Barbara Beuys

 4.1 Sterne bei 27 Bewertungen
Autorin von Paula Modersohn-Becker, Denn ich bin krank vor Liebe und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Helene Schjerfbeck

Erscheint am 10.12.2018 als Taschenbuch bei Insel Verlag.

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Paula Modersohn-Becker

Paula Modersohn-Becker

 (6)
Erschienen am 23.03.2009
Denn ich bin krank vor Liebe

Denn ich bin krank vor Liebe

 (5)
Erschienen am 21.09.2009
Sophie Scholl

Sophie Scholl

 (3)
Erschienen am 21.08.2011
Maria Sibylla Merian

Maria Sibylla Merian

 (2)
Erschienen am 14.11.2016
Der Preis der Leidenschaft

Der Preis der Leidenschaft

 (2)
Erschienen am 23.02.2009
Familienleben in Deutschland

Familienleben in Deutschland

 (2)
Erschienen am 23.06.2017
Sophie Scholl Biographie

Sophie Scholl Biographie

 (2)
Erschienen am 08.02.2010

Neue Rezensionen zu Barbara Beuys

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Die neuen Frauen - Revolution im Kaiserreich" von Barbara Beuys

Ein interessanter Streifzug durch eine revolutionäre Zeit
Bellis-Perennisvor 3 Monaten

Dieses Buch beschreibt in der Tat eine Revolution in der Kaiserzeit. Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen fordern viele Frauen Rechte ein, die ihnen bislang vorenthalten werden. Das Recht auf Bildung, das Wahlrecht, freie Berufswahl etc. – alles Dinge, die für uns heute selbstverständlich sind.  

In 16 Kapiteln, in denen unterschiedliche Frauen eine tragende Rolle spielen, zeigt Barbara Beuys die Entwicklung der Frauenbewegung.  

Die konservative Regierung sieht die Forderungen mit wachsender Sorge und ist auch bereit, Gewalt gegen die Frauen einzusetzen, wenn die nicht von ihren Vorstellungen abrücken. Die Regierung, die ja ausschließlich aus Männern besteht, fürchtet die Frauen und ihre Ideen. 

Der Zugang zu den Universitäten ist den Frauen verboten. Als die Schweiz die ersten Frauen zum Medizinstudium zulassen, greifen einige diese Chance auf. Bei der Rückkehr nach Deutschland wird ihnen dann die Approbation verweigert und einigen der Prozess wegen Kurpfuscherei gemacht. 

Frauenvereine werden gegründet und von den Behörden wieder aufgelöst, Frauen verhaftet und die Zensur wieder verschärft. Doch immer wieder gelingt es Frauen, Kanäle für ihre Zeitschriften und Flugblätter zu finden. Viele Frauen greifen zur Selbsthilfe – diesen Frauen ist das Buch gewidmet. 

 

Meine Meinung: 

Anhand von Lebensgeschichten vieler engagierter Frauen erläutert Historikerin Barbara Beuys die Geschichte der „neuen Frauen“. Immer wieder kreuzen sich die Wege einzelner wie Clara Zetkin oder Else Lasker-Schüler.  

Die Autorin weist auch auf die unterschiedlichen Gepflogenheiten in den deutschen Landen hin. Diejenigen Länder, die lange unter Napoleons (französischer) Herrschaft standen und daher nach dem „Code Civil“ lebten wie z.B. Hamburg oder Westfalen, haben sich weniger starrköpfig gezeigt. Doch auch dieses Gesetzeswerk ist weit weg von „gleiches Recht für alle“. Der (französische) Grundsatz „Liberté, Egalité, Fraternité“ galt auch nur für Männer. Als die französische Revolutionärin Olympe de Gouges dies auch für Frauen forderte, endete so wie viele unter der Guillotine. Da herrschte dann wieder Gleichberechtigung. 

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges scheint die Revolution der Frauen ein Ende zu haben. Auf Grund der Umstände wird in dieser Zeit weniger theoretisiert. Die Frauen packen einfach an. Sie mussten ja für den Lebensunterhalt sorgen. Sie müssen jetzt die Industrie und die Versorgung am Laufen halten. Da wird nicht lange gefackelt und Frauen werden u.a. als Schaffnerinnen oder Tramwayfahrerinnen oder in den Fabriken eingesetzt. Allerdings müssen sie in ihren Arbeitsverträgen unterschreiben, sofort den Platz zu räumen, wenn die Männer wieder verfügbar sind. Sie werden nun als Ärztinnen widerwillig akzeptiert, da ein eklatanter Ärztemangel herrscht. Die Männer sind an der Front, verwundet oder überhaupt tot. Wer versorgt nun die Kranken? Eben.

So nach dem Motto „in der Not frisst der Teufel Fliegen“ werden den Frauen notgedrungen berufliche Perspektiven eröffnet, die nach Ende des Ersten Weltkrieges, nur teilweise weiter bestehen bleiben. Aber, das ist eine andere Geschichte, die noch zu wenig erforscht ist (S.346). 

Sehr spannend ist für mich zu lesen, dass der Ausbruch des Ersten Weltkriegs der internationalen Zusammenarbeit und Solidarität der Frauen ein abruptes Ende bereitet. Auch die engagierten Frauen lassen ihre eigentlichen Ziele fallen und werden zu glühenden Patriotinnen. Natürlich schließen sich nicht alle dem „Hurra-Geschrei“ an. Es gibt sie, die Pazifistinnen, die wie Bertha von Suttner. Manche wie die gescheiterte Pionierin der Wissenschaftlerinnen, Clara Immerwahr, setzen ihrem Leben ein Ende, weil sich der Traum von der gleichberechtigten Partnerin und Forscherin nicht erfüllt.   

Fazit: 

Dieses Buch liest sich ganz anders als Beuys‘ Biografie über Sibylla Maria Merian. Vielleicht muss es ein zweites Mal gelesen werden, um die gesamte Tragweite der Revolution der Frauen zu erfassen. Gerne gebe ich 4 Sterne.

 


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Rezension zu "Maria Sibylla Merian" von Barbara Beuys

Künstlerin, Forscherin, Geschäftsfrau
Lesemanievor 8 Monaten

Maria Sibylla Merian wird 1648 als Tochter des bekannten Verlegers und Kupferstechers Matthäus Merian in Frankfurt geboren. Als sie 1717 fast siebzigjhährig stirbt, hat sie sich einen eigenen Namen gemacht als herausragende Malerin und Kupferstecherin, vor allem aber als Naturforscherin.

Nach dem Tod des leiblichen Vaters wächst Maria Sibylla bei ihrer Mutter und deren zweitem Ehemann auf, dem Blumenmaler und Kunsthändler Jacob Marrel. Wie für die Zeit üblich, wird das junge Mädchen in einem Handwerk unterrichtet: Der Stiefvater erkennt früh ihr künstlerische Talent und nimmt sie in die Lehre.

In einem kurzen Exkurs erläutert die Historikerin Barbara Beuys, dass dies keine Seltenheit ist: „Die mittelalterlichen Zünfte, in denen sich die Handwerker organisierten, kannten kein generelles Frauenverbot. Ein Blick in die Statistik der Frankfurter Zünfte zwischen 1300 und 1500 genügt: 65 Berufe waren reine Frauensache, bei 17 hatten Frauen die Mehrheit […] Ihre Paradezunft aber war die Seidenweberei. Allein zwischen 1513 und 1580 wurden am Rhein 222 Meisterinnen und über 700 Lehrmädchen in die Zunftrolle eingetragen. Nicht wenige der Meisterinnen waren berufstätige Ehefrauen.“ Das ändert sich erst schrittweise zu Lebzeiten von Maria Sibylla Merian und in den danach folgenden Jahrzehnten. Durch den Wandel zu absolutistischen Staatssystemen bildet sich ein umfangreicher Verwaltungsapparat, der ausschließlich Männern vorbehalten ist.

Solche Exkurse und Erläuterungen finden sich immer wieder in dem Buch von Barbara Beuys. So bettet sie die Merian gekonnt in ihre Zeit ein, ohne je nennenswert abzuschweifen oder langatmig zu sein. Sie nimmt sich immer genau genug Zeit um beispielsweise Personen, die großen Einfluss auf Maria Sibylla haben, genauer zu betrachten. Auch die Religiosität der Familie Merian – überzeugte Calvinisten in lutherisch geprägten Teilen Europas kurz nach dem dreißigjährigen Krieg – beleuchtet sie umfassend unter Verweis auf verschiedene religiöse Strömungen und Konflikte der Zeit.

Während ihre Halbbrüder nach dem Tod des berühmten Matthäus Merian den bekannten Verlag übernehmen und die Geschäfte fortführen, lernt Maria Sibylla also das Zeichnen, Malen und Kupferstechen. Mit 13 entdeckt sie eine weitere Leidenschaft: Raupen und ihre Verwandlung zu Schmetterlingen. Sie beginnt, Raupen aller Art zu sammeln, zu Hause zu füttern und zu beobachten. Sie macht sich umfassende Notizen zu ihrer Metamorphose und protokolliert den Prozess auch in detaillierten Zeichnungen. So gehen Forschung und Kunst eine ausgewogene Partnerschaft ein.

Die Merian gibt diesen Zeitvertreib auch nicht auf, nachdem sie heiratet und erstmalig Mutter wird. Und während ihr Mann einen passablen, aber nicht herausragenden, Ruf als Künstler genießt, werden auf Maria Sibylla Merian mit Veröffentlichung ihres ersten eigenen Buches mit Blumenbildern, Zeitgenossen schnell aufmerksam. Die umtriebige junge Frau gründet außerdem eine sogenannte „Jungfern-Compagnie“, in der sie Töchter aus gutbürgerlichen Familien in Nürnberg im Malen, Zeichnen, Sticken und Nähen unterrichtet.

Als sie 1679 ihr „Erstes Raupenbuch“ veröffentlicht, wird sie rundum zur Berühmtheit, denn dieses Buch macht klar, dass es sich bei Maria Sibylla Merian nicht „nur“ um eine Malerin handelt, sondern um eine ernstzunehmende Forscherin, die ihre Objekte gewissenhaft erforscht und ihre Beobachtungen gut zu Papier bringen kann.

Barbara Beuys achtet sehr darauf, Mutmaßungen über Maria Sibylla Merians als solche zu kennzeichnen und beruft sich konstant auf Quellen. Offen gibt sie zu, wenn sich Lücken oder Fragen auftun rund um den Charakter oder die Motivation hinter Merians Entscheidungen. Aber trotz aller Vorsicht ist man als Leser schnell fasziniert von dieser Frau, die sich später mit zwei Töchtern von ihrem Mann trennen wird und nach einigen Jahren in einer radikalen christlichen Glaubensgemeinschaft ihr Hab und Gut verkauft um mit 51 Jahren zu einer bis dahin beispiellosen Forschungsreise nach Surinam aufzubrechen. Dort schlägt sie sich durch den Urwald und veröffentlicht anschließend, von Malaria schwer gebeutelt, ihr umfassendes Werk zur „Verwandlung der surinamischen Insekten“.

Die packende und kompakte Aufbereitung eines derart schillernden Lebens, die Barbara Beuys hier gelungen ist, ist an sich schon ein kleines Kunstwerk.

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Maria Sibylla Merian" von Barbara Beuys

„Der Raupen wunderbare Verwandlung“
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Barbara Beuys hat mit ihrer Biografie über Sibylla Maria Merian eine Hommage an eine selbstbewusste Frau, Forscherin und Künstlerin geschaffen.

Wer ist sie nun die Sibylla Maria Merian, deren Nachname für zwei Verlage Pate steht? Den Merianverlag aus der Schweiz und den für seine faszinierenden Reiseführer bekannten Merian aus Deutschland.

Sibylla Maria ist die Tochter des Verlegers und Kupferstechers Matthäus Merian d. Ä.. Geboren 1647 in Frankfurt am Main. Ihr Stiefvater Jacob Marrel entdeckt und fördert ihr Zeichentalent. Bereits als Jugendliche beginnt sie Raupen zu erforschen. Diese Leidenschaft wird sie ihr Leben lang begleiten und in die Urwälder Surinams führen.

Sibylla Maria führt ein unkonventionelles Leben. Sie lebt unter anderem – getrennt von ihrem Ehemann, dem Maler Johann Andreas Graff, fünf Jahre lang mit ihrer Mutter und den gemeinsamen Töchtern in einer radikalen christlichen Kommune in Holland. 
Sibylla Maria für den Verlag ihres Stiefvaters nach dessen Tod weiter. Sie gibt ihre Zeichnung von Blumen und Insekten zum Ausmalen und/oder als Stickvorlagen für die vornehmen Damen heraus. Sie unterrichtet Mädchen und Frauen im Zeichnen und Malen. Sibylla Maria Merian ist eine umsichtige und erfolgreiche Geschäftsfrau.


Meine Meinung:

Mit dieser Biographie, die penibel recherchiert ist, räumt die Autorin mit dem Mythos auf, dass Frauen im Barock nichts zu sagen hätte. Viele Zeitgenossinnen Sibylla Marias waren erfolgreich und geschäftstüchtig. Erst im 19. Jahrhundert wurden die Frauen zum Aufputz der Männer und an Haus und Herd verbannt.

Die vielen Zitate warden durch jede Menge Facsimiles ergänzt.
Mit ihrem Buch „Der Raupen wunderbare Verwandlung“ gehört Maria Sibylla Merian zu den Begründern der modernen Insektenkunde. Ihr Buch über die „Surinamesischen Insekten“ machte sie endgültig berühmt.

Fazit:

Ich finde diese Hommage an die Insektenforscherin, Malerin und Geschäftsfrau Sibylla Maria Merian großartig. Gerne gebe ich 5 Sterne. 

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Barbara Beuys wurde am 09. Oktober 1943 in Deutschland geboren.

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