Ayesha Harruna Attah

 3.8 Sterne bei 17 Bewertungen
Ayesha Harruna Attah

Lebenslauf von Ayesha Harruna Attah

Starke Frauen: Ayesha Harruna Attah, geboren im Dezember 1983 in Ghana, ist eine ghanaische Schriftstellerin. Sie studierte Biochemie in Massachusetts zunächst am Mount Holyoke College und dann an der Columbia University. Danach machte sie ihren Master in Kreativem Schreiben. Sie stand schon mehrfach auf der Shortlist für den Commonwealth Writers´ Prize 2010 und wurde für das "Kwani Manuscript Project" nominiert. Außerdem gewann sie das Miles Morland Foundation Stipendium in 2016. Ihre Bücher thematisieren oft das Leben und die Emanzipation der Frauen in afrikanischen Ländern.Heute lebt die Autorin im Senegal. 

Botschaft an meine Leser

Enjoy reading this book about two women in 19 th century West Africa. It is a novel about love, forgiveness, courage, and persistence. I hope you find something of yourself in it. 

- Yours Ayesha Harruna Attah

Alle Bücher von Ayesha Harruna Attah

Die Frauen von Salaga

Die Frauen von Salaga

 (17)
Erschienen am 11.03.2019

Auf ein Glas Malbec mit...

Ayesha Harruna Attah ist eine der starken jungen Westafrikas. Die gebürtige Ghanaerin zog für ihr Studium der Biochemie nach Massachusetts, ehe sie an der NYU Kreatives Schreiben studierte. Inzwischen ist sie auf ihren Heimatkontinent zurückgekehrt und lebt im Senegal. Seit ihrem Debütroman "Hamattan Rain" 2008 zählt sie zu den bedeutendsten Autorinnen Afrikas und gewann mehrere Preise. Anlässlich der ersten Buchveröffentlichung in deutscher Sprache sprachen wir mit Ayesha Harruna Attah über den Hintergrund ihrer Erzählung und die Bedeutung ghanaischer Stimmen für die Literatur...

Hallo Ayesha, vielen Dank für deine Zeit. "Die Frauen von Salaga" ist dein erster Roman, der auf Deutsch übersetzt wurde. Die Geschichte wurde vom Leben deiner Ururgroßmutter inspiriert. Kannst du uns etwas über die Hintergründe erzählen?

Vielen Dank! Der Großteil der Geschicht ist fiktiv. Ich wusste lediglich, dass sie entweder aus Mali, Burkina Faso oder Niger entführt wurde, was ein ziemlich großes Gebiet ist und dass sie als außergewöhnlich schön angesehen wurde. Den Rest der Geschichte habe ich mir um dieses Wissen herum ausgedacht.

Hast du schon lange geplant, die Geschichter deiner Vorfahren für eine Geschichte zu verwenden? Wie schwierig gestaltete sich die Recherche über das prekoloniale Ghana?

Von dem Moment an, in dem ich erfahren habe, dass meine Vorfahren versklavt wurden, wusste ich, dass ich mehr darüber erfahren muss. Das war vor zehn Jahren. Glücklicherweise wurde die entsprechenden Zeit, meine Urgroßmutter lebte um 1890 herum, gründlich dokumentiert, so dass ich mir aus diesen Quellen Anregungen borgen konnte, aus denen ich die Buchwelt um sie herum kreierte,

Wohin in Westafrika sollten wir unbedingt reisen und welches Buch sollte uns begleiten?

Ich lege euch sehr ans Herz, zuallererst Ghana zu besuchen und "Changes" (dt. Die Zweitfrau) von der ghanaischen Autorin Ama Ata Aidoo mitzunehmen.

Mit Aminah und Wurche gibt es zwei starken Frauenfiguren in deinem Buch. Was haben die beiden Frauen gemeinsam und was trennt sie?

Sie sind durch ihre Klassenzugehörigkeit getrennt und durch den Umstand, dass Wurche Aminahs Leben besitzt. Sie vereint, dass ihre Leben ähnliche Richtungen einschlagen. Beide hatten Träume, die zerschmettert wurden und müssen sich selbst befreien, um diese Träume wiederzufinden.

Dein Lieblingsort in Ghana:

Wli Falls.

Dein Lieblingsort im Senegal:

Die Sine-Saloum Region.

Ein Satz über dein neues Buch:

Es ist ein Roman über Liebe, Vergebung, Mut und Beharrlichkeit.

Ein Satz aus deinem neuen Buch:

"Der Himmel über ihnen war kalt, blau und gleichgültig, der Mond war von weißen Wolkenfetzen umgeben."

Kannst du uns schon etwas über dein aktuelles Buchprojekt verraten?

Es ist ein nicht-fiktionales Buch über das "Cola" in Coca Cola, das in den westafrikanischen Wäldern wächst.

Was macht Ghanaische Stimmen in der Literatur so besonders?

Wir bringen unsere ganz eigene Lebensweise und Weltanschauung mit in die Literatur, aber das lässt sich wahrscheinlich über jeden Autor von jedwedem anderen Fleckchen Erde sagen! Wir schreiben farbenprächtige Worte!

Zu guter Letzt: Welchen Charakter aus einer Buchwelt würdest du gerne treffen und was würdet ihr zusammen unternehmen?

Ich würde liebend gerne Margot aus Nicole Dennis-Benns Buch "Here Comes The Sun" (bislang nicht auf Deutsch erschienen) treffen. Ich würde sie auf einen Kaffee einladen, nur um sie zu fragen: "Was hast du dir eigentlich dabei gedacht?"

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Neue Rezensionen zu Ayesha Harruna Attah

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Rezension zu "Die Frauen von Salaga" von Ayesha Harruna Attah

Die Frauen von Salaga
Fornikavor 12 Stunden

Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein: Wurche ist eine Königstochter, Aminah die Tochter eines einfachen Händlers. Doch das Schicksal hat es mit beiden nicht gut gemeint, denn sie werden aus ihrem Zuhause gerissen. Im Ghana des 19ten Jahrhunderts haben Frauen nicht viel zu melden, egal aus welcher Herkunft.

 In letzter Zeit habe ich immer mehr Romane gelesen, deren Handlung in Afrika angesiedelt ist. „Die Frauen von Salaga“ schienen in mein Beuteschema zu passen, und so war ich sehr auf die Lektüre gespannt. Das geschilderte Geschehen ist tragisch, doch die Autorin schafft es überhaupt nicht entsprechende Emotionen bei mir zu wecken. Das lag auch am sehr einfachen Erzählstil; sehr kurze Sätze, alles recht seicht gehalten. Das hat mir ein bisschen die Story vermiest, die ansonsten durchaus Potential gehabt hätte. Aminah fand ich als Hauptfigur etwas gelungener, ihr Charakter ist greifbarer und man kann ihr Denken und Handeln besser nachvollziehen. Wurche ist unnahbar, die Veränderungen, die sie durchläuft fand ich nicht immer stimmig. Ansonsten gab es noch allerlei völlig austauschbare Nebenfiguren, die die Handlung mehr schlecht als recht bevölkert haben. Ich hätte mir außerdem etwas mehr Überblick über gesellschaftliche und historische Hintergründe gewünscht; da mir zu dieser Epoche Infos fehlen, spielte die Geschichte für mich im luftleeren Raum. Stände es nicht im Klappentext, ich wüsste noch nicht einmal wann die Handlung angesiedelt ist. Apropos Klappentext: die angedeutete Liebesgeschichte ist bei weitem nicht so dominierend wie erwartet. Ich fand das gut, wer allerdings eine Lovestory vor historischem Hintergrund erhofft, der wird enttäuscht sein. Insgesamt fand ich „Die Frauen von Salaga“ nicht völlig verkehrt, die Story ist aber doch hinter meinen Erwartungen zurück geblieben.

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Rezension zu "Die Frauen von Salaga" von Ayesha Harruna Attah

Leben in Afrika
Cleo15vor 2 Tagen

Die Geschichte kennt viele Kriege und viel Erbarmungslosigkeit. Vor allem Frauen mussten und müssen auch immer noch dafür kämpfen, selbstständig agieren zu dürfen. Auch die afrikanischen Länder kennen das zu genüge. Und so schildert die ghanaische Autorin  Ayesha Harruna Attah in ihrem Buch „Die Frauen von Salaga“ auch ein erschütterndes Bild vom Leben zweier Frauen.

Inhalt:

Aminah und Wurche sind zwei junge Mädchen, die auf vollkommen unterschiedliche Weise aufwachsen. Aminah ist die Tochter eines Schusters. Sie wächst in einem kleinen Dorf auf und verkauft Essen an Karawanen, die öfter vorbeiziehen. Sie ist ein ruhiges, verträumtes Mädchen, was die Welt außerhalb ihres Dorfes nur vom Hörensagen kennt. Wurche ist dagegen eine Königstochter. Sie kennt sich nicht nur in der Politik des Landes aus- sie will auch mitbestimmen. Beide wollen selbst Herr über ihr Leben sein. Doch dann wird Aminah zu einer Sklavin und Wurche wird zwangsverheiratet. Ein selbstbestimmtes Leben gibt es nicht mehr.

Charaktere:

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich. Wurche hat Kampfgeist, Durchsetzungsvermögen und keine Angst, sich einen kleinen Funken Eigenständigkeit auch auf verbotenem Weg wiederzuholen. Anfangs fand ich sie eher abgehoben und kalt. Doch später hat sie den Männern die Stirn geboten und ihre eigenen Gedanken, z. Bsp. der Sklaverei gegenüber überdacht. Damit hat sie eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht.

Aminah hat alles verloren- doch sie hat durchgehalten. Sie musste viel Unmenschliches durchmachen und hatte am Ende großes Glück. An den Schmerzen und Strapazen ist sie gewachsen. Sie ist vom verträumten kleinen Mädchen zu einem starken Charakter herangewachsen.

Die anderen Charaktere hatten meist nur kleine Nebenauftritte und sind auch schnell wieder verschwunden. Bei einigen würde ich mir wünschen, mehr über ihre Zukunft erfahren zu können, aber das ist den beiden Mädchen auch nicht möglich. Und warum sollte der Leser mehr wissen, als sie?

Schreibstil:

Ayesha Harruna Attah schreibt nicht kompliziert doch mit einigen schönen Beschreibungen. Anfangs habe ich das Buch eher als Jugendbuch empfunden, doch dafür war es dann vielleicht zu brutal. Das Buch lässt sich wunderbar flüssig lesen, auch die fremdländischen Namen und Begriffe sind kein Problem. Ich hätte mir noch ein paar mehr kleine, eingestreute Details gewünscht, da mir die afrikanische Kultur doch noch sehr fremd ist.

Fazit:

„Die Frauen von Salaga“ erhält von mir 4 Sterne. Es ist ein gutes Buch, doch es hat noch Luft nach oben.

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Rezension zu "Die Frauen von Salaga" von Ayesha Harruna Attah

Ein Blick nach Ghana und zu den Gurma von einer ghanaischen Autorin
reneevor 2 Tagen

Ayesha Harruna Attah schreibt hier einen Roman, der für mich zur Unterhaltung zählt. Eine spannende Unterhaltung, eine spannende Geschichte. Aber kaum literarisches, ab und zu mal einen Satz, der ins Auge springt, aber eigentlich ist es eine recht einfache Literatur, eine einfache Sprache. Aber dieses Buch hat viel Informatives, gewährt Einblicke in das Ghana des späten 19. Jahrhunderts und in das Leben der Gurma, eines Volkes im heutigen Burkina Faso und in angrenzenden Gebieten, beschreibt Landschaften und ihre Völker, beschreibt Kulturlandschaften und deren Kommunikation untereinander, beschreibt von diesem kleinen Teil von Afrika die Vielfalt der Völkerschaften, die dort leben, und auch deren Unterschiede. Daraus könnte der interessierte Leser auch schließen, was für eine Vielfalt Gesamtafrika zu bieten hatte und hat. Ebenso beschreibt dieses Buch die Unterschiede von Mann und Frau, wer allzu eingeengt liest, wird darin auch oder nur die Unterdrückung der Frau feststellen, wer genauer liest, wird gewisse Feinheiten entdecken, weibliche muslimische Gelehrte etwa, wird von mächtigen afrikanischen Königinnen erfahren, jeder aber wird in einer einfachen Geschichte erfahren, was starke Frauen schaffen könnten. Aber man sollte ebenso wissen, dass das Matriarchat viele Inseln im ansonsten patriarchalen Afrika hatte. Aber Frauen trotzdem auch im Patriarchat nicht überall unterdrückt wurden. Dieses Buch geht auch auf politisch/wirtschaftlich geknüpfte Ehen ein, thematisiert deren Folgen, thematisiert die Polygamie, allerdings alles sehr einfach und anschneidend, in die Geschichte passend, nicht größer/stärker darauf eingehend. Leider. Ebenso wird der Sklaverei Platz geschenkt, auch über das Vergrößern dieses Handels und die Gründe dafür wird gesprochen, ebenso was es bedeutet Sklave zu sein, als Sklave zu leben. Auch der Islam im westlichen Afrika wird thematisiert, allerdings ebenso kurz. Ebenso wird über das Wirken der europäischen Kolonialherren in Afrika geschrieben. All diese genannten Informationen sind aber sehr vielfältig von ihrem Betrachtungsrahmen her gewählt, die Autorin versucht auf die verschiedenen Blickwinkel der verschiedenen Parteien einzugehen, alles unparteiisch zu formulieren, in dem sie jede Partei zu Wort kommen lässt. Das gelingt ihr recht gut. Ich hätte mir aber etwas mehr Vollständigkeit bei vielem gewünscht, aber bei all diesen genannten Thematiken Vollständigkeit zu erzielen ist ein heftiges Unterfangen, würde das Medium Buch sprengen, würde eher einen Fünf Teiler füllen. Und wer liest so etwas? Vielleicht schafft dieses alles ankratzende Buch Neugier beim geneigten Leser, und wer dieser Neugier nachgeht, schafft sich mehr Wissen zum Thema Afrika. Insgesamt ist dieses Buch eine einfache, aber spannende Geschichte, aber durch die Menge an Informationen zu westafrikanischen Themen definitiv herausragend. Und es ist ein Buch, in dem eine ghanaische Autorin einen Blick auf ihr Afrika in der Zeit der europäischen Kolonisatoren wirft. Interessant!


Zur Geschichte: Zwei Frauen sind hier die Hauptpersonen, einmal befinden wir uns bei den Gurma, einem Volk im heutigen Burkina Faso, wir haben hier Aminah, Tochter eines Lederhandwerkers, die einmal wie ihr Vater Schuhe herstellen will, nicht durch eine Heirat einen Versorger finden, sondern durch eigene Arbeit für ihren Lebensunterhalt sorgen möchte. Und auf der anderen Seite befinden wir uns Salaga in Zentralghana, bei den Gonja, hier begegnen wir Wurche, Tochter einer der drei königlichen Clans von Salaga, diese Frau ist an der politischen Macht und an einem selbst bestimmten Leben interessiert. Beide Frauen müssen erkennen, dass das Leben selten das bereit hält, was man sich wünscht. Auf die eine wartet die Sklaverei und auf die andere eine aus politischen Gründen eingefädelte Ehe. Und beide versuchen ihr Leben in ihnen angenehme Richtungen zu lenken. 

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Gespräche aus der Community

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Eine Sklavin und ihre Herrin.
Ihr gemeinsamer Traum: Freiheit

Wir befinden uns im Westafrika des 19. Jahrhunderts. Während an der Goldküste die Europäer das Zepter schon fest in der Hand haben, sind die Machtverhältnisse im Inland weniger klar: Verschiedene Familien beanspruchen die Macht für sich und berüchtigte Reiter überfallen Dörfer, in denen sie ihr eigenes Volk gefangen nehmen und als Sklaven verkaufen. 

Aminah wird Opfer eines solchen Überfalls und landet als Sklavin in Salaga – wo sie von Wurche, der Tochter der herrschenden Königsfamilie, gekauft wird. Fortan verbindet die beiden Frauen nicht nur ihre Beziehung als Sklavin und Herrin. Denn nicht nur Aminah wünscht sich ein Leben in Freiheit – auch Wurche würde viel lieber selbstbestimmt leben und gemeinsam mit ihrem Vater das Land regieren anstatt eine strategisch günstige Ehe einzugehen....


Werden Aminah und Wurche einen Weg in die Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben finden? In "Die Frauen von Salaga" von der ghanaischen Autorin Ayesha Harruna Attah erfährst du es! Sei bei unserer Leserunde dabei und gewinne eines von 35 Exemplaren des Romans aus dem Diana Verlag!

Beantworte uns dazu die folgende Bewerbungsfrage bis zum 7. April 2019: 

Noch immer werden wenige afrikanische AutorInnen ins Deutsche übersetzt! Habt ihr schon einmal etwas von einem/einer AutorIn aus einem afrikanischen Land gelesen oder steht ein solches Buch auf eurem Wunschzettel?


Bist du noch kein Literatursalon-Mitglied? Hier kannst du jederzeit beitreten! Alle Infos findest du hier und in unserer Literatursalon-Plauderecke!

Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

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