Azar Nafisi

 3,9 Sterne bei 38 Bewertungen
Autor*in von Lolita lesen in Teheran, Reading Lolita in Tehran und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Azar Nafisi unterrichtete sie im Iran an verschiedenen Universitäten Literatur. Weil sie sich weigerte, den Schleier zu tragen, erhielt sie 1981 Lehrverbot an der Universität von Teheran. 1997 verließ sie den Iran und wanderte in die USA aus. Sie war Fellow am Foreign Policy Institute der Johns Hopkins University in Baltimore. Mit Lolita lesen in Teheran landete sie einen internationalen Bestseller. Azar Nafisi lebt heute in Washington, D.C.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Azar Nafisi

Cover des Buches Lolita lesen in Teheran (ISBN: 9783442154821)

Lolita lesen in Teheran

 (26)
Erschienen am 14.01.2008
Cover des Buches Lese gefährlich (ISBN: 9783442773916)

Lese gefährlich

 (4)
Erschienen am 10.10.2023
Cover des Buches Die schönen Lügen meiner Mutter (ISBN: 9783421044280)

Die schönen Lügen meiner Mutter

 (0)
Erschienen am 05.05.2010
Cover des Buches Lolita lesen in Teheran (ISBN: 9783442773800)

Lolita lesen in Teheran

 (0)
Erschienen am 10.10.2023
Cover des Buches Lolita lesen in Teheran (ISBN: 9783821854472)

Lolita lesen in Teheran

 (3)
Erschienen am 01.05.2007
Cover des Buches Reading Lolita in Tehran (ISBN: 0812979303)

Reading Lolita in Tehran

 (5)
Erschienen am 04.11.2008
Cover des Buches Things I've Been Silent About (ISBN: 9780812973907)

Things I've Been Silent About

 (0)
Erschienen am 02.03.2010

Neue Rezensionen zu Azar Nafisi

Cover des Buches Lese gefährlich (ISBN: 9783442773916)
TaHas avatar

Rezension zu "Lese gefährlich" von Azar Nafisi

Die subversive Kraft von Literatur in unruhigen Zeiten
TaHavor 2 Monaten

Lese gefährlich

Die subversive Kraft von Literatur in unruhigen Zeiten

 

Originaltitel: Read Dangerously

Autorin:Azar Nafisi

Übersetzer: Cornelius Reiber

Erschienen am 11. Oktober 2023

320 Seiten

 

Klappentext:

Ein kämpferischer Appell für Literatur als Mittel des Widerstands und Empowerment: New-York-Times-Bestsellerautorin Azar Nafisi (»Lolita lesen in Teheran«) mit einem aufrüttelnden Text über die Macht der Bücher.

 

In Form von Briefen an ihren verstorbenen Vater (früherer Bürgermeister von Teheran und politischer Gefangener des Schah-Regimes), der ihr in ihrer Kindheit die Augen dafür öffnete, wie Literatur uns in Zeiten der Krise retten kann, stellt Nafisi die brennenden Fragen unserer Zeit – mit ihrer Lektüreliste bewaffnet Nafisi die Leser*Innen für den Widerstand. Sie greift dabei auf ihre persönlichen Erfahrungen als Frau, als Leser*in und Lehrende in Teheran zurück, die von der Universität verwiesen wurde, als sie sich weigerte, den Schleier zu tragen, und schließlich in die USA emigrierte, wo sie als Professorin Literatur unterrichtete. Nafisi ist überzeugt: Für das Überleben der Demokratie weltweit ist das Lesen unabdingbar. Ob James Baldwin oder Margret Atwood, ob Platon oder Salman Rushdie, Lektüre ist immer ein Weg in Richtung Freiheit: persönlich und politisch.

 

Meinung:

Nafisi schreibt ihrem Baba Briefe, in dem Sie Literatur verhandelt vor dem Hintergrund demokratischer Prinzipien, der Kunst des Fragenstellens und der persönlichen Entwicklung. Damit gelingt ihr ein handwerklicher Kniff: Sie zeigt ganz praktisch auf, wie Literatur Kontinente, Welten und Ansichten überwinden, in Frage stellen und Fragen zum Ist-Zustand aufwerfen kann. All das ist keine übliche Praxis in einem totalitären Staat, an dem sie durch diese Methode Kritik übt. Gleichzeitig unterstreicht sie die Verbindung über Grenzen hinweg zu ihrem Vater. Er hat sie mit Literatur vertraut gemacht, ihr vorgelebt, was Literatur alles zu können vermag. Nun ist sie es, die sich der Literatur bedient, um die gedankliche Verbindung mit ihm aufrecht zu erhalten – über seinen Tod hinaus. Literatur wirkt in diesem Buch buchstäblich subversiv. Allerdings auch kämpferisch und kraftvoll. 

 

Dieses Buch führt vor Augen, warum in totalitären Staaten Bücher und Literatur zensiert werden. Literatur gelingt es, festgefahrene Gedanke aufzubrechen, bringt auf neue, visionäre Gedanken. Bücher können eine andere Welt aufzeigen und ermuntern, auszubrechen aus dem gewohnten. Sie haben potenziell die Kraft, zum Aufbruch und Widerstand zu ermuntern oder zumindest den Gedanken zu denken, was ein Widerstand auslösen könnte. Kritisches Denken wird befördert, Fantasie angeregt und Ideen gesät, die ein undemokratischer Staat gerne vermieden sieht. 

 

Trotz der Tragweite liest sich das Buch leicht und flüssig. Es ist aber bei Weitem keine leichte Kost. Das ist ein hoch politisches und tiefgründiges Buch, dass ich nicht einfach „durchlesen“ konnte. Dieses Buch braucht Zeit. Zeit zum Nachdenken, nochmal lesen, verweilen in den Briefen, recherchieren, verstehen. 

 

Man kann es mit viel Hintergrundwissen aus dem Bereich Literatur und Weltgeschichte lesen und zieht dann wohl noch deutlich mehr Erkenntnisse als ein unbedarft lesender Mensch. 

 

Fazit:

Kein Buch für die Komfortzone, aber ein wichtiges Buch!

 

 

 

 

Cover des Buches Lese gefährlich (ISBN: 9783442773916)
Nils avatar

Rezension zu "Lese gefährlich" von Azar Nafisi

Ein humanistischer Aufruf aus der literarischen Perspektive
Nilvor 6 Monaten

„Leserinnen und Leser der Welt, vereinigt euch!“ (S. 284)

Azar Nafisi ist iranische Literaturprofessorin, die 1981 ein Unterrichtsverbot an der Universität Teheran bekam, weil sie sich weigerten einen Schleier zu tragen. Seit 1997 lebt sie in den USA und ist weiterhin eine wichtige und laute Stimme des Widerstandes.

Sie wurde mit ihrem Buch „Lolita lesen in Teheran“ bekannt, in dem sie über ihren Lesekreis in Teheran schrieb in dem verbotenen westlichen Klassiker gelesen wurden. Dieses Buch kenne ich noch nicht. Aber diese Frau machte mich neugierig. Daher griff ich zu „Lese gefährlich“ in dem sie ihrem Baba, ihrem verstorbenen Vater Briefe schreibt über Romane, die er nicht mehr lesen konnte und stellt diese in den Kontext der aktuellen politischen Situation Ein kluger Kniff, macht sie damit schon auf das aufmerksam was Literatur besonders gut kann: Gedanklich eine grüne Wiese zu haben ohne in vorgegebenen Schubladen zu stecken und der Fantasie freien lauf lassen. In der Literatur ist selbst der Tod eine veränderbare Variable. Und das ist die subversive Kraft auf die im Untertitel angespielt wird. Das lösen von einfachen Denkmustern, das aufbrechen von gesetzten Glaubensätzen, die eine Welt in Gute und Böse teilt.

Nichts mehr fürchten totalitäre System als Menschen die Fantasie haben und Fragen stellen um den Status Quo zu überwinden. Wer weiterdenkt hat eben die Möglichkeit nicht nur eine Wahrheit anzuerkennen und das ist für Macht bedrohlich in eng gestrickten Systemen.

Das Buch ist leicht lesbar und bringt tolle Perspektiven auf verschiedenste Autor:innen die Azar Nafisi hier unter die Lupe nimmt. Es kommen viele Große der Weltliteratur vor: Salman Rushdie, David Grossman, Toni Morrison und viele andere.

Fazit: Seine Sie offen und lesen sie. Erweitern Sie ihren Horizont und nutzen Sie das gemeinsame Wissen um eine bessere Welt aktiv in der Gestaltung!

Cover des Buches Lese gefährlich (ISBN: 9783442773916)
Mira123s avatar

Rezension zu "Lese gefährlich" von Azar Nafisi

Lese gefährlich
Mira123vor 6 Monaten

Literatur kann ganz schön gefährlich sein, vor allem für diktatorische Systeme und Terrorregime. Wie sonst kann man es sich erklären, dass in solchen Systemen Literatur zensiert und verboten wird? Bücher bringen uns auf andere Gedanken, zeigen uns andere Welten und bringen uns dazu, unseren Alltag und das System, in dem wir leben, kritisch zu hinterfragen. Und kritisches Denken und Perspektiven von außerhalb des Gewohnten können Diktaturen nicht brauchen.

Weltweit gibt es wirklich viele autoritäre Regime, eines davon ist der Iran. Und von dort stammt auch die Autorin dieses Buches. Ihr Vater war früherer Bürgermeister von Teheran und in ihrer Kindheit ein politischer Gefangener des Schah-Regimes und so wurden ihr schon in ihrer Kindheit die Ungerechtigkeiten von autoritären Systemen vor Gesicht geführt. In der Literatur hat sie Zuflucht gefunden und gleichzeitig haben ihr Bücher dabei geholfen, sich die Welt zu erklären und nicht die Hoffnung auf ein besseres Leben zu verlieren. Als Erwachsene unterrichtete sie dann Englische Literatur an der Universität von Teheran - wurde aber dann mit Lehrverbot belegt, da sie sich weigerte, einen Schleier zu tragen. Schlussendlich blieb ihr nichts übrig, als in die USA zu emigrieren, wo sie wieder unterrichten darf. Die Autorin ist also eine super interessante Frau, die viel zu erzählen hat.


Dieses Buch erzählt in Form von Briefen. Der Vater der Autorin, den ich ja gerade schon erwähnt habe, ist inzwischen verstorben - und um mit dieser Trauer umzugehen, schreibt die Autorin Briefe an ihn, so wie sie es auch während der Lebzeit ihres Vaters immer getan hat. Darin spricht sie über die Vergangenheit, die Gegenwart und Zukunft im Iran, den USA und weltweit. Sie schreibt über ihr eigenes Leben und über das Leben ihres Vaters - und wie ein roter Faden zieht sich die Literatur durch diese Briefe durch. In jedem der Briefe spielen zwei oder drei Autor:innen eine Rolle. Einige davon kannte ich bereits, einige andere noch nicht. Alle davon haben es gemeinsam, dass die Autorin Parallelen zur echten Welt ziehen kann. Mithilfe der Literatur spricht sie über das Leben in autoritären Regimen und darüber, wie wichtig es ist, Widerstand zu leisten. Wie dieser aussehen kann? Auch mit dieser Frage beschäftigt sie sich hier.


Dieses Buch ist definitiv keine einfache Lektüre. Da ist einerseits das literarische Wissen, auf das sich die Autorin wohl aufgrund ihres beruflichen Hintergrundes bezieht, und andererseits die Tatsache, dass es sich hierbei halt um ein hochpolitisches Buch handelt. Diese Briefe habe ich als sehr intensiv wahrgenommen, denn die Autorin verarbeitet hier nicht nur Trauer, sondern auch Zorn und Liebe und Angst und Hoffnung für die Zukunft. Und das habe ich zwischen den Zeilen stark wahrgenommen.


Gleichzeitig haben mir diese Texte vor Augen geführt, wie wenig ich eigentlich über den Iran weiß. Natürlich schaue ich regelmäßig die Nachrichten, wie wohl die meisten von uns. Aber das ist das erste Mal, dass ich quasi eine Innensicht bekomme. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es sich anfühlen muss, in einem solchen System zu wohnen. Gleichzeitig war ich überrascht, wieviel Widerstand trotz autoritärem Regime möglich ist - die sozialen Kreise der Autorin sind voll mit verschiedensten Arten des Widerstandes, auch wenn gleichzeitig auch übers Aufgeben gesprochen wird.


Ich habe dieses Buch überraschend langsam gelesen, denn ich habe immer wieder Pausen gemacht. Ich glaube, dass das langsame Lesen hier notwendig war, um die Briefe auch wirklich zu verstehen. Ich denke, dass ich nur so so viel aus diesem Buch mitnehmen konnte, wie ich es getan habe.


Mein Fazit? Ein wunderbares Buch, das spannend über das Leben der Autorin erzählt und die politische Bedeutung von Literatur hervorhebt, wie sonst kaum ein Buch, das ich je gelesen habe.

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 83 Bibliotheken

auf 11 Merkzettel

von 2 Leser*innen aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks