Ayn Rand Hymne

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Inhaltsangabe zu „Hymne“ von Ayn Rand

Die deutsche Erstausgabe von Ayn Rands Frühwerk Anthem. Eine starke Novelle, die den leitenden Gedanken ihres Hauptwerks Atlas Shrugged schon kräftige Konturen gibt. Das Buch stellt sich mit prinzipiell sehr ähnlichen stilistischen Mitteln wie George Orwell und Aldous Huxley gegen deren Sozialromantik und Fortschrittsfeindlichkeit. Ein Klassiker freiheitlicher Literatur, der mit den nur Ayn Rand gegebenen Mitteln glänzt, Philosophie auratisch zu vermitteln: In der Morgendämmerung der Großen Wiedergeburt verbrannten die Schriften der Verbotenen Zeiten. Das in Jahrtausenden angesammelte Wissen der Bösen ging im Feuer unter. Es gab keine Wolkenkratzer mehr, keine Autos, keine Eisenbahnen, keine Kinos, keine Telefone, keine Glühlampen. Aber es gab von Generation zu Generation weitergeflüsterte Mythen über die Verbotenen Zeiten. Sie erzählten von unfasslichen Wundern. Ein junger Mann stößt zufällig auf die Reste eines dieser Wunder und beginnt eine intellektuelle Entdeckungsreise, die ihn auf die Fährte eines verloren gegangenen Wortes bringt - eines Wortes, auf das die Todesstrafe steht.

Kampf eines einzelnen gegen den kommunistischen Staat nach dem vermutlich 3. Weltkrieg wird genial geschildert.

— cynthor
cynthor
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  • Kommunistische Dystopie

    Hymne
    cynthor

    cynthor

    09. May 2017 um 17:32

    Inhalt In einer fernen Zukunft befindet sich die Menschheit wieder auf dem technologischen Stand eines späten Mittelalters – erst kürlich wurde die Kerze erfunden. Die Menschen kennen nur die Gemeinschaft und eine extreme Form des Kommunismus. Egoismus hingegen ist nicht nur verboten, sondern gänzlich unbekannt. Gleichheit 7-2521, aufgrund seiner Aufmüpfigkeit zum Dasein eines Straßenkehrers verdonnert, erforscht verbotenerweise die menschliche Historie. Als seine Versuche, die anderen Menschen mit seinen neuen Erkenntnissen in eine bessere Zukunft zu führen, scheitern, flieht er mit seiner Geliebten in die Wälder. Meinung Hymne ist eine Dystopie mit vielen klassischen Elementen, aber auch interessanten Details, die sie von anderen unterscheidet. Dass die Menschheit nach einem weiteren (zweiten oder dritten) Weltkrieg ihre Hochtechnologie nicht erhalten kann und wieder auf eine primitivere Zivilisationsstufe zurückfällt, ist ein Schachzug, der viel Spielraum schenkt, ohne zu einer Entfremdung von Leser und Welt des Werkes zu führen. Gerade weil der Leser mit einer mittelelalterlichen Welt so vetraut ist, findet er sich schnell in diese ein. Der extreme Kommunismus, der ählich wie der Gemeinschaftssinn in „Wir“ aufgezogen ist, spiegelt sich vor allem in der brillanten „Suche“ nach dem verbotenen Word Ego bzw. Ich wieder. Bis auf den letzten Abschnitt, der sich mit den visionären Zielen und Hoffnungen von Prometheus befasst, taucht kein einziges Mal das Wort „Ich“ auf, weil selbst der Potagonist von sich selbst als „Wir“ spricht und die Gesamtheit mit einbezieht. Überaus nett, und gleichzeitig traurig,  ist das Gestammel der Goldenen, die nicht einmal die Liebeserklärung per se, den Satz „Ich liebe dich“ formulieren kann, weil weder die Begriffe ich noch dich, geschweige denn ihre Bedeutungen existieren. Zu guter Letzt sei noch die Namensgebung erwähnt. Die Charaktere sind nach eher links-spezifiischen Schlagworten wie Gleichheit, Internationalität oder Freiheit benannt. Als Protagonist samt Anhang dies Macht hinter dieser Namensgebung durchschauen, gegeb sie sich neue Namen. Der Erzähler nennt sich Prometheus, und in diesem Namen schwingt der griechische Feuerbringer und damit die ultimative Hoffnung auf ein neues Zeitalter mit. Die Goldene nimmt den Namen Gaia an, was  auf die Rolle der Muttergöttin hinweißt. Insgesamt also nicht die völlige Überraschung, aber aufgrund netter Einfälle trotzdem gut. Sonnige Tage und erholsame Nächte! PS: Wem der Stil meiner Rezension bzw. die Auswahl der vorgestellten Bücher gefällt, findet auf meinem Blog (https://cynthor.wordpress.com) weitere „Bücherschätze“ und auch Infos zu meinem eigenen Roman Ethopia – Erwachen

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  • Funktioniert so nicht

    Hymne
    sKnaerzle

    sKnaerzle

    Das positive zuerst: die Sprache ist faszinierend! Die Autorin beschreibt eine Kollektivgesellschaft, wo sogar die Pronomen der ersten Person verschwunden sind, man also "wir" sagen muss, wenn man "ich" meint. Außerdem will der Held seine Gesellschaft beschreiben und hat kein Vokabular dafür. Das alles macht die Geschichte wunderbar archaisch und die Lektüre ist wirklich faszinierend. Die Geschichte soll wohl eine Parabel sein, aber sie ist so weit abstrahiert, dass es kaum noch Handlung gibt, so dass weder die Geschichte funktioniert, noch eine Verbindung mit irgend einer realen Gesellschaft besteht. Ich finde den Text deshalb wenig aussagekräftig. Was als Utopie dargestellt wird, ist in meinen Augen alles andere als positiv. Die Gegenidee zum Kollektivismus ist ein radikaler Individualismus, der aber hinten und vorne nicht funktioniert. Schon dass der Held allein auf sich gestellt schwuppdiewupp Nahrung und Schutz organisieren kann ist lächerlich. Das Verhältnis zur Frau ist ärgerlich. Sie schaut bewundernd zu ihr auf und während er versucht, die Welt zu verstehen, schaut sie in den Spiegel. Außerdem lebt auch der individuelle Held von dem, was andere geschaffen haben: er nutzt die Technik der legendären Vorfahren. Und so richtig erklären, wozu der Individualismus führen soll, kann die Autorin auch nicht, der Held wird sich Freunde suchen, dass wird aber kein Kollektiv sein, sondern ein freiwilliger Zusammenschluss, was ein großer Unterschied ist. Vor allem muss er aber sofort einen Zaun ziehen und Waffen schmieden, womit über seine Utopie eigentlich alles gesagt ist. Eine Idee hat mich aber wirklich begeistert: eine Batterie, die nach Jahrhunderten noch funktioniert! Da zeigt sich, dass die Autorin wirklich phantasiebegabt ist!

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  • Rezension zu "Hymne" von Ayn Rand

    Hymne
    Musegirl90

    Musegirl90

    28. January 2010 um 00:06

    In der Morgendämmerung der Großen Wiedergeburt verbrannten die Schriften der Verbotenen Zeiten. Das in Jahrtausenden angesammelte Wissen der Bösen ging im Feuer unter. Es gab keine Wolkenkratzer mehr, keine Autos, keine Eisenbahnen, keine Kinos, keine Telefone, keine Glühlampen. Aber es gab von Generation zu Generation weiter geflüsterte Mythen über die Verbotenen Zeiten. Sie erzählen von unfasslichen Wundern. Ein junger Mann stößt zufällig auf die Reste eines dieser Wunder und beginnt eine intellektuelle Entdeckungsreise, die ihn auf die Fährte eines längst verloren gegangenen Wortes bringt – eines Wortes, auf das die Todesstrafe steht. Wieder ein sehr gutes Buch von Ayn Rand. Auch hier fällt einem mal wieder ihr unverkennbarer Schreibstil auf. Insgesamt finde ich diese mehr oder weniger kurz gefasste dystopische Geschichte sehr ausdrucksstark. Durch die Erzählweise in der dritten Person Plural merkt man deutlich, dass das Individuum in dieser Gesellschaft nicht von Bedeutung ist und nur das „Wir“ zählt, am Anfang ist diese Erzählweise jedoch etwas gewöhnungsbedürftig. Diese Dystopie wäre auf Englisch, sofern sie bekannter wäre eine sehr gute Schullektüre, da das Buch mit knapp 100 Seiten sehr Schüler freundlich ist. Ein großes Manko hat das Buch jedoch, mit 12€ für die deutsche Version ist es doch deutlich überteuert, da würde ich eher die englische Version empfehlen, die man für deutlich weniger Geld bekommen kann.

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  • Rezension zu "Hymne" von Ayn Rand

    Hymne
    MissAusten

    MissAusten

    26. January 2010 um 16:09

    Welchen Namen tragt ihr? "Wir sind Gleichheit 7-2521" Wie könntet ihr über ihre Gesellschaft sagen? "Wir sind in allem eins und eins in allem. Es gibt keine Menschen, sondern nur das große WIR. Einzig und unteilbar und für immer. Der Wille unserer Brüder geschehe und wir sind glücklich in unserem Handeln." Allein dieser fiktionale Wortwechsel zeigt, dass der Protagonist in einer dystopischen Gesellschaft lebt, in der das Wort "Ich" nicht im alltäglichen Sprachgebrauch vorhanden ist. Der Individualismus wird durch das Kollektiv verdrängt. Von Klein auf werden die Menschen mit Verboten erzogen, die sie nie überschreiten dürfen. Darunter ist das Nachfragen, die freie Wahl des Berufes oder Bevorzugung zu fassen. Im Laufe der Handlung bricht er Vorschriften und kommt zu einer großen Erkenntnis, die ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen möchte. Die Novelle ist zwar sehr kurz, aber hat große Wirkung. Die Kritik am System ist ein immer wiederkehrender Aspekt in ihren Werken und dieses Werk ist genauso wie "Der Ursprung" und "Vom Leben unbesiegt" zu empfehlen. Leider sind diese nur sehr schwer zu bekommen oder überteuert.

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