Barbara Demick Nothing To Envy: Real Lives In North Korea

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(1)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Nothing To Envy: Real Lives In North Korea“ von Barbara Demick

North Korea is Orwell's 1984 made reality: it is the only country in the world not connected to the internet; Gone with the Wind is a dangerous, banned book; during political rallies, spies study your expression to check your sincerity. After the death of the country's great leader Kim Il Sung in 1994, famine descended, and Nothing to Envy - winner of the 2010 BBC Samuel Johnson Prize for Non-Fiction - weaves together the stories of adversity and resilience of six residents of Chongin, North Korea's third-largest city. From extensive interviews and with tenacious investigative work, Barbara Demick has recreated the concerns, culture and lifestyles of North Korean citizens in a gripping narrative, and vividly reconstructed the inner workings of this extraordinary and secretive country.

Sehr pointiert konstruiert und gut geschrieben, zeigt Barbara Demick in welcher Welt Nordkoreaner leben. Bedrückend.

— BluevanMeer
BluevanMeer
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Schockierend

    Nothing To Envy: Real Lives In North Korea
    BluevanMeer

    BluevanMeer

    20. July 2017 um 13:12

    Zugegeben - als dieses Buch für meinen englischen Bookclub von einer Bekannten ausgewählt wurde, bin ich nicht gerade im Kreis gesprungen vor Freude. Ich hatte Lust auf ein literarisches Werk.  Trotzdem beeindruckte mich diese Reportage über Nordkorea, kein Wunder, hat die Journalistin Barbara Demick doch bisher auch durch Reportagen über den Konflikt in Sarajevo auf sich aufmerksam gemacht. Barbara Demick beginnt zunächst mit einigen Fakten über Nordkorea, dem sicherlich abgeschottetsten Land dieser Welt. 2001 befand sich die Journalistin selbst in Südkorea und berichtete für die Los Angeles Times. Da es für ausländische Journalisten nach wie vor schwierig ist, nach Nordkorea zu reisen, suchte sie Kontakt zu Geflüchteten. Mehr als sieben Jahre lang recherchierte Demick über das Land, ohne es jemals betreten zu können. In ihrem Vorwort schreibt sie: My hope is that one day North Korea will be open and we will be able to judge for ourselves what really happened there. Als es der Journalistin 2005 endlich gelang ins Land zu reisen, wurde sie nicht nur von offizieller Seite begleitet, sondern der Besuch glich einer Zirkusveranstaltung. Vorbei an monumentalen Gemälden von Kim Jong-il und seinem Vater Kim Il-Sung, mit der Bevölkerung zu sprechen war nicht möglich. Der Comiczeichner Guy Deslile macht ähnliche Erfahrungen, als er in Pjöngjang unterwegs ist und hat seine Erlebnisse in dem gleichnamigen Graphic Novel verarbeitet.  Demick konzentriert sich deshalb auf Erzählungen von Geflüchteten. In ihrem Buch beschreibt sie sechs Nordkoreaner:innen, die ihre Heimat verlassen haben. Die Geschichten sind tragisch und häufig einfach nur traurig. Besonders mitgenommen hat mich die traurige Liebesgeschichte eines Paares, die im Buch Mi-Ran und Ju-Sang genannt werden. Es ist herzzereißend zu lesen, dass beide nicht einmal gegenseitig von ihren Plänen zu fliehen, wissen dürfen. Aus Angst, den anderen mit in ein Problem hineinzuziehen. Aber auch aus Angst, dass der andere die eigenen Pläne verraten würde. Das Spitzelwesen ist extrem ausgeprägt und dass sich nicht einmal Verliebte über so elementare Dinge austauschen können, hat mich schwer getroffen. Dabei haben sie lange Zeit als angepasste Bürger in ihrem System überlebt. Als sie sich später in Südkorea wieder treffen, ist es für eine gemeinsame Zukunft zu spät. Kim Jong-Ils Version der Schreckensherrschaft und Diktatur kann  nicht allein mit dem Begriff Kommunismus gefasst werden. Der Staatsführer wird als Gott verehrt, seine Stimme im Fernsehen mit Schalleffekten nachbearbeitet, die Legende über seine Geburt fabuliert die Erscheinung eines doppelten Regenbogens unter dem der Führer die Welt betreten haben soll. Am laufenden Band, ganz seiner messiasartigen Intelligenz entsprechend, schreibt er Doktorarbeiten. Mittlerweile sollen es an die 3000 sein... Sieht man vor diesem Hintergrund die Bilder von eskalierenden Menschenmengen, die sich vor Trauer auf dem Boden wälzen, als Kim Jong Un verstarb, lässt sich zumindest die Eskalation dieser Ereignisse nachvollziehen. Als ich die Bilder im Fernsehen sah, dachte ich noch, da wären Schauspielerinnen engagiert worden. Aber in den Augen der Menschen ist ein Gott verstorben - wie sollen sie ohne ihn leben können? Gleichzeitig verbirgt sich hinter dem Nordkoreanischen System auch eine Übertragung alter Adelsvorstellungen des reinen Blutes, die sich mit nationalistischen Vorstellungen verbindet. Es ist interessant zu lesen, wie Legenden über Volk und Blut und Boden gestrickt werden und um so trauriger zu erkennen, dass auch viele Nordkoreaner, die es geschafft haben, ihre Heimat hinter sich zu lassen. ohne in einem Arbeitslager zu enden, massive Anpassungsschwierigkeiten in der "neuen Welt" haben. Mich hat Demicks Bcuh überzeugt, weil es die persönlichen Schicksale der Menschen in den Vordergrund stellt ohne ihre Lebensgeschichten auszustellen. Eine beeindruckende Reportage.  

    Mehr
  • Ein literarischer Ausflug nach Nordkorea

    Nothing To Envy: Real Lives In North Korea
    Hailey

    Hailey

    11. September 2013 um 18:28

    Dieses Buch hat mir die Welt, in der die meisten Nordkoreaner seit Jahren leben, viel anschaulicher vermittelt als die meisten Artikel, die ich in diversen Medien bisher gelesen habe. Die Hungersnot in den 90er-Jahren und die generelle Unterdrückungspolitik der nordkoreanischen Führung werden sehr gut anhand von persönlichen Geschichten einiger Nordkoreaner veranschaulicht, die nach China und Südkorea geflohen sind, um dem nordkoreanischen Regime zu entkommen. Jedes Kapitel beginnt außerdem mit einem Foto, sodass man auch einen visuellen Eindruck des Landes bekommt. Barbara Demick einen sehr guten Schreibstil und schafft es, die Entwicklung der einzelnen Charakter lebhaft wiederzugeben. Das Buch ist auch schon auf Deutsch erschienen, unter dem Titel "Die Kinogänger von Chongjin: Eine nordkoreanische Liebesgeschichte". Entgegen dem Titel geht es allerdings nicht nur um ein Paar aus Chongjin, sondern um unterschiedliche Personen, die Barbara Demick mehrere Male getroffen und interviewt hat.

    Mehr