Wir befinden uns im Jahr 2013. Die Journalisten Anne Südhausen erfährt von dem Tod ihrer geliebten Großmutter Charlotte. Traurig und betroffen macht sie sich auf den Weg nach Innsbruck um die Trauerfeier und den Nachlass ihrer Großmutter zu regeln. Diese unfreiwillige Auszeit kommt ihr trotz des traurigen Anlasses ganz recht, wurde sie doch gerade von ihrem Mann wegen einer jüngeren Frau verlassen. In Innsbruck im Haus ihrer Großmutter, die sie viel zu lange nicht mehr besucht hatte, wird sie sogleich von Erinnerungen heimgesucht und spürt, dass in diesem Haus Antworten auf Fragen verborgen sind, die sie noch gar nicht gestellt hat oder auf dessen Idee sie zu stellen sie noch gar nicht gekommen ist. Anne findet per Zufall Charlottes Tagebücher, 13 kleine schwarze Hefte, allesamt mit kleiner Schrift gefüllt, damit möglichst viel aufgeschrieben werden kann. Anne ist nur Enkelin, sondern auch Journalistin und fängt sogleich an zu lesen. Sie begibt sich auf eine Zeitreise bis ins Jahr 1943 und auf dieser Reise begegnet sie Menschen, die es nicht unbedingt gut mit ihr meinen und Anne ahnt nicht, in welch tödlicher Gefahr sie schwebt.....
Im Jahr 1943 begegnen wir Charlotte, die den Tod ihres Bruders, der im Krieg gefallen ist einfach nicht überwinden kann und aus diesem Grund in ein Nervensanatorium eingeliefert wird. Das Sanatorium Schattwald, renommiert und anerkannt nach außen hin, ein Vorzeigeobjekt im Dritten Reich, jedoch in Wirklichkeit ein Ort der absoluten Menschenverachtung. Charlotte ist fest entschlossen sich ihre Menschlichkeit zu bewahren und nach der Entdeckung eines Mordes wird sie mit einer Entscheidung über Leben und Tod konfrontiert.....
Barbara Dribbusch nimmt den Leser mit in ein weiteres dunkles Kapitel des Dritten Reichs. Euthanasie und die Entscheidung, welches Leben lebenswert ist oder nicht und wie man sich die Menschlichkeit in solch dunklen Zeiten bewahren kann. Sehr spannend zu lesen und Charlotte hat mir sehr gut gefallen. Es braucht Mut zur Wahrheit und Liebe zu den Menschen, etwas, dass sich keiner nehmen lassen darf.





