Barbara Frischmuth

 3.6 Sterne bei 71 Bewertungen
Autorin von Die Klosterschule, Woher wir kommen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Barbara Frischmuth

Barbara Frischmuth, 1941 in der Steiermark geboren, lebt seit einigen Jahren wieder in ihrem Geburtsort Altaussee. Sie studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und ist seit ihrem Abschluss als freie Autorin tätig. 1967 erschien ihre erste Übersetzung aus dem Ungarischen im Rowohlt Verlag. Ein Jahr darauf veröffentlichte sie ihr erstes eigenes Werk „Die Klosterschule“ bei Suhrkamp. Seitdem publizierte sie mehrere Romane, Erzählungen und Dramen und war als Übersetzerin aus dem Ungarischen tätig.

Alle Bücher von Barbara Frischmuth

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Cover des Buches Woher wir kommen9783351035082

Woher wir kommen

 (9)
Erschienen am 20.08.2012
Cover des Buches Die Klosterschule9783701717088

Die Klosterschule

 (11)
Erschienen am 27.07.2018
Cover des Buches Die Schrift des Freundes9783746613871

Die Schrift des Freundes

 (5)
Erschienen am 01.02.2000
Cover des Buches Der Sommer, in dem Anna verschwunden war9783746622460

Der Sommer, in dem Anna verschwunden war

 (6)
Erschienen am 20.06.2006
Cover des Buches Der unwiderstehliche Garten9783351035853

Der unwiderstehliche Garten

 (3)
Erschienen am 13.02.2015
Cover des Buches Verschüttete Milch9783351037109

Verschüttete Milch

 (3)
Erschienen am 15.03.2019
Cover des Buches Die Mystifikationen der Sophie Silber9783746617954

Die Mystifikationen der Sophie Silber

 (3)
Erschienen am 01.12.2001
Cover des Buches Die Entschlüsselung9783746619439

Die Entschlüsselung

 (3)
Erschienen am 01.06.2003

Neue Rezensionen zu Barbara Frischmuth

Neu
S

Rezension zu "Verschüttete Milch" von Barbara Frischmuth

Ist mir erst zu kursorisch, später zu wenig in die Tiefe gehend
StefanieFreigerichtvor einem Jahr


https://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Frischmuth
Der Artikel zur Autorin zu Beginn? Nun, "Verschüttete Milch" trägt deutlich autobiographische Züge, nur heißt die Ich-Erzählerin Juliane, wie die Autorin 1941 geboren in Altausee in der Steiermark. Da Buch begleitet sie bis zum vierzehnten Lebensjahr, unterteilt in Kapitel, die als Überschrift die dem jeweiligen Alter entsprechende Anrede tragen, "Die Kleine", "Juli" bis "Juliane". Der Vater fällt 1943 in Russland, die Mutter führt das Hotel weiter, das eigentlich eine "Außenstelle" des größeren Familienbetriebes ist. Dadurch wächst "die Kleine" häufig sich selbst überlassen auf, in der Obhut der Angestellten oder häufig wechselnder Kindermädchen, frei in der Natur, mit vielen Spielkameraden und Tieren. Wie häufig in ländlichen Regionen, waren die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs abgemildert, weniger Kriegshandlungen, weniger Hunger, dafür Einquartierungen. Die Region war bereits damals touristisch, Segen und Fluch in einer Region, deren Böden keinen Ackerbau zuließen, die nur Salzbergwerke kannte. Doch die Fremden verändern die Gegend, Hotels mit altem Standard haben spätestens nach dem Krieg zu kämpfen angesichts der neuen Reisemöglichkeiten. Durch den zweiten Mann der Mutter, Paps genannt, bekommt Juliane zwar einen kleinen Bruder; die finanzielle Situation wird jedoch nicht entlastet.

Ich hatte blind zu dem Titel gegriffen und wurde mit dem Abschnitt "Juliane" durchaus belohnt, nachdem ich mich durch den Beginn doch sehr hatte durchkämpfen müssen. Autorin Frischmuth zieht gerade das erste Drittel als Memoir angesichts alter Fotographien auf, entsprechend kursorisch war mein Eindruck. Dazu wechseln die Sätze gerade zu Beginn stark zwischen sehr einfach und gewunden. Die Kleine schleicht sich zu den Küken und wird dafür vom Hahn attackiert. Und was schreibt die Autorin?
"Und der Hahn?, fragte sie, die gerade noch geträumt hatte, wie der Hahn, Wttermann heißt mein Hahn, mit gespreizten Federn, leuchtend wie ein Kaleideskop, in dem sich die farbigen Mosaikglasscherben immer weiterbewegen, zum Rauchfang (anderswo heißen Rauchfangkehrer Schornsteinfeger, was wie ein upgrading klingt) hinaufflog, um zu erkunden, wo sie geblieben war." Ja klar. Ich fand es anstrengend, sah auch lange keinen Nutzen darin, etwas zu lesen, was ich mir auch anhand eigener Bildersammlungen hätte durch den Kopf gehen lassen können. Das wurde erst mit dem Älterwerden des Kindes besser, ich konnte über das Spezifische der Region lernen, die viele Nazigrößen angezogen hatte, aus der einen Erwähnung meine ich Ernst Kaltenbrunner herauszulesen, Nachfolger von Heydrich https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Kaltenbrunner, das Salzbergwerk hatte man zum Verstecken von Kunst genutzt https://de.wikipedia.org/wiki/Altaussee - im Buch sind das eher Randnotizen. Stärker herausgearbeitet wird die Veränderung des Tourismus, auch die Veränderung durch den Tourismus. "Es gab zunehmend mehr Zweithaus- und Zweitwohnungsbesitzer als seit Generationen im Familienbesitz befindliche Bauern- und Bergarbeiterhäuser und wesentlich mehr Gäste, die jahrelang im selben Privatquartier anstatt im Hotel wohnten. Mit der Zeit trugen auch weitaus mehr Sommerfrischler ihre Zweitkleidung als die Einheimischen, di sich wenigstens auf diese ihre Kleidung als angestammte Tracht berufen konnten."

Während die Frage offenes Ende oder geschlossenes bei den meisten Büchern besser nicht vorher preisgegeben werden sollte, halte ich es hier für relevant zu erwähnen, dass das Ende quasi auf einen Cliffhanger hinausläuft, wie es denn mit dem jungen Mädchen in der finanziellen Situation und mit ihren beruflichen Träumen weitergeht - ich "rieche" einen Folgeband. Das ruft Vergleiche hervor zu Ulla Hahns zeitlich ähnlich angesetztem "Das verborgene Wort", doch lässt sich das schlicht gefälliger lesen, mit größerem Erkenntnisgewinn zu Milieu und Zeit. Es liegt, denke ich, nicht daran, dass ich wie Hahn Deutsche bin und nicht Österreicherin, mir wäre das ländlich-entspannte Milieu Frischmuths vertrauter als das katholisch-enge bei Hahn; es ist mir einfach zu wenig, zu wenig Überspringendes in der Schilderung der "Verschütteten Milch", zu vieles, was nur angedeutet bleibt, die Finanzen, zum Alkoholkonsum von Paps, zu Männern im Leben der Mutter, zu den familiären Beziehungen. Gäbe es tatsächlich einen Folgeband, würde ich ihn jedoch mindestens anlesen.

3 Sterne. Nicht völlig unzufrieden, aber einfach mir nicht "genug".

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Rezension zu "Verschüttete Milch" von Barbara Frischmuth

Angenehme Erzählweise
Sikalvor einem Jahr

Die österreichische Autorin Barbara Frischmuth schweift in ihrem Roman in die Kriegs- und Nachkriegsjahre des Ausseerlandes. Viele Gedanken und Erinnerungen lässt sie Revue passieren und in Gestalt der kleinen Juli erleben.

 

Juliane wird 1941 geboren und kann sich nur an Bruchstücke der Kriegszeit erinnern, hauptsächlich aus Erzählungen ihrer Großfamilie. Die Eltern betreiben ein Seehotel, doch der Vater muss an die Front und fällt kurz danach in Russland. Als Leser wird man Teil dieser Lebensgeschichte, erfährt von Tragödien und Banalitäten genauso wie vom Zusammenhalten in der Familie und von den Schwierigkeiten dieser Zeit oder auch vom beschwerlichen Alltagsleben.

 

Das Buch ist in drei Teile gegliedert, wobei der erste Teil Julianes Geschichte bis zum Schuleintritt wiedergibt. Der zweite Teil befasst sich mit dem Schulbeginn und beim dritten Teil steht der Eintritt in die Klosterschule im Vordergrund.

 

Barbara Frischmuth schreibt ruhig und unaufgeregt über das Leben und den Alltag der kleinen Juli und deren Familie. Die historischen Ereignisse dieser Zeit werden rund um diese Familiengeschichte gebettet und vermitteln ein wichtiges Zeitdokument. Die Autorin beschreibt die Vergangenheit dermaßen authentisch, dass man meint, mitten in diese Jahre eintauchen zu können.

 

Der Autorin gelingt es, ihre Kindheit (und die vieler Gleichaltriger) heraufzubeschwören und erzählt (durch den Blickwinkel der Kleinen) unbefangen von gesellschaftlichen Entwicklungen und vielem mehr.

Ein Zeitzeugnis, das ich trotz einiger weniger Längen gerne gelesen habe. 4 Sterne  

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Rezension zu "Machtnix oder Der Lauf, den die Welt nahm" von Barbara Frischmuth

Der Lauf, den die Welt nahm
Sikalvor 2 Jahren

Geschrieben unter dem Eindruck des jugoslawischen Bürgerkriegs 1993 hat die Autorin Barbara Frischmuth nicht nur den damaligen Zustand der Welt beschrieben – dieses Buch ist heute noch aktueller als zu seinem Erscheinungsdatum.

 

Machtnix, ein Mädchen das seinen Peinigern  entflieht, trifft auf sagenhafte Gestalten und  wird in eine Geschichte gesogen, die 1993 noch sehr phantastisch anmutete. Heute hat die Realität uns eingeholt und das Phantastische in Frischmuths Geschichte ist teilweise bereits Vergangenheit.

 

Wer aber „Alice im Wunderland“ gelesen hat – oder noch besser „Alice hinter den Spiegeln“ - wird von der Geschichte des Mädchens Machtnix begeistert sein. Begegnen ihr auf ihrer Reise doch unter anderem eine zweifaltige Kröte, ein blindes Huhn oder ein Blindgänger, der nichts lieber machen würde als zu explodieren.

 

Bereits in der ersten Begegnung zwischen dem Mädchen und der zweifaltigen Kröte spielt die Autorin ihre Sprachgewandtheit aus, um den Namen Machtnix zu kreieren. Wirkt die Geschichte auf diesen Seiten noch ein wenig wie eine Kindergeschichte, so wandelt sich dieser Eindruck sehr schnell und der Leser wird mit einer Geschichte voller Tiefgang und sprachlicher Finessen belohnt.

 

„Glaub es oder glaub es nicht“ (meint die zweifaltige Kröte immer wieder wenn sie eine ihrer abenteuerlichen Geschichten erzählt), aber Barbara Frischmuth könnte man nach der Lektüre dieses Buches auch noch seherische Fähigkeiten zuschreiben.

 

Bedenkt man das Erstausgabedatum dieses Buches, so mutet es schon teilweise ein wenig gruselig an, dass Menschen alle anderen nur noch über Bildschirme wahrnehmen – Menschen, die nicht ins System passen einfach von den Bildschirmen verschwinden oder alle auf Grundlage von „Tatsachen“ über eine Gruppe herfallen.

 

Ersetzt man nun die allgegenwärtigen Bildschirme durch unsere allgegenwärtigen Mobiltelefone, so rückt die Geschichte nochmals in ein anderes Licht.

Alles in allem ist Machtnix eine wirklich sehr gut gelungene phantastische Geschichte, die mit Kritik am Krieg oder dem Umgang mit Medien alles andere als spart.

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