Bachtyar Ali

 4.1 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor von Der letzte Granatapfel, Die Stadt der weißen Musiker und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Die Stadt der weißen Musiker

Erscheint am 28.01.2019 als Taschenbuch bei Unionsverlag.

Alle Bücher von Bachtyar Ali

Der letzte Granatapfel

Der letzte Granatapfel

 (10)
Erschienen am 17.05.2016
Der letzte Granatapfel

Der letzte Granatapfel

 (1)
Erschienen am 03.04.2017
Die Stadt der weißen Musiker

Die Stadt der weißen Musiker

 (1)
Erschienen am 04.09.2017
Die Stadt der weißen Musiker

Die Stadt der weißen Musiker

 (0)
Erschienen am 28.01.2019

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Rezension zu "Der letzte Granatapfel" von Bachtyar Ali

Unbedingt lesen!
storiesonpapervor 2 Jahren

„Der letzte Granatapfel“ von Bachtyar Ali (Unionsverlag) ist die Geschichte des irakisch-kurdischen Revolutionskämpfers Muzafamis, der nach einundzwanzig Jahren im Gefängnis die Freiheit erlangt. Die lange Zeit hat ihm sein Leben und seine Identität genommen, doch einen Hoffnungsschimmer gibt es: Es ist sein verlorener Sohn Saryasi, den er suchen will, um seinen Lebensmut wieder zu erlangen.

„Wir vier leisteten einen Schwur, einander niemals anzulügen. Dazu gingen wir zu einem weit entfernten Baum, er ist der Baum unserer Freundschaft und Aufrichtigkeit zueinander. Wir nannten ihn ´der Welt letzter Granatapfelbaum´“.

Alis Erzählung ist eine, die sicher von vielen kurdischen Mythen beeinflusst wurde und ganz langsam in die Handlung einsteigt. Es ist nicht nur die simple Suche nach dem Sohn, die „Der letzte Granatapfel“ prägt, sondern vielmehr ein komplexes Geflecht aus Charakteren, die auch immer etwas märchenhaftes an sich haben. Da gibt es den nach der Wahrheit suchenden jungen Mann mit einem Glasherz Mohamadi, die weißen Schwestern Schadaryai und Laulami, die sich ewige Zweisamkeit und Jungfräulichkeit schwören, den blinden Nadimi, der auf der Suche nach Heilung ist – Alis Charaktere sind vielfältig und spannend. Sie beleben eine Erzählung, die erst nach und nach die geballte Kraft offenbart, die sie in sich trägt und die vielen Nebenstränge zu einem großen Ganzen zusammenfügt.

„Mir sagte der Granatapfelbaum, ich solle jene Wege suchen, die ich finden muss.“

Muzafamis Leben scheint verloren, doch das, wofür er nun nach der Revolution und der Gefangenschaft kämpft, ist die Suche nach der Identität, nach der Heimat und der Familie. Das Land, das er einst kannte, existiert nicht mehr. Die jahrelangen Kämpfe im Irak um die Rechte der Kurden haben aus dem einstigen Zuhause Ruinen und die Menschen zu Flüchtlingen gemacht die alle mit den Bildern der Vergangenheit leben müssen. Doch Ali erzählt die Handlung nicht nur aus der Perspektive Muzafamis, sondern lässt kapitelweise auch die anderen Figuren rund um Muzafamis Sohn und dessen Freunden zu Wort kommen. Auch sie haben ihre Heimat verloren und kämpfen im Alltag um ihren Stand in der Gesellschaft. Besondere Symbolik hat hier der bereits im Titel integrierte Granatapfelbaum, der für alle eine eigene Botschaft innehat und zum Zeichen für Freundschaft, Vertrauen und Freiheit wird.

„Reine unschuldige Menschen können da draußen nicht überleben. Eine schmutzige Krankheit hat die Welt überfallen. Eine namenlose Krankheit, die man nicht beschreiben kann.“

Trotz dem „Der letzte Granatapfel“ mit vielen Konflikten umgeht, ist Alis Sprache immer poetisch. Im Verlauf der Handlung wird sie zwar rauer, dennoch versteht der Autor es meisterlich, die politischen Botschaften und die schweren Zeiten der Protagonisten so zu verpacken, das sie wie aus einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht entsprungen zu sein schein. Damit gelingt ihm eine faszinierende Erzählung, die mich an den Stil von Carlos Ruiz Zafon erinnerte.
Wie aus einem Sohn drei werden und ob Muzafami die Geheimnisse der Vergangenheit aufdeckt, das muss jeder selber erlesen. Es sei lediglich gesagt, das der Roman definitiv empfehlenswert ist.  Ich habe „Der letzte Granatapfel“ fast in einem Rutsch durchgelesen, da mich die Figuren nicht losgelassen haben und bleibe nun mit vielen Bildern im Kopf, die mich noch lange begleiten werden.

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D

Rezension zu "Der letzte Granatapfel" von Bachtyar Ali

Ein fantastischer Roman - Meisterhaft übersetzt
Dieter74vor 2 Jahren

Der Roman ist lesenswert. Wunderschön ins Deutsche übertragen. Das beste Buch des Jahres von Unionsverlag. Übersetzt von Ute Cantera-Lang und Rawezh Salim. Unionsverlag

 

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Rezension zu "Der letzte Granatapfel" von Bachtyar Ali

Menschlichkeit statt Politik
Pongokatervor 2 Jahren

Der Unionsverlag hat gut daran getan, diesen Roman aus dem Jahr 2003 zu veröffentlichen. Hilft er doch zumindest indirekt, kurdische Migranten in Deutschland besser zu verstehen. Dabei schreibt der Autor alles andere als einen klassischen politischen Roman. Er zaubert eine phantastische Geschichte voller magischer Geschehnisse, die einen vor Politik jeder Art gefrieren lassen. Seine Hauptfigur ist ein Opfer der Politik, nicht nur der Gegner seiner eigenen Bewegung, sondern auch der Bewegung, der er angehört hat. Zurückgekehrt aus dem Gefängnis, sucht er seinen Sohn und findet ihn nicht oder gleich mehrfach. In Gestalt der vermeintlichen oder tatsächlichen Söhne schildert er die verschiedenen Arten, wie Menschen durch die politischen Verhältnisse zerstört werden können. Und erst nach und nach merkt man, dass die Hauptfigur diese Geschichte auf einem im Mittelmeer verlorenen Flüchtlingsboot erzählt.

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