Ferdinand fühlt sich einsam. Erst vor Kurzem sind sein Sohn mit Frau und den zwei Enkeln ausgezogen und seitdem lebt er ganz allein auf seinem großen Hof. Natürlich möchte er es sich nicht anmerken lassen, dass ihm Gesellschaft fehlt, doch diese Stille ist für ihn nur schwer zu ertragen. Eines Tages kommt er bei seiner Nachbarin Marceline vorbei, mit der er eigentlich nur wenig Kontakt hat. Doch ihr Dach ist eingestürzt und sie sitzt durchgefroren in ihrem Häuschen und so kann er sie doch nicht zurücklassen. Also beschließt er sie zu sich einzuladen bis das Dach repariert ist. Beide kommen gut zurecht und Marceline ist dazu auch noch eine sehr gute Cellospielerin und Köchin. Ihr mitgebrachter Esel jedoch zertrampelt gerne mal Ferdinands Gemüse. Es dauert nicht lange und eine weitere Person gesellt sich zu ihnen. Guy hat gerade erst seine Frau verloren und fühlt sich mit der Situation ziemlich überfordert. Er isst nicht mehr und schafft es kaum noch aufzustehen. Es dauert eine Weile, bis er sich mit der neuen Wohnidee anfreundet, ist aber dann doch glücklich, denn in sein leeres großes Haus ganz allein möchte er nicht mehr zurückkehren. Und auch die ,,Geschwister" Lumière und zwei Studenten finden auf Ferdinands Hof bald eine Bleibe. Bis auf die Studenten sind alle nicht mehr die Jüngsten und haben mit manch Zipperlein und auch Verlusten zu kämpfen. Dennoch bilden sie eine wunderbare kleine Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt und füreinander da ist.📖
Ein Buch, das schon etwas länger noch ungelesen in meinem Regal stand. Jetzt war endlich seine Stunde gekommen.
Die Geschichte startete recht flott ohne große Umschweife mit Marcelines eingestürtztem Dach und Ferdinand, dem dies nur dank ihres Hundes auffiel. Denn tatsächlich kannte er Marceline nur flüchtig und es fiel ihm auch offensichtlich schwer so einfach in ihr kaputtes Häuschen einzudringen und ihr als ,,Fremder" seine Hilfe anzubieten. Doch angespornt von seinen Enkeln schaffte er es die richtigen Worte zu finden um ihr aus ihrer Bruchbude zu helfen. Ferdinand entwickelte sich so auch über die gesamte Geschichte vom zurückhaltenden Einzelgänger zu einem wahren Gemeinschaftsmensch. Den anderen Mitbewohnern erging es ähnlich. Auch wenn man sagt einen alten Baum verpflanzt man nicht fanden die Charaktere hier trotz ihres überwiegend höheren Alters ein neues Zuhause, einen Ort, an dem sie sich gebraucht und auch geliebt fühlten. Eine schöne Art die späteren Jahre zu verbringen wenn man sonst niemanden mehr hat.
Der Schreibstil war sehr einfach gehalten und die Geschichte ließ sich schnell weglesen. Die Kapitel, meist nur ein paar Seiten lang, behandelten jeweils immer einen anderen Charakter. Etwas irritierend fand ich, dass sich auch immer die Zeitform änderte.
Ich hatte zugegeben ein wenig mehr Tiefgang erwartet, aber das war vielleicht auch aufgrund der Menge der Personen nicht wirklich möglich. Mitunter lief mir auch alles ein wenig zu glatt und zu einfach. Dennoch war es eine sommerleichte Geschichte, die mir zwar nicht sehr tief ans Herz ging, mich dennoch gut unterhalten hat und die ich gerne gelesen habe. Außerdem ein Beispiel dafür, dass man auch im hohen Alter noch einmal neue Dinge wagen kann und auch sollte.










