Barbara Corsten Der Klippenspringer

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Inhaltsangabe zu „Der Klippenspringer“ von Barbara Corsten

Das Leben in einem kleinen Fischerdorf ist hart und beschwerlich. Für Ante ist es allerdings die Hölle, weil er ständig verbalen sowie körperlichen Übergriffen ausgesetzt ist. Die Dorfbewohner sehen weg, keiner eilt ihm zur Hilfe. In einem Moment der tiefsten Verzweiflung trifft er auf Kristijan, der ihm so etwas wie Hoffnung vermittelt. Vielleicht gibt es doch einen Ausweg aus seinem nicht enden wollenden grauen Dasein. Das Taschenbuch hat 392 Seiten.

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  • Schöner, sehr intensiver Roman

    Der Klippenspringer

    Koriko

    21. February 2017 um 08:10

    Story: Der junge Kroate Ante verbringt sein Leben in Angst und Schrecken, ist er doch anders als die anderen Männer des kleinen Fischerdorfes. Von Gleichaltrigen gejagt und verprügelt, während die dörfliche Gemeinschaft wegsieht, schöpft er Hoffnung als er den Klippenspringer Kristijan besser kennenlernt und sich in diesen verliebt. Doch obwohl seine Gefühle erwidert werden, haben die beiden keine Chance. Die Angriffe auf Ante werden schlimmer, bis dessen Mutter schließlich nur einen Ausweg sieht – die Flucht nach Zagreb, wo ihr Sohn das Glück hat zu sich selbst zu finden und endlich Freunde findet, die ihn so akzeptieren wie er ist. Während Ante endlich zu sich selbst findet und sich ein neues Leben aufbaut, kann er seine erste Liebe Kristijan nicht vergessen, von dem er sich verraten fühlt … Eigene Meinung: „Der Klippenspringer“ ist ein dramatisches, sehr tiefgründiges Buch von Barbara Corsten und erschien im Dezember 2016 im deadsoft Verlag. Nach „Trust – Eine Frage des Vertrauens“ ist dies der zweite Roman der Autorin. Der Leser begleitet den jungen Ante ungefähr ein Jahr lang bei seiner Suche nach einem Platz im Leben und erfährt dabei einiges über Kroatien und die historischen Ereignisse des Landes. Gerade letzteres macht den Roman so authentisch und sorgt dafür, dass man ihn ab einem gewissen Punkt nur schwer aus der Hand legen kann. Man merkt, dass die Autorin eine Menge Recherche für „Der Klippenspringer“ betrieben hat, um gesellschaftlichen Hintergründe und historische Fakten von Kroatien passend einzuweben und gerade ältere Charaktere auf diesem Weg lebendig zu machen. Natürlich liegt der Schwerpunkt auf Ante, aus dessen Sicht erzählt wird, aber Barbara Corsten beleuchtet auch die Nebencharaktere und gibt ihrer Vergangenheit Platz. Spannend ist auch, dass die sexuelle Orientierung des Protagonisten im Laufe des Romans teilweise in den Hintergrund rückt – natürlich ist es Antes Homosexualität Dreh- und Angelpunkt, dennoch spielt auch seine Entwicklung vom Prügelknappen zum Mann eine wichtige Rolle, denn er fasst Mut und Vertrauen, lernt sich selbst besser kennen und entwickelt eine Stärke, die man ihm zu Beginn kaum zugetraut hätte. Einzig die Tatsache, dass all das binnen eines Jahres passiert, wirkt ein wenig unrealistisch, denn es geht fast zu schnell. Hier wäre es realistischer gewesen, wenn die Autorin ihrem Helden mehr Zeit zugestanden hätte. Wie bereits erwähnt sind die Charaktere sehr lebendig und authentisch. Der Leser kann sich sehr gut in Ante hineinversetzen und durchlebt mit ihm den Schrecken und die Angst, die er vor den Männern des Dorfes hat. Man erlebt seine Wandlung hautnah mit und ist immer an seiner Seite, ganz gleich ob er vor seinen Peinigern flieht, oder in Zagreb neue Freunde findet. Besonders gelungen sind Barbara Corsten Richard und Miro, die für Ante und dessen Mutter sehr wichtig werden. Beide haben eine bewegte und dramatische Vergangenheit hinter sich, die im Grunde ein eigenes Buch verdient hätte und Antes Geschichte teilweise den Rang abläuft. Sie sind tolle Figuren, die „Der Klippenspringer“ ungemein aufwerten und den Leser mit den Schrecken des Krieges konfrontieren. Stilistisch legt die Autorin einen sehr schönen, stimmigen Roman vor, der vorwiegend aus Antes Sicht erzählt wird. Nur hin und wieder mischt sich eine andere Erzählperspektive ein – zu Beginn berichtet Kristijan aus seiner Sicht über Antes Probleme, später verliert sich seine Stimme, was ein wenig irritiert, denn man hat mit einem beständigen Wechsel der Perspektiven gerechnet. Das wirkt ein wenig unstimmig – vielleicht wäre es besser gewesen, die Geschichte nur aus Antes Sicht zu schreiben. Dennoch hat Barbara Corsten einen sehr eindringlichen, bildhaften Stil, der den Leser berührt und gut zu den Figuren und den Geschehnissen passt. Fazit: „Der Klippenspringer“ ist ein gelungenes, sehr intensives Drama, das durch tolle Charaktere und einen sehr schönen, stimmungsvollen Schreibstil besticht. Hin und wieder laufen einige Figuren dem Helden den Rang ab, nichtsdestotrotz ist man immer nah am Protagonisten und seiner Entwicklung zum Mann. Barbara Corsten legt einen gefühlvollen Roman vor, der sich aufgrund des Handlungsortes (Kroatien) und der damit einhergehenden historischen Ereignisse angenehm von anderen Dramen im Gay Romance Genre abhebt. Zu empfehlen.

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