Barbara Demick Im Land des Flüsterns

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Inhaltsangabe zu „Im Land des Flüsterns“ von Barbara Demick

Als letzter stalinistisch regierter Staat steht Nordkorea im Fokus des internationalen Interesses. Barbara Demick, die langjährige Ostasien-Korrespondentin der Los Angeles Times, ist eine exzellente Kennerin der Verhältnisse in der streng abgeschotteten Volksrepublik. In ihrem mit dem Human Rights Book Award ausgezeichneten Buch liefert sie verstörende Einblicke in das Alltagsleben Nordkoreas und zeigt uns eine sehr fremde und zutiefst unmenschliche Welt.

Das Buch lässt einen traurig, leer zurück. Aber es ist so wichtig, dass die Welt nicht mehr die Augen verschließt.

— ErleseneBuecher

„Ich wünschte, die Regierung würde uns einfach in Ruhe lassen und uns unser Leben leben lassen.“ So denken viele Nord Koreaner.

— JanineT

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  • Wanderschwalben, Hunger & Dunkelheit

    Im Land des Flüsterns

    ErleseneBuecher

    30. January 2016 um 18:35

    Es ist unglaublich, dass es dieses Land zur heutigen Zeit noch so gibt, wie es ist. Was dieses peinlich, veraltete, tyrannische Regime der Bevölkerung antut, kann man kaum glauben. Und viele Länder gucken tatenlos zu, da sie nur wirtschaftliche Interessen verfolgen. Aber das ist ja nichts Neues. Nachdem ich “Flucht aus Lager 14“, in dem es vor allem um die Gefangenenlager in Nordkorea geht, gelesen habe, wollte ich unbedingt mehr aus dem Alltag in diesem furchtbaren Land wissen. Genau das konnte mir Barbara Demick nun mit ihrem Buch liefern. Sie erzählt verschiedene Geschichten aus dem Alltag. Dazu hat sie viele Flüchtlinge aus Nordkorea, die in China oder Südkorea leben, interviewt. Vor allem geht es um das Leben von sechs ganz unterschiedlichen Menschen, die bereit waren ausgiebig zu erzählen. Demick selbst war auch viele Male in Nordkorea und hat sich ebenfalls ein Bild machen können. Man erfährt Unglaubliches und sehr oft musste ich immer wieder auf die Jahreszahlen gucken, von wann diese Berichte sind, da es sich wie das vorvorherige Jahrhundert anhörte und nicht wie die 90er oder Anfang 2000. Schon allein wie man in diesem Land gereist ist, was das für Verhältnisse sind. Ganz zu schweigen von der Kommunikation in den 90ern. Post kam im Winter eigentlich nie an, da die Beamten die Briefe verheizt haben, um nicht zu erfrieren. Im Sommer dauerte ein Brief manchmal Monate für z.B. eine Strecke von 150 km. Aber das sind ja nur die Dinge, die am Rande geschildert wurden. Vor allem war natürlich die großen Hungersnöte in den 90ern prägend. Es sind Millionen Menschen einfach verhungert, da die Regierung, die sich doch als großer Wohltäter aufspielte, nicht wirtschaften konnte bzw. wollte, da alles in die eigenen Taschen floß, wie z.B. auch die vielen Nahrungslieferungen der Westländer. Es war ein völlig natürliches Straßenbild, abgehungerte, bettelnde Kinder zu sehen, auch wenn Leichen am Wegesrand lagen, überraschte es keinen. Erschreckend ist auch, wie dieses Land in den Flüchtlingen nachwirkt. So könnte man denken, es gibt ja für jeden der Interviewten ein Happy End, da sie am Ende in Südkorea oder China leben. Auf jeden Fall haben sie dort genug zu Essen, das ist ein Fortschritt. Aber sie leben alle mit großen Schuldgefühlen, sei es weil sie einige Dinge tun mussten bzw. unterlassen haben, um selbst zu überleben, oder weil ihre Angehörigen vermutlich tot sind, da sie geflüchtet sind. Das Buch lässt einen traurig, leer zurück. Aber es ist so wichtig, dass die Welt nicht mehr die Augen verschließt. Ich finde es schon richtig, dass die Welt sich über Kim Jong Un lustig macht, da er wirklich eine Witzfigur ist. Aber man darf nicht vergessen, dass dort Millionen von Menschen unter seiner Willkür leiden! Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

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  • „Es wird eine riesenmenge Geld für Atomwaffen ausgegeben, während die Menschen verhungern.“ Lee Myon

    Im Land des Flüsterns

    JanineT

    16. January 2016 um 18:21


  • Eine bedrückende Dokumentation

    Im Land des Flüsterns

    Duffy

    09. January 2015 um 16:49

    Schaut man vom All auf die Erde, gibt es auf dem asiatischen Kontinent, wenn dort die Dunkelheit hereinbricht, einen schwarzen Fleck. Während ringsum Lichter zu sehen sind, die die Umgebung beleuchten, bleibt dieser Fleck schwarz. Das ist Nordkorea. Ein Land, das zu den "Schurkenstaaten" gehört, ein Land, dessen Realität aber so weit weg von der unseren ist, dass man es kaum fassen kann. Nordkorea ist das einzige rein "kommunistische" Land, dass sich abschottet und in der dritten Generation von einer Diktatorendynastie beherrscht und drangsaliert wird. Es gibt kaum Informationen, bis auf die, die offiziell nach außen gelangen. Und auch der "Tourismus" ist ein durchorganisiertes Spektakel, das von vorne bis hinten kontrolliert ist. Was darunter passiert (oder nicht passiert) ist eine unendliche Geschichte menschlichen Leidens, geprägt von Mangel, Hunger, Unterdrückung und totalitärer Kontrolle. Wie unfassbar und schlimm das Leben der Menschen noch in jüngster Vergangenheit war und ist, erfährt man von Flüchtlingen, die es geschafft haben zu fliehen und bis zu dem Punkt nicht gebrochen wurden. Die Journalistin Barbara Demick hat mit sechs dieser Flüchtlinge Gespräche geführt und ihre Lebensgeschichten niedergeschrieben. Diese sind exemplarisch für das Land und deren Bewohner, die irgendwo die Anerkennung ihrer Menschenwürde genauso verpasst haben wie den technischen Fortschritt. Die Autorin hat nicht nur diese Gespräche geführt, sondern auch noch ausgiebig und detailliert da recherchiert, wo sie es konnte und alles zu einem Portrait eines Landes zusammengeführt, das man in dieser Form auf dieser Welt nicht mehr vermuten sollte. Verstörend und fast unglaublich. Für dieses Buch hat sie verdientermaßen den Human Rights Book Award bekommen. Wen das Thema dann weiter interessiert, dem sei auch "Die Kinogänger von Chongjin" der selben Autorin empfohlen und Blaine Hardens "Flucht aus Lager 14".

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  • Alltag in Nordkorea - erschütternd, beeindruckend und äußerst empfehlenswert!

    Im Land des Flüsterns

    Rainbow

    Was weiß ich eigentlich über Nordkorea? Bisher hatte ich nur eine vage Vorstellung, in der das Land ein wenig wie die DDR aussah, die ich doch selber auch nie erlebt hatte. Umso erfreuter war ich als mir Barbara Demicks Buch "Im Land des Flüsterns" in die Hände fiel, in dem die Autorin, die jahrelang als Koreakorrespondentin der Los Angeles Times in Südkorea gelebt hat, einen sowohl erschreckenden als auch faszinierenden Einblick in den Alltag der Nordkoreaner gibt. Demick war selbst mehrfach im Land, recherchierte nachhaltig und interviewte zahlreiche Flüchtlinge. Aus all den Informationen malt sie ein Bild, das umfassend über die Geschichte, Politik und Geschicke der Nordkoreaner berichtet, aber gleichzeitig unglaublich nah am Einzelnen dran ist. Das Buch ist in zahlreiche einzelne Kapitel unterteilt, die verschiedene Phasen in der Geschichte Nordkoreas und der Menschen, von denen erzählt wird, abdecken - beginnend zur Zeit des Koreakrieges bis etwa 2011. Da Demicks Interviewpartner sich im Bezug auf Alter, Geschlecht, Stand und politischen Ansichten teilweise deutlich unterscheiden bekommt man immer auch mehrere Blickwinkel aufgezeigt. Vieles war mir fremd und oft war ich betroffen und entsetzt angesichts der Berichte von der Hungersnot, dem Überwachungsstaat und dem Mangel an technischen Fortschritt. Besonders fiel das auf, wenn vergleichend vom (relativen) Reichtum in den Nachbarstaaten erzählt wird. Gleichzeitig war ich aber auch zutiefst beeindruckt von den Menschen, von denen Demick schreibt: von ihrem Stolz, ihrem Erfindungsgeist und ihrem Durchhaltevermögen. Manche Themen wie etwa die Arbeitslager werden relativ kurz behandelt, besonders interessant sind dann aber auch die Berichte von der Flucht und eine Reflektion der Flüchtlinge, wie es ihnen im Süden ergangen ist. "Im Land des Flüsterns" liest sich sehr leicht trotz der Informationsfülle, sodass man auch viel hintereinanderweg lesen kann. Im Anhang finden sich zudem weitere Informationen zur Recherche oder Lektüre, die dem Interessierten eine weitere Beschäftigung mit Nordkorea ermöglichen. Durch die Bindung an einzelne Schicksale bleibt es nicht nur trockene Geschichte, sondern hinterlässt zusätzlich Eindruck. Es ist und bleibt wie eine fremde Welt, doch nach der Lektüre scheinen mir die Nordkoreaner nicht mehr ganz so weit weg. Unbedingt zu empfehlen!

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