodurch man die einzelnen Charaktere besser kennenlernt und ihre Sichtweise und Gefühle nachvollziehen kann. Gleichzeitig wird aber nicht zu viel verraten. So bleibt die Handlung immer spannend.

    Die Charaktere werden glaubwürdig und tiefgründig beschrieben. Dabei gibt es sowohl sympathische Figuren wie die Zwillinge Aki und Asny oder der Krieger Hakon mit seinem Raben, als auch regelrechte Hassfiguren wie der machtgierige Thankmar oder der grausame Bischof Poppo. Sie alle müssen innere Konflikte lösen und entwickeln sich dadurch weiter.

    Obwohl das Buch über 600 Seiten hat, ist es relativ flott zu lesen. Es ist spannend, basiert auf historischen Ereignissen und die Figuren sind interessant und tiefgründig. Außerdem lässt es Raum für einen Folgeband, auf den ich mich schon sehr freue.

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    steffis-und-heikes-Lesezaubers avatar
    steffis-und-heikes-Lesezaubervor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Lied des Todes" von Axel S. Meyer

    Inhalt:
    Thankmar ist der Neffe des Königs und der festen Überzeugung, niemand anderem als ihm selbst, würde die Königswürde zustehen. Als sein Attentatsversuch an seinem Onkel misslingt, wird er als Graf in die Dänische Mark versetzt. Dort regiert er mit harter Hand und unterdrückt sein Volk. Zusammen mit dem grausamen Bischof Poppo will er den Glauben an die heidnischen Götter ausmerzen. Dabei ist ihm vor allem die Seherin Velva ein Dorn im Auge. Sie hilft mit ihren besonderen Kräften auch weiterhin den Bürgern und könnte zur Gefahr für ihn werden. Als Thankmar sie nach langer Suche endlich findet, versucht er sie und ihre Kinder zu töten. Doch Velva überlebt knapp und verflucht Thankmar mit dem Lied des Todes. Als Vogelfreie kann sich die Familie in die Wälder retten. Aber Aki, Velvas Sohn schwört Rache. Und er ist nicht der einzige der Rache an Thankmar geschworen hat. Auch Hakon, ein dunkler, geheimnisvoller Krieger lebt nur noch dafür, Thankmar zu töten. Denn dieser hat Hakons Dorf überfallen und dabei seine Frau getötet.
    Inzwischen sind seit der Versetzung ein paar Jahre vergangen, aber Thankmar ist noch immer davon besessen König zu werden. Dabei setzt ihm Velvas Fluch zunehmend zu und bringt ihn an den Rand des Wahnsinns...

    Meinung:
    Als ich diesen historischen Roman das erste Mal in Händen hielt, ist mir zuerst der Umfang des Buches aufgefallen. Die 640 Seiten verleihen den Ersteindruck eines dicken Wälzers. Doch Herr Meyer schafft es geschickt das viele Papier mit Leben und Spannung zu füllen, so dass die Seiten nur so dahin fliegen und der Roman schnell gelesen ist.

    Die Handlung gliedert sich dabei in mehrere Einzelstränge auf. Dadurch erfährt der Leser mehr über die Hintergründe der einzelnen Protagonisten und durchlebt zusammen mit ihnen die verschiedenen Teile der Geschichte. Die Erzählstränge nähern sich im Laufe des Romans öfters an und verbinden sich zum Schluss zu einem stimmigem Gesamtende. Der Autor bedient sich dabei oft dem Stilmittel des Szenewechsels. Dies ist eher untypisch für einen historischen Roman, erhöht aber die Spannung enorm. Man kann oft gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören, weil man unbedingt wissen möchte, wie es der Person ergangen ist. Doch leider sind mir durch diese Szenewechsel teilweise ein paar interessante und wichtige Informationen etwas zu kurz geraten. Manche dieser Situationen wären mir als Direktbeschreibungen lieber gewesen.

    Doch nichtsdestotrotz erzählt der Autor auf der Basis einiger wahrer historischer Ereignisse, eine fesselnde Geschichte. Durch die bildhafte Schreibweise, sowie die Verwendung alter Namen für Personen und Orte, fühlt sich der Leser in diese Zeit zurück versetzt und erlebt die dramatischen Geschehnisse und Abenteuer hautnah mit den Protagonisten.

    Die Figuren sind dabei alle authentisch und interessant. Da sich die Geschichte über mehrere Jahre (955 – 961) hinzieht, kann der Leser die einzelnen Charaktere im Laufe der Zeit kennenlernen und ihre Entwicklungen verfolgen. Sie haben alle ihre Ecken und Kanten und wirken dadurch glaubhaft.
    So fallen bei Thankmar vor allem seine Grausamkeit und Machtgier ins Auge. Doch erst durch seine Schwäche, seinen großen Aberglauben, wird Thankmars Figur so richtig interessant. Denn dadurch erlebt man mit Genugtuung, dass auch er leidet und kurz davor ist, dem Wahnsinn zu verfallen.
    Über Velva selbst erfährt man nicht besonders viel, doch ihre Kinder Aki und Asny werden gut beschrieben. Man begleitet die Familie gern auf ihrem Weg und leidet und lebt mit ihnen.
    Auch Hakon verspricht ein interessanter Charakter zu sein. Doch leider kommt dieser im Roman etwas zu kurz. Dies ist sehr schade, denn Hakon spielt eine tragende Rolle in der Geschichte und sein Charakter hätte noch viel Potential gehabt.

    Fazit:
    Ein spannender historischer Roman, der mich fesseln und mir einige schöne Lesestunden verschaffen konnte. Auch wenn bei der Umsetzung noch etwas Luft nach oben vorhanden ist, habe ich „das Lied es Todes“ gerne gelesen und mich mit Freude von Axel S. Meyers bildgewaltiger Sprache ins 10. Jahrhundert versetzten lassen. So gibt es von mir gute 3,5 von 5 Sternen.

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    Klusis avatar
    Klusivor 6 Jahren
    Kurzmeinung: 640 Seiten, prall gefüllt mit dramatischen Abenteuern und packenden, bildgewaltigen Schilderungen, die einen so schnell nicht mehr loslassen
    Rezension zu "Das Lied des Todes" von Axel S. Meyer

    Der Roman beginnt im Jahr 955, mit der Schlacht auf dem Lechfeld, wo Sachsenkönig Otto mit seinem Heer siegreich gegen die Magyaren kämpft.
    Thankmar von Mersburg trachtet seinem Onkel nach dem Leben und möchte König Otto stürzen, in dem Bewusstsein, selbst der wahre Thronerbe zu sein. Die allgemeine Verwirrung während der Gefechte nutzt er für sein Vorhaben. Aber der Mordversuch schlägt fehl, und der Onkel „verbannt“ ihn, indem er ihm Ländereien weit im Norden, in der dänischen Mark, unterstellt. Ständig beseelt von der Sucht nach Macht, streift Thankmar mit seinen Gefolgsmännern, den so genannten „Blutmänteln“, durchs Land und schikaniert die Bevölkerung. Eifrige Unterstützung erfährt er dabei von Bischof Poppo, der mit aller Gewalt gegen die alten Götter des Nordens vorgeht und die Einwohner christianisieren will. Die meisten Menschen haben Angst vor Thankmar und seinen Männern, aber er hat auch Feinde, die ihm die Stirn bieten. Da ist einerseits die Seherin Velva. Unter dem Vorwand, sie sei eine Heidin und gefährlich dazu, lässt Thankmar sie verurteilen. Nach seinem Willen sollen sie und ihre drei Kinder sterben, aber als sie die Wasserprobe überlebt, wird sie für vogelfrei erklärt. Bevor sie mit den Zwillingen Aki und Asny und der kleinen Gyda in den Wäldern verschwindet, verflucht sie Thankmar mit dem mystischen „Lied des Todes“. Velvas Sohn Aki schwört, seine Familie eines Tages zu rächen. Er ist nicht der einzige erbitterte Gegner des Markgrafen. Da gibt es auch noch den schweigsamen, dunklen Krieger Hakon. Thankmar hat Hakons Volk überfallen und seine Frau brutal umgebracht. In Begleitung seines treuen Raben macht sich Hakon auf, den Mörder seiner geliebten Thora zu stellen und zur Strecke zu bringen.

    Thankmar geht bei seinem Bestreben, König Ottos Thron zu erringen, buchstäblich über Leichen. Seit ihn die Seherin mit ihrem mächtigen Fluch belegt hat, wird er regelmäßig von Sinnestäuschungen und Anfällen heimgesucht, die ihn langsam aber stetig in den Wahnsinn treiben. In seinem Gefolge hat er einige Fieslinge, die gegen jeden mit brutaler Härte vorgehen, der sich ihnen oder dem Grafen in den Weg stellt. Neben vielen unsympathischen Charakteren gibt es in diesem Roman aber auch einige sehr liebenswerte Protagonisten. Die Zwillinge Aki und Asny sind mir im Lauf der Handlung sehr ans Herz gewachsen. Auch Ketil, der Mönch, der durch seine riesige Statur und seine Bärenkräfte sehr gefährlich wirkt und auch werden kann, hat etwas Anrührendes, wenn es darum geht, Menschen zu beschützen, die er lieb gewonnen hat.
    Mein persönlicher Lieblingscharakter ist Hakon, der dunkle Normannenkrieger, der verzweifelt versucht, den Willen seines Vaters zu erfüllen und seine Frau zu rächen, dabei aber vom Unglück verfolgt wird und oft das Gegenteil von dem erreicht, was er ursprünglich geplant hatte. Nur gut, dass er stets von seinem treuen Raben begleitet wird, der ihm mehrfach zur Hilfe kommt.
    Die Handlung gliedert sich in mehrere Erzählstränge, die sich mehrfach annähern und wieder trennen, aber zuletzt zum absoluten Showdown zusammenlaufen. Gekonnte Szenenwechsel, immer genau an der richtigen Stelle, sorgen dafür, dass man am liebsten gar nicht mehr aufhören möchte, zu lesen. Es werden einige brutale Szenen geschildert, bei denen schon mal Köpfe rollen und Finger verloren gehen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es zur damaligen Zeit ähnlich abgelaufen ist. Die Schlachten und Überfälle wurden erbarmungslos ausgeführt. Für die Menschen dieser Zeit war es ein steter Kampf ums Überleben.
    Auf der Basis einiger tragischer historischer Ereignisse, die hier in eine faszinierende Geschichte eingebunden wurden, ist ein großartiger und perfekt recherchierter historischer Roman entstanden, der durchweg gute Unterhaltung bietet und keinerlei Längen aufweist. Es sind 640 Seiten, prall gefüllt mit dramatischen Abenteuern und packenden, bildgewaltigen Schilderungen, die einen so schnell nicht mehr loslassen.

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    ina_kzeptabels avatar
    ina_kzeptabelvor 6 Jahren
    Rezension zu "Das Lied des Todes" von Axel S. Meyer

    Die Geschichte beginnt im Jahr 955 und dreht sich im Groben um folgende Personen: Thankmar ein verstoßene Graf, der durch einen Mordversuch am König in der Dänischen Mark gelandet ist; das Geschwisterpaar Aki und Asny mit ihrer Mutter Velva, eine Seherin die von Thankmar verfolgt wird; Hakon der Rache an Thankmar nehmen möchte, da dieser sein Dorf vernichtet und seine getötet hat.
    Thankmar ist seit dem Tod seines Vaters, der ebenfalls den zur Zeit herrschenden König Otto stürzen wollte, vom Besteigen des Throns besessen. Er tut alles dafür um sein Ziel zu erreichen. Zu Beginn des Buches verfolgt er die Seherin Velva, da diese seine Pläne durchkreuzen könnte. Fast erreicht er auch sein Ziel, jedoch schenkt der Dänenkönig der Seherin und ihren Kindern in letzter Minute die Freiheit und diese verstecken sich seit dem im Wald und kämpfen um ihr Überleben. Doch bevor Velva geht, verflucht sie Thankmar mit dem Lied des Todes...
    Die Kinder der Seherin, Aki und Asny, sind Zwillinge. Eine jüngere Schwester der beiden verstirbt leider bei dem Kampf ums Überleben im Wald. Aki schwört Rache zu nehmen, doch vorerst kommt er (leider) nicht dazu.
    Hakon hat ebenfalls Rache an Thankmar geschworen. Dieser hat bei einem Überfall auf sein Dorf seine Frau getötet und seine Mutter verletzt. Um seine Ehre wieder herzustellen, muss er nun Thankmar töten. Doch leider gelingt es ihm zu Anfang nicht. Dafür kommt er in den Besitz eines merkwürdigen Dokuments, das für Thankmar eine sehr große und wichtige Rolle spielt. In diesem Dokument ist festgehalten, das er Anspruch auf den Thron hat.

    Der Stil: Die verschiedenen Geschichten der Charaktere sind durch die Kapitel von einander getrennt. Wobei die Kapitel nicht lang sind und teilweise nochmals durch Absätze unterteilt. Die Schilderung der damaligen Zeit ist sehr gut umgesetzt, man bekommt einen guten Eindruck und kann sich in die verschiedenen Charaktere gut hinein versetzen.
    Das Buch ist in vier Teile unterteilt, die jeweils mit einem Datum versehen sind. In jedem Teil werden die verschiedenen Erzählstränge weiter miteinander verbunden, bis sie am Ende zusammen laufen.
    Im Laufe der Geschichte erlebt man mit den Charakteren mehrere Jahre, bis hin zum Jahre 961. Man merkt deutlich die Entwicklung der einzelnen Charaktere. Sei es nun Thankmar, der vom Wahnsinn nicht mehr weit entfernt ist, oder Aki und Asny die nun als Erwachsene durchs Leben ziehen. Auch die Nebencharaktere entwickeln sich stetig weiter, was ein Abtauchen in die Geschichte sehr vereinfacht. Man (er)lebt mittendrin.

    Mein Fazit: ein super historischer Roman. Ich habe zwar noch nicht viele gelesen, aber mich hat das Buch überzeugt. Es gibt ein paar Dinge die ich nicht so schön finde, unter anderem finde ich die Manie von Thankmar zum Teil zu viel. Sicherlich war Aberglaube damals ein großes und wichtiges Thema, aber so ganz nachvollziehen konnte ich es trotzdem nicht. Mir kam er teilweise sogar eher so vor, als wäre Thankmar zudem Alkoholiker. Hakon gefällt mir als Charakter super gut, doch leider kommt er mir ein wenig zu kurz. Ich hätte gerne mehr über ihn gelesen.
    Trotzdem ist das Buch wirklich gelungen und für jeden Liebhaber von historischen Romanen (und auch für Nicht-Liebhaber) eine Empfehlung.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    AxelSMeyers avatar

    Wer von Euch hat Lust, bei der Leserunde zu meinem zweiten historischen Roman „Das Lied des Todes“ mitzumachen? Der Roman ist am 1. September 2012 im Rowohlt Verlag erschienen. Für die Leserunde stellt Euch Rowohlt 20 Exemplare kostenlos zur Verfügung.

    Dies ist meine erste Leserunde, und ich bin sehr gespannt auf Eure Meinungen und Euer Fazit. Über Rezensionen freue ich mich natürlich sehr.


    Zum Inhalt:

    Ein düsteres Lied, stärker als Krieg, Tod und Verrat.

    Im Spätsommer 955 tobt eine Schlacht, die die Zukunft des Abendlandes verändern wird: König Otto siegt über die Magyaren, und zieht sich damit den Neid seiner Gegner zu. Thankmar von der Mersburg ist einer von ihnen: besessen davon, seinem Onkel den Thron zu entreißen. Mit seinen Anhängern, den "Blutmänteln", zieht er durch die Länder des Nordens. Er brennt Städte nieder, raubt, plündert und foltert, spinnt Intrigen an den Herrscherhöfen. Nur eine stellt sich ihm in den Weg - die mächtige Seherin Velva. Als auch sie sterben soll, verflucht sie Thankmar mit dem "Lied des Todes". Ihr Sohn Aki schwört Rache. Und nicht nur er, sondern auch der geheimnisvolle Normannenkrieger Hakon versucht, das Unheil abzuwenden, das das Reich bedroht ...


    Hier gibt es schon mal eine Leseprobe:

    http://www.rowohlt.de/fm/131/Meyer_Das_Lied_des_Todes.pdf


    Die Leserunde startet am Samstag, den 22. September 2012

    Für die Bewerbung könnt Ihr hier ab sofort bis zum 13. September (23:59 Uhr) einfach Euer Interesse bekunden – und los geht’s ;-)


    P.S.: Ich werde versuchen, auf alle Eure Fragen zu antworten. Bitte seht es mir nach, wenn es bei mir aus zeitlichen Gründen mal etwas länger dauern sollte ...

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