Oliven und Asche

von Ayelet Waldman 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Oliven und Asche
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Inhaltsangabe zu "Oliven und Asche"

Die israelische Besatzungspolitik: International gefeierte Autorinnen und Autoren machen sich vor Ort ein Bild.
Diese aufsehenerregende Anthologie vereint Essays, Reportagen und Kurzgeschichten von international gefeierten Autoren und bezeugt die Katastrophe, die die israelische Besatzungspolitik für das Westjordanland und Gaza bis heute bedeutet.
Für »Oliven und Asche« haben sich Michael Chabon und Ayelet Waldman, zwei der wichtigsten amerikanischen Schriftsteller unserer Zeit, mit der israelischen Organisation Breaking the Silence zusammengetan. Breaking the Silence wurde von ehemaligen israelischen Soldaten gegründet, die in den besetzten Gebieten gedient und Ungerechtigkeit direkt erlebt haben. Zusammen luden sie im letzten Jahr 26 international renommierte Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Eva Menasse, Dave Eggers, Colum McCann und Arnon Grünberg ein, sich selbst vor Ort ein Bild von der Lage in den besetzten Gebieten zu machen. Entstanden sind eindrucksvolle, lebendige Geschichten und Reportagen, die uns den Alltag in Palästina erschreckend klar vor Augen treten lassen. Der Leser reist z.B. mit Rachel Kushner in ein palästinensisches Flüchtlingscamp mitten in Jerusalem, lernt mit Taiye Selasi etwas über die verbotene Liebe zwischen Israelis und Palästinensern oder lässt sich von Helon Habila die verblüffende Genese der Israelischen Sperranlage erzählen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462049787
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:560 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:05.10.2017

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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor 4 Monaten
    ‚Die Besatzung ist wie eine dunkle, schwere Wolke, die auf dem Land lastet.'

    ‚Die Besatzung ist wie eine dunkle, schwere Wolke, die auf dem Land lastet. Wie ein Kloß im Hals. Manchmal droht sie, sich herabzusenken und uns gänzlich zu ersticken. Dann wieder kann es vorkommen, dass sie sich kurz lichtet. Niemals jedoch ganz. Keiner, der in ihrem Schatten lebt, kann die unterdrückerische Besatzung jemals vergessen.‘ (Seite 134, Raja Shehadeh)

    Ayelet Waldman und Michael Chabon haben sich für ihr gemeinsames Buch ‚Oliven und Asche‘ mit 24 renommierten Schriftstellern aus aller Welt zusammengetan und über das Leben der Palästinenser unter der Besatzung Israels geschrieben.

    Das Ergebnis sind Essays und Geschichten von international bekannten Autoren wie Madeleine Thien, Dave Eggers, Mario Vargas Llosa, Taiye Selasi, Colm Tóibín, Eva Menasse und Anita Desai, die von Tod, Rassismus, Gleichgültigkeit, Egoismus, Erniedrigung, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, Siedlungsbau, Menschenwürde, Wasser, Mobilfunk, Intifada, Checkpoints, Passagierscheinen, Seife, Straßensperren, Umwegen, Sperrzonen, Olivenhainen, Bulldozern, Flüchtlingslagern, Drogenproblemen, Willkür und Menschenrechten erzählen.

    Die Lektüre von ‚Oliven und Asche‘ hat mich an vielen Stellen sehr wütend gemacht, denn obwohl ich mich schon sehr intensiv mit dem Nahostkonflikt beschäftigt habe, wurde mir hier die Willkür und die Schikane, mit der die Palästinenser tagtäglich konfrontiert werden, besonders eindringlich und eindrücklich nahegebracht. Ich empfand die Texte, die nicht nur verschiedene Facetten des Konflikts ansprechen, sondern sich aufgrund der verschiedenen Autoren auch sprachlich und stilistisch sehr unterscheiden, als sehr bewegend und in einem Ausmaß aufklärend, wie ich es bislang eher selten erlebt habe.

    Dabei hat mir vor allem die Komplexität der Schilderungen gefallen, denn die Autoren betrachten beide Seiten - die israelische und die palästinensische - und erklären dadurch Ursache und Wirkung. Diese differenzierte Herangehensweise ist mir besonders bei Mario Vargas Llosa aufgefallen, einem Autor, den ich sehr schätze und der sich selbst als Israel-Freund, als Befürworter eines jüdischen Staates in der Region sieht, der aber nichtsdestotrotz die menschenunwürdige Situation der Palästinenser beklagt und deutlich macht, dass Israel mit seiner gegenwärtigen Politik Menschenrechte mit Füßen tritt.

    Obwohl ich eine sehr schnelle Leserin bin, habe ich an ‚Oliven und Asche‘ sehr lange gelesen, weil ich mir Zeit lassen wollte, mich auf die unterschiedlichen Erzähler und die verschiedenen Aspekte einzulassen. Ich habe das Buch in kleinen Häppchen konsumiert und finde, dass dies genau richtig war, um die ganze Bandbreite des Erzählten aufzunehmen und verdauen zu können.

    ‚Oliven und Asche‘ bietet Einblicke in den Alltag unter der israelischen Besatzung und berichtet damit von Themen, die man in den Nachrichten kaum liest oder hört, die einem allenfalls dann geläufig sind, wenn man Freunde und Bekannte in Palästina hat.

    Das Buch ist eine wertvolle und meisterhaft geschriebene Sammlung von Geschichten über eine große Ungerechtigkeit, die betroffen, wütend und hilflos machen und deren gemeinsamer Nenner ist, dass sie dem Leben der Palästinenser unter der Besatzung ein Gesicht geben.

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