Ayelet Waldman Die späte Reue des Jack Wiseman

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Inhaltsangabe zu „Die späte Reue des Jack Wiseman“ von Ayelet Waldman

Am Sterbebett bittet der ehemalige GI Jack Wiseman seine Enkelin Natalie, ein Amulett, das er im Mai 1945 aus dem legendären „Goldzug“ mitgenommen hatte, den rechtmäßigen Erben zurückzugeben. Als US-Soldat im Zweiten Weltkrieg war er beauftragt worden, Dutzende in Salzburg sichergestellte Waggons – voller geraubten Eigentums ermordeter Juden aus Ungarn – zu bewachen. Und er hatte sich in Ilona verliebt, eine junge Überlebende des Nationalsozialismus, die im Hotel Europa gestrandet war. Mit detektivischem Scharfsinn verfolgt nun Natalie gemeinsam mit einem New Yorker Kunsthändler die Spur des Schmuckstücks. Dabei stößt sie auf eine außergewöhnliche Geschichte.

Gut recherchierter Roman über weibliche Emanzipation, die jüdische Gesellschaft in den Jahren 1913-2013 und die Liebe

— YvetteSchmidt
YvetteSchmidt

fängt spannend an und fällt leider immer mehr ab.

— Sarafinchen
Sarafinchen

Leider nicht der Familienroman, den ich mir erwartet hatte, sondern eine Reihe mehr oder weniger miteinander verbundener Geschichten

— livinginaworldofbooks
livinginaworldofbooks

Spurensuche nach der Besitzerin eines Amuletts verlor sich in Geschichten

— Goch9
Goch9

Gut recherchiert, gute Ideen, aber kein roter Faden

— Gelsche
Gelsche

Eine hundert Jahre umfassende Historie um ein Medaillon. Die Verknüpfung zwischen den Zeiten und Personen war mir jedoch zu schwach.

— Code-between-lines
Code-between-lines

Nicht das was man erwartet, aber trotzdem sehr interessant.

— --Mia--
--Mia--

Keine richtige Spannung, keine Nähe zu den Charakteren.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Das Geheimnis um das Amulett ist aufgebauschter als angemessen, die vielen eingebauten Themen stellen die Charaktere in den Schatten. =/

— Sick
Sick

Ein Roman mit ausschweifenden, wechselnden, geschichtlichen Hintergründen

— Tina06
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  • Bäume raus, Bücher rein – LovelyBooks räumt das Bücherregal

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    LaLeser

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    Wir räumen unser Bücherregal! Habt ihr schon den Weihnachtsbaum vor die Tür gestellt, die Geschenke verstaut und wieder Platz geschaffen, den ihr am liebsten mit neuen Büchern füllen möchtet? Unser Büro hat jedenfalls einen Neujahrs-Putz dringend nötig! Die Bücherregale sind vor tollem Lesestoff am Überquillen und es wäre doch schade, wenn all die schönen Bücher nicht gelesen werden! Deshalb haben wir unsere Bücherregale ausgeräumt und möchten euch mit den Schätzen, die sich dort verborgen haben, glücklich machen!So funktioniert es:Stöbert durch die verschiedenen Genres und Bücher, die wir in den Unterthemen aufgeführt haben. Wenn ihr Bücher entdeckt, die ihr gerne lesen und rezensieren möchtet, teilt uns diese Titel sowie das entsprechende Genre in eurem Bewerbungsbeitrag mit. Ihr könnt euch selbstverständlich auch für mehrere Bücher aus mehreren Genres bewerben!Bewerbt euch bis zum 11.01.2017 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* und nennt uns das Buch/die Bücher (mit entsprechendem Genre), welches/welche ihr gerne lesen und zu dem/zu denen ihr gerne eine Rezension verfassen möchtet! Am Donnerstag, dem 12. Januar, losen wir aus, wer von euch welches Buch bzw. welche Bücher gewinnt und teilen euch die Gewinner hier im Unterthemen "Und die Gewinner sind..." mit. Solltet ihr gewonnen haben, verpflichtet ihr euch, bis zum 1. März 2017 eine Rezension bei LovelyBooks zu allen Büchern, die ihr gewonnen habt, zu schreiben. Postet die Links zu euren Rezensionen bitte ins zugehörige Unterthema in dieser Aktion!Bitte beachtet, dass es sich bei den Büchern auch um Leseexemplare handeln kann! Außerdem verschicken wir in dieser Aktion die Bücher nur innerhalb von Deutschland. Wenn ihr nicht in Deutschland wohnt – nicht traurig sein! Die nächste tolle Aktion, bei der ihr mitmachen könnt, kommt schon bald! Bitte habt Verständnis hierfür und bewerbt euch nicht für diese Aktion.Wenn ihr Fragen zum Ablauf oder zur Aktion allgemein habt, stellt diese bitte im Unterthema "Fragen zur Aktion"!Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid und unseren Büchern eine neue Heimat gebt! Ganz viel Spaß beim Stöbern! 

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    • 2535
  • Schöne Geschichte, die Generationen verbindet

    Die späte Reue des Jack Wiseman
    Sahina_89

    Sahina_89

    18. July 2016 um 09:07

    Da ich mich sehr für Geschichten aus dem 2. Weltkrieg interessiere, musste ich das Buch selbstverständlich lesen.Das Buch war in verschiedene "Zeiten" aufgeteilt und deshalb recht übersichtlich. Man wusste immer, wo man sich gerade "befindet".Über den Inhalt brauche ich ja nichts zu schreiben, der dürfte den anderen ja bereits bekannt sein. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass es für Jack Wiseman noch eine Art Happy End gibt, bevor er stirbt. Aber dazu hätte man das ganze Buch anders schreiben müssen ;-)Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, das zeigt, wie schwer es Juden früher hatten und auch heute immer noch haben.

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  • Große Verlosung zum Leserpreis 2015: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Ein ganz neues Leben
    Daniliesing

    Daniliesing

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2015? Es ist wieder soweit - für den Leserpreis 2015 suchen wir eure Lieblingsbücher. Wir sind schon wahnsinnig gespannt, welche Bücher euch in diesem Jahr am meisten begeistern konnten und können das Ergebnis, das am 26. November feststehen wird, gar nicht erwarten! PS: Die Gewinner stehen mittlerweile fest! Hier könnt ihr alle Preisträger und Platzierungen sehen! Unsere große Verlosung für euch! Jedes Jahr, wenn der Leserpreis näher rückt, dann kommt bei uns eine ganz besondere Stimmung auf. Es ist ein bisschen, als würde Weihnachten einfach mal 2 Monate nach vorn gezogen und würde ganz lange dauern :-) Deshalb möchten wir euch neben den tollen Buchempfehlungen und der Möglichkeit selbst mitzuentscheiden, auch eine ganz besondere Verlosung bieten. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und mal ehrlich - davon kann man doch nie genug haben, oder? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier mit, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt! http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafikmaterial findet ihr hier! 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + und ähnlichen auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit jeweils 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der Link zum Leserpreis und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, ein Buch, das ihr durch den diesjährigen Leserpreis entdeckt habt und das ihr jetzt unbedingt lesen möchtet. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Die Teilnahme ist bis einschließlich 29. November möglich! Wir wünschen euch ganz viel Spaß & schaut doch mal rein, welche Bücher in diesem Jahr das Rennen gemacht haben! PS: Die angehängten Bücher sind ein paar Beispiele, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen!

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    • 1599
  • Interessante Thematik, Spannung kommt jedoch nicht auf

    Die späte Reue des Jack Wiseman
    sahni

    sahni

    Inhalt: Als Jack Wiseman stirbt, hinterlässt er seiner Enkelin Nathalie eine Aufgabe: die rechtmäßigen Besitzer des Amuletts ausfindig machen und es ihnen zurückgeben. Denn damals, kurz nach dem 2. Weltkrieg, stahl Jack diesen Schatz aus dem ungarischen Goldzug. Zusammen mit einem New Yorker Kunsthändler macht sie sich auf nach Europa. Meinung: Anfangs war ich etwas verwirrt. Man konnte dem Geschehenen nicht recht folgen, was wohl an den abgehakten Sätzen und einem holprigen Schreibstil liegen könnte. Mit der Zeit bessert sich dieser jedoch und auch der Inhalt wird interessanter. Jack als Hauptperson gefällt mir sehr gut, daher fand ich es recht schade, dass nur ein Drittel des Buches um ihn und seine Erlebnisse handelt. Der Mittelteil ist seiner Enkelin Nathalie gewidmet, die mit dem Kunsthändler Amitai nach Europa reist, um das gestohlene Amulett seinem rechtmäßigen Besitzer wiederzugeben. Doch anders als erwartet ist nicht Nathalie die Erzählerin sondern Amitai, was für mich ziemlich unlogisch ist. Gerne hätte ich aus ihrer Sicht die Geschehnisse erlebt. Amitai jedoch ist sehr eigen und kühl, mit ihm konnte ich mich nicht anfreunden. Auch in diesem Buchabschnitt findet man wieder einen schwierigen Satzbau. Manche Sätze musste ich mehrmals lesen, um den Inhalt zu verstehen. Oft jedoch ist eben jener Schuld daran, dass man hinterherhinkt. Ich hatte nämlich mehrmals das Gefühl nicht genug Hintergrundwissen zu haben, um der Autorin folgen zu können. Ich muss ehrlich sagen, dass es auch recht unglaubwürdig rüberkommt, dass Amitai seit Jahren nach diesem Gemälde sucht (auf dem das gestohlene Amulett zu sehen ist) und kaum ist Nathalie mit von der Partie, ist das Bild innerhalb von ein paar Tagen gefunden. Das letzte Drittel, welches Anfang des 20.Jahrhunderts spielt, handelt von einer jungen Frau und ihrem Psychologen. Auch hier ist es der Psychologe, der erzählt und nicht die junge Rebellin. Trotzdem muss ich der Autorin zu Gute halten, dass dies eine sehr interessante Sicht auf die Dinge gibt und dass mir auch die Personen etwas besser gefallen haben, als ihre Vorgänger im Mittelteil. Wie man sieht, kann der Klappentext ziemlich in die Irre führen, denn in diesem Buch geht es nicht nur um die Suche nach den rechtmäßigen Erben eines Schmuckstücks, sondern viel mehr um drei verschiedene Geschichten und viele verschiedene Schicksale. Was die Rechtschreibung angeht, so sind mir doch einige Fehler aufgefallen, sogar Namen wurden vertauscht. Nathalie wird auf einer Seite zum Beispiel Valerie genannt, obwohl es im ganzen Buch nicht eine Valerie gegeben hat. Alles in allem bin ich enttäuscht von diesem Buch. Die geschichtlichen Aspekte rund um die Juden kurz nach dem zweiten Weltkrieg und auch davor haben mich beeindruckt und auch neugierig auf mehr gemacht. Doch die Handlung und die Hauptcharaktere konnten mich gar nicht überzeugen. Die Figuren sind kühl, emotionslos und einfach unsympathisch (Dies gilt vor allem für Amitai und Nathalie). Hinzukommt, dass ich bisweilen das Gefühl hatte ein Sachbuch in den Händen zu halten, anstatt einen Roman. Fazit: Die Thematik ist top, die Handlung ein Flop. 

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    • 3
  • Leserunde zu "Die späte Reue des Jack Wiseman" von Ayelet Waldman

    Die späte Reue des Jack Wiseman
    aba

    aba

    "In diesem Moment begann sie zu weinen. Still und lange, sagte nichts über den Großvater, den sie bald verlieren würde, oder den Ehemann, den sie schon verloren hatte." Mit "Die späte Reue des Jack Wiseman" ist der in den USA lebenden israelischen Schriftstellerin Ayelet Waldman ein spannender, dramatischer und gleichermaßen berührender Roman um Liebe, Familiengeheimisse und Politik gelungen. Die Handlung dieses Romans fasziniert mit einem gut recherchierten historischen Hintergrund, unerwarteten Wendungen und überzeugenden Figuren. "Die späte Reue des Jack Wiseman" ist so packend wie ein Thriller und so herzzerreißend wie eine Liebesgeschichte. Ein höchst interessanter und fesselnder Roman, den man sich nicht entgehen lassen darf! Zum Inhalt Am Sterbebett bittet der ehemalige GI Jack Wiseman seine Enkelin Natalie, ein Amulett, das er im Mai 1945 aus dem legendären "Goldzug" mitgenommen hatte, den rechtmäßigen Erben zurückzugeben. Als US-Soldat im Zweiten Weltkrieg war er beauftragt worden, Dutzende in Salzburg sichergestellte Waggons – voller geraubten Eigentums ermordeter Juden aus Ungarn – zu bewachen. Und er hatte sich in Ilona verliebt, eine junge Überlebende des Nationalsozialismus, die im Hotel Europa gestrandet war. Mit detektivischem Scharfsinn verfolgt nun Natalie gemeinsam mit einem New Yorker Kunsthändler die Spur des Schmuckstücks. Dabei stößt sie auf eine außergewöhnliche Geschichte. Leseprobe Zur Autorin Ayelet Waldman wurde 1964 in Jerusalem geboren, beide Großelternpaare stammen aus der heutigen Ukraine. Nach dem Jurastudium in Harvard arbeitete sie als Strafverteidigerin. Sie ist mit dem Schriftsteller Michael Chabon verheiratet. Auf Deutsch sind erschienen: Dem Himmel so fern (2006) und das Sachbuch Böse Mütter (2010). Zusammen mit dem Zsolnay Verlag verlosen wir 25 Exemplare von "Die späte Reue des Jack Wiseman" unter allen, die Natalie auf der Spur des geheimnisvollen Medaillons begleiten möchten. Bis zum 19.08. könnt ihr euch über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bewerben*, indem ihr nur eine Frage beantwortet: Seid ihr Fans von geheimnisvollen Familienromanen? Was gefällt euch an solchen Geschichten? Ich freue mich auf eure Antworten. Ich wünsche euch viel Glück! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.

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    • 675
    YvetteSchmidt

    YvetteSchmidt

    25. October 2015 um 22:29
    YvetteSchmidt schreibt Zunächst möchte ich mich noch mal in aller Form entschuldigen, dass es so lange bei mir gedauert hat. Im Vergleich zu vielen meiner MitleserInnen hat mich das Buch doch überzeugen können. Aber ...

    Hier nun wie versprochen der amazon-link: http://www.amazon.de/gp/customer-reviews/RHWOWDFFSGV2B/ref=cm_cr_pr_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=3552057404 Noch mal ganz herzlichen Dank für dieses ...

  • Irreführender Titel im Deutschen

    Die späte Reue des Jack Wiseman
    YvetteSchmidt

    YvetteSchmidt

    25. October 2015 um 19:24

    Jack Wiseman beauftragt seine Enkelin im Jahr 2013 im Angesicht seines eigenen Todes, ein kostbares Amulett dem rechtmäßigen Besitzer zukommen zu lassen. Ein Amulett, was er damals als GI in den Wirren der Zeit nach dem 2. Weltkrieg an sich genommen hat.  Für mich war der Schreibstil der Autorin zunächst doch sehr gewöhnungsbedürftig. Geprägt durch Schachtelsätze und ausschweifende Erklärungen war es anfänglich doch ab und an notwendig, den einen oder anderen Satz mehrfach zu lesen. Aber nachdem ich mich daran gewöhnt habe, war es besser. Und auch dann ist es kein Roman, der unter den Sonnenschirm im Urlaub passt. Dazu sind zu viele schwierige und intensive Themen berücksichtigt. So wirft die Autorin in 3 Passagen einen Blick auf die Geschichte des Amuletts. Und dadurch unabdingbar verknüpft einen Blick auf die jüdische Geschichte in Europa, den USA aber auch in Israel vor, ummittelbar nach dem 2. Weltkrieg und zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Sie beschreibt 100 Jahre jüdisches Leben, die unterschiedlicher nicht sein können.  Waldmans Sprache ist sehr sachlich, selbst die zwischenmenschlichen Töne oft etwas kalt. Vielleicht ist es aber auch der Tatsache geschuldet, dass alle Passagen des Buches aus der Sicht eines Mannes geschildert sind. Für mich bemerkenswert für eine Autorin.  Und doch geht es immer wieder um die Rolle der Frauen. Die Emanzipation, Wahlrecht, gesellschaftliche Rechte bis hin zur Eheschließung in den USA in großen jüdischen Gemeinden. Ich hatte den Eindruck, dass da ein großer Teil eigene Familiengeschichte eine Rolle spielt.  Und doch geht es im gesamten Roman auch immer wieder um etwa ganz elementares: die Liebe. Warum dann nur 4 Sterne? Oder immerhin 4 Sterne? Ich habe lange überlegt, was wohl die richtige "Sternezahl" sein könne. Leider ist der Titel in meinen Augen im Deutschen ungünstig gewählt. Im Original heißt das Buch "Love and Treasure". Das wird für mich dem Buch gerechter. Und dennoch finde auch ich die 3 Passagen sehr grob nebeneinander gesetzt. So ist eigentlich nach der 2. Passage der Wunsch von Jack Wiseman erfüllt und die 3. Passage wirkt wie "angeklebt". Und dennoch halte ich dieses Buch für sehr gelungen und mutig, da es sich auch den schwierigen Themen der nahezu rechtsfreien Zeit bis 1946 widmet, kritisch auf die Rolle der Alliierten schaut, und auch das Schicksal der sogenannten "Displaced Persons" aufgreift. Wer auf eine klassische Liebes- und Familiengeschichte hofft, wird sicher enttäuscht werden. Wer aber einen historisch fundierten Liebesroman mit Ecken und Kanten mag, den wird dieses Buch nicht enttäuschen. 

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  • Hält leider nicht das, was es verspricht

    Die späte Reue des Jack Wiseman
    Sarafinchen

    Sarafinchen

    15. October 2015 um 17:39

    Wir lesen hier die Geschichte von Jack Wiseman,der im 2. Weltkrieg in Österreich stationiert war und wie er an ein geheimnisvolles Medaillon gekommen ist. In der Gegenwart ist er schwer krank und bitte seine Enkelin Natalie, die rechtmäßigen Erben des Medaillons zu finden. Diese macht sich auf nach Europa, um die Erben zu finden und die Geschichte hinter dem Anhänger aufzudecken. Die Geschichte besteht aus verschiedenen Abschnitten und Jahrzehnten. Die Abschnitte sind teilweise sehr zäh zu lesen, obwohl der Geschichtsstoff nicht zu kurz kommt. Man lernt wirklich etwas über die Besatzung der Amerikaner im 2. Weltkrieg, die Bziehungen der Juden untereinander, Raub des Reichtümer der Juden etc. Die Recherche der Informationen wurde sehr sorgfältig betrieben. Leider hat mich die Geschichte trotzdem nicht fesseln können und ich habe sehr lange für das Buch gebraucht. Die Story wäre sehr gut gewesen, um ein extrem spannendes Buch zu schreiben, aber das ist hier leider nicht gelungen. Man konnte keine Beziehung zu den Figuren aufbauen, so blieb das ganze relativ emotionslos. Klasse Recherche, aber lieblos umgesetzt. Schade.

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  • Über verschiedene Perspektiven nähert man sich der Vergangenheit eines Schmuckstücks an

    Die späte Reue des Jack Wiseman
    anushka

    anushka

    Nach dem zweiten Weltkrieg ist der Amerikaner Jack Wiseman in Österreich stationiert und für die Inventarisierung des ungarischen "Goldzugs" zuständig. Neben zahllosen Wert- und Haushaltsgegenständen befindet sich auch ein Pfauenamulett in dem Zug, das Jack vor seiner Abreise einsteckt und mitnimmt. Fast 70 Jahre später bittet Jack seine Enkelin Natalie, die rechtmäßige Besitzerin des Amuletts ausfindig zu machen und ihr oder ihren Nachfahren das Schmuckstück zurückzugeben. Dreh- und Angelpunkt dieses Buches ist das Pfauenamulett, das allerdings etwas anders beschrieben wird als auf dem Cover dargestellt. Und trotzdem ist es nicht wirklich der zentrale Gegenstand. Es dient eher dazu, verschiedene Geschichten und Schicksale über ein Jahrhundert hinweg zu verbinden. Letztendlich ist dieses Buch in drei Handlungsstränge unterteilt, die zwar nicht chronologisch sind, trotzdem aber aufeinander folgen und nicht beispielsweise zwischendurch vermischt sind. Im ersten Strang geht es um Jack selbst als jungen Mann und sein Leben und Lieben im Europa der Nachkriegszeit. Stark thematisiert ist hier der Umgang der Siegermächte mit den sogenannten "displaced persons", also beispielsweise den überlebenden KZ-Häftlingen. Interessanterweise ließen sich hier große Parallelen zur aktuellen Flüchtlingssituation und -debatte ziehen. Im zweiten Handlungsstrang begegnet Jacks Enkelin Natalie auf ihrer Suche nach den Erben den Amuletts dem Kunsthändler Amitai, der sich auf das Auffinden geraubter Kunst- und Wertgegenstände spezialisiert hat. Hier wird vor allem der Umgang verschiedener Nationen und Institutionen mit dem Eigentum ermordeter Juden thematisiert. Erzählt wird diese Handlung aus der Sicht Amitais. Der dritte Handlungsstrang wird als Fallbericht von einem Psychoanalytiker geschildert und handelt von einer jungen Frau gehobenen Hauses im Jahr 1913. Thematisch geht es hier allerdings nicht um die Juden, sondern um Sufragetten, Frauenkongresse, das allgemeine Wahlrecht und die Stellung der Frau generell. Leider ist der Roman in meinen Augen nicht ganz rund. Die ersten zwei Drittel des Buches haben mir sehr gut gefallen, zumal die Geschichten auch über die Verwandtschaft der Figuren verknüpft sind und man so noch mehr über die Figuren und ihre Beziehungen erfahren konnte. Das letzte Drittel passte für mich nicht gut zu den beiden anderen Strängen. Es hob sich thematisch ab und auch die Figuren hatten nur noch peripher über das Amulett mit den Figuren der anderen Handlungsstränge zu tun. Zudem bot der letzte Abschnitt wenig zusätzliche Erkenntnis, was den Verlauf der Handlung betrifft. Vieles davon wurde im zweiten Handlungsstrang schon von den dortigen Figuren in ihrer historischen Recherche aufgedeckt. Der Roman soll sich wohl über das Stilmittel der verschiedenen Perspektiven dem Amulett und seiner Vergangenheit annähern. Leider wirkte das auf mich nicht ganz gelungen. Ich habe bereits bessere Bücher mit ähnlichen stilistischen Ansätzen gelesen. Außerdem bleiben viele Fragen offen, die sehr lange thematisiert wurden und auf die man letztlich dann eine Antwort erwartet hat. Für mich war das letzte Drittel ein massiver Bruch und sogar eine Enttäuschung, da ich bis dahin das Buch mit Begeisterung gelesen habe, zumal die Details zur Behandlung der Juden gut recherchiert wirkten und die Geschichte durch den Detaillreichtum sehr intensiv wirkte. Die Autorin verarbeitet insgesamt sehr viele Themen und alle von ihnen sehr detailverliebt. Mit dem plötzlich völlig neuen Thema der Frauenbewegung im letzten Abschnitt und den vielen offenen Fragen konnte ich hingegen wenig anfangen und war schließlich thematisch irgendwann überfordert. Vom Schreibstil her war das Buch zunächst etwas sperrig durch merkwürdige Satzgebilde. Das gab sich jedoch im Verlauf des Romans. Für die ersten beiden Abschnitt erhält das Buch von mir 5 Sterne, für den letzten 3 und kann sich somit auf 4 Sterne "retten".

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    • 2
  • Anspruchsvoll, aber leider nicht ganz rund

    Die späte Reue des Jack Wiseman
    MagicMoment

    MagicMoment

    06. October 2015 um 20:56

    Dieser Roman besteht aus 3 verschiedenen Handlungssträngen. Der erste spielt im Jahr 1945. Hier lernen wir Jack kennen, der als amerikanischer Soldat in Österreich stationiert ist. Jack bewacht hier den legendären Goldzug, in dem sich zahlreiche Wertgegenstände befinden, die den Juden im Krieg gestohlen wurden.  Jack verliebt sich außerdem in die KZ-Überlebende Ilona. Ob diese Liebe ein gutes Ende findet, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Erst im zweiten Abschnitt erfährt der Leser, dass Jack, der eigentlich ein sehr anständiger und ehrlicher Mann ist, ein Medaillon aus dem Goldzug gestohlen hat. Dieser zweite Abschnitt spielt im Jahr 2013. Er handelt davon, wie Jacks Enkelin Natalie versucht, den rechtmäßigen Besitzer des Medaillons ausfindig zu machen. Der dritte Teil handelt schließlich von der ursprünglichen Besitzerin des Medaillons und spielt im Jahr 1913. Wenn ich mir meine Inhaltszusammenfassung durchlese und das Buch nicht bereits kennen würde, würde ich eine sehr spannende und facettenreiche Geschichte erwarten. Leider trifft dies nur teilweise zu. Die einzelnen Abschnitte des Buches sind mehr oder weniger spannend. Der erste und dritte Abschnitt haben mir gut gefallen, die  Geschichte um Natalie hingegen fand ich ein wenig langwierig. Das Problem bei diesem Buch ist zum einen der sehr anspruchsvolle Schreibstil der Autorin. Es ist kein Buch, das man mal eben zwischendurch lesen kann. Außerdem setzt er ein hohes Maß an historischen Kenntnissen voraus, insbesondere die jüdische Geschichte des zweiten Weltkrieges betreffend. Wenn man wirklich alles verstehen möchte und nicht grade Historiker ist, wird man um Recherchearbeiten im Internet nicht drum rum kommen. Das zweite Problem ist, dass zwischen den einzelnen Abschnitten eine Verbindung fehlt. Klar, es gibt das Medaillon. Auf mich wirkt es aber ein wenig so, als wollte die Autorin eigentlich 3 einzelne Geschichten erzählen. Da sie diese aber in einem Roman unterbringen wollte, hat sie nach einem Bindeglied gesucht und sich das Medaillon ausgedacht. Leider spielt das Medaillon für den Verlauf der Geschichte in keiner der einzelnen Handlungsstränge eine große Bedeutung, es beeinflusst auch nicht den Verlauf der Geschichte, es ist halt einfach nur da. Abschließend betrachtet finde ich das Buch auf keinen Fall schlecht. Ich habe viele Dinge zur jüdischen Geschichte erfahren und auch einige Denkanstöße bekommen. Teilweise hat mich das Buch gefesselt, aber leider auch zeitweise gelangweilt. Insgesamt hätte ich mir einfach eine klarere Linie gewünscht, die die Handlungen zu einem Gesamtbild zusammenfügt.

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  • Spurensuche nach der Besitzerin eines Amuletts verlor sich in Geschichten

    Die späte Reue des Jack Wiseman
    Goch9

    Goch9

    06. October 2015 um 18:12

    Das Buch hat ein wunderschönes Cover und verführt den Leser genau wie der Klappentext zum Kauf ohne die Erwartungen, die man an dieses Buch hat, zu erfüllen. Zum Inhalt: Der ehemalige GI Jack Wisemann lebt im Jahre 2013 in Maine und holt seine Enkelin Nathalie vom Busbahnhof ab um mit ihr die letzten Tage seine Lebens zu verbringen. Er hat Bauchspeicheldrüsenkrebs und nicht mehr lange zu leben. In seinen letzten Stunden überreicht er Natalie ein Amulett. Dieses Amulett hatte er in seiner Zeit als GI in Ungarn aus dem Lagerraum, indem die Besitztümer der ermordeten Juden lagerten, entwendet. Er bittet Natalie nach den ursprünglichen Besitzern oder deren Erben zu forschen. Während der Zeit in Ungarn verliebte Jack sich in die KZ-Überlebende Ilona, aber sie verließ ihn um nach Palästina auszuwandern. Er hatte immer den Verdacht, dass sie die Besitzerin des Amuletts kannte oder es sogar selbst war. Natalie findet in den New Yorker Kunsthändler Amitai Shasho eine scharfsinnige Hilfe bei der Spurensuche. Mir hat der Anfang des Buches gut gefallen. Ich habe viel darüber gelernt, wie die „Sieger“ und „Befreier“ sich an den Besitztümern der ermordeten Juden bereichern und wie vor allem die in Palästina lebenden Juden über die KZ-Überlebenden dachten und wie sie sie behandelten. Frau Waldman hat das sehr gut recherchiert und beschrieben. Interessant fand ich auch, dass sich Kunsthändler wie Amitai Shasho darauf spezialisiert haben, sogenannte Beutekunst zu finden um sie für die vermeintlichen Erben weiterzuverkaufen. Es gibt halt keine Grenzen um Profit aus dem Elend anderer Menschen zu ziehen. Das Alles hat Frau Waldman bestens recherchiert und dargestellt. Dann hat sie allerdings den roten Faden verloren und für mich völlig unverständlich die Analyse über das soziale Verhalten einer unverheirateten Tochter aus gutem Hause im Budapest der 1913er Jahre geschildert. Erzählt wird über den gesellschaftlichen Skandal von einem wahrscheinlich typischen Vertreter der Psychiatrischen Zunft seiner Zeit. Nachdem ich mich durch diesen zerfahrenen und langatmigen Teil durchgearbeitet hatte, erhoffte ich mir ein rundes Ende, das die vielen verzweigten Erzählstränge wieder zusammenführen würde. Leider war auch das Ende enttäuschend und unbefriedigend. Mein Fazit: Nach gutem und interessantem Beginn wurde das Buch mit zunehmender Kapitelanzahl schwach und schwächer. Leider

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  • Die Reise eines Medaillons...

    Die späte Reue des Jack Wiseman
    hi-speedsoul

    hi-speedsoul

    Klappentext: Natalie Stein soll die wahren Eigentümer des Medaillons ausfindig machen, das ihr Großvater 1945 aus dem legendären "Goldzug" mitgenommen hat. Sie entdeckt eine außergewöhnliche Geschichte, die im Budapest des anbrechenden 20. Jahrhunderts beginnt und noch heute nicht zu Ende ist. _________________________________________ Meine Meinung: Als ich den Klappentext las, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich lese gerne Geschichten die im 2. Weltkrieg oder der Nachkriegszeit spielen. Auch mag ich Familiengeschichten/Familiengeheimnisse sehr gerne. Leider verspricht der Klappentext etwas, dass das Buch so nicht halten kann. Ich stellte mir spannende Einblicke in die Familie vor, eine gefühlvolle Seite - die Reue des Großvaters und auch seine Zeit in der Besatzungszeit, die akribische (vielleicht verzweifelte Suche) der Enkelin und natürlich eben die Geschichte, die hinter dem Medaillon steckt, die Geschichte der Besitzerin persönlich. Lediglich über die Besatzung des Großvaters, also über die Amis, erfuhr man so einiges - manchmal leider viel zu viel, auf Kosten der Geschichte. Sachwissen findet sich in dem Buch sehr viel. Ich bewundere Frau Waldman für ihre Recherche. Diese war sicherlich sehr aufwendig, da es Fachwissen rund um die Besatzung der Amis gibt, sowie über Kunst und Kunstverkauf, als auch über die analytische Psychologie. Teilweise kam es mir vor, wie wenn auf Biegen und Brechen dieses Wissen in das Buch musste. Natürlich kommen so die Beziehungen zwischen den Charakteren und ihre Darstellung (Gefühlswelt,...) zu kurz. Das Buch beinhaltet drei Geschichten, die eher hintereinander gereiht sind, als miteinander verflochten. Leider schaffte es Frau Waldman in meinen Augen nicht einen Bogen zu spannen, um die einzelnen Geschichten miteinander zu verknüpfen. Obwohl es um drei Liebesgeschichten geht, kommen bei mir nicht wirklich viele Gefühle durch. Auch das Medaillon, was ja der Aufhänger der Geschichte ist, wird in manchen Abschnitten nur nebenbei erwähnt, es spielt eine Nebenrolle. Positiv erwähnen möchte ich noch einmal die sorgfältige Recherche - ich lernte viel über die Besatzung durch die Amerikaner (für dieanderen zwei Themen, muss ich ehrlich gestehen, konnte ich mich nicht recht erwärmen), sowie die Idee, die dem Buch zu Grunde liegt. Ich kann nicht sagen, dass mich das Buch gar nicht angesprochen hat, doch lässt es mich ein wenig unbefriedigt und ratlos zurück. Bis jetzt ist mir eine Bewertung noch nie so schwer gefallen. Leider nur zwei von fünf Sternen.

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    • 5
  • Gut recherchierte Informationen in einer mühsam erzählten Story

    Die späte Reue des Jack Wiseman
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    Zum Inhalt: Die Rahmenhandlung von Ayelet Waldmans Roman spielt sich im Jahr 2013 ab. Natalies Großvater Jack, an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt, erzählt ihr kurz vor seinem Tod die Geschichte eines wunderschönen Amuletts, von dem Natalie immer dachte, es habe ihrer Großmutter gehört. Doch die wahre Geschichte des Amuletts ist eine andere. Als junger Mann war Jack in den Nachkriegswirren des Zweiten Weltkriegs als amerikanischer Besatzungssoldat in Salzburg stationiert. Hier verliebte er sich in Ilona, die als einziges Mitglied ihrer jüdischen Familie nach der Inhaftierung in einem Konzentrationslager nicht in den Gaskammern umgekommen war, sondern das Ende des Krieges noch erlebt hatte. Doch Ilona ist eine verwundete Seele, und genauso wie Jacks Liebe zu ihr ist auch seine Aufgabe in der Armee – einen Zug voller gestohlener jüdischer Habseligkeiten zu bewachen und vor der Raffgier der Siegermächte zu bewahren – von Anfang an dem Untergang geweiht. Als Andenken an seine Geliebte und stellvertretend für sein Unvermögen, seine Liebe zu ihr und die Besitztümer der Juden zu bewahren, nimmt Jack das Amulett an sich und wird sein schlechtes Gewissen darüber bis zu seinem Tod nicht wieder los. Nach Jacks Tod reist seine Enkelin Natalie nach Budapest, dem Zentrum des jüdischen Lebens in Europa vor dem zweiten Weltkrieg, um den letzten Wunsch ihres Großvaters zu erfüllen und das Amulett seinem rechtmäßigen Besitzer, bzw. dessen Nachkommen, zurück zu geben. Eigene Meinung: Die ersten Kapitel des Romans haben mir sehr gut gefallen und mein Interesse geweckt. Ich interessiere mich sehr für die Geschichte der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in Europa und war begeistert, eine Geschichte aus der Perspektive eines amerikanischen Besatzungssoldaten, der die Befreiung der Konzentrationslager mitgemacht hatte, zu lesen. Dieser Blickwinkel war für mich vollkommen neu. Auch wurde der Leser schnell mit einer Fülle mir bis dahin unbekannter Details bezüglich jüdischen Lebens und dem Verhältnis von europäischen Juden, die den zweiten Weltkrieg miterlebt hatten, und jenen, die schon zuvor in den Nahen Osten ausgewandert waren, vertraut gemacht, was mich auf einen informativen historischen Roman einstimmte. Dieser Eindruck überwog in den ersten Kapiteln auch noch den von Anfang an als recht schwierig empfundenen Schreibstil – die Autorin neigt zu verzweigten, inhaltlich häufig abschweifenden und mit sehr vielen Details gefüllten Sätzen, die das Lesen mühsam machen und zu höchster Konzentration zwingen. Spätestens nach dem ersten Drittel konnte mich dann allerdings die Handlung nicht mehr wirklich fesseln. Meiner Meinung nach hat die Autorin versucht, nahezu vollständig alle für sie relevanten (und mit Sicherheit sehr gut recherchierten) Aspekte jüdischen Lebens in Europa und darüber hinaus in diesem Buch unterzubringen. Die Themen reichen von der Situation vor und während des zweiten Weltkriegs, über jüdische Kunst, die Enteignung der Juden während des Zweiten Weltkriegs, die Situation der Juden in Amerika, jüdisches Brauchtum bis hin zum Verhältnis der Juden in unterschiedlichen Teilen der Welt. Eine Menge Fakten! Diese sprengen meiner Meinung nach völlig die Rahmenhandlung des Buches, die vor einer derartigen Fülle an Informationen vollkommen verblasst und nur noch wie eine leere, lieblos gefüllte Hülle wirkt und all die Infos in diesem Roman kaum zusammen halten vermag. Vollends enttäuscht war ich dann vom letzten Abschnitt des Buches, der etwa die letzten hundert Seiten einnimmt und das Ende des Buches, welches eigentlich zuvor schon erzählt war, noch einmal aus einer anderen, sich für mich wie ein Fremdkörper anfühlenden Perspektive erzählt. Dieser letzte Abschnitt war für mich nicht nur unpassend, sondern leider auch völlig langweilig, da tatsächlich keine neuen Aspekte mehr hinzukamen. So war ich dann auch, als die letzte Seite ausgelesen war, relativ froh, das Buch beendet zu haben. Zwei Sterne gibt es für mich trotzdem für den guten Anfang und die gut recherchierten Informationen. Der Schreibstil hat mich allerdings eher abgeschreckt, so dass ich wenig Lust auf weitere Werke der Autorin habe.

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    • 2
    Gelsche

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    28. September 2015 um 06:57
  • Am Anfang super, später zäh.

    Die späte Reue des Jack Wiseman
    Gelsche

    Gelsche

    27. September 2015 um 17:56

    Der Roman beginnt mit einer Begegnung zwischen Jack Wiseman und seiner Enkelin Natalie. Kurz vor seinem Tod im Jahre 2013 erzählt er ihr von einem Amulett, das er in den letzten Kriegstagen an sich genommen hat. Er bittet sie die wahre Geschichte über dieses Amulett herauszufinden.  Mit ihm verbunden ist die Geschichte der Juden im 2. Weltkrieg.  Die Geschichte spielt in hauptsächlich in 2  Zeitsträngen : 2013, die Welt in der Natalie lebt und 1945, das Ende des Krieges und der damit verbundenen Geschichte. Meine Meinung: Als ich die Beschreibung zum Buch las, war ich Feuer und Flamme. Ich interessiere mich sehr für die Geschichte im 2. Weltkrieg mit ihren verschiedenen Sichtweisen. Das getragen von einer guten geheimnisvollen Geschichte, hörte sich sehr gut an. Letztendlich habe ich mich aber ziemlich durch das Buch gequält.  Die ersten 100 Seiten mit den Erfahrungen der Juden fand ich beeindruckend gut. Der Umgang der Amerikaner mit den KZ-Opfern, den Juden und auch der Beute, aus einer ganz anderen Sicht beschrieben. Das fand ich sehr realistisch, dass fehlte mir schon lange in der Literatur. Aber dann bleibt der Roman auf der Strecke. Es gibt drei größere Liebesgeschichten, die für mich zusammenhanglos und distanziert beschrieben werden.  Die Figuren sind für mich nicht mit Leben gefüllt, Verbindungen werden nicht fühlbar. Dabei war die Idee so gut, die Recherchen klasse. 

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  • Mehrere Geschichten, rund um ein Pfauenamulett

    Die späte Reue des Jack Wiseman
    --Mia--

    --Mia--

    20. September 2015 um 21:24

    Ich durfte dieses Buch in Zuge einer Leserunde lesen und ich war sehr überrascht über die Umsetzung des Romans rund um das, auf dem Cover sehr ansprechend abgebildetes, Amulett. Bei dem Klapptext erwartet man einen historischen Roman, der wie viele Andere, eine Geschichte rund um ein Thema chronologisch erzählt. Bei diesem Roman ist das komplett anders.  Ich fand es eine sehr ungewöhnliche Umsetzung zum Erzählen der Ereignisse, aber das ist für mich kein negativer Faktor. Die Geschichte um Jack wird begleitet von vielen weiteren Hauptprotagonisten. Zeitweise denkt man, die Autorin hat das Amulett vergessen, weil mehrere wichtige Themen in verschiedenen Geschichten mit verschiedenen Charakteren erzählt werden. Die wirkt manchmal ein bisschen aneinandergereiht und die Übergänge zwischen den Kapiteln sind nicht ganz flüssig. Von den amerikanischen Offizieren, die sich am gestohlenen jüdischen Eigentum bereichern ,über die Differenzen die zwischen den "überlebenden europäischen Juden" herrschen, bis zu den ungarischen Frauenrechtsbewegungen Anfang des 20ten Jahrhunderts. Ein Stern Abzug gebe ich, weil sich zeitweise Gespräche und Ereignisse in die Länge gezogen haben.  Wer hier eine typische Familiengeschichte erwartet wird sicherlich enttäuscht. Sollte man nach einem etwas anderen Buch suchen, mit einem hervorragenden Schreibstil, ist hier genau richtig und wird ein paar schöne Lesestunden genießen können.

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  • Die späte Reue des Jack Wiseman

    Die späte Reue des Jack Wiseman
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. September 2015 um 20:27

    Das Buch ist recht distanziert geschrieben, ich hatte nie das Gefühl, die Protagonisten wirklich zu kennen. Die drei Abschnitte waren sehr verschieden, auch wurden verschiedene Perspektiven verwendet. Die Liebesgeschichte um Natalie und Amitai konnte mich leider nicht packen. Schön fand ich die Hintergründe zum Kriegsleben, das konnte aber nur im ersten Abschnitt punkten. Zum Ende kamen neue Fragen auf, die leider nicht beantwortet wurden, was auch der Epilog nicht retten konnte. Etwas für Interessierte an der jüdischen und europäischen Kultur des 20. Jahrhunderts.

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