Barbara Hagmann Blühender Lavendel

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(0)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Blühender Lavendel“ von Barbara Hagmann

Herbert Kull ist Mitte fünfzig und unscheinbar. Ein Buchhalter in einer Zürcher Privatbank. Täglich trägt er die gleiche Kleidung: beiger Anzug, gebügeltes Hemd mit Krawatte und blitzblank geputzte Schuhe. Bei der Arbeit wie in seinem Alltag liebt er Ordnung und Rituale. Ambitionen hat er weder für eine Karriere noch für zwischenmenschliche Beziehungen. Einzig seiner verstorbenen Mutter trauert er nach, mit der er den Duft von Lavendel und liebevolle Erinnerungen an seine Kindheit verbindet. Als seine Schwestern ihn dazu drängen, gemeinsam ihre Kindheit aufzuarbeiten, werden seine Zwänge stärker und beängstigende Träume suchen ihn heim. Die junge Assistentin Simone Allemann arbeitet Tür an Tür mit Herbert Kull. Sie interessiert sich nicht für den ältlichen Buchhalter mit seinen merkwürdigen Marotten, denn sie ist vollauf mit ihrem Gefühlsleben beschäftigt. Simone Allemann und Herbert Kull sind sich gegenseitig völlig egal, bis die dynamische Kollegin eines Tages unangemeldet in Kulls Büro platzt. Die Schweizer Autorin Barbara Hagmann legt mit 'Blühender Lavendel' ein spannendes Romandebüt vor, das zeigt, wie unsere Erinnerungen unser Leben bestimmen können – und dass man manchmal die Vergangenheit besser ruhen lassen sollte.

Stöbern in Romane

Babydoll

Für meinen Geschmack kam mir die Protagonistin zu schnell und mit zu wenig tiefgehenden Ängsten über die Gefangenschaft hinweg.

Evebi

Underground Railroad

Pflichtlektüre - schnörkellose, eindringliche aber auch hoffnungsvolle Geschichte über die Sklaverei und eine Flucht in die Freiheit

krimielse

Sonntags in Trondheim

Das Auseinanderleben der Familie Neshov

mannomania

Sommer unseres Lebens

Schöne Sommerlektüre

MissB_

Der Sommer der Inselschwestern

...Drei Frauen, die sich wundervoll ergänzen! Gefühlvoll & mitreißend...

Buch_Versum

Und morgen das Glück

Schöne Geschichte über die Achterbahnfahrt einer Frau, die alles verliert und ganz neu anfangen muss!

Fanti2412

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Wenn Lavendelduft Erinnerungen hervorholt...

    Blühender Lavendel
    Federchen

    Federchen

    02. March 2016 um 18:38

    Herbert ist ein betagter Mann, der das Grab seiner Mutter liebevoll pflegt und es mit Lavendelsträuchern bepflanzt. Er erinnert sich gern an seine Kindheit, die aber seltsamerweise ein paar Lücken aufzuweisen scheint. Zu seinen älteren Schwestern hat er keinen Kontakt. Er macht den Anschein eines Eigenbrötlers, braucht strikt seine Ordnung und möchte am liebsten keinerlei Kontakt mit anderen menschlichen Wesen, schon gar nicht mit deren Bakterien an den Händen. Simone ist Mitte 30 und wurde soeben von ihrem Freund entlassen. Herbert ist ihr Arbeitskollege und für sie nicht weiter von Bedeutung. Nur etwas schrullig findet sie den älteren Herrn, der täglich den gleichen Anzug anzuhaben scheint. Und diesen Duft, oder sollte sie es Gestank nennen, den er so nach sich zieht, den sie nicht zu definieren im Stande ist. Herbert füllt ihn ab, diesen Duft. Er erinnert ihn an seine geliebte Mutter. Eine Mutter, auf die er nie etwas hat kommen lassen, seit sie tot ist. Doch dann hat er ein unerwartetes Wiedersehen mit seinen Schwestern... "Blühender Lavendel" ist das Debüt von Barbara Hagmann, in dem sie zeigt, dass unsere Erinnerungen nicht immer mit der vergangenen Realität übereinstimmen müssen. Vielmehr ist es möglich seine eigene Geschichte zu verschönen, wenn man diverse Strategien entwickelt. Mit ihrem Protagonisten hat sie zwar einen sehr schrulligen, wenn auch ordnungsfanatischen Mann erschaffen, der mit seinen Eigenarten voll im Leben steht, bei dem uns jedoch ebenfalls bewusst wird, was man im Leben alles verdrängen kann. Aber auch die anderen agierenden Personen wurden mit diversen Macken versehen, die zum einen Kopfschütteln als auch -nicken hervorrufen. So erscheinen sie menschlich und vor allem glaubhaft. Barbara Hagmann hat eine sehr stilsichere Art zu schreiben, wobei der Roman vordergründig wenig an Dialogen zu bieten hat. Der Plot erschließt sich dem Leser nach und nach mit diversen Erläuterungen zum Leben der einzelnen Personen. Diese zwischendrin erscheinenden Szenen sind ab und an nicht ganz fließend für ein uneingeschränktes Lesevergnügen, tun dem Gesamteindruck des Romanes nicht schlecht. Das Ende ist eine Art Knall, der sich lange Zeit aufgestaut hat und durchaus vorhersehbar ist, wenn man die kleinen Hinweise der Autorin im Plot richtig deutet. Die Aufmachung des Buches ist sehr stilvoll, Cover und Titel passen sehr zum Inhalt. Hier merkt man die Liebe zum Detail des Riverfield Verlages, der seinen Sitz in der Schweiz hat. Dieser noch recht junge Verlag, dessen Gründung im Herbst 2014 war, versucht sich vordergründig Büchern zu widmen, die Geschichten zu erzählen haben, die mehr zu bieten haben als nur Spannung und durchdachtes Plotten. Der Riverfield Verlag  will vor allem menschliche Geschichten erzählen. (c) buchgefieder.blogspot.com

    Mehr
  • Ein Buch über das Leben und die Vergangenheit

    Blühender Lavendel
    aly53

    aly53

    22. November 2015 um 18:51

    Das Cover hat dieses Buches hat mir sehr gut gefallen, es wirkt tiefsinnig, dennoch auch voller Geheimnisse und melancholisch. Der Klappentext dieses Buch verrät so rein gar nichts über dieses Buch und daher war ich gespannt, was sich dahinter verbirgt. Gleich zum Anfang lernte ich Herbert und seine Familiengeschichte kennen und kurz danach die von Simone. Mir erschloss sich nicht ganz, was das alles bedeuten sollte. Daher gab es für mich auch ein paar Längen zu verzeichnen. Wir verfolgen Herberts Lebensweg, der akribisch durchgeplant ist,nichts überlässt er dem Zufall, alles muss gut durchrganisiert sein. Aber dennoch hat man das Gefühl, er verbirgt einiges. Man könnte fast sagen,mit seinem durchorganisiertem Leben, versucht er das alles zu kompensieren. Auf seine Mitmenschen wirkt er schrullig und seltsam und hat auch keine Freunde. Was bei mir doch ziemliches Mitgefühl auslöste. Wie muss sich dieses Leben anfühlen. Wie einsam und verlassen muss er sein. Er existiert eigentlich nur um seinen Alltag zu meistern. Aber viel wichtiger, welches Erlebnis hat ihm zu dem werden lassen, der er heute ist. Zeitgleich begleiten wir auch Simone auf ihrem Weg. Sie hat mit einer auseinandergebrochenen Liebesbeziehung zu kämpfen. Sie hat Probleme damit verlassen worden zu sein und sieht keine großartige Perspektive für sich. Dabei entgehen ihr allerlei Dinge in ihrem Umfeld. Doch an sich, fand ich ihr Leben , nicht besonders aufregend. Doch was haben diese beiden Personen miteinander zutun? Nichts. Und daher war mir nicht wirklich klar, worauf das ganze hinauslaufen sollte. Man erfährt immer mehr von Herbert und seiner Vergangenheit. Dies ist von Schmerz und Leid durchzogen und gerade dieser Aspekt hat mich am Ende sehr ergriffen und fassungslos gemacht. Hierbei werden die menschlichen Abgründe sehr gut spürbar. Die Autorin macht hier auf sehr subtile Art und Weise klar, was prägende Situationen aus Menschen machen können und das irgendwann alles herausbricht. Aber ist es dann nicht schon zu spät? Der Abschluss hat mich stark getroffen. Ich fand ihn durchaus gelungen, aber dennoch erschien er mir etwas abrupt. Dieses Buch hat mich einfach berührt, aber auch nachdenklich gestimmt. Die Charaktere hierbei sind sehr klar, schonungslos und authentisch gestaltet. Sie verfügen über Tiefgründigkeit und man lernt sie und ihr Leben zu verstehen und  zu begreifen. Die Handlung wirkte auf mich etwas holperig, gerade am Anfang, aber doch hat mich das ganze nicht losgelassen und in den Bann geschlagen. Die Spannung hierbei ist unterschwellig spürbar. Hierbei erfahren wir zum größten Teil die Perspektiven von Herbert und Simone, was ihnen mehr Raum verschafft. Die einzelnen Kapitel sind normal gehalten. Der Schreibstil der Autorin ist fließend und stark einnehmend. Das Cover und auch der Titel passen gut zum Inhalt des Buches. Fazit: Ein Buch über das Leben und die Vergangenheit. Es zeigt uns auf sehr subtile Art und Weise, was bestimmte Situationen mit Menschen anrichten können. Ein Buch das mit ein paar Längen aufwartet, mich aber dennoch ergriffen und in den Bann gezogen hat. Unbedingt lesen. Ich vergebe 54 von 5 Punkten.

    Mehr