B.S. Johnson Omnibus

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Inhaltsangabe zu „Omnibus“ von B.S. Johnson

This collection contains B.S. Johnson's most famous and critically acclaimed novels - 'Albert Angelo' is about an architect; 'House Mother Normal', a study of old age; and 'Trawl', the story of the crew of a deep water trawler.
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  • Rezension zu "Omnibus: Albert Angelo, House Mother Normal & Trawl (3 titles)" von B.S. Johnson

    Omnibus

    SoSo

    09. August 2012 um 10:07

    Ein unglaublicher Mann, ein unglaubliches Buch Bevor ich auf das Buch zu sprechen komme, ein paar Worte über den Autor und seinen Stil. B.S. Johnson ist in Deutschland immer noch ein eher unbekannter Autor, was sehr schade ist. Ich habe sein Werk zum ersten Mal in einem Literaturseminar zu Metafiktion gelesen und war sofort begeistert. Ein Autor, der so von Routinen und der Wahrheit besessen war, dass er nur ein Buch schreiben konnte, wenn er es in seinem Elternhaus an einem bestimmten Schreibtisch, bei Kerzenlich am Weihnachtstag begann klingt zugegebenermaßen sehr skuril aber Johnsons hat durch seine Überzeugung und Lebensart tolle Werke verfasst. Zu Albert Angelo: Albert Angelo ist B.S. Johnsons' zweites Buch. Es geht um Albert, einen Aushilfslehrer in London, der unbedingt Architekt werden will. Da er es nicht schafft, sich einen Namen als Architekt zu machen, muss er weiter unterrichten und wird mit immer "schlimmeren" Schülern konfrontiert, was auch seine Probleme mit dem Leben im allgemeinen veranschaulichen soll. Die Geschichte schwankt zwischen Humor und Ernsthaftigkeit und ist sehr schön zu lesen. Da der Stil bei Johnson so wichtig ist, nun ein paar Worte dazu. Es macht einfach Spaß, Johnsons' Bücher anzusehen. Man muss sie nichteinmal lesen, um zu wissen, dass sie etwas besonderes sind. Die Metafiktion (das Bewusstsein, dass es sich bei der Geschichte nur um eine Geschichte handelt) und Johnsons' Streben danach seine Fiktion so nah wie möglich der Wirklichkeit anzupassen, zeigt sich in vielen Gesichtern. Die Erzählperspektive wechselt oft zwischen der ersten und dritten Person, wobei die dritte Person singular oft aus eingeworfenen Erzählerkommentaren besteht. Abgesehen davon variiert die Seitenaufteilung sehr oft. Manchmal schreibt Johnson in normalem Fließtext, manchmal in zwei Spalten, als Albert die Anwesenheitsliste seiner Klasse kontrolliert, wird wirklich jeder Name vorgelesen, um die Echtzeit zu simulieren. In manche Seiten sind Löcher geschnitten, sodass der Leser einen Blick in die Zukunft oder Vergangenheit werfen kann. Zu Trawl: Es geht um einen Mann auf einem Schiff, der immer wieder seekrank wird und dessen Geschichte zwischen der Gegenwart und diversen Erinnerungen hin und her springt. In seinem Stil versucht Johnson zu veranschaulichen, wie Erinnerungen funktionieren und strukturiert sind. Nicht sein bestes Buch aber wenn man schonmal dabei ist. Die anderen sind dafür grandios :) Zu House Mother Normal: Die Geschichte spielt in einem Altersheim. Reihum bekommt jeder der Charaktere ein Kapitel, das jeweils am selben Zeitpunkt des Tages ansetzt. Somit bekommt man einen Einblick in die vielen verschiedenen Interpretationen der selben Geschehnisse. Zu Anfang jedes Kapitels wird die entsprechende Person vorgestellt (da es sich um ein Altersheim handelt in Kategorien wie Alter, Sehfähigkeit, Hörfähigkeit usw.) Die Seitenaufteilung... manchmal Fließtext, manchmal gibt es keine. Da die Personen teilweise sehr alt sind und nicht mehr richtig hören können, bekommen sie manche Dinge nicht mit. Das wird dann im Text durch stilistische Mittel kenntlich gemacht. Einmal wird ein Kapitel komplett leer gelassen und der Leser bekommt den entsprechenden Erzählerkommentar am Ende des Kapitels: Die Person, die hätte erzählen sollen, war eingeschlafen. ;) Fazit: Skuril & experimentell und definitiv jede Minute Wert, die man damit verbringt, diese Texte zu lesen. B.S. Johnson hat meiner Meinung nach deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Ein absolut begabter Mann mit einem wundervollen Schreibstil.

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