Ayobami Adebayo

 4.4 Sterne bei 38 Bewertungen
Autorin von Bleib bei mir, Bleib bei mir und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ayobami Adebayo

Zwischen Tradition und Moderne: Ayọ̀bámi Adébáyọ̀ wurde 1988 im nigerianischen Lagos geboren. Sie studierte Englische Literatur an der Obafemi Awolowo University sowie Kreatives Schreiben an der Universität von Ostanglien. Bevor sie 2017 ihren Debütroman „Stay with me“ (deutsch: „Bleib bei mir“, 2018) veröffentlichte, erschienen ihre Geschichten in zahlreichen Zeitschriften. „Bleib bei mir“ wurde von den Kritikern hochgelobt und war bereits für mehrere Preise nominiert, darunter den Baileys Women`s Prize for Fiction, den Welcome Book Prize und den Mobile Prize for Literature. Außerdem kam der Roman in die engere Auswahl für den International Dylan Thomas Prize. Das Buch spielt in Nigeria. Es handelt von dem Liebespaar Yejide und Akin und dem Wunsch nach einem gemeinsamen Kind. Allerdings müssen sie für die Erfüllung dieses Wunsches kämpfen, denn Yejide wird nicht schwanger. Nach dem Willen von Akins Mutter soll eine zweite Frau ihm ein Kind gebären, aber das will Yejide unbedingt vermeiden. Eine Geschichte von emotionaler Kraft, voller Weisheit und vielschichtig. Tief berührend beschreibt Ayọ̀bámi Adébáyọ̀ das Schicksal einer Frau. Der Roman wurde in dreizehn Länder verkauft.

Alle Bücher von Ayobami Adebayo

Bleib bei mir

Bleib bei mir

 (32)
Erschienen am 01.08.2018
Bleib bei mir

Bleib bei mir

 (3)
Erschienen am 01.08.2018
Bleib bei mir

Bleib bei mir

 (0)
Erschienen am 01.08.2018
Stay With Me

Stay With Me

 (3)
Erschienen am 01.03.2018

Neue Rezensionen zu Ayobami Adebayo

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brokkolinos avatar

Rezension zu "Bleib bei mir" von Ayobami Adebayo

Berührende Schicksale, Land, Kultur, Politik - eine große Geschichte
brokkolinovor einem Monat

Aufgrund des veröffentlichten Inhaltsangabe, hatte ich zuerst einen Roman über eine für ihre Liebe kämpfende Frau erwartet, mit viel Aufregung, dramatischen Szenen und zwischendurch sicherlich die ein oder anderen Verzweiflungsgedanken/-taten.

Aber es kam anders als erwartet. Und hat mich nach ein paar Seiten des „wie jetzt… hä?!“ ziemlich schnell gepackt und sehr berührt.

Die Familiengeschichte wird abwechselnd von Yejide und Ihrem Ehemann Akin erzählt, mit ihren eigenen Gedanken und Sorgen. Dabei schwingt stets die tiefrührende Liebe für einander mit - die Liebe, die über Romantik und Wortbekundungen hinausgeht, und vor allem Fürsorge, Wertschätzung und Partnerschaft bedeutet. Die beiden machen sehr viele Schicksalsschläge durch und es sammeln sich immer mehr Belastungen, die zwischen ihnen stehen. Im letzten, dritten Teil schauen wir den beiden dabei zu, wie sie mit Verlust und Sehnsucht kämpfen und wir wissen bis kurz vor Ende nicht, ob Happy or Bitter End.

An sich mag ich selten Romane, die immer wieder zu mehrmonatigen oder mehrjährigen Zeitsprüngen ansetzen und wenn die dargestellte Zeit dann nicht viel Drive hat, sondern eher beschreibend und plätschernd dahinläuft (deswegen mag ich keine historischen Romane à la Gablé). Doch ich las weiter, weil mir der übrige Stil, die Beschreibung der Gefühle, die Dialoge und die Wendungen sehr gefielen.  Bei manchen Dialogen (mit der älteren Generation) war ich mir nicht sicher, ob es an der Übersetzung lag, aber ich fand die Sprechart der älteren Damen dann überzogen, so gefühlt kurz vor Klischee. Wir erfahren auch viel über Nigeria, seine Politik- und Machtverhältnisse und die brodelnde Unruhe in den 1980er Jahren. Adebayo arbeitet diese Aspekte bestmöglich nebenbei-erzählend ein; ich fand trotzdem, dass diese Parts immer sehr auffielen und unterrichtend wirkten. Nichts desto trotz interessant, ich habe dann oft auf dem Handy nebenbei nochmal die Namen und Jahreszahlen durch die Online-Suche gejagt für mehr Input diesbezüglich.

Ich kann dieses Buch jeder/jedem empfehlen, die/der gerne Romanhandlungen über mehrere Jahre genießt, mehr über Nigeria, seine damaligen Geschlechterrollen und die Bedeutung von Bildung und Glauben im Alltag erfahren möchte und jeder/jedem, die/der einfach mal wieder ein gutes Buch mit Mehrwert braucht.

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TochterAlices avatar

Rezension zu "Bleib bei mir" von Ayobami Adebayo

Nigerianische Familienverhältnisse
TochterAlicevor einem Monat

lernen wir in diesem tragischen und gesellschaftskritischen, dabei literarisch durchaus anspruchsvollen Roman der Autorin kennen: Yejide und Akin haben aus Liebe geheiratet. Doch das ersehnte Kind bleibt zunächst aus - in der hier beschriebenen sozialen Struktur ein No Go. Deswegen führt die Schwiegermutter eine Zweitfrau für ihren Sohn ein, was er sich - zwar nicht begeistert, aber dennoch - gefallen lässt.

Zunächst lebt diese Junge Frau woanders, bis sie ihren eigenen Willen spielen lässt und dies ändert. Und so nehmen die Ereignisse ihren verhängnisvollen Lauf.

Ein Roman, dessen Inhalte für mich so fremd sind wie ein Märchen, auch wenn sie so gar nichts Märchenhaftes an sich haben. Und - wie so oft in fremden Kulturen - sehr, sehr schwer nachzuvollziehen. Denn Yejide ist eigentlich eine moderne Frau, eine mit viel Kraft und Charisma, die auf ihren Mann einen gewissen Einfluss hat. Eigentlich. Denn gewisse Verhaltensweisen, Kenntnisse und Fertigkeiten, die für Westeuropäer vollkommen normal sind, sind in ihren Kulturkreisen absolut tabu. 

Ein in eindringlichem Stil verfasster Roman, der an die Grenzen geht - allerdings an vollkommen andere als die mir bisher bekannten. Und zwar in jeder Hinsicht. Ein aufwühlender Roman mit einigen kraftvollen Szenen, die sich aber aus meiner Sicht nicht durch das ganze Buch ziehen.

Für mich bleibt die Frage, ob es in der Gesellschaft Nigerias legitim bzw. überhaupt möglich ist, anders zu reagieren in der vorliegenden Situation. Natürlich hat die Autorin den Roman nicht primär für westeuropäische oder auch nordamerikanische Leser geschrieben - dennoch fühlte ich mich schlecht informiert über Nigeria in jeglicher Hinsicht, während ich das Buch las. in der Regel hilft mir in derartigen Situationen die Beschäftigung mit Geschichte und Politik des Landes, auch mit weiteren Phänomenen beim Verständnis der Lektüre - hier war das nicht der Fall. So blieb ich mit dieser durchaus faszinierenden Geschichte ein wenig hilflos zurück.

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Lia48s avatar

Rezension zu "Bleib bei mir" von Ayobami Adebayo

Sehr bewegend!
Lia48vor 2 Monaten

INHALT:
Sie waren sich einig: Es wird keine weitere Frau in ihrer Ehe geben, auch wenn es nach nigerianischer Sitte sonst durchaus üblich ist.
Yejide wünscht sich so sehr ein Kind. Doch als sich nach längerer Zeit und großem Bemühen immer noch kein Nachwuchs ankündigt, fädelt die Schwiegermutter ein, dass ihr Sohn eine zweite Frau heiratet.
Yejide ist tief verletzt. Wie konnte Akin ihr das nur hinter ihrem Rücken antun!?
Um ihre Ehe zu retten, muss sie nun schwanger werden! Und dafür nimmt sie alles in Kauf...


MEINUNG:
Der Schreibstil von Ayobami Adebayo wirkte auf mich flüssig. Schon nach wenigen Seiten war ich mitten in der Geschichte angelangt und flog regelrecht durch das Buch.
Ich konnte es kaum auf die Seite legen, da mich die Geschichte sehr gefesselt hat. Dies lag sicherlich auch mit an der interessanten Themenwahl. Inhalte wie z.B. Polygamie, Kinderwunsch, Rolle der Frau, Familie, Sitten und Traditionen in Nigeria, sowie politische Unruhen wurden im Verlauf des Buches behandelt.
Die Thematiken an sich sind wie dafür gemacht, um den Leser auf emotionaler Ebene anzusprechen. Auch hierbei konnte mich die Autorin immer wieder von Neuem erreichen und begeistern.
Über die interessanten Figuren mit ihren Eigenarten wunderte ich mich manchmal, dann ärgerte ich mich und regelmäßig fieberte ich mit ihnen mit, besonders mit Yejide.
Die Geschichte beinhaltet einen Strang in der Gegenwart und einen in der Vergangenheit. Meistens wird aus Yejides Perspektive erzählt, die sich mit der Sichtweise von ihrem Mann Akin abwechselt. Hier hätte ich mir einige Male eine Überschrift gewünscht, aus wessen Sicht gerade berichtet wird. Für mich hätte es dann noch ein bisschen strukturierter gewirkt.
Gegen Ende gab es für mich ein paar wenige Längen. Diese entstanden dadurch, dass Yejide sich über einen Zeitraum von ihren Mitmenschen abgegrenzt hat. Dabei hatte ich jedoch das Gefühl, dass sie sich gleichzeitig auch zu mir als Leser etwas distanzierte.

FAZIT: All die emotionalen Momente, die bewegenden Themen und ein großartiger Schluss, machen es trotz ein paar Längen gegen Ende, für mich zu einem großartigen Debüt! Deshalb gibt es von mir 4,5 Sterne und eine große Leseempfehlung!

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