Barbara Honigmann

 3,8 Sterne bei 30 Bewertungen
Autor von Bilder von A., Ein Kapitel aus meinem Leben und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Barbara Honigmann

Barbara Honigmann, 1949 in Ost-Berlin geboren, arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin. 1984 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Straßburg, wo sie noch heute lebt. Honigmanns Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Heinrich-Kleist-Preis, dem Max-Frisch-Preis der Stadt Zürich, dem Jakob-Wassermann-Preis, dem Bremer Literaturpreis 2020 und zuletzt dem Jean-Paul-Preis 2021. Bei Hanser erschienen Damals, dann und danach (1999), Alles, alles Liebe! (Roman, 2000), Ein Kapitel aus meinem Leben (2004), Das Gesicht wiederfinden (2007), Das überirdische Licht. Rückkehr nach New York (2008), Chronik meiner Straße (2015) und Georg (2019).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Georg (ISBN: 9783423147736)

Georg

Erscheint am 23.07.2021 als Taschenbuch bei dtv Verlagsgesellschaft.
Cover des Buches Unverschämt jüdisch (ISBN: 9783446270770)

Unverschämt jüdisch

Erscheint am 23.08.2021 als Hardcover bei Hanser, Carl.

Alle Bücher von Barbara Honigmann

Cover des Buches Bilder von A. (ISBN: 9783423142403)

Bilder von A.

 (4)
Erschienen am 01.08.2013
Cover des Buches Ein Kapitel aus meinem Leben (ISBN: 9783423134781)

Ein Kapitel aus meinem Leben

 (4)
Erschienen am 01.08.2006
Cover des Buches Alles, alles Liebe! (ISBN: 9783423131353)

Alles, alles Liebe!

 (4)
Erschienen am 01.09.2003
Cover des Buches Chronik meiner Straße (ISBN: 9783423145428)

Chronik meiner Straße

 (3)
Erschienen am 09.12.2016
Cover des Buches Roman von einem Kinde (ISBN: 9783423128933)

Roman von einem Kinde

 (3)
Erschienen am 01.06.2001
Cover des Buches Soharas Reise (ISBN: 9783423138437)

Soharas Reise

 (3)
Erschienen am 01.01.2010
Cover des Buches Georg (ISBN: 9783446260085)

Georg

 (2)
Erschienen am 28.01.2019
Cover des Buches Eine Liebe aus nichts (ISBN: 9783423403788)

Eine Liebe aus nichts

 (3)
Erschienen am 01.04.2010

Neue Rezensionen zu Barbara Honigmann

Cover des Buches Georg (ISBN: 9783446260085)Buecherschmauss avatar

Rezension zu "Georg" von Barbara Honigmann

Charmanter, unwiderstehlicher Misanthrop
Buecherschmausvor 2 Jahren

Barbara Honigmann schreibt über ihren Vater Georg. Fünfzehn Jahre nachdem sie sich in „Ein Kapitel meines Lebens“ ihrer Mutter genähert hatte. Diese ist vor allem als Ehefrau des britisch-sowjetischen Doppelspions Kim Philby bekannt, der als Vorbild für John le Carrés „Dame, König, Ass, Spion“ diente und die junge österreichische Kommunistin 1934 in Wien heiratete und dadurch dem Zugriff des austrofaschistischen Regimes entzog. In London lernte sie den Journalisten Georg Honigmann kennen, der dort durch eine glückliche Fügung seit 1931 als Korrespondent der Vossischen Zeitung tätig war. In Deutschland wäre er als aus einer assimilierten jüdischen Familie stammend Ziel der Verfolgung durch die Nationalsozialisten geworden. Vielen Mitgliedern seiner aus Breslau und Darmstadt stammenden Familien gelang die Flucht ebenso.
1903 geboren verlor Georg seine lange leidende Mutter früh, mit elf Jahren. Vier Jahre später fiel sein älterer Bruder Heinrich auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs in Frankreich. Georg wuchs nach dem Tod der Mutter nicht beim Vater, der Arzt und später Professor in Gießen war und sich nicht um seinen Sohn kümmern konnte und wollte, auf, sondern bei seiner liebevollen Großmutter Anna in Darmstadt. Diese schickte ihn später auf die berühmte Odenwaldschule, die für ihre Reformpädagogik bekannt war. Mit der Großmutter verband ihn eine innige Beziehung. Nach dem Studium in Breslau, Berlin, Prag und Gießen lebte er mit seiner ersten Frau als Redakteur in Gießen. 1931 gingen sie dann nach London. Dort fand er, der sich als „Reformjude“ immer irgendwie zwischen allen Stühlen sitzend fühlte, Zugehörigkeit dann bei kommunistischen Gruppierungen, befördert durch die Bekanntschaft mit seiner eifrig agitierenden späteren Ehefrau Litzy. Bereits hier arbeiteten die beiden zeitweise für den sowjetischen Geheimdienst. Im Krieg wurde er als „enemy alien“ vorübergehend nach Kanada verschifft. Nach dem Krieg kehrte das Paar nach Deutschland zurück, bald in die sowjetische Besatzungszone. 1949 kam Tochter Barbara zur Welt.
Georg war zeitlebens ein „homme à femmes“, auf vier Ehefrauen (Litzy war die zweite, die bekannte Schauspielerin und Sängerin Giesela May die dritte), die bei den Hochzeiten stets um die Dreißig waren, ungeachtet des fortschreitenden Alters des Bräutigams, konnte er schließlich zurückblicken. Wirklich glücklich war keine der Ehen. Georg konnte in Gesellschaft sehr charmant sein, im Privaten holte ihn die Traurigkeit und Zurückgezogenheit oft ein. Ein „charmanter, unwiderstehlicher Misanthrop“ nennt ihn Tochter Barbara einmal. Zu ihr hatte er aber ein sehr liebevolles Verhältnis. Später kam es mit Barbara zu politischen Differenzen. Diese verließ 1984 die DDR, ging nach Frankreich und wandte sich dem Thora-Judentum zu.
Barbara Honigmann erzählt nicht chronologisch. In der Anfangsszene trifft sie als Teenager ihren Vater nach dessen Trennung von Ehefrau Nummer drei in einem kleinen, schäbigen möblierten Zimmer. Für sie ein irritierendes Szenario und vielleicht das erste Mal Anlass, über ihren Vater nachzudenken.
„Richte, liebes Kind, Dein Leben heute so ein, dass Du nicht später sagen wirst, oh, hätte ich doch damals – wie es sich dein armer Vater immer wieder sagt.“
Sie erzählt anekdotisch, sehr liebevoll, aber mit wachem Blick. In vielem versteht sie Georg nicht. Eine Frage, die sie umtreibt, ist, wie er im ihn als Exilanten aufgenommenen England, Innbegriff der Demokratie, der Freiheit, eine so große Nähe zur Sowjetunion aufbauen konnte, deren dunkle Seiten er komplett ausblenden konnte. Auch seine große Nähe zum DDR-Regime ist für Barbara Honigmann unverständlich.
Es ist kein Buch der Anklage, aber auch keines der Verklärung. Honigmann findet eine wunderbare Lage dazwischen, vielleicht gerade dadurch, dass sie ihrem Vater stets nah stand. Sie nähert sich ihm durch dieses schmale Buch erneut, versucht, seine Beweggründe zu entschlüsseln, erkennt, dass er sich zeitlebens immer ein wenig zwischen den Stühlen fühlte, als Jude in Deutschland, als Deutscher in England, als Bildungsbürger bei den Kommunisten. Das Buch ist ein Zeugnis seines Lebens, aber auch eine Erzählung über deutsche Geschichte. Sehr lesenswert.

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Cover des Buches Chronik meiner Straße (ISBN: 9783423145428)Steffen22s avatar

Rezension zu "Chronik meiner Straße" von Barbara Honigmann

Eine Straße als Abbild der Welt
Steffen22vor 4 Jahren

Barbara Honigmann beschreibt das alltägliche Leben in der Rue Edel in Strasbourg. Das ist manchmal aufregend, manchmal langweilig, genau wie das Leben selbst. Gleichzeitig ist es ein Plädoyer dafür wie Kulturen miteinander und nebeneinander leben können. 


In der Rue Edel leben neben Juden, die ihre Religion mehr oder weniger ernst nehmen, auch Kurden, Araber, Asiaten und "Schwarze in allen Abstufungen von Schwarz". Man kennt einander hier in dem Viertel, in dem die meisten Häuser nur Betonklötze sind und man vor allem eins gemeinsam hat: Die Hoffnung auf eine schönere Zukunft.

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Cover des Buches Die Bibel. Das Projekt (ISBN: 9783844522846)Seelensplitters avatar

Rezension zu "Die Bibel. Das Projekt" von Reinhold Batberger

Schwer zu bewerten - dennoch wertvoll
Seelensplittervor 5 Jahren

Ein Versuch diesem Projekt eine gerechte Rezension zu schreiben, einfach sehr vielfältig und ich kann nicht auf alles eingehen.

Die Bibel?
In 66 Büchern ist die Bibel aufgeschlüsselt doch es gibt nicht nur 66 Geschichten es gibt sehr viele Geschichten in der Bibel, wenn man von den Zusatzbüchern Tobit und wie sie heißen absieht. Mit ihnen ist es noch einiges mehr an Stoff, mit dem man sich beschäftigen kann.
Die Bibel gibt es heute in vielen verschiedenen Sprachübersetzungen, allein im Deutschen Sprachgebrauch gibt es viel mehr Übersetzungen als mir manchmal lieb ist, sei es:
Gute Hoffnung, die Gute Nachricht, Luther (allein hier gibt es gerade mehrere Fassungen), Elberfelder, Schlachter, und so viele andere.
Auch Kinderbibeln gibt es auf dem Markt. Hier werden meist nur die wichtigsten Passagen der Bibel am Rand erwähnt.
Umso überraschter war ich auch über dieses Hörbibel Projekt das ich durch den Newsletter entdecken durfte.

Passt das gehörte mit der Bibelfassung zusammen?
Nein. Nicht weil es nicht irgendwie Biblisch ist was ich hier hören könnte, sondern deswegen, dass die Geschichten die in der Bibel auftauchen, vor allem die Bücher aus der Bibel in Hörspielen dargestellt werden.
Und genau hier tat ich mir irgendwann ziemlich schwer.
Denn die Hörbücher sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Wie Eis und Feuer. Wie Liebe und Hass und doch finde ich Parallelen zur Bibel.
Wie würde ich die Bibel umsetzen, wenn ich die Geschichten wie sie in der Bibel zu finden sind, nicht so wieder geben darf, sondern genau in meinen Worten, genau in meinen Denkmustern.
Und doch muss ich mich breit fächern, denn die Bibel sollte ja nicht verfälscht werden.
Ein Projekt, das alles andere als einfach ist, umzusetzen.
Gut finde ich hierbei das Begleitbuch. Das mir zeigt, wie ich mit der Geschichte umgehen darf, was mir die Sprecher näher bringen möchte. Wie das alles überhaupt Geschichtlich auch zusammenpasst und wie die Bibel wie wir sie heute entdecken dürfen, existiert.
Eine wirklich breite Bandbreite, und das ist auch für mich irgendwann etwas zu viel auf einmal gewesen,

Geschichten:
Es gibt Geschichten, mit denen ich wirklich was anfangen kann, und umdenken darf, es gibt aber auch Geschichten die hier vertont worden sind, die mir leider etwas in den Ohren weh getan hat. Sei es weil ich einem MRT ausgesetzt war, wo Stimmen noch dazwischen waren, und ich hatte wirklich das Gefühl im Tohuwabohu zu stecken.
Auch fand ich es berührend, wie manche harte Geschichte in der Bibel mir näher gebracht wird, so dass sie nicht mehr fern auf mich zugreift, sondern an mein Herz geht.
Eine andere Geschichte glich ein bisschen der Verschwörungstherorie von 9/11.
Andere Geschichten haben mir zu viel Freiraum geboten. Da wäre die Handlung von Maria und Petrus. das fand ich dann etwas zu heftig und fand das auch nicht gerade schön.
Und ich kann euch nur ein bisschen von den Geschichten erzählen, dazu ist das Hörbuch zu kompakt um wirklich auf alles einzugehen.

Detailreich:
Dadurch dass in dieser Fassung so viele Freiheiten und zugleich so viele Einzelheiten stecken, kann und konnte ich das Hörbuch nicht an einem Stück lesen und musste immer wieder pausieren. Dennoch finde ich die Idee und die vielen Möglichkeiten die Bibel umzusetzen interessant und zugleich spannend, denn sich an solch ein Projekt zu trauen, ist nicht wirklich einfach.

Empfehlung?
Ich kann euch das Hörbuch mit bestimmen Bedenken wunderbar empfehlen.
Einmal dadurch dass es euren Horizont der Bibel erweitern kann, andererseits solltet ihr aber wissen, es heißt Bibel und die Bibel wird in gewissen Punkten auch bearbeitet aber doch so frei und so außergewöhnlich das ich nicht direkt von der "Bibel" sprechen kann.

Wer aber sich gerne einfach mal neu mit der Bibel befassen möchte, neu über das alles was in der Bibel steht beschäftigen möchte, und zugleich vielleicht noch nicht einmal die Bibel kennt, sollte sich überlegen, ob dieses Projekt helfen könnte, sich an die Bibel neu oder überhaupt heran zu wagen. Denn vieles was wir heute leben, haben schon Menschen vor uns erlebt. Vielleicht in anderen Facetten oder Mustern, doch Ähnlichkeiten sind vorhanden.

Bambis:
Hier wird es für mich wirklich schwer. Einerseits finde ich das ganze Projekt cool, doch nicht jede Geschichte hat mir gefallen oder gar fand ich die toll. Deswegen ist es schwer. Denn andere Geschichten dagegen haben wirklich ganz gezielte Punkte die toll sind.
Ich würde dem Buch sozusagen wenn ich jetzt meine Bewertung abgebe nicht wirklich gerecht werden.
Deswegen gebe ich dem Buch drei Sterne.
Es sind aber Bambis, die wandelbar sind, die sich verformen könnten zu vier bis hin zu zwei. Je nachdem wie ich das Hörbuch betrachte. 

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