Barbara Imgrund FreakOut: Eine Wahnsinnsgeschichte

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Inhaltsangabe zu „FreakOut: Eine Wahnsinnsgeschichte“ von Barbara Imgrund

Eine Journalistin quartiert sich in Sankt Georg ein. Ihr Auftrag: eine Reportage über das Institut zu schreiben, das hoffnungslose psychiatrische Grenzfälle betreut. Vera wird einer Gruppe von Patienten zugewiesen, deren Alltag sie zwei Wochen lang teilen soll – und nach anfänglicher Skepsis und zunächst eher widerwillig freundet sie sich schließlich mit der magersüchtigen Ylvi und den anderen „Freaks“ an. Doch je wohler sich Vera in Sankt Georg fühlt, desto verstörender werden die Begegnungen mit dem rätselhaften roten Drachen: Er erscheint ihr immer und immer wieder – so lange, bis sie zu ahnen beginnt, dass es noch einen Grund geben muss, warum sie hier ist. „Die Autorin verzichtet bewusst auf Splatter- und Schockelemente, auf den hochintelligenten Massenmörder oder den sadistischen Psychopathen, die man sonst in Psychoromanen so häufig findet. Die Stärke von FreakOut ist der Blick auf die Menschen und in ihre Seelen. Das Begreifen des Warums und das Verstehen des Schicksals, welches dahinterliegt. […] Ein Roman, der einen auch lange nach dem Lesen nicht loslässt. Der es versteht, dunkle Kammern im Inneren des Lesers zu öffnen, von denen man glaubt – und hofft –, dass sie gar nicht da sind. Tragisch, authentisch, berührend, aufwühlend. Und am Ende mit der Erkenntnis, wie schmal der Grat ist, auf dem wir täglich wandeln.“ Tanya Carpenter auf dem Literaturportal LITERRA

Gute Charaktere, tolle Handlung :)

— MrsDarcys
MrsDarcys

Um anzukommen an Eurem Ziel, lest diese Geschichte. Sie bringt Euch dem Ganzen ein ganzes Stück näher.

— JilAimee
JilAimee

Gut beobachtet, tolle Story, super Thema, klasse geschrieben!

— airaba
airaba

Das tollste Buch, das ich seit Langem gelesen habe! Leider aber so schnell durch gelesen, man läst es einfach nicht mehr aus der Hand...

— danapandici
danapandici

Ich liebe Geschichten, die sowohl fesseln können, als auch klüger machen. Beide Erwartungen wurden hier in besonderer Weise erfüllt!

— Margrit2
Margrit2

WOW! Ohne große Erwartungen an das Buch gegangen und dann total umgehauen worden! Einfach nur der Wahnsinn!

— Haberfrau
Haberfrau

Spannend bis zur letzten Seite! Konnte es nicht aus der Hand legen!

— DerZausel
DerZausel

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    FreakOut: Eine Wahnsinnsgeschichte
    MrsDarcys

    MrsDarcys

    08. August 2015 um 13:51

    Vera verbringt zwei Wochen in Sankt Georg, einer Psychiatrie. Als Journalistin, soll sie einen Bericht über das Leben in der Nervenheilanstalt schreiben. Widerwillig, das genau sie, diesen Job übernehmen muss, beginnt sie zu recherchieren. Nach ersten Interviews will sie nur noch eins: sofort wieder raus. Doch auch ihren Arbeitsplatz will sie nicht verlieren, also bleibt sie und fügt sich in das Leben der Psychiatrie ein. Mehr und mehr wird Vera klar, dass nicht alles so ist wie es scheint. Sie lernt nicht nur die Bewohner immer besser kennen, sondern lässt sich auch ihre Geschichten erzählen. Besonders Ylvi wird zu einer guten Freundin. Doch irgendetwas stimmt nicht. Irgendetwas scheint nicht zusammen zu passen. Und was soll der rote Drache der sein Unwesen im Haus treibt? Kann Vera ihre Freunde retten? Kann sie sich selbst retten? Der Roman von Barbara Imgrund ist nichts für schwache Nerven. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen, ich fand mich sofort in der Handlung wieder. Sie lies mich nicht mehr los und ich musste immer weiter lesen. Die Geschichte ist wirklich gut geschildert und durchdacht. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass alles genau so stattgefunden haben könnte. Die Spannung baut sich zuerst langsam auf, findet dann kurz vor Ende ihren Höhepunkt und kommt gut zum Ausklang. Den Epilog fand ich sehr passend und war wirklich froh, noch mal ein „abschließendes“ Kapitel zu haben, in dem ich auf den Boden der Tatsachen zurückfinden konnte. Die Spannung hielt sich zwar das komplette Buch hindurch, dennoch war es mir an einigen Stellen etwas zu langatmig. Die Hintergrundgeschichten der einzelnen Personen waren toll geschildert und detailreich beschrieben. Jeder hat seine eigene Geschichte die er Vera auch erzählt. Es wird nicht nur aus Veras Sicht sondern aus verschiedenen Sichten in der dritten Person erzählt, das gefiel mir sehr gut, weil ich so einen besseren Einblick in das Leben und die Gefühlswelt mehrer Charaktere bekam. Es war wirklich spannend in den ein oder anderen Kopf direkt blicken zu können, vor allem Lilith hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin schafft es die Krankheiten der Patienten sehr gut und auch für einen Laien verständlich zu erklären, das war wirklich einmalig und sehr besonders. Aber auch Vera ist ein sehr angenehmer Charakter und der Leser erfährt nach und nach immer mehr über ihre eigene Geschichte, die auch eine große Rolle spielt. Ich tappte lange im Dunkeln wie alles zusammenhängt und war wirklich überrascht, als die Autorin den Konflikt auflöste. Jedoch muss ich auch sagen, dass es für mich insgesamt kein Psychothriller oder Thriller war. Das heißt nicht, dass das Buch schlecht war, für mich passt es nur einfach nicht in das Genre. Es war eher eine Erzählung als ein Thriller. Ich hab mit mehr Action, Blut oder auch einfach Druck auf die Personen gerechnet… Fazit: Ein mitreisender Roman, der die Psyche des Menschen sehr gut beleuchtet. Die Charaktere sind toll beschrieben und runden die gut durchdachte Geschichte ab. An einigen stellen fehlte mir jedoch etwas die Dynamik. Alles in allem ein guter Roman, der nicht nur durch den tollen Schreibstil der Autorin glänzen kann.

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  • „Und noch bevor sie den nächsten Atemzug getan hatte, begann sie schon, sich selbst zu vermissen“

    FreakOut: Eine Wahnsinnsgeschichte
    JilAimee

    JilAimee

    22. November 2014 um 12:21

    Zunächst einmal lieben Dank an red.sign media und Barbara für das zur Verfügung stellen dieser Wahnsinnsgeschichte und das mich darauf Aufmerksammachen, auch mal in fremde Gewässer zu schwimmen. Über den Inhalt werde ich an dieser Stelle nicht viel verlieren, da die Kurzbeschreibung es schon sehr genau trifft und es sich bei dieser Geschichte einfach lohnt, selbst auf die große Reise zu gehen… Es wird ein Feuerwerk an Erkenntnis über das Eigene Ich, nicht nur das von Vera, Ylvi, Brix und allen anderen Freaks… So viel sei vorab gesagt. Barbara hat es geschafft, mir ein mir eher fremdes Genre auf eine so charmante und absolut einnehmende Weise näher zu bringen, dass ich noch sehr lange über die Geschichte nachdenken werde. Sie bewegt. Sie verändert. Sie schafft Klarheit. Über das eigene Sein. Über vergessene Ängste. Über Wünsche. Und nicht zuletzt über die Zukunft. ‚FreakOut‘ ist eine Wahnsinnsgeschichte um die Angst sich selbst zu verlieren. Eine Geschichte, der sich alles abgewinnen lässt, dass das Leben ausmacht: Das eigene Selbst. Sie verdeutlicht aber auch auf klare und brutale, dennoch nicht minder berührende Weise, was der größte nur vorstellbare Verlust ist, den ein Mensch erleiden kann: Sich selbst zu verlieren. Dabei vergisst sie es nicht, einem die Hoffnung auf das Wiederfinden einer längst vergessenen Welt zu schenken: Deiner Welt in dieser so viel größeren, rasanteren Realität, die wir alle teilen. Denn ist es nicht so: Ein jeder hat seine Welt, seine eigene Geschichte – und manchmal ähneln sich diese – manchmal auch nicht. Aber so verschieden sie auch nach außen hin sein mögen, ihnen allen ist im Kern eines gleich, denn sie handeln vom (Kampf mit dem) eigenen Ich. Und dem Vergessen darüber. „Denn in der Abgeschiedenheit gedeihen die schwarzen Gedanken, die Würmern gleich ein Loch in die Seele nagen und tausend wirre Irrgänge bohren. […]sodass es schwerer wird, sich selbst zu spüren.“ So geht es auch der Protagonisten dieser Geschichte. Ohne es zu wissen, hat sie sich selbst vergessen. Und der Weg zu dieser Erkenntnis und dem Prozess des Wiederfindens ist ein sehr langer, steiniger Weg. Aber wie soll dieser ihr so vorkommen, wenn sie sich doch nicht daran erinnert, warum sie wirklich in St. Georg gelandet ist. Gelandet, wie eine Reisende, die versucht endlich anzukommen und doch nicht genau weiß, wo eigentlich. Wie fühlt es sich an, eine Reise anzutreten, deren Ziel, Weg, und eigentlicher Grund vor einem verborgen liegen. Und egal, wie sehr man auch versucht ihn zu ergründen, mehr als an der Oberfläche zu schaben schafft man nicht, wenn einem die eigene zweite Realität im Weg steht. Eine Realität, die man sich zum Schutz errichtet hat, da die wirkliche Welt zu grausam ist, sie zu ertragen. Für den Moment. Eine Realität, deren Unendlichkeit tröstender erscheint, aber im Großen Ganzem betrachtet mit einem hohen Preis einhergeht. Dem Verlust der Gefühle und dessen, was eigentlich wahr ist. Aber was ist schon wahr? Hängt das nicht immer vom Blickwinkel und der subjektivem Sichtweise des Betrachters ab? Oder hat man sich einfach irgendwo unterwegs selbst verloren und findet sich nicht wieder und wie geht das überhaupt? Das sind Fragen mit denen die Protagonistin unterschwellig in dieser Geschichte konfrontiert wird. Unterschwellig deshalb, da ihr Ich vor der Wahrheit dicht macht und der übergezogene Mantel des Journalistendaseins so viel mehr Schutz bietet, als die Erkenntnis, selbst gefallen zu sein. Gefallen, wie die anderen Patienten, jeder auf seine eigene Weise. Und doch kann man nach dem Hinfallen auch wieder aufstehen, so wie sie es bei einigen der Mitpatienten im Laufe der Geschichte auch erfahren wird. Manchmal hilft etwas Simples und doch Allumfassendes wie das Malen, manchmal auch die Tatsache, seiner Familie neu zu begegnen. Manchmal muss man aber erst richtig tief fallen, um zu merken, dass man jetzt genug an Boden verloren hat und wieder aufstehen sollte – sonst holt einen der eigene Drachen ein und führt es einem erschaudernd vor Augen. Genau zum richtigen Zeitpunkt. „Der Lärm der Zeit war so laut, […]“ Ob sie es schaffen wird, zu verstehen, was ihr eigentlicher „Besuch“ in St. Georg bedeutet und ob es für sie ein „Auf Wiedersehen und Willkommen zurück in der Außenwelt“ geben wird, ist eine Reise, die den Leser tief ins eigene Ich führt und verborgene Winkel offenlegt, von deren Existenz man lange nicht mehr in Kenntnis war. Es ist eine Reise, die es sich anzutreten und sich selbst zu erfahren lohnt. Lest selbst. Ich garantiere Euch Klarheit, knallharte Erkenntnis und ein Zurechtrücken entzweiter Teile eures Selbst. Eines ist aber sicher: Man kann sich im Leben in vielerlei Hinsicht selbst verlieren und das hat nicht unbedingt immer etwas mit ‚Vergessen‘ zu tun. Jeder von uns kennt das – in der einen Form oder der anderen. Und manchmal kann das Vergessen auch ein Geschenk sein. Ein klarer, von Altlasten befreiter Neustart – wenn dies der einzig richtige Weg zu sein scheint und nicht nur der am naheliegenste. Eines ist uns allen eigen: Wenn man nicht mehr zurückblicken kann, dann kann man aber immerhin eines ganz sicher, nachvorneschauen! Denn weiter geht es immer, irgendwie. „[…], ein ganzes Leben lang – sie würde doch niemals ans Ende des Weiß gelangen.“   Barbara schreibt auf eine ganz individuelle Weise, die einen von Konventionen befreit und immer genau den Charakter des jeweils Sprechenden wiedergibt. Sie lässt die klischeebedienten Nervenkitzel-Elemente und typischen Geisteskrankenbilder, die man eigentlich bei Psychoromanen erwarten würde, weg und schafft einfach eine Geschichte mit mehreren Realitäten und Wahrheiten, die nebeneinander bestehen. Allein diese Wahrheiten, die manchmal hinter Nebeldickichten verborgen liegen, die es aber zu entdecken gilt, um die Menschen zu verstehen, schaffen enorme Spannung. Man fühlt sich wie ein stiller Beobachter, der ganz genau, wie die Protagonistin, versucht, die Geschichte, St. Georg und ihre Bewohner zu ergründen und zu einem großen Ganzem zusammenzufügen. Dabei entdeckt man sich selbst. Das ist das überraschende Etwas am Ende. „Und so stolperte ich durch mein Leben, […], entfernte mich weiter und weiter von dem Ziel, das mir vielleicht irgendwo bestimmt war.“ Um anzukommen an Eurem Ziel, lest diese Geschichte. Sie bringt Euch dem Ganzen ein ganzes Stück näher.

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