Barbara Gowdy

 4 Sterne bei 125 Bewertungen
Autor von Hilflos, Der weiße Knochen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Barbara Gowdy

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Hilflos

Hilflos

 (43)
Erschienen am 06.06.2008
Der weiße Knochen

Der weiße Knochen

 (28)
Erschienen am 28.01.2013
Mister Sandman

Mister Sandman

 (12)
Erschienen am 05.12.2005
Fallende Engel

Fallende Engel

 (10)
Erschienen am 01.01.2000
Kleine Schwester

Kleine Schwester

 (7)
Erschienen am 30.08.2017
Seltsam wie die Liebe

Seltsam wie die Liebe

 (5)
Erschienen am 03.02.2006
Seltsam wie die Liebe: Stories

Seltsam wie die Liebe: Stories

 (0)
Erschienen am 15.08.2014
Hilflos : Roman

Hilflos : Roman

 (0)
Erschienen am 01.01.2007

Neue Rezensionen zu Barbara Gowdy

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naninkas avatar

Rezension zu "Kleine Schwester" von Barbara Gowdy

Ein tolles Buch mit Sogwirkung!
naninkavor einem Jahr

Rose betreibt ein kleines, feines Programmkino gemeinsam mit ihrer an Demenz leidenden Mutter. Als ein Gewitter ausbricht, ist sie plötzlich im Körper einer anderen Frau. Zunächst denkt sie, dass ihr jemand Drogen ins Getränk getan hat, dann vermutet sie Migräne als Auslöser, doch irgendwie kann das alles nicht sein. Die Episoden wiederholen sich immer wieder, sobald ein Gewitter heranzieht und mit jeder Episode taucht sie immer ins Leben der anderen Frau, deren Körper sie in diesen Gewittermomenten bewohnt. Die andere Frau gibt es tatsächlich und Rose versucht sie telepathisch in ihrer aufwühlenden Situation zu beeinflussen und stärken. Rose fühlt sich an ihre kleine Schwester erinnert und schmerzhafte, intensive Erinnerungen kommen als dritte Ebene hinzu. Vergangenheit, das eigene Leben und das der anderen mit allen Intensitäten, machen das Buch zu einem faszinierenden Leseerlebnis. Rose erlebt die Gefühle der anderen Frau und wenn sie dann wieder in ihrem Körper ist, fühlt und fiebert sie mit. Sie sucht die Nähe und den Kontakt zu dieser Frau, die verliebt ist in einen verheirateten Mann, dessen Frau schwanger ist. Und auch sie ist schwanger und hoch depressiv. Die Episoden sind kurz und wechseln sich ab mit Roses jetzigem Leben und Erinnerungen an früher. Jede Ebene wird in Fragmenten erzählt und man kann es beim Lesen kaum erwarten zu erfahren, was jeweils auf der anderen Ebene passiert. Das Buch war toll, authentisch und so eigen in seiner Erzählart. 5 Sterne!

Kommentare: 1
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JulesBarroiss avatar

Rezension zu "Kleine Schwester" von Barbara Gowdy

Intelligent und spannend
JulesBarroisvor einem Jahr

Kleine Schwester – Barbara Gowdy (Autorin), Ulrike Becker (Übersetzerin), 288 Seiten, Antje Kunstmann Verlag, 30. August 2017, 22 €, ISBN 13: 9783956141966

 

Rose leitet ein Programm-Kino in Toronto, ein Ort, wo Menschen hinkommen, um sich in das Leben von Fremden zu verlieren. Als die Geschichte beginnt, ist es der Sommer 2005 und die Stadt wir über fünf Tag von plötzlichen Gewittern, starken Winden und kräftigen Donnern heimgesucht. Für die flüchtige Dauer dieser Stürme wird Rose in eine Art Zauber gezogen: sie verlässt ihren Körper und betritt den einer Fremden, einer Redakteurin namens Harriet, die in eine faszinierende Liebesbeziehung mit einem verheirateten Mann verwickelt ist. Auch Rose erlebt so etwas wie das Verlieben: Sie fängt an, die Wetterberichte sorgfältig zu verfolgen und ihre Tage neu zu ordnen, um sich für die nächsten zwei oder drei Minuten der Transmigration bereit zu machen und sehnt sich nach der nächsten Gelegenheit, in Harriet zu sein, um ihre Geschichte zu erleben und ihr Leben zu berühren.

Ich möchte das große Thema dieses Buches in einem Satz zusammenfassen:

Du kannst deinen Grenzen entgehen und jemand anderes werden, und damit kannst du auch in der Lage sein, das zu reparieren, was in deinem eigenen Leben gebrochen ist.

Rose ist 34 Jahre alt und ihr Leben ist seit Jahren genau das gleiche, nach einem strengen Zeitplan. Aber sie wird verfolgt vom Tod ihrer einzigen Schwester, ihrer kleinen Schwester, Ava, die in ihrer Kindheit gestorben ist. Sie fühlt sich für den Tod verantwortlich und fragt sich oft, ob sie ihr Leben verdient, nachdem Ava tot ist.

Es ist eine überzeugende Geschichte - mit einem Hauch von Geheimnis und dem emotionalen Gewicht der Memoiren - erforscht Sexualität, Schuldgefühle und die Grenzen des Selbst.

Der Großteil des Buches findet im Laufe einer Woche zwischen dem 29. Juni und 4. Juli 2005 statt. Es gibt auch Rückblenden auf Rose und Avas Kindheit in den frühen 1980er Jahren, die sich mit der Gegenwart abwechseln. Diese Rückblenden enthüllen das Geheimnis, was den Leser endlich entdecken lässt, nahe am Ende des Romans, wie und warum Ava starb.

Dieser Roman über stürmisches Wetter und emotionale Stürme, mit dem Zusammentreffen des Unheimlichen und des Unzüchtigen, des Oberflächlichen und der Tiefe, ist ein überraschend leicht zu lesen. Es ist lustig mit seinen liebevoll beobachteten Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens und kann dich oft erschrecken. Mich erinnert es ein bisschen die Filme von Woody Allen: psychologisch sehr tief und doch nie mehr als ein Satz weg von einem spielerischen Knuffen in den Rippen.

Es ist genau die Art von intelligenten, begeisternden, spielerischen und einfühlsamen Literatur, die ich liebe. Eine spannende, fesselnde Erforschung der Schuld, der weiblichen Psyche und der Bürde der Weiblichkeit. Auch Sie werden diesen phantasievollen, verführerischen Roman lieben.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Kunstmann Verlages

http://www.kunstmann.de/titel-1-1/kleine_schwester-1255/

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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Eva-Maria_Obermanns avatar

Rezension zu "Kleine Schwester" von Barbara Gowdy

Wo fängt das Ich an?
Eva-Maria_Obermannvor einem Jahr


Rose führt das Kino ihres verstorbenen Vaters zusammen mit ihrer an Demenz leidenden Mutter. Da beginnt sie in den Sommergewittern das Bewusstsein zu verlieren und sich im Körper einer anderen Frau wiederzufinden. Fasziniert von diesem so anderen, aufwühlenden Lebe sucht Rose ihre eigenen Aussetzer. Das fremde Drama, das sie so gerne steuern möchte. Gleichzeitig taucht in ihr selbst die Erinnerung an ein ganz anderes Drama auf, den Tod ihrer jüngeren Schwester Ava, an die die Fremde sie so sehr erinnert.
Kleine Schwester ist ein Buch über Fluchten. Anders kann ich es gar nicht ausdrücken. Rose flüchtet vor ihrem eigenen Leben, ihren Erinnerungen und Entscheidungen in das Leben der Fremde. Die Obsession, dieses Leben zu retten, in dem sie doch nur Zuschauerin ist. Hier wirkt das Motiv des Kinos umso mehr. Das Mitfiebern, der Wunsch nach Erlösung und die eigene Befriedigung, wenn sie auf der Leinwand eintritt. Die Metapher für die Flucht aus dem Alltag, aber auch die Flucht vor den eigenen Problemen.
Und Probleme hat Rose genug. Nicht nur die Mutter, deren Aussetzer nur eine andere Art von Parallelismus zu Roses eigener Situation beschreiben, sondern auch die Vorurteile ihres Lebens, die Beziehung zu einem Mann, der nur oberflächlich zu ihr passt. Viele Feinheiten und tief dahinter das Trauma um ihre Schwester Ava. Verdrängung, jede Menge, aber auch die Suche nach dem, was das Leben noch zu bieten hat.
Elementar dahinter ist die Frage, wie Rose sich selbst sieht. Durch ihr Eintauchen in das fremde Leben kann sie etwas erfahren, was ihr selbst immer fremd sein wird. Dass diese Selbstfindung so nah an Tochter, Schwester aber auch Mutterschaft ausgemacht wird, hat mich leicht irritiert. Rose definiert sich nicht über sich selbst, sondern über das Fremdbild ihrer Mitmenschen. Das ist ihr Problem und löst sich auch eher durch die Notwendigkeit. Sie beginnt erst aktiv zu werden, als sie glaubt, ihre Passivität wieder gut machen zu können.
Dabei spielt der Roman mit den Erwartungen des Lesers immer wieder auf alles Zeitebenen. Ein großer Vorteil in diesem Buch voller Innensichten, dass der Leser sich verbunden fühlt und dennoch außen vor bleibt. Rose sieht die Welt durch die Augen einer anderen, das Fremdbild wird geradezu perfektioniert, während der Leser nie richtig eintauchen kann. Ein sonderbares Spiel um die Perspektiven, das seinen Reiz hat.
Vielleicht ist es darum auch weniger die Handlung an und für sich, die fesselt, als die Blickwinkel und Reflektionen dahinter. Nicht zuletzt, die Reflektion auf sich selbst und das eigene Leben. Aber auch auf die Spiegelung der anderen, die wir absichtlich oder unabsichtlich durchleben. Wo fängt da eigentlich das wirkliche ICH an. Eine spannende Frage, die Kleine Schwester behandelt, aber nicht beantwortet. Muss es auch nicht. So wie sich die Gewitter bricht auch Rose aus und wird zur Akteurin. Die Entwicklung dahin ist spannend zu betrachtet.

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