Lebensgeister

von Banana Yoshimoto 
4,1 Sterne bei63 Bewertungen
Lebensgeister
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Neue Kurzmeinungen

Stefanie_Lickerts avatar

Faszinierend wie sich das Leben und die Leben sei Stellung von Menschen mit Nahtoderfahrungen verändern kann. Ich bin begeistert von dieser ...

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Ein kleiner, feiner Roman über Trauerbewältigung. Leise aber sehr klar geschrieben. Hat mir sehr gefallen!

Alle 63 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Lebensgeister"

Nach einem schweren Unfall und dem Tod ihres Geliebten ist Sayoko nicht mehr sie selbst. Sie hat Geheimnisse der unsichtbaren Welt erfahren. In der Tempelstadt Kyoto lernt sie das Leben so zu akzeptieren, wie es ist: voller Ungewissheiten und Rätsel, dem Tod immer nahe, ob man jung ist oder alt. Aber sie begreift auch, wie einmalig das Diesseits ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257244601
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:26.09.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Petersilievor 2 Jahren
    Zauberhaft!

    Banana Yoshimoto hat mit "Lebensgeister" einen wirklich außergewöhnlichen Roman erschaffen.

    Auch wenn inhaltlich nicht viel passiert, nimmt der psychische Heilungsprozess von Sayoko, die einen Autounfall hatte und dabei ihr Große Liebe verloren hat, einen gefangen. Stück für Stück knüpft Sayoko zarte Bande ans Leben und nimmt dabei gleichzeitig Menschen aus dem Jenseits war.
    Besonders die leichte und so reine Sprache verzaubert mich als Leser. Sayoko ist mit ihrem Wunsch jeden Augenblick zu genießen und der Erkenntnis wie vergänglich das Leben ist, ein starkes Vorbild, das ohne Klischee auskommt um den Leser zu berühren. Lediglich die Beziehung zu ihrem Unterstützer, den Barmann Shingaki und ihrem neu gewonnen schwulen Freund Ataru hätte ich mir weiterausgebaut gewünscht. Diese beiden als Unterstützer von Sayokos Heilungsprozess hätten einen größeren Anteil am Geschehen verdient. Aber letztendlich verzaubert das Buch mit seiner Sprache, wodurch der Inhalt für mich fast nebensächlich geworden ist.

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    W
    winddoorsvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Der Tod ist immer eine sehr traurige Sache, aber ich habe mir trotzdem dieses Buch vorgenommen u.gekauft u.auch gelesen.
    Llebensgeister - Der Tod und was danach kommt

    Das Buch  v. Banana  Yoshimoto beginnt sehr traurig. Sayoko verliert bei einen Autounfall ihren Freund und dabei wird sie selbst schwer verletzt. , sie sieht Geister. Es ist eine schwere Rückkehr ins leben zurück, auch ein langer trauerprozess. Behutsam  wagt sich die Autorin an das Thema" Tod."
    Der angenehme  ruhige Schreibstil passt zum zarten Inhalt des Buches. Es ist ein melancholischer Roman, der auch nachdenklich macht, in ihm steckt sehr viel Gefühl.
    Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Es beschreibt gut, wie man sich fühlt, wenn man einen geliebten menschen verloren hat.

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    Naliks avatar
    Nalikvor 2 Jahren
    Kurz und poetisch

    In klarer einfacher Sprache und dennoch sehr poetisch erzählt Banana Yoshimoto die Geschichte von Sayoko, die ihren Geliebten Yoichi bei einem Autounfall verliert und seitdem nicht mehr zu sich selbst findet. Das Buch erzählt eindrucksvoll von dem Prozess der Trauer, den sie durchläuft, ihrem Weg zurück ins Leben sowie Ihre Gedanken über Leben und Tod.


    Aufgrund der Leseprobe habe ich eher eine Geschichte über Sayoko und die Geister erwartet, da wurde ich jedoch enttäuscht. Um ehrlich zu sein gibt das Buch nicht allzuviel Handlung wider, es geht eigentlich eher um Sayokos weg zurück ins Leben und dies zu akzeptieren so wie es ist.


    Was ich sehr schön fand war die Bekanntschaft von Ataru.


    Für mich ein Buch, dass man lesen kann aber nicht unbedingt muss. 
            

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    Divina_Commediantes avatar
    Divina_Commediantevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Dieses Buch ist unglaublich offen, hoffnungsvoll lebensbejahend, berührend ehrlich, von klarer Schönheit; die Sprache simple Eleganz.
    Das Vergessen ist der wahre Tod


    Die Ich-Erzählerin Sayoko und ihr Freund Yoishi geraten in einen schweren Autounfall. Während ihr Freund bei diesem Unfall stirbt, erlebt Sayoko eine Nahtoderfahrung. In einer Zwischenwelt trifft sie erst auf ihren verstorbenen Hund und schließlich auf ihren ebenso bereits verstorbenen Großvater, der sie wieder zurück in die Welt der Lebenden entlässt. 

    Halt findet Sayoko in der Familie ihres Freundes und in dessen Arbeit; als Nachlassverwalterin kümmert sie sich um Yoishis Atelier und seine verbleibenden Kunstwerke. 

    Ihre Wunden heilen, doch bald schon findet sie heraus, dass sie nun in der Lage ist Geister zu sehen. Auf diese Weise lernt sie Ataru kennen, der vor kurzem seine Mutter verloren hat und dieser nun jeden Tag frische Blumen ins Zimmer stellt; als Wiedergutmachung, da er sich, während seine Mutter lebte, nicht genügend um sie gekümmert hat. 

    Zusammen mit dem Barkeeper Shingaki, der an Saykoko interessiert ist und auf sie aufpasst, fügt sie das Leben in Kyoto wieder zusammen. 

    Nahtoderfahrung, der Freund stirbt, die Fähigkeit Geister zu sehen ... alles klingt nach viel Herzschmerz, Mystery und vielleicht ein wenig Esoterik. Wenn Du mit diesem Gedanken an dieses Buch herangehst, liegst du falsch. 

    Nicht der Tod steht hier im Mittelpunkt, sondern das Leben an sich, mit all seinen Facetten, seinen Rätseln, seinen Unsicherheiten. Trotz der Thematik ist dieses Buch unglaublich offen und lebensbejahend. Es ist berührend ehrlich, von simpler, klarer Schönheit, die Sprache zeigt simple Eleganz. 

    Ihre Figuren sind warm gezeichnet, aus dem Leben gegriffen und der Plot dient ihnen, nicht umgekehrt. Sie sind keine Schablonen, die für die Geschichte einen Zweck erfüllen, sie erzählen die Geschichte. 

    Das Bild der Geister schafft eine Verbindung zwischen dem hier und jetzt, ohne jegliche Effekthascherei. Es scheint mehr wie eine Metapher dafür, dass, auch wenn Menschen diese Welt verlassen ihre Spuren trotzdem noch zu finden sind, immer noch nachhallen. Wenn die erste, harte Trauer vorbei ist, kann man, wie Sayoko erkennen, dass dies ein Gewinn und kein Verlust ist. Wenn ein Mensch stirbt, würde man sich wünschen, man hätte ihn nie gekannt um die Schmerz nicht fühlen zu müssen?  Es gibt es einem doch Sicherheit zu wissen, dass dieser Mensch da war und seine Präsenz im eigenen Leben noch immer Einfluss hat, noch immer zu spüren ist. Vergessen zu werden ist der wahre Tod, könnte das Fazit dieses Buches lauten. 

    Banana Yoshimoto schafft es für mich wie noch kein Autor zuvor den Tod eines Menschen so ehrlich, herzerwärmend und dabei ohne  Schnörkelei oder übertriebene Dramatik so berührend darzustellen. Vor allem fasziniert mich die Hoffnung, die dieses Buch ausstrahlt. 

    Der Tod kann einen immer und überall treffen, man kann und wird nie verstehen warum gerade dieser Mensch gehen musste. Doch das Leben geht weiter, und es ist gut so. Auch wenn sich die Dinge wandeln, auch wenn man manchmal an einer Mauer steht und nicht weiterkommt, das Leben ist schön und der Tod ein Teil davon. 

    "Lebensgeister" hat mir ein bisschen die Angst genommen, mich aufgefangen und mir wieder einmal gezeigt, dass man kaum jemals wirklich allein ist, mit dem, was man erfährt. 

    Das ist so viel mehr, als ich von einem Buch erwarten habe und ich bin dankbar, dass ich dieses Buch finden und lesen durfte. 

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    Irmi_Bennets avatar
    Irmi_Bennetvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Außergewöhnlich
    Außergewöhnlich

    Die Geschichte ist sehr außergewöhnlich. In sehr einfacher und klarer Sprache wird eine dennoch sehr poetische Geschichte über die Trauer erzählt. Ein Mädchen verliert bei einem Autounfall ihren Verlobten, die junge Frau selbst überlebt schwer verletzt. Nachdem die äußerlichen Wunden verheilt sind, bleibt trotzdem eine große Unsicherheit und die zerbrechliche junge Frau findet keinen rechten Bezug zum Leben mehr. Se lebt in einer Art "Zwischenwelt", sieht Geister und kümmert sich nur noch um den Nachlass ihres toten Freundes, eines Künstlers. Erst als sie einen jungen Mann kennen lernt, der vor kurzem seine Mutter verloren hat, findet sie einen Seelenverwandten und so auch wieder in ihr Leben.

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    M
    Minoovor 2 Jahren
    Lebensgeister

    Das Buch beginnt direkt mit dem Unfall, bei welchem Sayoko schwerst verletzt wird und ihr Geliebter Yoichi stirbt. Zwei Jahre dauert es, bis ihre körperlichen Verletzungen geheilt sind und sie wieder ein normales Leben führen kann. Eng verbunden mit den Eltern des Verstorbenen führt sie Yoichis Atelier weiter. Der Leser begleitet Sayokos Weg zurück ins Leben, ihre seelische Heilung. Sie zieht aus ihrem Elternhaus aus, findet neue Freunde und erkennt die Schönheit und Besonderheit des Lebens. Niemals hätte ich nach dem Lesen des Klappentextes gedacht, einen so lebensbejahenden Roman vorliegen zu haben. So denkt  Sayoko zum Ende hin:

    "Was für ein Luxus, was für ein Geschenk ist es doch, dachte ich nur, dass du eine Zeitlang hier auf Erden sein darfst, in diesem großen unerschöpflichen Leben." (S. 123) 
    Dennoch wird ihr Schmerz, ihre Trauer gut  beschrieben:

    "Für eine Weile ließ das Leben mit all seinen täglichen Erfordernissen mein Herz in Ruhe und ging, Hand in Hand mit meinem Körper, einfach nur weiter, immer weiter." (S.47) 
    Yoshimotos Schreibstil ist feinfühlig und dennoch klar und direkt. Die unglaubliche Leichtigkeit, mit welcher sie Sayokos Geschichte erzählt, hat einen hohen Wiedererkennungswert. Zu der Geschichte fand ich schnell Zugang, sodass ich die 160 Seiten an einem Stück las.

    Besonders gut gefielen mir auch die zahlreichen Fußnoten, welche Anmerkungen des Übersetzers Thomas Eggenberg beinhalten und das Verständnis für gewisse Orte erleichtern. So findet man am Seitenende Wortübersetzungen wie Daifuku-Mochi (Daifuku = Großes Glück; Mochi = Eine Art Reiskuchen (...)) oder Informationen zu Orten, Gebäuden (Gakeshobo = Ein kleiner sympathischer Buchladen (...)).

    Die Charaktere empfand ich als sehr erfrischend. Angetan war ich vor allem von Sayokos Nachbarn Atarus. Dass Sayoko Geister sehen kann, ist in diesem Buch nicht das Hauptthema. Viel mehr geht es um das eigentliche Leben, aber auch den Umgang mit dem Tod. Das Leben nach dem Tod wird vor allem zu Beginn des Buches thematisiert, in welchem Sayoko nach dem Unfall eine Nahtoderfahrung erlebt und ihrem toten Großvater sowie dem verstorbenen Hund begegnet.

    Ein weiteres Zitat, dieses Mal von Sayokos verstorbenen Großvater, welches mir sehr gefallen hat, lautet wie folgt:

    "Alles hat seine Zeit, braucht seine Zeit. Daran solltest du immer denken. Wenn du zu weit nach vorne schaust, stolperst du. Verweile lieber im Moment, und geh Schritt für Schritt deinen Weg." (S. 111)
    Fazit: Ein lebensbejahender, einfühlsamer Roman, welcher sich mit dem "Danach" in unterschiedlichen Formen, aber vor allem mit dem "Jetzt" beschäftigt.

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    dinatalia85vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein lesenswerter kleiner (160 Seiten) aber sehr feiner Roman zum Thema Trauer, Abschied und Leben.
    Klein aber fein

    Sayoko und ihr Freund Yôichi haben einen schweren Verkehrsunfall. Er kommt dabei ums Leben, sie wird schwer verletzt. Seit diesem Unfall lebt sie in einer merkwürdigen Zwischenwelt und kümmert sich um Yôichis Kunstwerke in seinem Atelier in Kyoto. Abends geht sie in eine Bar und lernt den Barkeeper Shingaki, der sich zu ihr hingezogen fühlt. Und plötzlich bemerkt sie, dass sie sehen kann, was andere nicht sehen: die Geister von Verstorbenen. Sie macht die Bekanntschaft von Ataru, der ebenfalls mit seiner Trauer beschäftigt ist. Und in der wunderschönen Tempelstadt Kyoto lernt sie allmählich, das Leben so zu akzeptieren, wie es ist: voller Ungewissheiten und Rätsel, dem Tod immer nahe, egal, ob man jung ist oder alt.
    Die Sprache der Autorin ist in ihrer Feinheit auch hier wieder ein Vergnügen. Sehr empfindsam und ganz natürlich und selbstverständlich erzählt sie ihre Geschichte um die Geister der Verstorbenen.
    Sayokos Umgang mit der Trauer und der Kontakt mit Yôichis Eltern, aber auch der Barkeeper Shingaki und die Geister, helfen ihr, zurück ins Leben zu kommen. Die Autorin beschreint diesen Prozess feinfühlig und ganz ruhig.
    Ein lesenswerter kleiner (160 Seiten) aber sehr feiner Roman zum Thema Trauer, Abschied und Leben. Ich kann ihn nur weiterempfehlen.

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    alicepleasancevor 2 Jahren
    Melancholisch und poetisch

    In "Lebensgeister" beschäftigt sich die Autorin Banana Yoshimoto mit den Fragen: Wie lebt man nach einem tragischen Unfall weiter und wie geht man damit um, einen geliebten Menschen zu verlieren? 

    Die Protagonistin Sayoko erzählt die Geschichte aus ihrer Perspektive und beginnt mit dem Unfall, der ihr Leben verändert. Wie schwer es für sie war, den Weg zurück ins Leben zu finden, schildert sie auf poetische und leicht philosophische Weise. Die Gedanken, die sie sich über Leben und Tod und den Verlust geliebter Menschen macht, sind tiefsinnig und voller Gefühl. Trotz der insgesamt eher leichten Sprache erfordert das Buch einiges an Konzentration, denn in den einfachen Sätzen steckt doch unheimlich viel. 

    Insgesamt gibt es nur wenig Handlung im Buch. Stattdessen wird der psychische Heilungsprozess auf eindrückliche Weise erfahrbar. Das Ganze wird mit viel Gefühl, jedoch keinesfalls kitschig dargestellt. Und obwohl das Buch oft sehr traurig und melancholisch ist, bleibt am Ende doch das Positive im Gedächtnis. 

    Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich der Klappentext. Denn zusammen mit der Leseprobe erweckte dieser bei mir den Eindruck, es gehe tatsächlich eher um die Geister, die Sayoko nach dem Unfall sieht. So hatte ich denn auch eine lockere Erzählung erwartet und stattdessen eher schwere Kost erhalten. Als leichte Unterhaltung ist dieser Roman keinesfalls zu bezeichnen und man sollte sich auch ein wenig Zeit für ihn nehmen, auch wenn die Seitenzahl eher gering ist. 

    Auffällig waren schließlich noch die vielen Fußnoten, in denen Worte übersetzt und Orte sowie Sehenswürdigkeiten in Kyoto beschrieben wurden. Das bringt einem Leser, der diese nicht kennt, auch die Kultur ein wenig näher, was mir sehr gefallen hat. 

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    Andrea-Karminrotvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ich habe manchmal den Verdacht, Bücher suchen sich ihre Leser aus... es passte gerade so perfekt!
    Geisterhaft schön!

    Manchmal habe ich das Gefühl, Bücher suchen sich ihre Leser selber aus. “Lebensgeister” kommt mir zu einer passenden Zeit in die Hände,...

    Nach einem schweren Unfall und dem Verlust ihres Geliebten, versucht Sayoko wieder in ein normales Leben zurück zu finden. All ihre Pläne sind dahin, ein schönes Leben zu führen. Sayoko blickte kurzfristig in die Welt der Toten, traf ihren Großvater, der sie aber in die reale Welt zurück schickte. Seitdem ist alles anders. Die junge Japanerin kann Geister sehen. Was sie allerdings nicht verschreckt, sondern eher dazu bringt, sich mit dem Leben, der Liebe und den Beziehungen, auseinander zu setzen.


    “Es gibt viele Menschen, die sich nach einer radikalen Änderung sehnen, aber nur wenige, die ihr wahres Wesen begreifen.” Seite 86


    Banana Yoshimoto schreibt locker vom Tod und den Erfahrungen, die ihre Hauptdarstellerin Sayoko durchleben muss. Mit leichter Feder beschreibt die Autorin das Trauma der Protagonistin und wie sie damit umgeht. Die Gefühle ihrer Hauptfigur sind teilweise so schön beschrieben, dass man immer wieder tief durchatmen muss und einfach nur genießt. Das gesamte Buch strotzt vor Lebensweisheiten und wunderschönen Beschreibungen. Die 160 Seiten sind eine wahre Wonne. Auch wenn es sich um ein schwieriges Thema, wie den Tod und das Leben, für die Zurückgebliebenen handelt, liest es sich sehr schnell und unterhaltsam. Banana Yoshimoto, die eigentlich Mahoko mit Vornamen heißt, zaubert mit ihren Worten lächelnde Gedanken.


    “Wenn du zu weit nach vorne schaust, stolperst du. Verweile lieber im Moment, und gehe Schritt für Schritt deinen Weg.” Seite 111


    Was mir auch sehr gefallen hat, sind die Fußnoten des Übersetzer. Banana Yoshimoto, benutzt häufig japanische Begriffe, die wir Europäer nicht kennen (können). Thomas Eggenberg, scheint mir ohnehin ein passender Übersetzer, für dieses Buch. 

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    G
    Gisevor 2 Jahren
    Den Nabel wiederfinden

    Bei einem schweren Unfall überlebt Sayoko nur knapp, ihr Geliebter stirbt dabei. Sayoko findet nicht so schnell zurück in ihr bisheriges Leben, sie trauert um ihn und gerät dabei in eine Zwischenwelt, in der sie Verstorbene sehen kann. Wie kann sie ihren Nabel wiederfinden, wie ihr Leben neu arrangieren?
    Das schmale Büchlein besticht durch ein gelungenes Coverfoto, wobei das Erscheinungsbild des Diogenes-Verlags sofort herausragt. Die Geschichte selbst ist von sehr viel Ruhe bestimmt, denn in diese Ruhe taucht Sayoko nach dem Unfall ein. Damit spiegelt die Erzählung ihre Trauer wieder, so dass hier nicht die Handlung, sondern ihr inneres Erleben dominiert. Das macht das Lesen manchmal ganz schön schwierig. Sayoko wächst an ihrer Trauer, lernt, einen Neuanfang zu wagen.
    Mit diesem Buch ist der Autorin eine sehr nachdenkliche, fast schon philosophische Geschichte gelungen. Wer sich mit Sayoko und ihrer Trauer beschäftigt, wird das Buch nicht einfach weglegen können. Allerdings hat mich der Klappentext etwas aufs Glatteis geführt, denn ich finde, dass das Zwischenreich zu sehr betont wird, so dass ich hier mehr Handlung erwartet hatte. Schöner wäre es gewesen, den Fokus auf Sayokos Trauer zu lassen, denn dies ist das Thema des Buches. Das aber ist hervorragend herausgearbeitet.

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