Das Buch ist sicherlich sehr gut recherchiert und basiert nur auf belegten Fakten, ist jedoch super anstrengend zu lesen durch die ständigen Textpassagen aus den Original-Briefen von Merian (im barocken Deutsch in Original-Rechtschreibung). Das lässt leider absolut keinen Lesefluss aufkommen. Bin froh, dass es fertig ist!
Trotzdem bekommt man einen sehr guten Eindruck vom Leben dieser beeindruckenden Frau, die unbeirrt ihren Weg ging. Ich bewundere sie sehr!
Barbara Beuys
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Barbara Beuys
Paula Modersohn-Becker
Maria Sibylla Merian
Denn ich bin krank vor Liebe
Sophie Scholl
Der Preis der Leidenschaft
Die neuen Frauen - Revolution im Kaiserreich
Sophie Scholl Biographie
»Blamieren mag ich mich nicht«
Neue Rezensionen zu Barbara Beuys
In diesem Buch wird das Leben der Maria Sibylla Merian erzählt und in Kontext gesetzt. Letzteres ist besonders gut gelungen; so schafft es die Autorin immer, die Handlungen verständlich zu machen und zu erklären, was zu diesem Zeitpunkt gesellschaftlich der Normalfall war bzw. wie ungewöhnlich Maria Sibylla Merian war. Auch ihre Werke werden genau beschrieben und es ist immer ersichtlich, aus welcher Quelle wir welche Information haben bzw. was nur Spekulationen sind.
Irritierend fand ich den Schreibstil. Eigentlich in verständlicher Sprache geschrieben, werden viele Informationen ständig wiederholt. Dass man, wenn man in der Mitte des Buches Informationen aus der Einleitung aufgreift, diese nochmal erwähnt, ist ja verständlich, aber teilweise lagen nur sehr wenige Seiten zwischen der Wiederholung und es wurde so getan, als wäre das etwas sehr Neues. Das hatte zur Folge, dass es sich angefühlt hat, als wären alle Kapitel einzeln geschrieben worden.
Insgesamt trotzdem ein interessantes Buch, bei dem man viel lernt!
Jemand hat kritisiert, dass man sich zu Beginn eines Buches über Sophie Charlotte zuerst durch das Leben ihrer Mutter, Elisabeth von der Pfalz, lesen muss. Ich halte das für keinen Kritik-, sondern einen Pluspunkt. Anhand der – reichlich bewegten – Lebensgeschichte von Elisabeth von der Pfalz wird der Leser nämlich nicht nur in die familiären, sondern auch geschichtlichen Zusammenhänge eingeführt. Man merkt auch, dass die Autorin sich gründlichen mit dem Quellenmaterial beschäftigt hat und mit so viel Fachwissen wie Zuneigung über Sophie Charlotte schreibt, die in ihren Augen nicht nur eine schöne und gute Königin, sondern auch ebenbürtige Diskussionspartnerin für aufklärerische Geistesgrößen war.
Trotzdem ist Beuys Buch tatsächlich etwas zäh zu lesen, was an der Art liegt, wie Sophie Charlottes Lebensgeschichte erzählt wird: streng chronologisch möglichst sämtliche Daten und Ereignisse nacheinander abhakend. Da folgt auf ein philosophisches Streitgespräch die Kutschenfahrt zum Fasching in Hannover; Leibniz wird zum Präsidenten einer neu gegründeten Berliner Akademie ernannt und anschließend wird detailliert das Programm für die kurfürstliche Geburtstagsfeier beschrieben bis hinunter zu den Balletteinlagen usw. Besonders oft und ausführlich ist von Sängerinnen, Komponisten, Opern und Kapellmeistern die Rede, sodass man diese Passagen bald komplett überspringt.
So verliert sich die Autorin (und mit ihr der Leser) im Klein-Klein von Sophies royalem Alltag, indem alles ohne Unterscheidung widergegeben wird. Wo aber alles gleich wichtig nebeneinander steht, wird bald alles gleich nichtig und man verliert das Interesse. Es wäre besser gewesen, diese Faktenflut zu filtern, zu reduzieren und stattdessen je nach Kapitel einen bestimmten Themenschwerpunkt zu setzen. Außerdem ist Frau Beuys meinem Eindruck nach etwas zu sehr zugunsten der Königin (vor-)eingenommen.
Fazit: Eine mit viel Fachwissen geschriebene Biografie über eine interessante Königin, die sich aber leider über weite Strecken wie eine möglichst umfassende Auflistung von Daten und Ereignissen liest.
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Barbara Beuys wurde am 09. Oktober 1943 in Deutschland geboren.
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