Baku Yumemakura

 4 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Gipfel der Götter 1, Gipfel der Götter 2 und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Baku Yumemakura

Gipfel der Götter 1

Gipfel der Götter 1

 (6)
Erschienen am 24.07.2007
Gipfel der Götter 2

Gipfel der Götter 2

 (2)
Erschienen am 30.01.2008
Gipfel der Götter 5

Gipfel der Götter 5

 (1)
Erschienen am 30.10.2008
Gipfel der Götter 4

Gipfel der Götter 4

 (1)
Erschienen am 30.07.2008
Gipfel der Götter 3

Gipfel der Götter 3

 (1)
Erschienen am 30.04.2008

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Rezension zu "Gipfel der Götter 1" von Baku Yumemakura

Beeindruckende Bergsteiger-Story
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Wer sich für das Extermbergsteigen interessiert, dem dürfte das große Rätsel um die mögliche Erstbesteigung des Everst im Jahr 1924 ein Begriff sein. Die Briten Andrew Irvine und George Mallory unternahmen einen Gipfelversuch, von dem sie allerdings nie zurück kamen. Waren sie oben? Ein paar Versuche gab es, das Mysterium zu lösen. Bergsteiger suchten bereits in der ungemütlichen Höhe von etwa 8100 Metern nach den Leichen der beiden Bergsteiger, verbunden mit der Hoffnung, die Kamera mit allfälligen Gipfelfotos der beiden zu finden, eine Kodak Vest Pocket Autographic Special. Keine der Expeditionen konnte diese Kamera bisher entdecken. Just so eine Kamera findet aber der japanische Fotograf Fukamachi Makoto, die Hauptperson in diesem Manga, in einem Trödelladen in Katmandu. Fukamachi kauft sie, macht durch einige Nachfragen allerdings sofort den Händler darauf aufmerksam, dass die Kamera wohl einiges mehr wert ist als er vermutet hatte. Unbekannte klauen die Kamera sofort wieder. Auf der Suche nach der Kamera trifft Fukamachi auf den legendären japanischen Bergsteiger Habu Yoshi, der 1985 von der Bildfläche verschwand. Hier in Katmandu hat Habu sichtbar mit der Kamera bzw. deren vorigem Besitzer zu tun. Zurück in Japan beginnt Fukamachi, Habu nachzuspüren und herauszufinden, was Habu in Katmandu macht und was er mit der Kamera zu tun hat.

Die Geschichte entwickelt sich zu einer Spurensuche um die Figur des Habu Yoshi herum. Wer ist dieser brillante Kletterer, der so exzentrisch und eigenbrötlerisch ist? Was hat ihn zu diesem Menschen geformt, was macht ihn als Bergsteiger aus? Fukamachi trifft unter anderem den Leiter des Bergsteigerclubs, in den Habu mit 16 Jahren eintrat und lässt sich Geschichten erzählen, die Habu und sein Image gepägt haben. Er trifft ehemalige Kameraden, die mit Habu Seilschaften gebildet haben und erfährt von Habus Sehnsucht nach den Alpen und dem Himalaya. Zwei Regionen, die er sich jahrelang aus Geldmangel nicht leisten konnte. Dabei webt die Geschichte geschickt reale Figuren ein. Als Konkurrent Habus wird Hase Tsuneo bekannt, für den der Bergsteiger Hasegawa Tsuneo (1947-1991) Pate stand. Beide Bergsteiger jagen Erstbegehungen im Winter (Hasegawa bzw. seinem literarischen alter ego Hase gelingt unter anderem 1978 die Erstbegehung der Eiger-Nordwand im Winter). Für die erste Winterbegehung der japanischen Wand Oni-Sura steht Habu Yoshi zusammen mit einem Kameraden in den Annalen, doch Hase wird der erste sein, der sie im Alleingang meistert. Als Hase von einem großen japanischen Outdoorausstatter für Wintererstbegehungen in Europa ausgestattet wird und unter anderem die Nordwand der Grandes Jorasses im Winter alleine begehen will, soll Habu als Materialtester für dieselbe Firma in Japan bleiben. Eine Schmach, die Habu nicht auf sich sitzen lassen will.

Die gesamte Geschichte um Habu Yoshi spannt sich über fünf Bände und diese fassen eine Story zusammen, die zunächst über drei Jahre hinweg in einer japanischen Zeitschrift erschienen war. Basis des Mangas wiederum ist ein Roman von Yumemakura Baku, der 1997 in zwei Bänden erschienen war. In diesem ersten Teil des Mangas (mit acht Kapiteln) läuft sich die Geschichte erst warm, aber der rund 300 Seiten dicke Einstieg ist bereits packend genug. Allein stehend lässt sich dieser Band nicht lesen, was man nach diesem ersten Fünftel vermutlich aber auch nicht mehr will. Habu Yoshi ist als Mensch ein Sonderling, aber er fasziniert und wird trotz seiner strengen Ansichten für seine Leistungen bewundert. Hase und Habu, so verschieden sie sind, haben eine bedingungslose Hingabe, eine nicht endende Hartnäckigkeit und einen unglaublich starken Willen gemeinsam. Darüber hinaus verspricht die clevere Kombination mit dem Schicksal der britischen Seilschaft von 1924 eine spannende Handlung, denn sie bildet zu Beginn den dicken Köder, nach dem der Leser schnappt.

Die Namen aller Personen werden, wie in Japan üblich, geschrieben: Zuerst der Familienname, dann der Vorname. Das habe ich hier im Text auch für den Namen von Yumemakura übernommen. In der Datenbank sind die Autoren europäisch sortiert und damit steht in der Überschrift der Name jeweils nicht im japanischen Stil, sondern so, wie wir es gewohnt sind.

Während die Bilder für klassische Gesprächszenen recht nüchtern gewählt sind, beeindrucken die Bilder mit den Szenen am Berg durch ihre detailliere Darstellung. Viele davon nehmen den Leser richtiggehend mit in die Steilwände, in Eis und Schnee. Solche Szenen sind für einen Mange geradezu prädestiniert und man wünscht sich eigentlich nur noch, man könnte die Panoramen vom Everest nicht nur auf A5, sondern gleich eine Nummer größer bewundern. Wie sich diese Geschichte in den folgenden vier Bänden entwickelt, macht nach dem wunderbaren Einstieg sehr neugierig.

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