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von Ayobami Adebayo 
4,5 Sterne bei25 Bewertungen
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Positiv (22):
Amilyns avatar

Anfangs war ich nicht begeistert, doch mit jeder Seite hat sich die Geschichte tiefer in mein Herz gegraben

Kritisch (1):
Kat_Von_Is avatar

Interessante Thematik. Tragisch & Traurig. Dennoch fehlt mir das gewisse Etwas und ich konnte mich null mit dem Buch identifizieren.....

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Inhaltsangabe zu "Bleib bei mir"

Yejide hofft auf ein Wunder. Sie will ein Kind. Ihr geliebter Mann Akin wünscht es sich, ihre Schwiegermutter erwartet es. Sie hat alles versucht: Untersuchungen, Pilgerreisen und Stoßgebete – vergeblich. Dann nimmt ihre Schwiegermutter das Heft in die Hand und stellt Akin eine zweite Frau zur Seite. Eine, die ihm ein Kind schenken kann. Dabei haben sich Akin und Yejide entgegen der nigerianischen Sitten entschieden, keine zweite Frau in die Ehe zu holen. Doch jetzt ist sie da, und Yejide voller Wut und Trauer. Um ihre Ehe zu retten, muss sie schwanger werden – aber um welchen Preis? Ayọ̀bámi Adébáyọ̀s Debütroman erzählt mit emotionaler Kraft eine universelle Geschichte. Wie viel sind wir bereit zu opfern, um eine Familie zu bekommen?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492058902
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.08.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.08.2018 bei OSTERWOLDaudio erschienen.

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    19angelika63s avatar
    19angelika63vor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Tolle Geschichte, die immer wieder mit neuen Wendungen überrascht!
    "Bleib bei mir" von Ayòbámi Adébáyò

    Klappentext
    Yejide und Akin wünschen sich ein Kind. Doch selbst nach ein paar Jahren Ehe wird Yejide nicht schwanger. Sie hat alles versucht: medizinische Behandlungen, Pilgerreisen, Stoßgebete - ohne Erfolg. Da greift ihre Schwiegermutter Martha ein. Sie findet, ihr Sohn hat das Recht auf ein Kind. Und obwohl Akin und Yejide sich bewusst gegen die nigerianische Tradition entschieden haben, setzt Martha sich durch. Eines Tages trifft Yejide in ihrem Wohnzimmer auf Funmi, eine junge und schöne Frau. Yejide ist voller Wut und Trauer. Sie weiß: Der einzige Weg, ihre Ehe zu retten, ist schwanger zu werden. Aber um welchen Preis?



    "Ich war nicht dumm. Ich wusste, es war nur eine Frage der Zeit, bis Moomi auftauchen und dafür sorgen würde, dass Funmi bei uns wohnte. Wenn ich mich mit Funmi anlegte, würde ich alles nur noch schlimmer machen. Moomi könnte mich auffordern zu gehen, obwohl Akin mir auch weiterhin sagte, wie sehr er mich liebe, glaubte ich ihm nicht mehr. Aber ich wollte ihm glauben. Ich hatte keinen Vater, keine Mutter und keine Geschwister. Akin war der einzige Mensch auf der Welt, der tatsächlich merken würde, wenn ich verschwinden sollte." (Seite 96/ 97)

    Yejide und Akin sind ein modernes Paar in den 1980zigern in Nigeria. Sie leben ihr Leben und lassen sich von den Traditionen der Familien nicht vereinnahmen. Zu ihrem Glück fehlen nur noch Kinder. Doch auch als Yejide nach Jahren immer noch kein Kind bekommen hat, schleppt ihre Schwiegermutter eine Zweitfrau für ihren Sohn an. Denn sie ist der Meinung, dass es dem Ansehen der Familie schadet, wenn der Sohn nicht endlich ein Kind zeugt. Ferner habe ihr Sohn ein Recht auf ein Kind und wenn Yejide das nicht leisten kann, dann muss eben nach nigerianischer Tradition eine Zweitfrau her, die dem Sohn ein Kind schenken kann.

    Yejide ist verzweifelt und versucht alles ... und schließlich scheint sie schwanger zu sein. Doch es ist nur eine Scheinschwangerschaft. Alle erkennen dies, nur Yejide will dies nicht wahrhaben. Schließlich erkennt sie, dass sie durch ihren großen Wunsch ein Kind zu bekommen, in eine Scheinwelt geflohen ist.

    "Die Gründe dafür, dass wir bestimmte Dinge tun, sind nicht immer die Gründe, an die andere sich später erinnern. Manchmal glaube ich, dass wir Kinder bekommen, damit jemand der Welt erklären kann, wer wir waren, wenn wir eines Tages fort sind." (Seite 163)

    Nach einer Zeit der Aufarbeitung wird Yejide doch endlich schwanger. Beide freuen sich auf ihr erstes Kind. Die Zweitfrau ist kein Thema mehr innerhalb der Familie. Doch kurz nach der Geburt verliert Yejide ihr Kind. Später wird sie wieder schwanger, und auch dieses Kind verliert sie. Nur weiß man jetzt, dass sie beide Kinder auf Grund einer seltenen Krankheit, der Sichelzellenanämie, verloren hat. Als Yejide ein drittes Kind bekommt und dies auch wieder mit dem Tod ringt, verlässt sie die Familie, weil sie einen weiteren Verlust nicht verkraftet.

    "Die Wahrheit kann man nicht verbergen. So wie kein Mensch mit bloßen Händen die Sonne verbergen kann, kann man auch die Wahrheit nicht verbergen." (Seite 268)

    Dieses Buch ist wirklich sehr bewegend, ohne dabei kitschig zu sein. Es zeigt ein modernes Paar in einem sehr traditionellem Nigeria. Doch obwohl im ersten Augenblick eben diese Tradition im Mittelpunkt der Geschichte zu stehen scheint, bietet dieses Buch noch viel mehr.

    Es zu einem der starke Kinderwunsch ein Thema. Yejide versucht alles, um schwanger zu werden. Beide lassen sich untersuchen ohne Ergebnis. Sie geht auf Pilgerreisen und lässt sich auf medizinische Experimente ein. Nichts bringt ihnen das ersehnte Kind. Schließlich flüchtet sich Yejide in ihrem Kummer in eine Scheinschwangerschaft, die letztendlich auch nur Kummer bringt. Gerade dieser Aspekt innerhalb der Geschichte fand ich sehr interessant, da ich bisher wenig darüber gelesen oder gehört habe. Ich habe gedacht, dass es dies eher nur bei Tieren gibt.

    Und dann ist ein weiterer Themenpunkt die Sichelzellenanämie. Auch das war für mich sehr interessant dargestellt. Ich habe von dieser Krankheit gehört und hatte ein wenig Grundinformation dazu, doch hier bekomme ich noch einmal einen kleinen weiteren Einblick.

    "Ich wusste, dass ich genauso in die Lüge verstrickt gewesen war wie er, vielleicht sogar noch mehr - denn wahrscheinlich hatte er zumindest sich selbst die Wahrheit eingestanden. Ich selbst hatte sie mir nicht eingestehen können, bis Donut sie ausgesprochen hatte. Akin war doch die Liebe meines Lebens. Bevor ich Kinder bekommen hatte, war er meine Rettung vor der Einsamkeit in der Welt; er durfte keine Fehler haben. (...) Ich hatte mir gesagt, ich würde meinen Mann respektieren. Hatte mir eingeredet, dass mich mein Schweigen zu einer guten Frau mache. Aber die größten Lügen sind oft die, die wir uns selbst erzählen." (Seite 307)

    Mich hat dieses Debüt von Ayobami Adebayo sehr berührt. Diese Verzweiflung und Kampf Yejides ein Kind zu bekommen, der Verlust selbiger und der Hoffnung jemals ein gesundes Kind zu bekommen sind einfach unglaublich gut erzählt und nachvollziehbar. Was der Geschichte einen spannenden Touch verliehen hat, waren die Unglaublichen Wendungen, die die Geschichte immer wieder nimmt. Ich habe manches Mal sprachlos dagesessen, weil ich damit nicht gerechnet hatte.

    Ich habe dieses Debüt sehr gerne gelesen und freue mich jetzt schon auf weitere Bücher dieser Autorin!




    Kommentare: 1
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    AnneEstermanns avatar
    AnneEstermannvor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Yejide und Akin fehlt eines zum Glück: Ein Baby. So stellt man ihm eine Zweitfrau zur Seite und ab da spielt das Schicksal mit!
    Bleib bei mir von Ayobami Adebayo [Buchrezension]

    Zum Buch

    Yejide und Akin führen eine glückliche und auch sorglose Ehe. Er arbeitet bei einer grossen Bank, sie hat einen gut laufenden Friseursalon. Doch eines fehlt dem jungen Paar zum Glück: Ein Baby. Da sich das Glück für die junge, afrikanische Familie nicht einstellt, stellt Akins Mutter ihm eine Zweitfrau zur Seite. So, wie es auch in den Ehen von Yejides und Akins Eltern der Fall war. Und obwohl sich die beiden geschworen hatten, dass sie diesem Brauch nicht folgen würden, kommt Akin dem Wunsch seiner Mutter schliesslich nach - und letztlich auch Yejide. 

    Doch das Glück wird durch Schicksalsschläge überschattet.

    Mein Fazit

    "Bleib bei mir" von Ayobami Adebayo ist ein Roman ohne Umschweife. Die Geschichte beginnt sofort und man findet sich ohne Langatmigkeit in diese hinein. Das ist auch ein Grund, warum ich diesen Roman (fast) ein einem Zug gelesen habe. Er ist ungekünstelt und stellt dar, womit die junge Familie zu kämpfen hatte. 

    Wenn man denn an so etwas wie Schicksal glaubt, wird schnell klar, dass eine Kettenreaktion durch die Ankunft der Zweitfrau Funmi losgetreten wurde. Und dieses Ereignis überschattet das Glück der beiden Hauptprotagonisten, welche sich abwechselnd in dem Buch zu den Begebenheiten äussern.

    Das Buch ist durch die Autorin feinfühlig geschrieben worden und vor allem die Ausschweifungen wurden weggelassen. All das trägt dazu bei, dass ich diesem Buch vier von fünf Sterne gebe. 

    Ein Roman, den ich gerne weiterempfehle! 

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    Fornikas avatar
    Fornikavor 15 Tagen
    Bleib bei mir

    Yejide und Akin führen eigentlich eine glückliche Ehe, wäre da nicht die ungewollte Kinderlosigkeit. Weder Mediziner noch Bittgebete können abhelfen, der Druck durch Akins Familie wird immer größer. Kann ihre Ehe dieser Belastung Stand halten?

     Dieser Debütroman der jungen Nigerianerin hat mir wirklich sehr gut gefallen. Natürlich ist ihre Erzählung von der nigerianischen Gesellschaft geprägt, trotzdem könnte sie im Kern in jedem Land der Welt spielen. Die Kinderlosigkeit der Protagonisten, der Druck und die Trauer, die daraus resultieren werden schonungslos und ehrlich dargestellt, machen einen als Leser sehr betroffen. Man kann die beiden nur bemitleiden, zudem sich im Laufe der Handlung sehr tiefe Einblicke in die Innenleben der beiden ergeben. Man hofft und bangt mit, ist wütend über Akins Familie, freut sich über gute Nachrichten. Der Autorin gelingt es ganz hervorragend die ganze Bandbreite der Gefühle zu transportieren. Mir gefällt ihre Erzählweise recht gut, manchmal wirkt sie jedoch etwas steif und distanziert. Der flüssige Perspektivwechsel zwischen den Eheleuten sorgt für manchen Aha-Effekt und so wird einem die Tragik erst richtig bewusst.

    Ein starker Roman mit kleinen Schwächen von einer vielversprechenden Autorin.

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    Caro_Lesemauss avatar
    Caro_Lesemausvor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Ein intensiver und emotional berührender Roman
    Zwischen Tradition und Moderne

    Yejide hofft auf ein Wunder. Sie will ein Kind. Ihr geliebter Mann Akin wünscht es sich, ihre Schwiegermutter erwartet es. Sie hat alles versucht: Untersuchungen, Pilgerreisen und Stoßgebete – vergeblich. Dann nimmt ihre Schwiegermutter das Heft in die Hand und stellt Akin eine zweite Frau zur Seite. Eine, die ihm ein Kind schenken kann. Dabei haben sich Akin und Yejide entgegen der nigerianischen Sitten entschieden, keine zweite Frau in die Ehe zu holen. Doch jetzt ist sie da, und Yejide voller Wut und Trauer. Um ihre Ehe zu retten, muss sie schwanger werden – aber um welchen Preis?


    Adebayo ist mit diesem Roman ein berührendes Debüt gelungen. Für mich war es ein intensives Leseerlebnis, das mich in eine bisher fremde Kultur eintauchen ließ. Die kulturellen Themenfelder Tradition und (Aber-)Glaube vermischen sich mit den emotionalen der Mutterliebe, Ehe, Polygamie und Liebe allgemein. Adebayo schafft es dabei, nicht kitschig oder rührselig zu werden, den Leser aber dennoch tief zu berühren - Eine faszinierende Mischung, die mich sehr gefesselt hat. 
    Abwechselnd kommen Yejide und Akin aus der Ich-Perspektive zu Wort. Das fand ich gut gelöst, weil sich so noch mehr Dinge erfahren ließen und insbesondere das Bild der Ehe abgerundet wurde. Gleichzeitig behalten beide gewisse Dinge für sich und legen zunächst nicht alles offen. Viele Geheimnisse kommen so erst Stück für Stück ans Licht, was mich emotional noch mehr teilnehmen ließ. Es fühlte sich für mich häufig so an, als würde mir tatsächlich jemand seine Lebensgeschichte erzählen - da würde man auch nicht unbedingt sofort alles offen legen. 

    Fazit:
    Ein unglaublich intensiver, berührender Roman, den ich so schnell nicht vergessen werde. Die Geschichte bleibt im Kopf und macht nachdenklich. Die Autorin werde ich definitiv im Auge behalten und empfehle dieses Buch wärmstens weiter!

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    MotteEnnas avatar
    MotteEnnavor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Gibt Einblicke in ein ganz anderes Familienverständnis. Dennoch bleibt eine Distanz zu den Protagonisten bestehen.
    Familie ist nicht gleich Familie

    http://buecherregalschaetze.blogspot.com/2018/09/bleib-bei-mir-ayobami-adebayo.html

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    Kat_Von_Is avatar
    Kat_Von_Ivor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Interessante Thematik. Tragisch & Traurig. Dennoch fehlt mir das gewisse Etwas und ich konnte mich null mit dem Buch identifizieren.....
    Tragische & traurige Liebes- und Lebensgeschichte

    Ein interessantes Buch über eine dramatische Liebes- und Lebensgeschichte und über das Leben in Nigeria. Traditionen und Bräuche gibt es in jeder Kultur. Einige aus Nigeria/Afrika, die in diesem Buch beschrieben werden, machen mich sprachlos und lassen mich nur mit dem Kopf schütteln. Es hat mich teilweise wütend gemacht beim lesen. Nichts gegen Traditionen und Bräuche aber das zu lesen macht mich wahnsinnig. 😡 Ich kann mich null damit identifizieren und will es auch gar nicht..... Das Frauen wie Brutmaschinen behandelt werden weil sie sonst Schande über die Familie bringen. Das Männer mehrere Frauen haben um genug Kinder geschenkt zu bekommen. Das sie das von Generation zu Generation eingetrichtert bekommen und die Eltern immer noch so viel zu bestimmen haben obwohl jeder selbst ein Erwachsener Mensch ist. Yejide und Akin lieben sich wirklich aufrichtig und das merkt man auch beim lesen. Akin vergöttert Yejide und sie möchte ihm eine gute Ehefrau sein. Aber Yejide steht sich selber im Weg, durch den Druck der Traditionen und der Familien im Hintergrund, endlich Nachwuchs zu bekommen. Die andere Frau, die ihr Mann eigentlich gar nicht will, aber dennoch geheiratet hat auf Nachdruck seiner Familie, macht Yejide ebenfalls nervös. Sie wünscht sich einfach nur sehnlichst ein Kind. Durch den gemachten Druck und anderen Einflüssen geschieht dies aber lange nicht und Yejide wird immer verzweifelter..... Irgendwann klappt es mit dem Nachwuchs. Aber ihr Glück soll nicht von langer Dauer sein.... Immer mehr Geheimnisse kommen ans Licht und immer mehr Leid, je weiter man liest. Tragisch und traurig was das Leben so alles bringen kann.... Das Buch ist schön geschrieben, der Schreibstil ist manchmal ein wenig verwirrend aber dennoch ist das Buch sehr interessant. Aber mich macht es einfach nur traurig zu lesen, wie das Leben mit diesen Bräuchen und Traditionen damals in den 80ern war. Besonders schön fand ich das man die Sicht von beiden erfährt. Die Erzählungen wechseln zwischen Akin und Yejide. Beide sind Opfer ihrer Familie und ihrer Kultur. Es ist dennoch unglaublich, welche Opfer Liebe bringt, wie weit sie geht und welche Wege sie einschlägt.... Anfangs habe ich mich durch das Buch gequält, die ersten 150 Seiten waren schwer für mich, weil ich mich einfach nicht mit diesen Traditionen und Bräuchen anfreunden kann. Weil ich wissen wollte wie es ausgeht habe ich es nicht abgebrochen aber ich hatte dennoch kein positives Lesegefühl..... Für mich ist das Buch leider kein Highlight und auch sonst eigentlich mehr enttäuschend. Obwohl es am Ende ein Happy End gibt, ist die Geschichte oft zu verworren und unübersichtlich. Ich habe oft den Faden verloren. Meinerseits keine Empfehlung.....

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    Taluzis avatar
    Taluzivor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Man kann gar nicht Partei ergreifen für einen der beiden Protagonisten, weil beide Opfer ihrer Familie und ihrer Kultur sind.
    Liebe, eine unglaubliche Kraft

    Yejide und Akin sind in Afrika glücklich verheiratet. Zu dem perfekten Glück fehlt nur noch ein Kind. Yejide versucht alles: Pilgerreisen, extravagante Untersuchungen und jede Menge Opfer und Gebete. Aber die ersehnte Schwangerschaft stellt sich nicht ein. Yejide gerät immer mehr unter Druck, besonders die Familie ihres Mannes quält sie ständig mit Fragen und Tipps.

    Obwohl Akin und Yejide sich gegen die nigerianische Sitte einer Zweitfrau entschieden haben, nimmt sich Akin auf Druck seiner Familie eine weitere Frau.

    Yejide leidet und ist voller Wut und Trauer. Sie muss um jeden Preis schwanger werden. Das wird sie auch, aber damit beginnt die Familienträgodie.

    Welchen Preis ist man bereit für eine Familie zu bezahlen?


    „Bleib bei mir“ ist der Debütroman von Ayobami Adebayo. Die Autorin lebt in Nigeria, daher schreibt sie authentisch und glaubwürdig über die Lebensverhältnisse und Sitten in dem afrikanischen Land. Es ist spannend von den fremden Riten, dem Glauben und Traditionen zu lesen, die das Leben und die Menschen in Nigeria prägen.

    Die Geschichte ist fesselnd und emotional, absolut nicht kitschig. Sie lässt sich flüssig lesen. Man mag das Buch gar nicht aus der Hand legen, weil man die ganze Geschichte erfahren möchte. Durch die Perspektivwechsel lernt man sowohl Yejides und Akins Sicht kennen. Man kann gar nicht Partei ergreifen für einen der beiden Protagonisten, weil beide Opfer ihrer Familie und ihrer Kultur sind. Es ist schon unglaublich, welche Opfer Liebe bringt, wie weit sie geht und welche Wege sie einschlägt. Eine unglaubliche Kraft.

    Dieses Buch ist absolut lesenswert.

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    Buecherschmauss avatar
    Buecherschmausvor 22 Tagen
    Rotimi heißt Bleib bei mir

    Yejide und Akin sind ein modernes Ehepaar in Nigeria. Sie stammen aus recht privilegierten Verhältnissen, haben studiert und aus Liebe geheiratet. Das ist vier Jahre her. Vier Jahre, in denen beide ziemlich glücklich waren.
    Yejide selbst hat keine sehr schöne Kindheit hinter sich. Ihre Mutter starb bei ihrer Geburt und die anderen Frauen ihres Vaters – in Nigeria ist Polygamie durchaus noch verbreitet – haben sie nie richtig in die Familie integriert, sie verachtet und gepeinigt. Deshalb ist sie über die Ehe mit Akin, der die Vielehe wie sie ablehnt, so glücklich wie über die Liebe, Anerkennung und Zuwendung, die sie durch Akins Familie, insbesondere seine Mutter, erfährt. Sie leben in der südwestnigerianischen Stadt Ilesa, auch in der Ehe ist sie berufstätig, führt einen kleinen, gut gehenden Frisiersalon.
    Nur eines fehlt noch. Etwas, das besonders in den alten, den Traditionen trotz vordergründiger Modernität und Aufgeschlossenheit stark verhafteten Gesellschaften für das Glück einer Frau, einer Ehefrau, unabdingbar ist: der Nachwuchs.
    Yejide wünscht sich nichts sehnlicher. Und dieser Kinderwunsch wird zum zentralen und alles beherrschenden Thema ihres Lebens – und des Romans von Ayọ̀bámi Adébáyọ̀ „Bleib bei mir“.
    Denn nun, vier Jahre nach der Hochzeit, wir schreiben das Jahr 1985, wird der Druck durch die Familien immer größer. Akins Familie drängt den jungen Mann, sich eine Zweitfrau zu nehmen. Denn, obwohl sich beide Ehepartner ohne negative Ergebnisse medizinisch untersuchen lassen haben, muss es natürlich an Yejide liegen. Die schöne, junge Funmi wird von der Familie Akins auch gleich mitgeliefert.
    Nach anfänglicher Gegenwehr ergibt sich Akin schließlich dem Familienrat – um des lieben Friedens willen – und nimmt Funmi zur Frau. Das stürzt Yejide in eine tiefe Krise, voller Eifersucht, Neid, Trauer und Enttäuschung. Und führt natürlich in eine neue Offensive, schwanger zu werden. Auch alte Yoruba-Kulte werden von ihr nun nicht länger gescheut. Überhaupt kann man sehen, wie tief die vermeintlich moderne Yejide in den alten überlieferten Rollenmustern, Vorurteilen und Traditionen verhaftet ist. Yejide ist alles andere als eine Revolutionärin oder gar Feministin. Kaum wagt sie es, der Familie zu widersprechen oder gar deren Unwillen hervorzurufen.
    Beim Besuch eines Wunderheilers auf dem „Berg der beispiellosen Wunder“ unterzieht sie sich einer absurden Prozedur, die aber Wirkung zu zeigen scheint. Yejide wird schwanger. Doch obwohl ihre Monatsblutung ausbleibt, sie die typischen Schwangerschaftsbeschwerden hat und ihr Bauch beständig wächst, kann kein Arzt, kein Ultraschall ein Baby entdecken. Es handelt sich um eine typische Scheinschwangerschaft. Die Beziehung zwischen Yejide und Akin durchläuft dabei eine schwierige Phase. Bis eines Tages ein schreckliches Unglück geschieht.
    Selten hat mich ein Buch so durch etliche unvorhersehbare Wendungen überrascht und erstaunt wie dieser Roman von Ayọ̀bámi Adébáyọ̀. Die 1988 in Lagos geborene Autorin, die in Großbritannien studierte und einen Schreibworkshop von Chimamanda Ngozi Adichie belegte, schreibt über Liebe und Verrat, Hoffnungen und Enttäuschungen, Verluste und Trauer, packt derart viele Schicksalsschläge und Tragödien in ihre Geschichte, dass deren Aufzählung fast ein wenig überdramatisiert wirken könnte und auch die Spannung nehmen könnte. Am Ende führt die Geschichte bis ins Jahr 2008, als Yejide, sie lebt nun schon seit fünfzehn Jahren getrennt von Akin, anlässlich der Beerdigung von dessen Vater erstmals wieder zurück nach Ilesa kommt. Dies bildet den Rahmen, von der aus die Erzählungen von Yejide und Akin in die Vergangenheit zurückführen. Dabei bilden die beiden in ihrer subjektiven Wahrnehmung keine wirklich verlässlichen Erzähler. Bis zum Ende werden sie gewisse Geheimnisse nicht lüften.
    Ayọ̀bámi Adébáyọ̀ entwickelt ihre Geschichte überraschend und fesselnd. Sie ist angefüllt mit Details über den nigerianischen Alltag, weist auf politische Entwicklungen der Achtziger und Neunzigerjahre in Nigeria hin, mit Wahlkämpfen, Militärputschen, Unruhen und Korruption, und überzeugt mit einer enormen Erzählkraft. Es bleibt bis zum Ende spannend. Der Leser begleitet die durchaus ambivalent angelegten Charaktere durch die Wendungen und Schicksalsschläge ihrer gemeinsamen Zeit. Dabei wird der Roman trotz aller Tragik nie gefühlig oder gar kitschig.
    Sehr beeindruckend für einen Debütroman und nicht verwunderlich, dass er sogleich auf der Nominierungsliste für den Baileys Woman´s Prize for Fiction stand.

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    Insider2199s avatar
    Insider2199vor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Ein ganz besonderer Roman über Mutterliebe, Verlust und Hoffnung, der einem sehr ans Herz geht.
    Mutterliebe, Verlust und Hoffnung

    Mutterliebe, Verlust und Hoffnung

    Die 1988 im nigerianischen Lagos geborene Autorin studierte Englische Literatur an der Obafemi Awolowo University sowie Kreatives Schreiben an der Universität von Ostanglien. Der vorliegende Roman ist ihr 2017 erschienenes Debüt, das von Kritikern hochgelobt und für mehrere Preise nominiert wurde.

    Inhalt (Klappentext): Yejide hofft auf ein Wunder. Sie will ein Kind. Ihr geliebter Mann Akin wünscht es sich, ihre Schwiegermutter erwartet es. Sie hat alles versucht: Untersuchungen, Pilgerreisen und Stoßgebete – vergeblich. Dann nimmt ihre Schwiegermutter das Heft in die Hand und stellt Akin eine zweite Frau zur Seite. Eine, die ihm ein Kind schenken kann. Dabei haben sich Akin und Yejide entgegen der nigerianischen Sitten entschieden, keine zweite Frau in die Ehe zu holen. Doch jetzt ist sie da, und Yejide voller Wut und Trauer. Um ihre Ehe zu retten, muss sie schwanger werden – aber um welchen Preis?

    Meine Meinung: Der Roman schildert ein sehr interessantes Thema, nämlich was mit einer Mutter psychologisch passiert, die sich nichts mehr als ein Kind wünscht oder auch den Verlust eines Kindes verkraften muss. Man erfährt beim Lesen, was es bedeutet eine afrikanische Frau und Mutter zu sein, mit allen Pflichten und Erwartungshaltungen. Aufgelockert wird das Ganze auch durch die gleichzeitige Perspektive ihres Mannes Akin, dessen Sichtweise die Geschichte noch komplexer macht und sehr bereichert.

    Die Auflösung kommt dann zwar nicht ganz überraschend daher, dafür aber umso berührender und voller Emotionalität – da konnte ich ein paar Tränen nicht verkneifen. Man klappt das Buch mit einem tiefen zufriedenen Seufzer zu und hofft auf noch mehr Bücher dieser interessanten Autorin.

    Fazit: Ein ganz besonderer Roman über Mutterliebe, Verlust und Hoffnung, der einem sehr ans Herz geht. Gekonnt verbindet die Autorin zwei parallel erzählte Ich-Perspektiven (Yejide/Akin) zu einer aufwühlenden Geschichte über die Kraft der Liebe zwischen Mutter und Kind. Unbedingt lesen!

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    Fantasia08s avatar
    Fantasia08vor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass mich so berührt hat!
    Eigentlich sollte dieses Buch Pflichtlektüre sein!

    Als ich durch die dörfische Buchhandlung stöberte, stiess ich auf das Buch "Bleib bei mir". Im Buch geht es um Yejide und ihren Mann Akin. Sie führen eine moderne Ehe ohne Polygamie. Doch als das Paar nach langjähriger Ehe, immer noch kinderlos ist. Werden die Familien nervös. Schlussendlich wird Yejide eine zweite Frau vorgesetzt. Durch den psychischen Druck wird Yejide Opfer einer Schweinschwangerschaft.


    In diesem Buch erfährt man als Leser vieles aus einer anderen Kultur. Man erlebt die Rückschläge des Paares hautnah und durch den fantastischen Schreibstil, leiden wir genau so mit. Gänsehaut pur!

    Ich hoffe es werden noch viele weitere solcher Romane von Ayobami Adebayo folgen. Herzliche Gratulation für das unvergessliche Debüt. 

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