Barbara Aschenwald

 4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Lichter im Berg, Omka und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Barbara Aschenwald

Omka

Omka

 (2)
Erschienen am 14.03.2013
Lichter im Berg

Lichter im Berg

 (2)
Erschienen am 20.02.2018
Leichten Herzens

Leichten Herzens

 (1)
Erschienen am 15.03.2010
Omka: Roman

Omka: Roman

 (0)
Erschienen am 14.03.2013

Neue Rezensionen zu Barbara Aschenwald

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Giselle74s avatar

Rezension zu "Lichter im Berg" von Barbara Aschenwald

Dunkles Geraune
Giselle74vor 8 Monaten

Wenn man viel liest, und das kann ich von mir durchaus behaupten, bekommt man ein ganz gutes Gespür dafür, welche Bücher interessant sein könnten und welche eher unpassend sind. Man kennt die Verlage, man kann Klappentexte einschätzen, man kennt die eigenen Vorlieben und weiß, welche Grenzen man zu überschreiten bereit ist und welche nicht. Ich zum Beispiel würde unter keinen Umständen blutige Thriller lesen oder allzu genau beschriebene Gemetzelszenen aller Art. Damit mag mir manch gut geschriebenes Buch entgehen, aber das ist dann eben so.
Bei "Lichter im Berg" hat dieses Gespür komplett versagt. Ich habe das Buch in der Verlagsvorschau entdeckt, mir notiert und war hocherfreut, als ich über die Buchplattform Litnity die Möglichkeit bekam, es zu lesen und zu rezensieren. Es ginge in der Hauptsache um Galtür und seine Bewohner, dachte ich:"Ein Dorf hoch oben in den Bergen. Wenn die Dämmerung kommt, beginnen seine Lichter zu brennen, und ob sie offen leuchten oder verborgen schimmern, Barbara Aschenwald folgt ihnen und findet in ihrem Lichterkreis allerhand Geschichtenstoff" so heißt es im Klappentext. Damit ist geklärt, was die Autorin inspiriert hat, aber nicht, wohin die Inspiration sie führt - und das genau ist der Punkt, den ich übersehen habe. Und auch der Grund, warum dieses Buch und ich nicht zueinander gefunden haben, denn auf ihren Wegen mochte ich Barbara Aschenwald immer weniger folgen.
Es beginnt schon im ersten Absatz der ersten Erzählung. Sie schreibt vom "letzten, feigen Licht des Tages" und in mir regt sich Unwillen. Feiges Licht, ernsthaft? Sonnenuntergänge können ja eine Menge Gefühle hervorrufen, aber sie als feige zu bezeichnen, ist mir zu gewollt poetisch. Was genau macht denn feiges Licht aus?
Weiter geht es mit der Tür, die schon im Ortsnamen anklingt, durch die jemand vermeinte zu gehen. Falltür nach Galtür? Ah geh, wie eine Wiener Bekannte nun sagen würde...
Ich habe sie gelesen, Geschichte für Geschichte, und dagegen angekämpft, das Buch zuzuklappen. Es erschien mir nicht richtig, das zu tun, denn jede Geschichte hätte meine Sicht ja drehen können. Dem war leider nicht so.
Schlußendlich finde ich Frau Aschenwalds Stil immer da gelungen, wo sie anscheinend nah an bekannten Menschen und Orten geblieben ist, wo sie Galtürs Lebensarten und Besonderheiten beschrieben hat: nur drei warme Monate, kein Obst gedeiht so hoch oben, es gibt kaum Vögel, und im Winter ist Galtür teilweise ganz abgeschnitten von der Außenwelt. Das ruft einen besonderen Menschenschlag hervor, einen anderen Zusammenhalt. In diesen Geschichten findet sie einen echteren Ton.
In den anderen freilich ist sie mir abwechselnd zu naiv , etwa wenn sie den glücklichen Bergbauern gegen den vom Leben ermüdeten Logistiker stellt; zurück zu Natur und Genügsamkeit, und alles wird gut? - wohl kaum. Manch ein einsamer Bergbauer wird von der weiten Welt geträumt haben, auch Enge kann ersticken. Oder zu oberlehrerhaft, wenn sie da von Irrenanstalten schreibt, die ihre Kranken erst irre machen oder ihren Lebenswillen brechen, von einer Stadt, wo alte und kranke Menschen entsorgt werden. Gesellschaftskritik in dieser Form ist mir zu simpel. Das Leben und die Gesellschaft sind nie "schwarz kontra weiß", die Guten gegen die Bösen.
Ich glaube, da wollte jemand ganz viel Bedeutung in seinen Texten unterbringen, ganz viel poetische Sprache. Mir wäre durchdachter Inhalt lieber gewesen.So ist es bisweilen unfreiwillig komisch: "Und nun, da er direkt neben der Zypresse stand, hatten die beiden tatsächlich gewisse Ähnlichkeit. Der dunkle Mantel, die schlanke Gestalt, hoch und dünn, nur, dass er nach oben hin an den Schultern erheblich breiter wurde und die Zypresse schmaler." Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

 

Ich danke dem Verlag und litnity.com herzlich für das Rezensionsexemplar.

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Rezension zu "Lichter im Berg" von Barbara Aschenwald

Rezension: Lichter im Berg
killmonotonyvor 8 Monaten

„Berge? Das einfache Leben? Gedanken über das Leben und darüber, was wichtig ist? Ich bin dabei.“ – Das waren so ungefähr meine Gedanken, als mir Barbara Aschenwalds Kurzgeschichtensammlung „Lichter im Berg“ das erste Mal vor die Flinte lief. Und ein guter Jäger bringt seine Beute schließlich mit nach Hause.  Es geht in diesem Erzählband um ein Dorf in den Bergen, nämlich um die österreichische Gemeinde Galtür, und deren Bewohner, aber auch deren Sitten, Gebräuche und Lebensweise. In den zwölf Kurzgeschichten greift Aschenwald stets einen anderen Aspekt des Lebens der Bergbewohner auf und zeichnet deren Geschichte nach. So haben wir beispielsweise das Ehepaar, das mit ihrem eigenen Gasthaus ein gutes Einkommen erzielt, und die Frau dafür plädiert, dass an einigen Monaten im Jahr das Haus geschlossen wird. Gedanken, was man im Leben braucht und was genügt, um eine schöne Zeit zu verleben, kommen auf. Eine andere Geschichte erzählt von einem Mann, der in seinem Leben nicht glücklich ist und die tägliche Monotonie nicht mehr aushält. Parallel dazu erfahren wir die Geschichte von seinem Vater in Galtür, der ein zufriedenes und bescheidenes Leben führt. Wieder einmal der Gedanke von Genügsamkeit — wie viel braucht der Mensch, um glücklich zu sein? Barbara Aschenwald nimmt uns mit in die Berge; ich finde, man kann den Schnee schon schmecken.


Wenn man nicht einmal einen einzelnen Menschen auf der Welt glücklich machen konnte, wie war es dann um die Welt bestellt?


… das fragt sich Joachim Kaltwasser, der nach einem scheinbar endgültigen Streit mit seiner Ehefrau nach Galtür begeben hat. Das Glück seiner Frau stellte er stets über sein eigenes, sie schien jedoch ihr Unglück zu brauchen, weil sie sonst nichts mehr hat. Einfach nur glücklich sein, das schien ihr unmöglich. Kunststudium, Urlaube, Renovierungen, Liebe – all dies genügte ihr nicht. Joachim gerät ins Stutzen und möchte nicht länger für ihr Unglück verantwortlich sein. In Galtür angekommen, wird er gefragt, was für einer er denn sei, und diese Frage überrumpelt ihn. Ja, was für einer war er denn? Und was brauchte er, um glücklich zu sein?


Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de/rezension/barbara-aschenwald-lichter-im-berg

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Sophia!s avatar

Rezension zu "Leichten Herzens" von Barbara Aschenwald

Rezension zu "Leichten Herzens" von Barbara Aschenwald
Sophia!vor 8 Jahren

Dieses Buch erweitert den persönlichen Horizont wie kein anderes.

Barbara Aschenwald setzt sich mit aktuellen Themen auseinander und beleuchtet sie gesellschaftskritisch in einem Zusammenspiel von Alltagsbeispielen, Naturschilderungen und geheimnisvollen Geschichten.
Was bedeuten Wirtschaftskrisen, Medienwelt und Konsum für die Menschen und das Menschsein?

Das Werk ist in einzelne, kleine Erzählungen eingeteilt und in einer leichten, aber dennoch poetischen Sprache geschrieben. Zahlreiche Stilmittel machen den Text zu einem Erlebnis, u. a. Reime, Gedichtauszüge, Elemente des Bewusstseinstromes, ironische Bemerkungen und Vergleiche. Der Leser wird mit vielen Fragen konfroniertet und neuen Gedanken, die sich bei der Lektüre wie von selbst, leichten Herzens, ergeben. Außerdem werden Tabuthemen in den Blick genommen: Tod, Selbstmord, Depressionen, Hunger, Gewalt.

Schwerpunkt des Textes ist das Gefüllvolle, Nachdenkliche.
Zitat:
"Durch die Straßen gehen Leute, die keine Augen haben und keine Ohren. Weil sie immer sehen und immer hören. Musik, Bilder und Geräusche aus dem Urwald in der Stadt, Musik, und nirgendo spielt ein Instrument."

Positiv fällt bei der Gestaltung die Einteilung des Textes in viele, kleinere Abschnitte auf, die das Lesen erleichtern.
Einziger Nachteil: zu wenig. Ich hätte gerne weiter gelesen.

Fazit: Ein sehr gelungenes Debüt einer jungen Autorin.
Empfehlenswerter Text für ein paar Stunden entspannter Nachdenklichkeit.

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