Barbara Demick Die Rosen von Sarajevo

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Inhaltsangabe zu „Die Rosen von Sarajevo“ von Barbara Demick

Während des Bosnienkriegs hat die Journalistin Barbara Demick mit den Menschen in Sarajevo gelebt. In diesem Buch schildert sie am Beispiel des Schicksals der Bewohner einer Straße – der Logavina –, die drei Jahre lang dem Artilleriebeschuss der serbischen Belagerer ausgesetzt war, die erschütternde Lebenswirklichkeit der Bevölkerung Sarajevos. Barbara Demick gelingt es, das schier Unfassbare nahezubringen: wie aus Freunden und Nachbarn erbitterte Feinde werden konnten und was es bedeutet, sich Tag für Tag im Visier der Scharfschützen zu bewegen. Zwanzig Jahre danach kehrt die Journalistin nach Sarajevo zurück. Sie beschreibt, wie die Bewohner der Logavina heute miteinander leben und wie sie ihre traumatischen Erlebnisse verarbeitet haben. Es ist die Rückkehr in eine Stadt, in der zum Gedenken an die vielen Todesopfer die Einschlagkrater der Granaten mit rotem Harz ausgegossen worden sind – dies sind die Rosen von Sarajevo. Eine zutiefst aufrüttelnde Geschichte vom Krieg – mitten in Europa.

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  • Die Rosen von Sarajevo

    Die Rosen von Sarajevo
    Brennegan

    Brennegan

    29. December 2013 um 00:58

    „Die Rosen von Sarajevo“ ist ein wunderbares Buch. Es ist nicht besonders herausragend geschrieben, noch ist es als detailliertes Bild des Krieges in Bosnien. Auf den ersten Blick ist dieser ungeschönte Bericht einzelner Schicksale nicht einmal so nervenzerreibend wie zum Beispiel das Massaker in Srebrenica. Aber „Die Rosen von Sarajevo“ personalisiert das Grauen der Belagerung der bosnischen Hauptstadt, indem es dem Schrecken ein Gesicht gibt, das Gesicht der Menschen in der Logavina, Menschen, mit den Hintergründen aller Kriegsparteien. Es zeigt das Leben während der Belagerung, die Hoffnungen, das Leiden und den Mut. Aber die eigentliche Besonderheit und Stärke liegt auf einer ganz anderen Seite. Es sind die kleinen Episoden, die ganz beiläufig in eine ganz andere Richtung schlagen, die den Krieg umso drastischer beschreiben, einen Krieg, der die Schrecken des Holocausts im kleinen Rahmen in die Gegenwart holt und vor die eigene Haustür. Während die Zeugen des II. Weltkriegs zu dieser Zeit bereits im Herbst des Lebens standen, so war der Schrecken Ruandas oder Somalias in einer fernen Welt. So hier nicht. Wir haben die Bilder im Fernsehen gesehen und Hilfslieferungen in den Schulen zusammengestellt … heute verleben wir in den ehemaligen Kriegsgebieten unseren Urlaub.  Und so erschreckt es, wenn Demick das Taktieren der westlichen Gemeinschaft anprangert und durch die Hoffnungen und Enttäuschungen der Betroffenen untermalt. Und so steigert sich die Autorin in einen Höhepunkt, wenn sie die Bewohner Sarajevos auch nach dem Krieg die Hoffnungen widergeben lässt, noch immer ein Leben mit den Serben zu gestalten, ein Sarajevo aufzubauen, dass den Menschen im Mittelpunkt sieht, nicht aber seine Abstammung. Und sie verdeutlicht noch einmal die Tatsache, dass die krankhafte Ausmerzung radikaler Ansichten meist genauso extrem ausartet und wiederum zur Benachteiligung bestimmter Gruppen führt und somit kein Problem gelöst wird.

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  • Rezension zu "Die Rosen von Sarajevo" von Barbara Demick

    Die Rosen von Sarajevo
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    09. August 2012 um 16:17

    Zum zwanzigsten Mal jährt sich in diesem Jahr ein Krieg, den man in Europa für nicht mehr möglich hielt und der dennoch stattfand. Der Bosnienkrieg war nicht nur eine Tragödie für die dort lebenden Menschen, sondern veränderte fast alle Paradigmen in der bisherigen bundesdeutschen Politik. Stephen Galloway hatte schon 2008 in seinem wunderbaren Roman „Der Cellist von Sarajevo“ einfühlsam und mit großer und tief empfundener Menschlichkeit von dem monatelangen und verlustreichen Kampf um die Stadt Sarajevo berichtet. Die amerikanische Journalistin Barbara Demick hat damals aus dem belagerten Sarajevo berichtet und wurde danach für ihre Berichterstattung mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. In dem vorliegenden, bewegenden Buch zeichnet sie nicht nur noch einmal die Wurzeln, den Verlauf und die Folgen dieses Kriegs im Herzen Europas nach, sondern sie ist 2011 nach Sarajevo zurückgekehrt und hat nachgefragt, wie sie sich das Zusammenleben der verschiedenen Ethnien und Religionen heute gestaltet und wie vor allen Dingen die Menschen die traumatischen Erlebnisse von damals verarbeitet haben. Es ist erschütternd zu lesen, was aus dem ehedem multikulturellen Sarajevo heute geworden ist. Denn im Unterschied zu der Zeit vor dem Krieg, spielt es heute sehr wohl eine Rolle, wer Serbe, Kroate oder Muslim ist. Die Spannungen sind da, und niemand weiß, ob sie sich nicht irgendwann wieder entladen können.

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  • Rezension zu "Die Rosen von Sarajevo" von Barbara Demick

    Die Rosen von Sarajevo
    Eselsohren-Werner

    Eselsohren-Werner

    17. June 2012 um 20:24

    Sich an den Krieg gewöhnen Was wissen wir (noch) von den Jugoslawienkriegen? Haben wir je verstanden, worum es dabei ging? Auch Barbara Demick kann die Ursachen nicht vollends erklären, doch darum geht es in ihrem Buch ja auch nicht. Sie schildert vor allem, was (dieser) Krieg für die Zivilbevölkerung bedeutet hat. Genauer gesagt: für die Bevölkerung von Sarajevo. Noch genauer gesagt: für die BewohnerInnen einer Straße, der Logovina. Anhand dieser Menschen kann sie anschaulich machen, was es bedeutet, unter ständigem Beschuss zu leben, von der Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Strom abgeschnitten zu sein. Aber kann man sich deswegen tatsächlich vorstellen, wie es sein muss, sich in Lebensgefahr zu begeben, bloß weil man Wasser holen geht? („Die Rosen von Sarajevo“ nennt man übrigens die zahllosen Granateneinschläge, die als Mahnmale für die Opfer des Kriegs mit rotem Kunstharz ausgegossen wurden.) 126.000 Tonnen Lebensmittel waren zu wenig In der Logovina haben vor dem Krieg weder Arme noch Reiche gewohnt, alle haben geglaubt, dass die Belagerung durch die Serben bald vorbei sein würde. Allmählich verzogen sich die BewohnerInnen immer mehr in ihre Häuser und dort einen in vor Granaten sicheren Raum, in dem man mit improvisierten Öfen kochte und heizte. Obwohl es rings um Sarajevo viel Wald gibt, war man gezwungen, die Wohnungseinrichtungen zu verheizen. Nahrungsmittel waren knapp, man trank „Kaffee“, der aus Trockenlinsen bestand, aß „Schnitzel“, die aus altbackenem Brot bestanden. Weil auf den Markt zu gehen den Tod bedeuten konnte, baute man an geschützten Orten Gemüse an. Dennoch hungerte man – trotz der internationalen Luftbrücke, mittels derer von Juli 1992 bis Jänner 1995 fast 126.000 Tonnen Lebensmittel und 14.000 Tonnen medizinische Hilfsgüter nach Sarajevo gebracht wurden. 1.601 Kinder Der Belagerung, die schließlich 1.425 Tage dauern sollte, und den Kämpfen fielen nach Angaben der Regierung Bosnien-Herzegowinas 10.615 Menschen aller Volksgruppen zum Opfer, unter ihnen 1.601 Kinder. Durch Granaten, Minen oder Scharfschützen wurden rund 50.000 Menschen verletzt, teilweise schwer. Auch im Krankenhaus war man vor Granaten nicht sicher. Demick geht in ihrem Buch auch auf andere Aspekte der Belagerung ein, die man hier nicht alle aufführen kann. Vielleicht noch dieser: Für die Autorin ist es nicht plausibel, den Bosnienkrieg als „ethnischen Krieg“ zu bezeichnen, weil „alle Beteiligten dieselben ethnischen Wurzeln haben. … Man kann vom Aussehen her nicht sagen, wer Serbe, Kroate oder Muslim ist. … Der Unterschied zwischen den Menschen besteht hauptsächlich in der Religion, die sie ausüben“. Allerdings ist sie der Meinung, dass man die Konflikte zum „Religionskrieg“ erklären könnte, „denn die Jugoslawen waren nicht besonders religiös“. Lauert im Hintergrund Fazit: „Kein Wunder also, dass der Bosnienkrieg die Amerikaner vor ein Rätsel stellte. Den Bosniern ging es nicht anders.“ Ein Rätsel bleibt wohl auch, wie Menschen nach diesem Krieg weiterhin gemeinsam in derselben Stadt leben können. Sie versuchen es, weil Sarajevo ihre Heimat ist. Doch „die Frage, wer Serbe, wer Kroate und wer Muslim ist, lauert stets im Hintergrund“. Bosnischer Eintopf Allerdings fragt sich zum Beispiel Alma, wo in der Gesellschaft Sarajevos ihre Familie eingeordnet würde. „Ihr Vorname ist ein traditionell muslimischer Name, sie hat jedoch durch ihre Mutter einen kroatischen Pass und durch ihren Ehemann einen serbischen Nachnamen. Ihre Töchter sind ein echter bosnischer Eintopf“. „Die Rosen von Sarajevo“ sind also nicht „nur“ ein schrecklich anschauliches Buch über das Leben im Krieg, sondern auch darüber, dass es nicht allein an den „normalen“ Menschen liegt, ob sie miteinander auskommen.

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