Ayad Akhtar

 4 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor von Himmelssucher, Disgraced und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ayad Akhtar

Geboren und aufgewachsen in Milwaukee, Wisconsin, studierte der US-amerikanische Autor Ayad Akhtar im Anschluss an seinen Schulabschluss Theaterwissenschaften an der Brown University. Nachdem er sein Studium absolviert hatte, zog er nach Tuscany, wo er für den international bekannten Theatertheoretiker und Pionier Jerzy Grotowski tätig war. Später zog Akhtar nach New York, um ab den späten Neunzigern als Schauspiellehrer zu arbeiten. Gleichzeitig studierte er Regie an der Columbia University. Für seine Arbeiten als Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor wurde er mit diversen Preisen ausgezeichnet. Im Januar 2012 veröffentliche der Autor pakistanischer Abstammung seinen hochgelobten Debütroman "American Dervish", der im Oktober 2012 in deutscher Sprache unter dem Titel "Himmelssucher" erscheint.

Alle Bücher von Ayad Akhtar

Ayad AkhtarHimmelssucher
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Himmelssucher
Himmelssucher
 (12)
Erschienen am 08.09.2014
Ayad AkhtarDisgraced
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Disgraced
Disgraced
 (1)
Erschienen am 25.04.2013
Ayad AkhtarAmerican Dervish. Der Himmelssucher, englische Ausgabe
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American Dervish. Der Himmelssucher, englische Ausgabe
Ayad AkhtarDisgraced: A Play
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Disgraced: A Play
Disgraced: A Play
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Erschienen am 10.09.2013
Ayad AkhtarAmerican Dervish
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American Dervish
American Dervish
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Erschienen am 04.09.2012
Ayad AkhtarThe Who and the What: A Play
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The Who and the What: A Play
The Who and the What: A Play
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Erschienen am 07.10.2014
Ayad AkhtarAmerican Dervish
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American Dervish
American Dervish
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Erschienen am 09.01.2012

Neue Rezensionen zu Ayad Akhtar

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Rezension zu "Himmelssucher" von Ayad Akhtar

Die geliebte Mina und der Islam
Skyvor 5 Jahren

Die geliebte Mina und der Islam

Als Hayat die Nachricht vom Tod seiner geliebten Mina, eine Ersatztante für ihn, erfährt, stirbt ein Teil seines Lebens. Mittlerweile ein Student der Islamwissenschaften, war er ihr zutiefst verbunden, seit sie aus der Zwangsheirat ihres pakistanischen Mannes herausbrach und mit ihren Sohn zu Hayats Eltern zog. Sie war es, die ihm die Welt des Islams erklärt ihn, ihn beigebracht hat wie man betet, was es mit den Koran auf sich hat und was Glauben aus einem Menschen macht. Doch hinter dieser Beziehung steht ein Fehler, der das Leben von Mina beeinflusst hat und der alles zwischen Ihnen änderte. Ein Fehler, der nie wieder gut zu machen ist. Denn Minas Liebe zu Nathan, Jude und Kollege von Hayats Vater, stellt Probleme da, die unausweichlich scheinen.
Ayad Akhtar erzählt eine Geschichte von Liebe, Glauben und dem inneren Selbstzweifel. Sein Protagonist Hayat, der von seiner eigenen Geschichte erzählt, nachdem er von Minas Tod gehört hatte, war ein Junge, der sich zwischen zwei Welten bewegen musste. Einerseits die westliche Welt, die amerikanische, die christliche Welt, in der er lebte und seine Eltern hauptsächlich agieren und der östlichen, der pakistanischen, der muslichen Welt, die er durch Mina kennenlernt. Beides prallt aufeinander und wirft den Jungen in eine schwierige Situationen, bei dem ihm die Antworten fehlen, weil er zu jung ist, um es zu begreifen oder es ihm falsch vermittelt wurde. Die disharmonische Familie, mit dem heimlich trinkenden Vater und der betrogenen Mutter, die bei ihren Mann bleibt, macht die Sache nicht besser.
Was hier Akhtar damit aufwirft, ist vor allem die Fragen nach dem Glauben und inwieweit er unser Leben bestimmen kann und darf. Wie weit Erziehung uns beeinflusst und Kultur unser Leben bestimmt, unabhängig von welchen Ort wir stammen und wir sie mitbringen. Er lässt verschiedene Religionen aufeinandertreffen, sei es das Judentum, Christentum oder der Islam, stellt Gemeinsamkeiten fest und spart nicht den Fanatismus aus. Egal welche Religion es ist, alle werden kritisch hinterfragt und beleuchtet und was einem immer wieder überrascht, wie radikal der Konflikt sein kann, dass man "Gottes/Allahs/Jawehs" Wort predigt, ein friedliches Zusammenleben propagiert, aber sich auf allen Seiten Spitzfindigkeiten finden, die die Toleranz zerstören. Das hier der Islam im Zentrum steht, ist fast nur am Rand wichtig, wenn einem klar wird wie Glauben den Menschen beeinflussen kann oder sie uns beeinflussbar für Ideologen macht, die man blind vertritt, aus der Überzeugung heraus, das Richtige zutun. Blindes Vertrauen in eine Religion, die jeder anders sieht, betrachtet und ausführt. Dabei umschifft Ayad Akhtar den Radikalismus ins Extrema und fokussiert diesen inneren Glaubenskonflikt auf einen Jungen, der seinen Platz im Leben sucht, einen Jungen, der versucht zwischen westlicher und östlicher Kultur einen Grad zu finden, wo er seine eigenen Traditionen beibehalten kann ohne die von anderen Kulturenkreisen zu verletzen und diese Aufgabe ist gar nciht so einfach. Denn Vorurteile bestimmen das Bild, welchen man sich nicht immer entziehen kann, die aber zu furchtbaren Katastrophen führen können. Vor allem im Islam, der in vielen verschiedenen Richtungen unterschiedliche Ansichten hervorbringt, ist es schwer, den Weg zu finden, der einen richtig erscheint oder allgemeingültig als der Richtige erscheint. Weiterhin spielt die Eifersucht eine große Rolle, die uns blind macht gegenüber allen Dingen, sei es über uns selbst oder über andere hinweg. Hayat selbst schildert uns von ihr und wie er sie entfunden hat, welche Fehler er begangen hat und welche er bereut und man selbst sieht dabei auf ihn herunter und kann ihn nur verzeihen. Wie sollte er es anders wissen? Er war ein Kind... und genau diese Tatsache verleitet den Leser dazu sich milde mit Themen auseinanderzusetzen, die man schnell abtut. Glauben betrifft eigentlich alle, egal ob Atheist oder nicht, wir alle glauben an Etwas. Und sind uns bei Weitem nicht einig darüber, was richtig oder falsch ist. Die große Sträke, dass Ayad Akhtar dieser Entwurf und dieser innere Konflikt gelingt, liegt an seiner vielschichten Charakteren, die man nur zu oft ins Herz schließt, weil sie besonders sind. Egal ob es der junge Hayat ist, der uns mit Hingabe seine Welt schildert, der jüdische Freund von Hayats Vater oder die mütterliche Art Minas gegenüber der ehrlich gemeinten Strenge der Mutter, die an der Ignoranz ihres Mannes zu zerbrechen. Alle zusammen bilden sie ein Portfolio des Glaubens, deren verschiedenen Auffassungen davon, die jeweiligen Typen beschreiben. Für die einen ist Glauben etwas, woran man sich festhält, für andere eine Randerscheinung und für die Nächsten ein striktes Gesetz ohne Abweichungsmöglichkeiten. Es geht um Sühne, Versöhnung und dem Verzeihen, dem Abstrafen und den Hinnehmen, das Resignieren und Senieren und schlussendlich darum, ob das, woran man festhält, auch wirklich das ist, was man für immer behalten soll. Ob der Kompromiss nicht die Lösung ist? Diese Lebendigkeit findet sich auch in der Sprache, die von der pakistanischen Kultur geprägt ist und spezielle Metaphern aufwirft, die sehr bildkräftig und vor allem poetisch daherkommen. Sie sind verspielt, sehr farbenfroh und freuen einen und geben den Roman einen entsprechenden Rahmen, auch wenn man sich an vielen Stellen noch mehr von den sprachlichen Spielereien wünscht. Und genau da herrscht auch das Problem des Romans: Das große Ganze erschafft eine bewegte Geschichte über die Liebe, den Glauben und der Suche nach sich selbst, deren Details es aber oftmals an Tiefe fehlt. Es fehlt an Feinschliff, der dem gesamten Roman in die richtige Richtung hebt. So wackelt leider manchmal das Gerüst, auf den Ayad Akhtar seinen Roman baut und der versucht Vorurteile abzubauen und Einblicke in Kulturen geben, die man selbst nicht immer vor Augen hat, unter den Rahmen der Emotionen, die uns Menschen auszeichnen, bei denen unser Hintergrund keine Rolle mehr spielt.

Fazit

"Himmelssucher" ist eine bewege Geschichte über unseren inneren Zweifel nach der Suche nach sich selbst und nach dem, was wir Glauben nennen. Einfühlsam, oftmals raffiniert und vor allem sehr einpragsam erzählt Ayad Akythar eine Geschichte, die einen rührt und einen nicht so schnell wieder verlässt.

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Rezension zu "Himmelssucher" von Ayad Akhtar

Zwischen zwei Welten
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren

Nach dem Tod seiner Tante Mina, Hayat ist längst ein reifer, erwachsener Mann, erzählt er rückblickend seine Geschichte. Dabei schildert er die Geschehnisse immer aus der Sicht eines 10-jährigen Jungen. Eine Wertung durch den erwachsenen Hayat habe ich ein wenig vermisst. Die Konflikte, in die der Junge geriet, waren die eines Kindes, dem ein echtes Zugehörigkeitsgefühl fehlt. Die Eltern lebten ihr (amerikanisches) Leben, Mina unterwies ihn im Koran. Er war hin- und hergerissen und wusste nicht mehr, was und wem er glauben sollte. Somit ist der im Klappentext beschriebene Verrat eher die Folge der inneren Zerrissenheit des Jungen und keine vorsätzliche Tat. Zwar spielt eine gewisse Eifersucht auch eine Rolle, aber die Folgen seines Handelns konnte Hayat noch nicht abwägen. Er wurde von ihnen förmlich überrollt. Hayat ist in einem gewissen Sinne Sympathieträger, wenn auch kein strahlender Held. Er hat einen groben Fehler begangen, der ihm zeitlebens nachhängt.

Mit dieser Romanhandlung hat der Autor grundlegende religiöse Bezüge verknüpft. Er gibt einen Einblick in das religiöse Leben der pakistanischen Einwandererfamilie und spannt den Bogen vom Islam hin zum Judentum und Christentum. Dieser Roman wird sicher die Gemüter ob des großen Raums, der religiösen Fragen eingeräumt wird, spalten. Immer wieder werden Suren aus dem Koran zitiert. Dabei ist der Autor keineswegs unkritisch, er glorifiziert nicht. Ich hätte mir an dieser Stelle jedoch ein wenig mehr Tiefgang gewünscht. Durch die Erklärungen Minas versucht der Autor zwar die Sicht eines Erwachsenen zu verdeutlichen, kommt dabei über das Niveau eines guten Jugendbuches nicht hinaus und das meine ich keineswegs despektierlich.
Sehr gut und eindringlich beschrieb er die Situation der Frau im Islam. Er thematisiert die Anwendung von Gewalt gegenüber Frauen und bezieht dazu Stellung.

Schaut man in die Biografie des Autors, von der der Verlag nur sehr wenig preisgibt, kann man schon einige Parallelen zum Protagonisten erkennen. Ayad Akhtar weiß, wie sich ein Einwandererkind fühlt, dass in einer neuen Kultur Fuß fassen muss und hat dies auch hervorragend in seinem Roman zum Tragen gebracht.

Für mich öffnete sich mit diesem Buch wieder einmal ein Fenster in eine mir nicht so vertraute Welt. Allerdings halte ich Vergleiche zu Husseinis „Drachenläufer“, wie es sie auf dem Umschlagtext zu lesen gibt, für zu weit hergeholt. Jeder Roman sollte für sich gesehen und gelesen werden.
Mir hat dieser Roman gut, aber nicht sehr gut, gefallen. Er hat mich auf der emotionalen Ebene nicht so angesprochen, wie ich es von einem sehr guten Roman erwarte. Er war aber flüssig zu lesen, vermittelte einiges an Informationen für mich und wird mir in Erinnerung bleiben. Auf weitere Werke des Autors warte ich gespannt.

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Rezension zu "Himmelssucher" von Ayad Akhtar

Rezension zu "Himmelssucher" von Ayad Akhtar
Glimmerfeevor 6 Jahren

Hayat bereut die Fehler seiner Vergangenheit, denn er stürzte die Frau ins Unglück, die er liebte. Als ihn die Nachricht über den Tod seiner geliebten ‚Tante‘ Mina erreicht, beginnt er seiner Geschichte zu erzählen, in der er keinesfalls der Held ist.

Dieser Roman hat mich sehr bewegt und mich zum Denken angeregt.
Hayat erzählt von der Ehe seiner Eltern, die sich damals in Pakistan kennenlernten und zusammen in die USA auswanderten. Er erzählt von seiner Tante Mina, die zusammen mit ihrem Sohn in die USA flüchtet, weil man ihr in ihrer Heimat das Kind wegnehmen will, sobald der Junge sieben Jahre alt ist. Er berichtet von der Scheinheiligkeit die vorherrscht, wenn ein Mann den Ton angibt und alle ihm folgen wie die Schafe. Er berichtet von seiner Suche nach dem Glauben und er berichtet von der Eifersucht die einen innerlich zerfressen kann.
Das Buch fängt langsam und leise an, doch es steigert sich immer mehr.
Der Autor Ayad Akhtar schaffte es die Personen vor meinen inneren Augen lebendig werden zu lassen und sie so realistisch zu erschaffen, dass man gar nicht glauben kann, dass sie nicht existieren. Sie sind keinesfalls Helden. Sie alle haben ihre Stärken und ihre Schwächen. Die Mutter von Hayat, die immer nur an ihrem Mann rumkritisiert und Hayats Vater, der sich kaum in den USA, in die weißen Frauen verliebte und nur an die Wissenschaft glaubt. Tante Mina, die wunderschön ist und alles für sich neu interpretiert. Nathan, der für die Frau die er liebt sogar seinen Glauben aufgeben würde und der kleine Imam, der einen weißen Vater nicht akzeptieren will.
Besonders der Erzähler Hayat buhlt nicht um die Sympathien des Lesers und begeht grobe Fehler, die fatale Folgen haben.

‚Himmelssucher‘ konnte mich restlos überzeugen und bewegen. Für mich ist dieses Buch ein Highlight meines Lesejahres.

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