Barbara Handke Wo ist Norden: Roman

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Inhaltsangabe zu „Wo ist Norden: Roman“ von Barbara Handke

Ostdeutschland kurz nach dem Mauerfall. Marlene nutzt die Gunst der Stunde, kauft ein baufälliges Gutshaus und zieht mit ihrer Familie ein. Sie lässt das verschlafene Dorf zu einem Sehnsuchtsort für Gäste und Freunde werden, die daran glauben wollen, alles habe hier seinen Platz in der unübersichtlich gewordenen Welt. Auch den Erzähler treibt es immer wieder dorthin. In seiner Erinnerung lässt er das Jahrzehnt noch einmal Revue passieren und ordnet damit auch sein eigenes Leben neu.

Interessantes Buch!

— madameeapoe

Langatmig und nicht spannend.

— tiggger

angenehm zu lesende Familiengeschichte in den 1990ern

— Sylwester

Ein Buch über Sehnsucht , Suchen und Finden. Schön geschrieben mit vielen Facetten.

— Kittekathy

Es fehlen Höhepunkte. Sonst ganz nett geschrieben.

— wandablue

Ein Roman mit Tiefgang und Heimatgefühl....

— Johenni

Ein imteressNter Familieroman mit allen Höhen und Tiefen

— Kristall86

Ein Roman über die Probleme einer Großfamilie und den Traum vom Leben in einem alten Gutshaus auf dem Land.

— Magicsunset

Gutshauskauf nach der Wende

— gudrunf

Unaufgeregte Familiengeschichte, aber schön zu lesen.

— Buchperlenblog
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Familienbande und ihre Tücken

    Wo ist Norden: Roman

    Marapaya

    21. May 2018 um 13:19

    Familie kann manchmal furchtbar anstrengend sein, besonders wenn man sich als unabhängig von ihr betrachtet und der Meinung ist, schon längst ganz selbstständig eigene Entscheidungen zu treffen. Das ist meist kurz vor dem Moment, wo die eigene Welt mal eben kurz implodiert. Dann sind die Freunde das Eine, der Anker aber die Eltern oder Geschwister, weil man denen einfach nichts vormachen kann, selbst wenn man sich noch so sehr bemüht. Aber im Familiengefüge hat auch jeder seine über Jahrzehnte erworbene Rolle zu spielen. Daraus lässt sich ganz schwer ausbrechen. Spätestens nach einem halben Tag im Kreis der engsten Lieben ist man wieder eingeklinkt im Familienteufelskreis. Das kann man sehr schön an Nikita Wander beobachten. Barbara Handke hat sich für ihren Provinzfamilienroman einen etwas Abseits stehenden Ich-Erzähler ausgesucht, der in einer wirklich schwierigen Familienkonstellation hin- und gerissen ist zwischen dem Wunsch nach Nähe und Anerkennung, Abstand und Eigenständigkeit. Nikita Wander wurde in der DDR geboren, beide Eltern Lehrer und überzeugte Sozialisten. Die Mutter Rita verfolgte während ihrer Schwangerschaft mit dem Erstgeborenen eine politisch motivierte Schwärmerei für Nikita Sergejewitsch Chruschtschow, damaliger Regierungschef der Sowjetunion. Gegen Sergejewitsch als Zweitnamen konnte sich Vater Pavel immerhin einmal durchsetzen. Mit 15 verliebt sich Nikita. Für die gemeinsame Zukunft mit der wundervollen Marlene lassen sich die Zwänge des DDR-Regimes ertragen, Schule, Armeedienst, Medizin-Studium. Und doch sollte ein beherzter Sprung ins kühle Nass das Aus für die junge Liebe bedeuten. Denn leider ist nicht Nikita gesprungen, sondern der jüngere Bruder Konrad und beeindruckte Marlene damit so nachhaltig, dass sie mit Konrad eine Familie gründete statt mit Nikita. Dennoch kommt Niketsch, wie Marlene ihn nennt, nicht los von dieser Familie. Er flüchtet sich in die Arbeit, leistet seine Assistenz in einem ehemaligen Gutshaus im mecklenburgischen Plenskow ab und die Familie folgt hinterher. Marlene ist bei einem Besuch so begeistert von dem Haus, dass sie und Konrad es nach dem Fall der Mauer erwerben und Instand setzen. Eine Praxis für Konrad, der auch Medizin studierte. Ein Café für Marlene. Drei Kinder. Aus Kostengründen dürfen auch die Eltern Rita und Pavel mit einziehen. Und Niketsch, nun in einem städtischen Klinikum arbeitend, leistet Hilfe, investiert Geld, Zeit und Kraft und schwärmt weiter von Marlene. Es ist eine merkwürdige Figurenkonstellation. Und doch nehme ich sie der Autorin ab. Familien können so eigen sein. Da ist alles möglich. Und in der Liebe sowieso. Es ist berührend die Hauptfigur in ihrem zähen Ringen um Abstand, Liebe und Anerkennung zu beobachten. Die traurige Sehnsucht frisst einen geradezu auf. Und doch hat es sich Nikita auch ganz bequem gemacht in seiner Rolle als betrogener, verlassener Bruder. So bequem, dass er sie ungern aufgeben will. Neben der Familienkonstellation bezieht Barbara Handke aber auch die unergründlichen Sümpfe des Dorflebens mit ein. Als Zugezogener gehört man frühestens in dritter Generation dazu oder wenn keiner mehr da ist, der sich erinnert, dass man hier nicht geboren wurde. Und in einem Dorf im karg besiedelten Norden des ehemaligen Ostens kämpft ein jeder ums nackte Überleben. Wie soll man es aushalten, dass Zugezogene kommen und alles anders und besser machen wollen. Wie soll sich diese Herabsetzung demütig ertragen lassen können? Wohin mit der Angst, der Unsicherheit, der Wut? Konflikte sind vorprogrammiert und werden auf den Rücken der Schwächsten ausgetragen. So ein Dorf ist nichts für schwache Nerven. Die Erzählperspektive von Barbara Handke gefällt mir. Es ist ein Blick von außen, von jemandem, der zwar zur Familie gehört, aber immer nur am Rande in alles involviert ist. Diese halbe Distanz tut der Geschichte gut, macht sie überzeugend und nachvollziehbar. Lässt den Leser durchatmen, wenn die Familiendynamik sich zu sehr hoch spult. Es ist eine einfühlsame, ehrliche und spannende kleine Chronik einer Zeit voller, neuer Möglichkeiten, „die doch nicht ganz bedingungslos zu haben waren.“

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  • Umwälzung der Zeit

    Wo ist Norden: Roman

    madameeapoe

    23. April 2018 um 14:53

              Das Buch erzählt die spannende Geschichte einer Familie, die ein Haus kauft und es renovieren möchte. An sich nichts besonderes, aber diese Geschichte hier spielt nach der Wende und das fand ich ziemlich interessant, weil ich diese Zeit nicht miterlebt habe und sie nur aus Erzählungen kenne.Das Cover zeigt eine marode Wohnung, in der sehr viel zu machen ist, bevor man überhaupt darin wohnen kann. Das passt natürlich perfekt zum Buch.Die Handlung an sich hat mir gefallen und fesselte mich auf Anhieb, denn diese Geschichte ist mal etwas anderes, finde ich. Das Lesen hat mir Spaß gemacht und teilweise habe ich gar nicht mehr aufgehört.Also schließlich kann ich sagen, dass das Buch wirklich für jeden etwas ist, egal wie alt!       

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  • Norden

    Wo ist Norden: Roman

    reni1950

    19. April 2018 um 06:57

    Auf das Buch war ich sehr gespannt, da ich selbst die Wende miterlebt habe und die aufregende Zeit danach. Das Cover hat mich von Anfang an sehr angesprochen, weil es den Inhalt richtig gut widerspiegelt. Im Mittelpunkt der Handlung steht Marlene, die ein altes Gutshaus kauft und dort künftig mit ihrer Familie leben will. Gerade weil so viele Generationen unter einem Dach leben, ist es für alle wichtig, eine eigenständige Persönlichkeit zu bleiben und so erfährt man im laufe der Handlung die kleinen Geschichten und Träume der Mitbewohner. Man ist bei allen Tälern und Bergen hautnah dabei. Die Figuren sind interessant und sympathisch und der Schreibstil hat mir in seiner unaufdringlichen Art sehr gut gefallen.

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  • Familie

    Wo ist Norden: Roman

    michaela_naumann

    15. April 2018 um 18:33

    Der Familienroman hat schon in der kurzen Zusammenfassung und bei der Leseprobe mein Interesse geweckt. Besonders die Zeit, in der der Roman spielt, finde ich sehr interessant und faszinierend, da ich selbst im Osten aufgewachsen bin und den Mauerfall miterleben konnte. Die einzelnen Familienmitglieder sind wunderbar charakterisiert worden und haben ihre privaten Ziele, aber auch gemeinsame, die die Familie zusammenhalten lässt. Der Schreibstil ist ganz wunderbar und auch die Geschichte an sich ist spannend, so dass man das Buch oft gar nicht aus der Hand legen möchte. Das Cover passt ganz toll dazu und wer selbst ein Haus hat und viel renoviert, fühlt sich ebenfalls vom Inhalt angesprochen. Absolut empfehlenswert.

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  • DIE EWIGE LIEBE MARLENE

    Wo ist Norden: Roman

    Gral

    12. April 2018 um 20:44

    Mit einem Schlag ist die DDR eine Geschichte ohne Wiederkehr. Der große Bruder UDSSR löst sich kurzdanach selbst in Luft auf. Dann kommen die Menschenaus dem Westen wie die Heuschrecken, die sich dasLand einverleiben wollen. Plenskow in Mecklenburg-Vorpommern ist nur eines von vielen Beispielen derdamaligen Zeit. Familie Wander kauft für einensymbolischen Preis ein ehemaliges Gutshaus derer vonBredow. Träume, Arbeit und vielleicht sogar Ziele, dieman einfach nicht erreichen kann, bestimmen die Zeitder Familie. Alle versuchen an einem Strang zu ziehen,doch das ist leichter gesagt als getan. Niketsch versuchtseiner großen Liebe Marlene zu folgen, die eigentlichmit seinem Bruder Konrad verheiratet ist. Eine Verwirrungder Gefühle beginnt.Die Autorin erzählt eine wunderschöne und menschlicheGeschichte, wie sie viele Familien nach der Wende erlebthaben könnten. Der Stil ist flüssig und doch von intensiverTiefe geprägt.Eine Art Gesellschaftsroman, den man mit Freude liest und ohne Probleme weiterempfehlen kann.

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  • Langatmig und nicht spannend.

    Wo ist Norden: Roman

    tiggger

    11. April 2018 um 22:51

    Als ich die Leseprobe gelesen habe, habe ich zwar schon festgestellt, dass in den paar Seiten kaum ein Spannungsbogen enthalten war, aber das in der Geschichte keiner zustande kommt, hätte ich nicht gedacht. Leider zieht sich die Geschichte um dieses geheimnisvolle Gutshaus ziemlich in die Länge. Immer gleiche Gespräche und Streits in der Familie und die von mir ursprüngliche interessante Erzählweise puppte sich für mich leider als nicht überzeugend heraus. Daneben geht es noch um die Liebesgeschichte und die nicht ausgesprochenen Gefühle zwischen der männlichen und weiblichen Hauptperson. Die Geschichte ist vom Storyverlauf nicht stark spannend, daher eher zu empfehlen zur Entspannung oder eben für Zwischendurch. Ich habe hier mehr erwartet, doch leider hat sich dies nicht bewahrheitet.

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  • Familiengeschichte in den 1990ern

    Wo ist Norden: Roman

    Sylwester

    07. April 2018 um 17:46

    „Wo ist Norden“ von Barbara Handke ist ein lesenswerter Roman über eine Familie, die nach der Wende in Ostdeutschland einen alten Gutshof kauft. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Niketsch, auch Nikita oder Nick genannt. Der Gutshof gehört seinem Bruder und dessen Frau, die gemeinsam mit deren 3 Kindern sowie den Eltern der Brüder dort einziehen. Neben Beschreibungen der Restaurierung und des Hauses geht es im Wesentlichen um die Beziehung des Ich-Erzählers zu der Familie. Die Personen der Familie, sowie viele weitere Personen (hauptsächlich Dorfbewohner) werden detailreich charakterisiert, so dass ich sie mir bildlich vorstellen konnte und gerne persönlich kennen gelernt hätte. Allerdings hatte ich etwas Schwierigkeiten mir die Personen alle zu merken, da sie oft mit Vor- oder Nachnamen vorgestellt werden.  Insgesamt hatte ich einige angenehme Lesestunden und kann das Buch weiterempfehlen.

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  • Heimatsuche

    Wo ist Norden: Roman

    renee

    07. April 2018 um 00:50

    Dieses Buch ist eine sehr ruhig gehaltene Geschichte einer Familie, die ein Gutshaus kauft, es für ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse umgestaltet und einzieht. Es kommt dabei für mich in der ersten Hälfte nicht so der Erzählfluss auf, es ist eher eine sich langsam dahinschleppende Geschichte, in der zweiten Hälfte wird das Buch dann für mich flotter, es hat sogar eine gewisse Komik an manchen Stellen. Dabei liegt meine Kritik nicht in der Sprache. Diese ist sehr schön, manchmal etwas altmodisch, aber dramaturgisch müsste etwas im Erzählstil und der Erzählfolge verändert werden.  Zur Handlung: Konrad, Marlene und die Kinder Selma, Laure und Jakob haben ein Gutshaus im kleinen Dorf Plenskow gekauft und bauen es nun zu ihrer Bleibe aus. In dem Gutshaus entstehen eine Arztpraxis für Konrad, ein Café für Marlene und die Wohnräume der Familie und auch noch zwei Zimmer für die Eltern von Konrad, Pavel und Rita. Der Erzähler, Nikita/Niketsch/Nick, der Bruder von Konrad, steht der Familie nahe, besucht diese immer wieder, kann sich aber auch schwer lösen, möchte etwas beweisen. Er berichtet über das Entstehen des Hauses, die Befindlichkeiten in der Familie, die Stellung der Zugezogenen innerhalb Plenskows, ihre positiven wie auch negativen Kontakte. Auch seine eigenen Befindlichkeiten seitens seiner ehemaligen Geliebten und jetzt Ehefrau seines Bruders, sowie seine untergeordnete Stellung in der Familie werden beschrieben, dies geht bis zur Emanzipation seiner Person. Eigentlich ein wunderbares Konstrukt aus dem man hätte mehr machen können als hier erfolgt ist. Schade. Aber trotzdem eine schöne kleine Geschichte mit Charme von einer Autorin die Potenzial hat.

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  • Die Erzählung plätschert vor sich hin.

    Wo ist Norden: Roman

    wandablue

    29. March 2018 um 09:17

    Die Erzählung plätschert vor sich hin. Es ist passiert. Ich habe ein Selbstpublisherbuch gelesen. Und es war gar nicht so übel. Die Thematik spricht mich an. Nikitas Familie erwirbt in der Zeit kurz nach dem Mauerfall ein Gutshaus in Plenskow und richtet es wieder her. Ein Café soll dort entstehen. Die tüchtige Marlene samt ihrem smarten Ehemann Konrad, der im Gutshaus als Landarzt praktizieren soll, managt es. Der Erzähler, Nikita, hat seinen Namen von Herrn Chruschtschow und steht in ständiger Konkurrenz zu seinem jüngeren Bruder Konrad, der ihm Marlene, die große Liebe, vor der Nase weggeschnappt hat. Aber irgendwie ist es doch Nikita, ebenfalls Arzt, jedoch in der Kreisstadt, der immer alles richtet und nicht Konrad. Es dauert allerdings eine Weile, bis Nikita sich emanzipiert! Das Buch lebt von dem unterschwelligen Konflikt zwischen den beiden Brüdern, der nie offen ausgetragen wird, und natürlich vom Leben im Dorf und seinen mehr oder weniger angenehmen Bewohnern, am Rande von den Arbeiten am Gutshaus und von den Familienmitgliedern, die eigentlich ganz reizend sind, die aber allesamt zu wenig eigenen Raum bekommen. Irgendwie gehen sie mit ihren Besonderheiten im ständigen Gang der Geschichte unter, statt unter die Haut zu gehen und hervorzustechen. Es ist, als ob sie auf der Bühne hin und her gehen, anstatt stehen zu bleiben, den Zuschauer anzuschauen und einen Monolog zu sprechen. Sie haben keine Wirkkraft! Die Autorin hat einen flüssigen Stil, sprachlich ist nicht viel auszusetzen. Man hat allerdings den Eindruck, die Autorin wolle sich gerade das Rauchen abgewöhnen, da Nikita sich allzuhäufig mit seinen Zigaretten beschäftigt … mit den Händen, mit den Gedanken ...Obwohl das Leben in Plenskow durchaus seine Tücken hat, plätschert die Erzählung wie ein Mühlbach gleichmässig am Leser vorbei. Und das ist die Kritik! Der Roman hat weder einen Höhepunkt noch einzelne kleine Höhepunkte! Dabei haben die Bewohner und Freunde der Familie richtig Potential. Dieses Potential hätte die Autorin eventuell mit einem Perspektivwechsel mehr ausschöpfen und vor allem in Szene setzen sollen. Möglicherweise nimmt sich die Autorin auch einen zu großen Zeitabschnitt vor. Sicher möchte man wissen, was mit dem Gutshaus wird, aber noch mehr wollte man mit dem Schicksal der Personen mitfiebern und mitleiden. Aber man kommt aufgrund der chronologischen Erzählweise nicht nah genug an sie heran, vielleicht ein bisschen an Kater Elmar, der einem um die Beine schnurrt. Fazit: Nett geschrieben, das Personal hat Potential, die Sprachfähigkeit ist vorhanden. Es gibt keine Floskeln im Buch. Die Naturbeschreibungen sind schön. Es fehlt quasi nur noch die dramaturgische Bearbeitung des Stoffes. Kategorie: UnterhaltungVerlag: Books on Demand, 2018

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    • 2
  • Heimisch

    Wo ist Norden: Roman

    Johenni

    28. March 2018 um 20:18

    Der Klappentext hat mich sehr angesprochen und auch die Leseprobe hat sich als interessant herausgestellt. Ich fand das Cover sehr schlicht und doch schön. Es passt auf jeden Fall zu Nick.  Der Schreibstil hat mich sehr angesprochen und die Zeitsprünge haben super gut gepasst.  Die Geschichte hat für mich einen persönlichen Hintergrund da ich aus der Gegend komme.  Ich fand die Erzählweise sehr schön. Ich hatte mehr das Gefühl, dass ich alles erlebt habe.  Ich mochte die Geschichte sehr gerne obwohl es mich nicht so fesseln konnte. Ich kam immer wieder sehr gut in die Geschichte rein. Man konnte das Erwachsen werden, der Kinder und auch von Nick sehr schön miterleben obwohl es immer wieder Zeitsprünge gibt.  Alles in allem ein tolles Buch mit tollem Hintergrund, weil man sich selber ein bisschen besser kennen lernt.  Vorallem ein Buch für Leute, die aus der Gegend kommen und die Vorurteile kennen. ;)

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  • Norden ist irgendwo im Nirgendwo

    Wo ist Norden: Roman

    Kristall86

    28. March 2018 um 13:26

    Die Mauer ist gefallen. Marlene kauft ein altes Gutshaus und will mir ihrer Familie dort einziehen, leben und erleben. Marlene zieht alle ihre Familienmitglieder mit. Von Mann, Kinder, Großeltern - alles sind dabei und schaffen ein Haus für sich und Freunde. Und das alles in einem winzigen Dorf mitten in der Pampa. Auch Ich-Erzähler Nikita ist immer wieder dort „zu Haus“ und lässt sein Leben Revue passieren. Egal ob Streit oder Liebe. Alles ist Thema. Jeder der Protagonisten versucht mit diesem Hauskauf sich ein eigenes Stück Leben zu schaffen. Und das alles nach der Wende. Leider kommt dieses Thema in diesem Buch recht kurz weg. Alle Beteiligten Personen sind einem gleich sympathisch und man folgt ihnen gern auf Schritt und Tritt. Marlene ist immer der treiben Keil der Familie. Sie opfert sich regelrecht für alle auf. Manchmal fand ich es ein bisschen viel...Aber dennoch muss ich gestehen das nunmal so eine Aktion eben auch ungeahnte Dinge bereit hält...und der Versuch die eigene innere Mitte nach der Zeit der DDR zu suchen und zu finden ist nunmal nicht ganz einfach. Barbara Handke will dem Leser eine Art „ausnorden“ demonstrieren aber dieses „Norden“ muss jeder für sich selbst finden. Jeder trägt seinen eigene Kompass in sich für den jeder auch verantwortlich ist. Ihre klarer Schreibstil lässt einen abtauchen in dieses Buch. Überall ist man als Leser dabei. Theoretisch könnte diese Geschichte überall spielen aber die Tatsache das es nach der Zeit des DDR-Regimes geschieht ist recht spannend. Ihr detaillierter Blick auf das Leben einer Großfamilie mit alle Höhen und Tiefen ist sehr genau. Ein interessantes Buch mit einer noch interessanteren Geschichte!

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    • 2
  • zwischen Familie und Selbstfindung

    Wo ist Norden: Roman

    weisserKakadu

    23. March 2018 um 17:14

    Niketsch liebt seine Jugendfreundin Marlene. Noch immer, obwohl sie mittlerweile mit seinem Bruder Konrad verheiratet ist und drei Kinder mit ihm hat. Bei den Renovierungsarbeiten auf dem alten Gutshof hilft Nikita, genannt Niketsch (den Namen hat er dem russischen Politiker Nikita Chruschtschow und seiner Mutter zu verdanken, die alles russische liebt) seinem Bruder und seiner Schwägerin und hofft, bei der körperlichen Arbeit neue Ideen für seine brachliegende Doktorarbeit zu entwickeln. Insgeheim fragt er sich, ob Marlene nicht doch noch etwas für ihn empfindet und zu ihm zurückkehren könnte. Und dann lässt Marlene Niketsch durch eine Randbemerkung noch hoffen, die älteste Tochter Selma könnte auch von ihm sein und nicht von Konrad. Der Erzähler Niketsch lässt das letzte Jahrzehnt noch einmal an sich vorüberziehen, die Zeit unmittelbar nach der Wende, als sein Bruder und seine Familie das renovierungsbedürftige Gutshaus mitten im mecklenburgischen Nirgendwo kaufen und darin ihre Träume verwirklichen wollen. Für Konrad bedeutet dies eine eigene Arztpraxis und für Marlene ein eigenes Cafe. Es ist eine Zeit des Aufbruchs und des Neubeginns. "Wo ist Norden" ist ein Familienroman und für Niketsch eine Geschichte um Orientierung und der Suche nach dem rechten Platz im Leben. Oft habe ich ihm gewünscht, auch mal an sich selbst zu denken und nicht nur für seine Familie zurückzustecken. Es fällt ihm schwer, sich auf eine neue Liebe einzulassen, solange er noch Marlene nachhängt. Und so scheitern einige seiner Beziehungen oder fühlen sich allenfalls lauwarm an. Mecklenburg-Vorpommern mit seiner dörflichen Struktur, seinen Alleen und vielen Seen bilden die Kulisse für diesen Roman, für diese unaufgeregte, manchmal zart-traurige Geschichte um Freude und Last von Familienbanden und das rechte Maß zwischen Zugehörigkeit und Distanz. Lesenswert.

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  • Tagebuch einer Großfamilie mit dem Traum vom eigenen Landgut

    Wo ist Norden: Roman

    Magicsunset

    23. March 2018 um 15:52


  • Unaufdringliche Familiengeschichte

    Wo ist Norden: Roman

    Buchperlenblog

    23. March 2018 um 06:39

    „Was willst du mit dem Kater?“ „Raussetzen. Ich wollte ihn gerade in den Garten bringen.“  „Warum?“, fragte nun Marie, die zur Feier des Tages ein dunkelblaues Samtkleid und zwei ordentliche Zöpfe trug.  „Er kann sich nicht benehmen, hat mit der Nachspeise angefangen.“  „Das geht aber nicht“, sagte Marie streng, nahm ihn mir ab und trug ihn zu den Vorspeisen, wo Frau Thile gerade ihr Fasten brach. (S.117) Inhalt Ein altes Gutshaus mitten im dörflichen Plenskow wird von der Familie Wanders gekauft. Hier sollen nun die Träume aller wahr werden, eine eigene Arztpraxis, ein kleines Café, harmonisches Leben auf dem Land. Doch das Leben ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Streit, Missgunst, eine alte Liebe und schon kippt das Familienidyll in sich zusammen. Rezension Die Geschichte wird aus der Sicht von Nikita Wanders erzählt. Er ist der Bruder des Mannes, der das Gutshaus kaufte, er ist der alte Geliebte von dessen Frau. Und doch – so hoffen alle – funktioniert dieses tückische Geflecht aus alten Gefühlen und Familienzugehörigkeit. Die drei Kinder Selma, Laure und Jakob machen die Familie komplett, später folgen auch noch die Eltern von Konrad und Nikita. Es sind viele Namen, auf die man achten muss. Denn auch die eigenen Eltern werden mit ihrem Vornamen angesprochen, was es mir einige Zeit schwer machte, die familiären Zusammenhänge zu ergründen. Auch blieb mir das Alter der meisten Protagonisten sehr verschwommen und ich klammerte mich an dahingestreute Zeitangaben, um das Erlebte in einen zeitlichen Rahmen packen zu können. Nikita erzählt nun das Leben auf dem neuerworbenen Gutshof im mecklenburgischen Plenskow. Vorurteile und Missgunst der angestammten Dörfler sind an der Tagesordnung. Das trifft vor allem die Kinder der Familie, zu denen sich Nikita als liebevoller Onkel auch recht hingezogen fühlt. Trotzdem spielt er nur eine untergeordnete Rolle in diesem Konstrukt, kommt und geht wie er kann und will, hilft hier und dort und wird meistens als Geldquelle und Auftragnehmer angesehen. Die Liebe zu Marlene ist nie ganz versiegt und irgendwie hängt er die ganzen Jahre über noch immer an ihr, hegt Hoffnungen, dass sie schlussendlich doch noch zu ihm kommt. Die Geschichte kommt relativ unaufgeregt daher, das Leben auf dem Hof geht seinen Gang. Natürlich gibt es Höhen und Tiefen, doch nichts passierte, was mich aus der leichten Monotonie herausriss. Deswegen war das Buch jedoch keineswegs langweilig! Den Erzählstil der Autorin fand ich nämlich wunderbar, ein wenig altmodisch und humorvoll. Der Ton konnte mich über die weniger spannenden Momente hinweg tragen. Die Frage, die das Buch dem Leser stellt, erklärt sich mir wie folgt: Ein Kompass zeigt immer nach Norden, und Nikita zeigt immer auf seine Familie, auch wenn er sie so manches Mal zum Teufel wünscht und sich von ihr befreien will. Norden ist also immer dort, wo die Familie ist, auch wenn sie im Süden zu finden wäre. Fazit Ein unterhaltsames, wenn auch unaufgeregtes Buch mit einem tollen Erzählstil, bei dem man so manches Mal auflachen kann. Es portraitiert menschliche Charakterzüge – besonders wenn sie nicht nur positiv ausfallen – sehr anschaulich. Schöne Lektüre für ruhige Abende! Bewertung im Detail Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 ) Handlung ★★★☆☆ ( 3 / 5 ) Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 ) Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 ) Emotionen ★★★☆☆ ( 3 / 5 ) = 3.8 ★★★★

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  • Norden ist im Osten

    Wo ist Norden: Roman

    bri114

    19. March 2018 um 17:20

    Der Roman „Wo ist Norden“ von Barbara Handke erzählt die Geschichte einer Familie, die nach dem Mauerfall die Gunst der Stunde nutzt- sie kauft und renoviert ein marodes Gutshaus im östlichen Nirgendwo, in dem kleinen mecklenburgischen Plenskow, das einer dringenden Sanierung bedarf. Ein Abenteuer, dem sich die gesamte Familie stellt. Doch die Welt, die sie schaffen, wirkt weit über die Dorfgrenzen hinaus. Gäste erscheinen zahlreich im neueröffneten Café, einige der vorherigen Nachbarn ziehen kurzerhand ein und auch Niketsch, der Erzähler, verstrickt sich tief in dieses Leben, das eigentlich gar nicht das seine ist. Rückblickend beschreibt er das Jahrzehnt, in dem die großen neuen Möglichkeiten doch nicht ganz bedingungslos zu haben waren. Besonders Mutter Marlene lässt das verschlafene Dorf zu einem Sehnsuchtsort für Gäste und Freunde werden, die daran glauben wollen, alles habe hier seinen Platz in der unübersichtlich gewordenen Welt. Auch den Erzähler, eigentlich Arzt in Berlin, treibt es immer wieder dorthin. In seiner Erinnerung lässt er das Jahrzehnt noch einmal Revue passieren und ordnet damit auch sein eigenes Leben neu.   Beide Hauptthemen sprachen mich an- die sanfte Sanierung und das Familienleben in M-V, denn auch ich lebe in dieser tollen Region seit meiner Geburt... und sanieren mußte ich auch schon. Dennoch ist dieses Buch eine sehr persönliche Sicht auf die Welt, die Probleme und die Menschen zu dieser Zeit, mit denen sich Marlene, Konrad, Niketsch und die Kinder nebst Großeltern, Nachbarn usw. auseinandersetzen müssen. Der sehr leichte, lockere Schreibstil gefiel mir, so war das Lesen sehr entspannend.  Es gab einen sich langsam steigernden  Spannungsaufbau, der sich  aber eher dezent im Hintergrund hielt. Man konnte sich sehr leicht in die Charaktere hineinversetzen und auch mit einigen von ihnen z.T.  identifizieren. Die Buchthematik wurde gut umgesetzt. Die Geschichtsaufarbeitung erfolgte hierbei unter einem besonders familiären, persönlichen Aspekt- mir fehlte hier nicht unbedingt der politische Bezug wie bereits von anderen kritisiert.  

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