Barbara Hundegger

 4,8 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf

Barbara Hundegger, geboren 1963 in Hall in Tirol; einige Jahre Studium der Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaft in Innsbruck und Wien, lebt als freie Schriftstellerin in Innsbruck. Mitarbeit in zahlreichen feministischen Arbeitsgruppen und Projekten, Planung und Organisation von kultur/politischen/literarischen Veranstaltungen. Berufliche Tätigkeit als Korrektorin, Lektorin und Redakteurin. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Christine-Lavant-Lyrikpreis (2003) und österreichisches Staatsstipendium für Literatur (2005/06).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Barbara Hundegger

Cover des Buches schreibennichtschreiben (ISBN: 9783708232751)

schreibennichtschreiben

(1)
Erschienen am 23.11.2009
Cover des Buches wie ein mensch der umdreht geht (ISBN: 9783709970430)

wie ein mensch der umdreht geht

(1)
Erschienen am 14.07.2015
Cover des Buches [anich.atmosphären.atlas] (ISBN: 9783709934364)

[anich.atmosphären.atlas]

(0)
Erschienen am 29.10.2019
Cover des Buches kein schluss bleibt auf der andern (ISBN: 9783709982983)

kein schluss bleibt auf der andern

(0)
Erschienen am 19.01.2026
Cover des Buches schreibennichtschreiben (ISBN: 9783709982976)

schreibennichtschreiben

(0)
Erschienen am 09.01.2026

Neue Rezensionen zu Barbara Hundegger

Lyristix

Zyklen-Fans aufgepasst! Der neue Band von Barbara Hundegger dürfte euch gefallen. Er enthält vier kürzere und fünf längere Zyklen. Einige davon lassen sich durch Beispiele/Auszüge schwieriger vorstellen als andere, deswegen eine kurze Übersicht:

Der Band beginnt mit dem "apropos:corona"-Zyklus, dann folgt gleich der zweite kürzere Zyklus "hör-weiten" (Bild 4). Im Anschluss der erste längere und in meinen Augen auch beste: "angst-partie" (Bild 5-7). Der vierte, ebenfalls längere Zyklus (Titel wie der Titel des Bandes) erzählt die Geschichte einer Holocaustüberlebenden. Es folgt ein kurzes Intermezzo zu Textquellen bei Bach, dann die längeren "tant'|fragmente", vermutlich familiengeschichtlich inspiriert. Dann ein Zyklus über den Brennerbasistunnel, der mich etwas ratlos zurückgelassen hat. Und schliesslich der längere Zyklus "Lebensregelnebel", eine Sprichwortspielwiese und der kurze Bonus-Zyklus mit poetry for corona kids, der die Klammer schließt.

Wie bereits gesagt, fand ich, dass die zyklische Aufbereitung am besten bei der "angst-partie" funktioniert hat. Hier ist jeder neue Abschnitt wie eine bei einer Ausgrabung freigelegte weitere Schicht.

Auch die beiden erzählerischen Zyklen, über die Holocaustüberlebende und die "tant' | fragmente", überzeugen und fesseln. Auch bei ihnen hat man den Eindruck, dass sie durch ihre Bewegung, ihre Ausdauer, den einen oder anderen ihrer Punkte nachhaltiger herausarbeiten. Wie bei den ersten, kürzeren Zyklen, ist auch in diesen beiden längeren Zyklen dann und wann eine klare Haltung des lyrischen Ichs erkennbar. In dem Bach und dem Tunnel-Text wirken die Haltungen dagegen teilweise etwas diffus (auf mich). Dennoch: selbst sie streben eindeutig nach einer tieferen Auseinandersetzung, ein Zug, der alle Texte (abgesehen vom Bonus-Zyklus) eint. Und es diese tiefe Auseinandersetzung, die dem Band eine bestechende Dringlichkeit, einen starken Sog verleiht. 

Cover des Buches schreibennichtschreiben (ISBN: 9783708232751)
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Rezension zu "schreibennichtschreiben" von Barbara Hundegger

leserin
Rezension zu "schreibennichtschreiben" von Barbara Hundegger

Der erste Teil des Buches "NSN-Facetten" besteht aus kleinen Absätzen mit jeweils einem Thema (1 Wort) alphabetisch ab Z abwärts.

Durch die Kombination ihrer Wörter und Wortstellungen ergeben sich neue Eindrücke. Immer wieder bricht die feministische Ader der Schreiberin sowie die Meinung über die ungerechte Behandlung von Mann und Frau in der Kunst, sprich Literatur durch.
Es kommt sehr deutlich zu Tage, daß die Arbeit "schreiben" nicht immer richtig anerkannt wird und auch das Honorar darunter leidet.
B.H. wägt sehr fein zwischen "schreiben nicht schreiben" sollen, wollen, müssen, können... ab.
Es gibt viele Stellen im Text, die variabel zu lesen sind. Je nach Geschwindigkeit und Betonung ändert sich der Inhalt.

Der zweite, weit umfangreichere Teil besteht aus Satzteilen mit Substantiv und Verbum im Perfekt ohne Modalverben alphabetisch geordnet, von Z bis A.
Einzelne Wortgruppen werden dann näher im Präsens beschrieben.
Sie formt ihre Gedanken aus den verschiedensten Themenbereichen.

Satzzeichen sowie die Großschreibung fehlen überhaupt.
Kombinationen von Substantiv und Verb ergeben oft positive Aspekte, andere genau das Gegenteil.
Sie macht aus Kombinationen von zwei Verben einen durchgehenden sinnvollen Satz mit viel Aussagekraft.

Jedenfalls denke ich, daß es ein mehr oder weniger schwieriger Weg ist, durch Alltag, Erfahrung, Lebensweisheiten und Gedanken zum Entschluß "schreibenodernichtschreiben" zu kommen.

Das Fazit für mich ist: Dies ist ein Buch, das im wahrsten Sinne des Wortes nachdenklich macht.
Ich werde das Buch sicher noch öfter in die Hand nehmen und einzelne "Ausschnitte" mir immer wieder Zu Gemüte führen.

Rezension zu "Und in den schwestern schlafen vergessene dinge" von Barbara Hundegger

Bis dieses Buch, von einer die mir am und im Herzen und außerdem wohl gesonnen ist, im Postkasten gelandet, hatte ich von der Hundeggerschen Barbara nie was gehört - obwohl in meinen Kreisen Sie wohl weniger unbekannt als mir.
Das macht aber nichts, denn irgendwann ist immer das erste und dann auch nicht immer zu späte Mal und so war es eben erst jetzt an der Zeit, dieser Verrückten zu begegnen und von vier Worten mal eins zu verstehen und das dann doch so sehr, dass die drei anderen gut und gern für später liegengelessen bleiben dürfen.

Also ein Gedichtband, ein komisch unzugänglicher unliebsamer ferngestrickter breitgestreuter Wortwust auf den ersten, das gleiche auf den Zweiten und Himmel was auf den dritten ungewagten Blick -

"schon jetzt in mir das meer das ich dir einst nachschweigen werde" frei adaptiert, aber das wenigstens von Herzen.

Mir kam's nah, wag nicht anzumaßen andernthalben Lesern in Spe dies weiszusagen, fände es dennoch wünschenswert. Denn verlieren kann man sich und schwelgen und auch im Unverständnis des GenauGemeinten das EigentlichGewollte nachvollziehen.
Auf jeden Fall ein optimales Geschenk für eine deprimierte Freundin mit Hang zum Pragmatismus,

glaub ich

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