Banana Yoshimoto

 4 Sterne bei 1.117 Bewertungen
Autorin von Kitchen, Tsugumi und weiteren Büchern.
Autorenbild von Banana Yoshimoto (© Jayne Wexler)

Lebenslauf von Banana Yoshimoto

International erfolgreiche Japanerin: Die 1964 geborene japanische Autorin heißt eigentlich Mahoko Yoshimoto. Ihre schriftstellerische Begabung wurde ihr als Tochter des bekannten Essayisten und Literaturkritiker Ryumei Yoshimoto und einer Haiku Dichterin in die Wiege gelegt. Im Gegensatz zu ihrer Schwester, die Mangas zeichnet, entschied sich Banana Yoshimoto bereits im Alter von fünf Jahren für Romane und Erzählungen. Sie studierte japanische Literatur an der Nihon Daigaku und erhielt für ihre Abschlussarbeit, die Kurzgeschichte „Moonlight Shadow" den Dekanspreis der Universität. Nach ihrem Studium arbeitete sie einige Zeit als Kellnerin und schrieb in ihrer Freizeit ihren Debütroman „Kitchen“ (1988). In dem Café verliebte sie sich in die Blüten der Red Banana Flower und so entstand ihr Pseudonym. Die Romane der Schriftstellerin wurden vielfach ausgezeichnet, verfilmt, sind international sehr erfolgreich und handeln häufig von Themen wie Tod oder übernatürliche Phänomene. Banana Yoshimoto ist mit dem Komplementärmediziner Tahada Hiroyoshi verheiratet und die beiden haben einen gemeinsamen Sohn.

Alle Bücher von Banana Yoshimoto

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Buchformat:
Cover des Buches Kitchen9783257227000

Kitchen

 (248)
Erschienen am 15.03.1994
Cover des Buches Tsugumi9783257606751

Tsugumi

 (109)
Erschienen am 31.03.2017
Cover des Buches Dornröschenschlaf9783257606454

Dornröschenschlaf

 (92)
Erschienen am 25.02.2015
Cover des Buches Federkleid9783257606478

Federkleid

 (84)
Erschienen am 25.02.2015
Cover des Buches Amrita9783257606447

Amrita

 (83)
Erschienen am 25.03.2015
Cover des Buches Lebensgeister9783257244601

Lebensgeister

 (76)
Erschienen am 26.09.2018
Cover des Buches N.P.9783257606737

N.P.

 (71)
Erschienen am 31.03.2017
Cover des Buches Hard-boiled Hard Luck9783257606720

Hard-boiled Hard Luck

 (59)
Erschienen am 31.03.2017

Neue Rezensionen zu Banana Yoshimoto

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Rezension zu "Federkleid" von Banana Yoshimoto

Das Ende ist nur ein neuer Anfang
Paperboatvor 8 Monaten

Hotaru sieht sich vor den Trümmern ihres jungen Lebens. Es ist kein großer Scherbenhaufen, vor dem sie steht, aber es reicht aus, um sie komplett aus der Bahn zu werfen. Als Geliebte eines Fotografen, der sich für ein Leben komplett seiner Familie gewidmet entscheidet, wird sie einfach aussortiert. Ihre Liebe geht nunmehr ins Leere. Alle Wege, die sie in Tokyo gegangen ist, führen zu den Erinnerungen mit ihm, und so kehrt sie kurzerhand in ihre ländliche Heimatstadt zurück.
Sie wohnt übergangsweise bei ihrer Oma, der sie in einem kleinen, schrulligen Café aushilft. Ihre Tage weiß Hotaru zunächst kaum zu füllen, denn ihr ganzes Leben, seit sie von Zuhause fortgegangen ist, war darauf ausgerichtet, die perfekte, stets wartende Geliebte zu sein. Sie entschließt sich eine frühere Bekannte zu kontaktieren, um das einstige Band der Freundschaft neu zu knüpfen.
Nachts wacht sie auf und finder vor lauter Liebesschmerz keine Ruhe mehr. Auf den nächtlichen Spaziergängen am Fluss sortiert sie ihre Gedanken und lernt einen jungen Mann kennen, der ebenfalls ein schwieriges Paket im Leben zu tragen hat.
Durch die Menschen, die sie neu und wieder kennenlernt, findet Hotaru aus dem Schmerz der verlorenen Liebe heraus.

Das war das zweite Buch, das ich von Banana Yoshimoto gelesen habe, und ihr Stil Geschichten zu erzählen, sagt mir sehr zu. Das offene Ende der Geschichte gefiel mir sehr. Als Leser sah man Hotarus Heilung zu und lässt sie nach der letzten Seite mit vielen Möglichkeiten ziehen.

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Rezension zu "Lebensgeister" von Banana Yoshimoto

Sensibel und berührend
Nadezhdavor 10 Monaten

Auch mir haben die sensiblen Beschreibungen von Sayokos Empfinden nach dem Unfalltod ihres Lebensgefährten sehr gefallen. Die Nebenfiguren sind in den nötigen Details ausgearbeitet, ihre Charaktere und zarten Verflechtungen mit der Hauptfigur gut nachvollziehbar. Yoshimotos Sprache ist einfach und dennoch anspielungs- und bildreich, was das Lesen für mich zu einem großen Vergnügen gemacht hat.


Das Buch hat gleichzeitig eine hohe Intensität und faszinierende Leichtigkeit. Die Art und Weise, wie positiv Sayoko nach ihrer eigenen Nahtoderfahrung mit Tod, Verlust und der Gleichzeitigkeit von "normaler" und Geisterwelt umgeht, hat mich sofort in den Bann gezogen. Irgendwann wurde es mir jedoch zuviel des Guten - vor oder neben dem Akzeptieren stehen doch üblicherweise auch andere Phasen an (nach Kübler-Ross in aller Kürze: Leugnen, Zorn, Verhandeln, Depression), sodass mir das bei Sayoko irgendwie doch zu schnell und zu glatt ging.


Ich verstehe nicht viel vom Buddhismus, hatte aber den Eindruck, dass dessen Philosophie des Loslassens bis hin zu einer Gleichgültigkeit der Welt gegenüber in diesem Roman hintergründig eine große Rolle spielt, auch wenn vordergründig in dieser Hinsicht außer den Erwähnungen der Tempel in Kyoto nicht viel geschieht. Die Art, wie Sayoko sich innerlich von allen Bindungen löst, um sich selbst neu zu finden und erst einmal ihre eigene Freiheit von allem zu definieren, funktioniert m.E. nur bei Menschen ohne familiäre "Verpflichtungen": Sayoko ist das erwachsene (Schwieger-)Kind von Eltern und Schwiegereltern, die sich kümmern, ihr zugleich Raum geben; aber es gibt niemanden, um den sie sich zu kümmern verpflichtet ist, der von ihr abhängig wäre. Ich denke da in erster Linie an Kinder. Niemand, der Kinder hat und halbwegs verantwortungsvoll mit ihnen umgeht, kann sich in Phasen der Trauer über lange Zeit so fallen lassen, Bindungen innerlich oder äußerlich einfach lösen, sich so neu erfinden, wie Sayoko das tut - man bleibt den vorhandenen Bindungen verpflichtet, trägt Verantwortung. Sayoko fühlt sich zwar ihren Eltern und Schwiegereltern gegenüber verantwortlich, dies ist aber freiwillig, hat den Hauch des Sporadischen, ist kaum mit festen Pflichten oder Bindungen verknüpft. Sie kann es sich also leisten, sich von allem zu lösen und sich zeitweise völlig im Metaphysischen und der Gleichgültigkeit ihren Mitmenschen gegenüber zu verlieren. Für die meisten Menschen in ähnlicher Situation dürfte das unrealistisch sein.


Dennoch hat mir der Roman sehr gefallen, neue Welten und Denkweisen eröffnet und ich bin neugierig auf weitere Bücher von Banana Yoshimoto. (Dies war nach "Kitchen" mein zweites, das ich von ihr gelesen habe.)

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Rezension zu "Moshi Moshi" von Banana Yoshimoto

Hallo, hallo!
Paperboatvor einem Jahr

„Moshi moshi (jap. もしもし) ist ein vorwiegend am Telefon verwendetes Grußwort in Japan. Es ist vom Verb mōsu (申す, dt. „(etwas) erzählen“) abgeleitet“, so sagt Wikipedia. Die Titelgebung dieses Romans von Banana Yoshimoto erklärt sich in der Geschichte und ist für alle Nichtjapaner womöglich erst mal nicht zu verstehen.

Yotchan hat ihren Vater verloren, der sich zusammen mit einer fremden Frau das Leben nahm. Der Verlust des Vaters wiegt schwer für sie, in der elterlichen Wohnung hält sie es nicht mehr wirklich aus, aber auch für ihre Unabhängigkeit im Prozess des Erwachsenwerdens zieht sie in das Tokyoter Szeneviertel Shimokitazawa. Dort macht sie es sich schnell gemütlich in einer kleinen, altmodischen Wohnung. Sie lebt sich schnell ein und ist selten zu Hause, denn sie arbeitet mit Leib und Seele in einem kleinen Bistro in der Nähe ihrer Wohnung. Sie steckt ihr ganzes Herz in ihre Arbeit, aber es ist nicht zu leugnen, dass sie dadurch auch vom Verlust der Vaterfigur fortzulaufen versucht.

Bald nach ihrem Auszug taucht ihre Mutter in Shimokitazawa auf. Selbstredend leidet auch sie unter dem Verlust des Mannes, ebenso wie Yotchan hält die Mutter es in der Familienwohnung nicht mehr aus. Sie bittet ihre Tochter für einige  Zeit bei ihr wohnen zu dürfen, denn Yotchan ist der einzige Bezug, den die Mutter hat. Sie möchte Yotchan nicht auf die Nerven gehen, betont die Mutter, aber Yotchan ist um die Einschränkung ihrer erst vor kurzem erworbenen Selbstständigkeit gewiss nicht dankbar. Da sie ihren eigenen Schmerz jedoch zu genau kennt, kann sie ihrer Mutter die Bitte nicht abschlagen, und so leben sie fortan zusammen.
Yotchan erlebt eine Wendung bei ihrer Mutter mit; die sonst klassisch und elegant gekleidete Frau passt sich in einer lässigen Weise an das junge Lebensgefühl im Szenestadtteil an. In Jeans und Shirt durchstreift sie auf Spaziergängen das Viertel, liest viele Bücher und versucht ihrer Tochter kein Klotz am Bein zu sein. Yotchan geht ungehindert weiter mit Elan ihrer Arbeit im Bistro nach, wo sie Aratani kennenlernt, mit dem sie sich gut versteht und ab und zu etwas zusammen unternimmt.
So versuchen sie ihren Verlust zu bewältigen, jede der beiden Frauen auf ihre eigene Weise und in gewisser Weise sind trotz allen Raumes, den sie sich gegenseitig geben, beide füreinander da. Auch gehen beide trotz ihrer familien und räumlichen Zusammengehörigkeit eigene Wege. Sie nabeln sich symbiotisch voneinander ab, so wie man sich nach einer Umarmung unter Tränen auch wieder voneinander löst, wenn man sich besonnen hat.

Banana Yoshimoto hat mit „Moshi Moshi“ ein Buch geschrieben, das einen Weg erwachsen zu werden aufzeigt. Es steckt gleichzeitig Traurigkeit und Leben darin und immer wieder Gedanken über das Leben und sein Ende, mithilfe derer sie die Protagonistin ihre Trauer und das Verhältnis zu ihrem Vater aufarbeiten lässt.
Ich lese sehr gerne Romane von japanischen Autoren, nach diesem ersten Buch von Yoshimoto kann ich jedoch noch keinen wirklichen Vergleich zu anderen japanischen Schriftstellern ziehen. Die Sprache des Romans ist bildlich, klar und warm wie ich es bisher gewohnt bin, geht dabei aber nicht in eine Richtung wie ich sie bisher kenne. Es ist sehr erfrischend mit dieser Autorin eine neue Ecke der japanischen Literatur erkundet zu haben!

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Zusätzliche Informationen

Banana Yoshimoto wurde am 24. Juli 1964 in Tokyo (Japan) geboren.

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