Elâ Wolf ist Malerin, Künstlerin und kommt aus Berlin. Als Halbtürkin hat sie unweigerlich auch türkische Wurzeln der in diesem Graphic Novel mit der Machtergreifung von Erdogan thematisiert wird. Ursprünglich sieht Elâ gar nicht inwiefern ihre Familie mit ihrem Dasein als Künstlerin verbunden wird - als ihr jedoch die eigene Tragweite ihrer Interviews vor Augen geführt wird, ändert sich das.
In spannenden Abschnitten erzählt Büke Schwarz hier eine abwechslungsreiche und, auch wenn der Comic schon etwas älter ist, immer noch politisch wichtige Geschichte. Dabei wird nicht nur auf Politik eingegangen - sondern auch als Ängste die man als Frau durchsteht, wenn man eine eigene Meinung hat die andere kritisieren.
Der Novel ist durch und durch gut, aktuell und niemals zu oberflächlich. Ich habe nur einen einzigen Kritikpunkt: Der Zeichenstil passt nicht zu der Entscheidung den Comic schwarz weiß zu drucken. Die einzelnen Kapitel sind mit Farbe gezeichnet & gedruckt und machen klar wie wirkungs- und stimmungsvoll der Roman wäre, wenn er mehr Farbe bekommen hätte. Die sehr lockeren, teilweise fast schon skizzenhaften Zeichnungen sind emotional aber nicht sehr detailliert. Diese Lücke hätte meiner Meinung nach durch Farbe ergänzt werden können, da sie die Stimmungen der Protagonistin noch besser dargestellt hätten.
Nichtsdestotrotz ein Comic der nachdenklich stimmt und trotzdem nie zu düster und traurig wird.
Von Ausstellungen und Heimatgedanken



