Barbara Gowdy

 4 Sterne bei 130 Bewertungen
Autor von Hilflos, Der weiße Knochen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Barbara Gowdy

Barbara Gowdy, geboren 1950, lebt in Toronto.Ihre Romane sind mit vielen Preisen ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt worden. Zwei ihrer Kurzgeschichten wurden verfilmt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Barbara Gowdy

Cover des Buches Hilflos (ISBN: 9783453352377)

Hilflos

 (44)
Erschienen am 06.06.2008
Cover des Buches Der weiße Knochen (ISBN: 9783956140044)

Der weiße Knochen

 (28)
Erschienen am 15.08.2014
Cover des Buches Die Romantiker (ISBN: 9783956140020)

Die Romantiker

 (18)
Erschienen am 15.08.2014
Cover des Buches Fallende Engel (ISBN: 9783453174108)

Fallende Engel

 (10)
Erschienen am 01.01.2000
Cover des Buches Kleine Schwester (ISBN: 9783956141966)

Kleine Schwester

 (10)
Erschienen am 30.08.2017
Cover des Buches Seltsam wie die Liebe (ISBN: 9783956140051)

Seltsam wie die Liebe

 (5)
Erschienen am 15.08.2014
Cover des Buches Hilflos : Roman (ISBN: B007F26PBE)

Hilflos : Roman

 (0)
Erschienen am 01.01.2007
Cover des Buches Der Weiße Knochen (ISBN: 9783866045248)

Der Weiße Knochen

 (2)
Erschienen am 23.04.2007

Neue Rezensionen zu Barbara Gowdy

Cover des Buches Kleine Schwester (ISBN: 9783956141966)
katzenminzes avatar

Rezension zu "Kleine Schwester" von Barbara Gowdy

Warten auf Gewitter
katzenminzevor 4 Monaten

Dieses Buch stand völlig unverschuldet einige Jahre ungelesen bei mit herum und ich dachte schon, ich habe das Interesse verloren. Aber glücklicherweise habe ich es nun endlich doch noch gelesen und ich muss sagen, ich war positiv überrascht!

Worum geht es hier? Rose – eine junge Frau und Erbin eines alten Kinos, das mehr Geld frisst als es einbringt – zweifelt an ihrem Verstand, als sie sich im Kopf einer fremden Frau wiederfindet. Zwar kann sie sich nicht bemerkbar machen, aber sie fühlt mit ihr und erlebt Dinge, die sie selbst noch nicht erlebt hat. Die "Episoden", wie Rose es nennt, kommen immer wieder, und Rose fühlt sich involviert in das Leben dieser eigentlich Fremden, die vor einigen wichtigen Lebensentscheidungen steht und ihrer verstorbenen Schwester unheimlich ähnlich sieht.

Gowdy verknüpft in dieser skurrilen aber doch ernsten Geschichte geschickt die Vergangenheit und Gegenwart von Rose. Wir lernen Rose kennen, die eigentlich ein wunderbar unspektakuläres Leben führt – wenn da nicht die Episoden wären. Nebenbei blicken wir in ihre Kindheit und nähern uns dem Moment, in dem ihre Beständigkeit und Tiere über alle liebende kleine Schwester gestorben ist. Auch die restlichen Figuren sind sympathisch und nicht überzeichnet, wenn auch hin und wieder etwas wunderlich.

Ich war sehr angetan von der gelungenen Mischung aus realen Problemen und surrealen Erlebnissen. Die Handlung des Romans mag absurd klingen, aber eigentlich thematisiert er – ohne Frage auf besondere Weise – ganz konkrete Themen wie ungewollte Schwangerschaft, ungewollte Kinderlosigkeit, Verlust oder Demenz. All das passiert aber wie nebenbei und vermischt sich wunderbar mit ein paar eher witzigen oder absurden Begebenheiten.

Für mich war „Kleine Schwester“ ein toller Roman, der definitiv eine Empfehlung wert ist!

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Cover des Buches Kleine Schwester (ISBN: 9783956141966)
jenvo82s avatar

Rezension zu "Kleine Schwester" von Barbara Gowdy

Im Körper einer Anderen
jenvo82vor 4 Jahren

„Rose hatte noch nie geträumt, dass sie eine andere Person war. Oder in einer anderen Person drin. Ja, in ihr drin beschrieb das Gefühl, den Körper dieser Frau zu besuchen, statt ihn zu besitzen treffender.“


Inhalt


Rose erlebt ganz plötzlich ein paranormales Ereignis, dessen Einsetzen lediglich an heftige Gewittererscheinungen gekoppelt ist. Sie schlüpft für kurze Momente in den Körper einer gewissen Harriet Smith, die als Lektorin bei einem Buchverlag ganz in der Nähe angestellt ist. Dabei erlebt sie ein wahres Gefühlschaos, dem sie im normalen Leben eigentlich nicht ausgesetzt ist. Denn Harriet ist schwanger von einem Mann, der bereits verheiratet ist und seine Frau für die Affäre aus dem Büro nicht verlassen wird. Unbewusst nimmt Rose Einfluss auf die Gedankenwelt der Anderen die zunächst einen Selbstmordversuch unternimmt und sich dann für den Weg der Abtreibung entscheidet. Der Grund, warum Rose versucht der Fremden emotionalen, geistigen Beistand zu leisten, ist ein ganz besonderer, denn Harriet erinnert  sie an die eigene kleine Schwester, die es zu beschützen gilt, selbst wenn das in der Realität nicht mehr möglich ist. Denn Ava, die Schwester, ist schon viele Jahre tot und kann keine Hilfe mehr annehmen. Für Rose werden die ungewöhnlichen Ausflüge in den Geist und Körper der jungen Frau zum Lebenselixier, denn dadurch spürt sie wieder, welcher Weg der richtige für sie selbst ist.


Meinung


Die Autorin hat mit diesem fiktiven, durchaus surrealen Roman eine sympathische, kurzweilige Geschichte über die Kraft der positiven Gedanken und die Macht der Empathie geschrieben. Obwohl die genauen Umstände der Bewusstseinsveränderung nicht geklärt werden, merkt man die innere Beteiligung der Betroffenen und ihre Entschlossenheit dem scheinbaren Schicksal die Stirn zu bieten. Sehr geschickt und humorvoll führt Barbara Gowdy durch die Erzählung, in dem sie wechselnde Episoden aus dem Leben von Rose und Harriet beschreibt und den Leser für die persönlichen, familiären Belange der beiden Frauen sensibilisiert.

Die Besonderheit des Erzählten beruht auf einer gewissen Authentizität, trotz oder gerade wegen der übersinnlichen Erfahrung, die hier im Zentrum steht. Ganz nebenbei ergeben sich Einblicke in das Seelenleben der Frauen, in ihre Schuldgefühle ebenso wie in ihren Willen zur Veränderung.


Fazit


Ich vergebe gute 4 Lesesterne für diesen mit Herzblut geschriebenen Roman der durch seine ungewöhnliche, abwechslungsreiche Geschichte, die nicht nur bildlich wirkt, sondern auch Innerlichkeit besitzt, sehr einprägsam bleibt . Geschrieben für alle Mütter, Töchter, ja Frauen generell und für Leser, die psychologische Facetten diverser Lebensmodelle nachempfinden möchten.

Kommentare: 2
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Cover des Buches Kleine Schwester (ISBN: 9783956141966)
naninkas avatar

Rezension zu "Kleine Schwester" von Barbara Gowdy

Ein tolles Buch mit Sogwirkung!
naninkavor 5 Jahren

Rose betreibt ein kleines, feines Programmkino gemeinsam mit ihrer an Demenz leidenden Mutter. Als ein Gewitter ausbricht, ist sie plötzlich im Körper einer anderen Frau. Zunächst denkt sie, dass ihr jemand Drogen ins Getränk getan hat, dann vermutet sie Migräne als Auslöser, doch irgendwie kann das alles nicht sein. Die Episoden wiederholen sich immer wieder, sobald ein Gewitter heranzieht und mit jeder Episode taucht sie immer ins Leben der anderen Frau, deren Körper sie in diesen Gewittermomenten bewohnt. Die andere Frau gibt es tatsächlich und Rose versucht sie telepathisch in ihrer aufwühlenden Situation zu beeinflussen und stärken. Rose fühlt sich an ihre kleine Schwester erinnert und schmerzhafte, intensive Erinnerungen kommen als dritte Ebene hinzu. Vergangenheit, das eigene Leben und das der anderen mit allen Intensitäten, machen das Buch zu einem faszinierenden Leseerlebnis. Rose erlebt die Gefühle der anderen Frau und wenn sie dann wieder in ihrem Körper ist, fühlt und fiebert sie mit. Sie sucht die Nähe und den Kontakt zu dieser Frau, die verliebt ist in einen verheirateten Mann, dessen Frau schwanger ist. Und auch sie ist schwanger und hoch depressiv. Die Episoden sind kurz und wechseln sich ab mit Roses jetzigem Leben und Erinnerungen an früher. Jede Ebene wird in Fragmenten erzählt und man kann es beim Lesen kaum erwarten zu erfahren, was jeweils auf der anderen Ebene passiert. Das Buch war toll, authentisch und so eigen in seiner Erzählart. 5 Sterne!

Kommentare: 1
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