Barbara Hambly Barbara Hambly: Gefährten des Todes

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Inhaltsangabe zu „Barbara Hambly: Gefährten des Todes“ von Barbara Hambly

[Barbara Hambly: Gefährten des Todes Taschenbuch (Gut) Bastei Lübbe 1999 1. Auflage] (Quelle:'Flexibler Einband/01.01.1999')
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  • Doppelrezension: Jagd der Vampire + Gefährten des Todes

    Barbara Hambly: Gefährten des Todes
    Webbee

    Webbee

    05. November 2014 um 21:01

    „Wie fängt man es an, das Leben einer Frau zu erforschen, die über die letzten hundertfünfzig Jahre in regelmäßiger Weise Morde begangen hat?… Sie muss hunderte von potenziellen Feinden haben. Tausende würde ich sagen… Über fünfzigtausend, wenn man einen pro Nacht mal dreihundertfünfundsechzig, mal einhundertfünfzig rechnet…“ Teil 1 – Jagd der Vampire Wir befinden uns zu Anfang des 20. Jahrhunderts. James Asher ist Völkerkundler und Sprachwissenschaftler und lebt mit seiner Frau Lydia, die Ärztin ist, in Oxford. James genießt sein neues Leben als Professor und Ehemann und versucht, sein früheres, gefährliches Leben als Spion im Dienste seines Vaterlandes, zu vergessen. Doch als er eines Abends heim kommt und seine Frau sowie die Angestellten in einem todesähnlichen Schlaf vorfindet, ändert sich alles. Der Verursacher dieses Zustandes, Don Simon Xavier de la Cadena-Ysidro, ein Gentleman wie aus alten Zeiten, genauer gesagt aus dem 16. Jahrhundert – ein waschechter Vampir, benötigt seine Hilfe. Ysidro setzt Asher unter Druck indem er droht, seiner Frau etwas anzutun und bringt ihn dazu, ihn nach London zu begleiten. Dort soll er eine Mordserie an Vampiren aufklären. Allesamt wurden sie in ihren geheimen Unterkünften aufgespürt, in denen sie tagsüber ruhten und sich vor dem Licht versteckten – dem Tageslicht ausgesetzt und so grausam verbrannt. Die Morde kann nur ein Mensch verübt haben, der sich ja bei Tageslicht ungehindert bewegen kann. So scheint es anfangs – und deshalb ist Asher, der ehemalige Spion und jetzige Völkerkundler der ideale Jäger des Mörders. Asher will nicht auf die Hilfe seiner klugen Frau verzichten und sie auch nicht allein in Oxford lassen. So beginnen sie gemeinsam mit der Jagd auf den Mörder und geraten schnell zwischen die Fronten, denn nicht allen Vampiren in London ist es recht, dass ein Mensch in ihren Angelegenheiten herumschnüffelt. James und Lydia müssen ständig vor den Vampiren auf der Hut sein, einen Mörder finden und gleichzeitig verhindern, dass Don Ysidro sie nach der Erfüllung ihres Auftrages tötet. Was die beiden jedoch am Ende herausfinden, hätten weder Menschen noch Vampire sich vorstellen können. Die Welt der Ashers und ebenso die der uralten, im Geheimen lebenden, massenmordenen Wesen wird mächtig auf den Kopf gestellt. Teil 2 – Gefährten des Todes Asher kommt gerade von einer Beerdigung nach Hause, als er auf dem Bahnhof ein bekanntes Gesicht entdeckt. Es handelt sich um Baron Karoly, der ein ungarischer Spion ist und zudem ein äußerst gefährlicher Mann. Doch nicht diese Entdeckung allein veranlasst James, sich spontan in den Zug nach Paris zu setzen und ihn zu verfolgen, anstatt zu seiner geliebten Lydia heimzukehren. Es ist der Mann, der Karoly begleitet – Charles Farren oder auch Lord of Ernchester oder auch – einer der ältesten Vampire von London. Asher befürchtet, dass die Ungarn sich der Dienste von Vampiren bedienen möchten und will diesem Komplott auf die Schliche kommen bzw. eigentlich nur seinen Kollegen in Paris informieren und warnen. Doch am Ende bleibt Asher nichts anderes übrig, als die beiden selbst zu verfolgen – nach Paris, nachWien und von dort aus bis in den Orient nach Konstantinopel. Denn, wer glaubt schon an Vampire? – Ashers ehemalige Kollegen vom Geheimdienst jedenfalls nicht. Ashers Frau Lydia folgt ihrem Mann, nachdem sie ein Telegramm von ihm erhalten hat. Auch ihr macht die Beteiligung von Lord Ernchester große Sorgen. Sie hatte ihn als einen sehr zurückgezogenen Vampir erlebt, der kaum ein Wort sprach und sein Haus so gut wie nie verließ. Und jetzt fuhr er quer durch Europa? Lydia sucht sich Hilfe auf ihrer Reise und wer käme dafür mehr infrage als ihr alter Bekannter – Don Simon Ysidro. Bereits in Wien gerät Asher in Schwierigkeiten und entkommt nur knapp dem Tod mithilfe einer ebenfalls sehr alten Bekannten – Lady Anthea Farren,Ernchesters Ehefrau und Vampirin. Sie ist auf der Suche nach ihrem Mann, denn sie ist überzeugt davon, dass er London nicht freiwillig verlassen hat. So reisen zwei ungleiche Paare durch die Nächte Europas – James mit der Vampirin Anthea und Lydia mit Ysidro. Die Gefahr in der sie alle schweben ist größer als sie vermuten können und das Komplott in welches der Ungar Karoly und Ernchester verstrickt sind, ein ganz anderes als man erwarten könnte. Es gibt viele Geschichten über Vampire und Vampirismus und die der Neuzeit, in der Vampire sensible Schönlinge sind und Vampirismus ein erstrebenswerter Zustand für junge Mädchen zu sein scheint, sind mir suspekt! Zugegeben – es gibt auch andere, die ich wiederum richtig gut fand (Markus Heitz’ Kinder des Judas oder Guilermo del Toro mit seiner Endzeit-Vampir-Saga). Barbara Hambly’s Romane sind eher traditionell. Hier sind Vampire noch so wie zu Draculas Zeiten. Sie schlafen in Särgen, gehen nachts auf die Jagd und kennen keinerlei Mitgefühl – überhaupt ist in an ihnen nichts Menschliches mehr. Man könnte sie auf den ersten Blick vielleicht für menschlich halten, doch das erweist sich schnell als verhängnisvoll. Das Besondere an diesen Romanen ist, dass es eigentlich Kriminal- und Agentenstorys sind. Der erste Band könnte als ein Fall von Sherlock Holmes durchgehen und der zweite als ein Bond. Es ist ein Genuss und beeindruckend zu lesen, wie Asher und seine Frau mit viel Verstand, Geschick und Mut in der Lage sind, den Dingen auf die Spur zu kommen. Allein schon die fehlenden Möglichkeiten über weite Strecken zu kommunizieren (ohne Internet und Telefon), das lange Reisen mit dem Zug durch halb Europa (eine Woche von Paris bis Istanbul), die Beschaffung von Informationen indem man tagelang in Archiven, Bibliotheken und Zeitungen sucht und mit vielen, vielen Menschen spricht, an Geld zu kommen (ohne Geldautomaten und international vernetzte Banken) – all das stellt die Leistung der Protagonisten (und auch der Autorin) auf eine besondere Stufe. Das viktorianische Flair tut sein übriges, um den Lesegenuss zu vervollkommnen. An Spannung und Action fehlt es den Geschichten ebenfalls nicht. Die Vampire sind grausam und absolut tödlich und sich gegen sie zu verteidigen erfordert mehr als nur Knoblauch und Silberketten. Lydia und James sind keine Kampfkunst-Experten aber sie sind schlau und haben einen unbändigen Überlebenswillen, der in hohem Maße aus ihrer Liebe füreinander resultiert. Besonders zu erwähnen sind die Beziehungen, die die Autorin wunderbar in der Handlung entstehen und aufgehen lässt. Die Macht, die Vampire über den Geist der Menschen haben, bekommen auch James und Lydia zu spüren. So entstehen innerhalb der ungleichen Reisepaarungen interessante Konflikte. Man könnte glauben, Ysidro entwickele Gefühle für Lydia und James für Anthea – oder ist das nur der Wille und kühle Berechnung der Vampire? Aber warum sollten sie das wollen? Und wie ist es umgekehrt? Barbara Hambly lässt den Leser am Ende mit sehr zwiespältigen Gefühlen in dieser Hinsicht zurück – und die Protagonisten ebenfalls. Sie macht jedoch sehr deutlich klar, dass Beziehungen zwischen Menschen und Vampiren nie etwas anderes sein können als zweckmäßig – selbst wenn der ein oder andere sich etwas anderes wünschen würde… Fazit: Zwei absolut empfehlenswerte Werke für höchsten Lesegenuss.

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