Als das Meer uns gehörte: Roman

von Barbara J. Zitwer 
2,8 Sterne bei39 Bewertungen
Als das Meer uns gehörte: Roman
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (6):
nana_fkbs avatar

Ein wunderbares Buch über Verluste, Familie und das Meer

Kritisch (15):
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Mich konnte das Buch leider nicht wirklich überzeugen. Zu langatmig und wenig authentisch, so dass ich nur bis zum 8. Kapitel gelesen habe..

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Inhaltsangabe zu "Als das Meer uns gehörte: Roman"

"Dieses Buch riecht nach Meer. Nach der Lektüre will man die Welt einfach nur umarmen." Hape Kerkeling Nach dem Tod ihres Mannes sucht Tess Harding mit Robbie, ihrem gehörlosen Sohn, Zuflucht in Montauk, einem Dorf auf Long Island. Trotz all ihrer Bemühungen schafft sie es nicht, ihrem Kind zu helfen, den Verlust zu verkraften. Robbie gibt ihr die Schuld am Tod seines Vaters, so dass Tess fürchtet, auch ihn noch zu verlieren. Dann begegnen sie einem Meeresbiologen: Kip ist auf der Suche nach einem Wal mit einem einzigartigen Gesang. Robbie ist fasziniert von dem Tier und findet einen Weg, es im Meer aufzuspüren. Die Begegnungen mit dem Wal helfen ihm, seine Isolation zu überwinden – und Tess hat zum ersten Mal die Hoffnung auf einen Neuanfang. Ein gehörloser Junge, eine Frau, die ihren Mann verloren hat, ein Meeresforscher – und ein Blauwal, der sie auf eine Reise über den Ozean führt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783841212757
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:389 Seiten
Verlag:Aufbau Digital
Erscheinungsdatum:17.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    nana_fkbs avatar
    nana_fkbvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein wunderbares Buch über Verluste, Familie und das Meer
    Ein Buch über Verluste und das Meer

    Klappentext:

    Nach dem Tod ihres Mannes sucht Tess Harding mit Robbie, ihrem gehörlosen Sohn, Zuflucht in Montauk, einem Dorf auf Long Island. Trotz all ihrer Bemühungen schafft sie es nicht, ihrem Kind zu helfen, den Verlust zu verkraften. Robbie gibt ihr die Schuld am Tod seines Vaters, so dass Tess fürchtet, auch ihn noch zu verlieren. Dann begegnen sie einem Meeresbiologen: Kip ist auf der Suche nach einem Wal mit einem einzigartigen Gesang. Robbie ist fasziniert von dem Tier und findet einen Weg, es im Meer aufzuspüren. Die Begegnungen mit dem Wal helfen ihm, seine Isolation zu überwinden – und Tess hat zum ersten Mal die Hoffnung auf einen Neuanfang.

    Ein gehörloser Junge, eine Frau, die ihren Mann verloren hat, ein Meeresforscher – und ein Blauwal, der sie auf eine Reise über den Ozean führt. [Quelle: Aufbau Verlag]

    Meine Meinung:

    Dieses Buch ist wirklich ein ganz Besonderes. Es beginnt mit einer Tragödie: Adam wird erschossen. Einfach so. Ohne Grund. Er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Und das Leben von Tess und ihrem Sohn Robbie dreht sich um 180 Grad. Robbie isoliert sich, gibt seiner Mutter und ihrer Arbeit die Schuld am Tod seines Vaters und will nur noch nach Hause. Doch Mantouk, der Ort, in dem Tess aufgewachsen ist und den sie gemeinsam mit Robbie nach dem Tod aufsucht, lässt beide mit der Zeit wieder durchatmen. Tess versucht alles, damit es ihrem Sohn besser geht, damit er irgendwie mit diesem Verlust leben kann. Sie stellt dabei ihre eigenen Gefühle und ihren Verlust hintenan. Doch schon nach kurzer Zeit findet sie etwas heraus, wodurch sie die gesamte Beziehung in Frage stellt.

    Man spürt auf jeder einzelnen Seite, wie sehr Robbie leidet. Er versteht nicht, warum sein Vater sterben musste. Nicht zuletzt gibt er sogar sich selbst die Schuld daran. Wie will man einem Jungen klar machen, dass es böse Menschen gibt und dass weder er noch seine Mutter etwas für den Tod des Vaters kann? Tess steht vor einer großen Herausforderung und erhofft sich durch den Umzug nach Mantouk einen Tapetenwechsel, der vor allem Robbie gut tun soll. Aber anfangs ist es unglaublich schwer. Für beide. Tess muss nicht nur mit dem Verlust ihres Mannes auskommen, sondern auch mit einem Verrat, den sie erst nach dem Tod herausgefunden hat.

    Als Robbie in einer Nacht und Nebelaktion abhauen und zurück nach New York fahren will, findet ihn der Meeresbiologe Kip. Robbie sieht in ihm die fehlende Vaterfigur und genießt die Zeit mit ihm so sehr, dass sein Plan, nach New York zu fliehen, erstmal hintenan gestellt wird. Kip kümmert sich sehr gut um ihn und behandelt ihn nicht wie ein rohes Ei. In dieser Situation wahrscheinlich das einzig Richtige. Denn die Kluft zwischen Robbie und seiner Mutter wird immer tiefer, da er ihr immer und immer wieder Vorwürfe macht und sie (bewusst oder unbewusst) durch sein Verhalten sehr verletzt. Doch bei Kip ist das anders. Wenn sie zu dritt auf dem Wasser sind, spürt Tess seinen Hass nicht mehr so stark wie auf Land. Und so genießt auch sie die gemeinsame Zeit auf See und freut sich mit den Beiden über die Fortschritte mit dem Wal Benny.

    Kip war anders als alle Erwachsenen, die Robbie kannte. Jemand wie er, der ihm zuhörte und das, was er sagte, ernst nahm, war ihm noch nie begegnet.

    Dieses Buch handelt vor allem von der großen Liebe einer Mutter und was sie alles auf sich nimmt, um ihren Sohn wieder glücklich zu machen. Und vor allem auch davon, was sie einstecken muss. Denn ihr Sohn ist nicht ohne. Was in dieser Situation aber auch vollkommen nachvollziehbar ist. Der Umzug nach Mantouk und vor allem auch die Gesellschaft der Menschen aus diesem kleinen Ort sollen beiden helfen, wieder auf den Boden zu kommen und von vorn zu beginnen. Auch wenn das nicht einfach ist.

    Als sie sich an diesem Abend in ihrem neuen Haus schlafen legte, die zerlesene Ausgabe von „Stolz und Vorurteil“, die sie mit fünfzehn zum ersten Mal gelesen hatte, neben sich auf dem Nachttisch, überkam sie mit einem Mal eine Welle der Geborgenheit.

    Vor allem die Beschreibungen des Meers und des Lebens an der Küste war für mich ganz besonders. Zitwer hat es geschafft, dass ich mich dort direkt wohlfühle und die Charaktere ins Herz schließe. Ich konnte förmlich die salzige Luft schmecken. By the way eine tolle Vorbereitung, da ich heute noch nach Sylt fahre 

    Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich bin froh, es gelesen zu haben. Und nein, die Vermutung, dass Tess, Kip und Robbie eine glücklich Familie werden, wurde nicht erfüllt 

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    Simi159s avatar
    Simi159vor einem Jahr
    Ganz nett, leider nicht mehr

    Adam Harding, der Mann der New Yorker Designerin, Tess Harding, wird ermordet. Das ist ein harter Schlag für sie und ihren neunjährigen, gehörlosen Sohn. Robbie gibt seiner Mutter die Schuld am Tod des Vaters, denn dieser war seine Bezugsperson und hat als Hausmann viel Zeit mit ihm verbracht.

    Als Tess erfährt, daß ihr Mann sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat, packt sie das Nötigste für sich und Robbie ein flieht nach Montag zu ihrem Onkel.

    Für sie ist das der einzige Ausweg. Tess will ihrem Sohn wieder näher kommen. Vielleicht kann ja der Meeresforscher Kip Young wieder Zugang zu Robbie bekommen…


    Fazit:

    Dieser Debütroman läßt sich gut und schnell lesen, hat die Autorin Barbara J. Zitwer doch eine angenehme Sprache und beschreibt in tollen Worten diese karge Landschaft. Durch unterschiedliche Erzählperspektiven bekommt der Leser Einblick in jeden Charakter sowie in dessen Gefühls-und Gedankenwelt.

    Die Wale und alles was damit zusammenhängt ist gut recherchiert und gut in die Handlung eingebaut.

    Doch das Thema Trauer,  der Verlust eine geliebten Menschen ist nicht richtig ausgearbeitet, vielleicht auch, weil die Charaktere zu stereotyp bleiben. Da ist die Karrierefrau, die ihren Mann verliert. Der geliebte Mann hatte eine Affäre mit der besten Freundin und war nicht nur der Gute/Liebe, der immer alles richtig gemacht hat. Und der behinderte Sohn, der verschlossen ist und zu seiner Mutter nicht so recht einen Zugang findet. 

    Nicht neu, und leider bleiben trotz der verschiedenen Perspektiven, die Figuren blass und haben wenig Tiefe.

    Alles in allem ein schöner Plot, der viel versprechend beginnt doch leider nach dem ersten Drittel langatmig und etwas zäh wird.

    Da wäre mehr drin gewesen…..


    Von mit gibt es 3 STERNE.



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    RoccosMoms avatar
    RoccosMomvor einem Jahr
    Eine dramatische Familiengeschichte



    Tess ist als erfolgreiche Schuhdesignerin die Großverdienerin der Familie. Ihr Mann, ein gescheiterter Musiker, kümmert sich derweil um den gemeinsamen Sohn Robbie. Doch als der Ehemann und Vater plötzlich stirbt muss Tess sich auf einmal selbst um Robbie kümmern. Um aus der schrecklichen Situation zu fliehen sucht Tess Zuflucht bei ihrem Onkel in Montauk. Das kleine Dorf ist völlig anders als das Leben in New York und Robbie möchte dort nur noch weg. Bis er dem Meeresbiologen Kip begegnet und es als seine Aufgabe sieht Kip bei der Suche nach einem besonderen Wal zu helfen. Auf dem Meer kann Robbie endlich seiner Traurigkeit entkommen und mit Kip über seine Gefühle reden.


    Die Geschichte um Tess und Robbie ist wirklich dramatisch. Kaum einer kann sich vorstellen wie es sein mag seinen Partner zu verlieren und dann noch dessen Geheimnisse aufzudecken. Wenn man eigentlich nur noch in ein tiefes, schwarzes Loch fallen möchte aber noch für ein Kind verantwortlich ist, das einem selbst die Schuld am Tod des Vater gibt, dann ist das definitiv nicht einfach. Leider rückt diese traurige Geschicht bei den ganzen Nebencharakteren dennoch in den Hintergrund. Ich hätte mir viel mehr Berührungspunkte zwischen Mutter und Sohn gewünscht. Zusammen mit dem wundervollen Ort Montauk und dem Wal hätte das für ein tolles Buch ausgereicht und würde nicht so überladen wirken.


    Robbie ist in diesem Buch der stärkste Charakter für mich. Klar, er ist wütend und auch oft unfair zu seiner Mutter - aber er ist authentisch! Das kann man von den restlichen Figuren irgendwie nicht sagen. Tess bleibt mir den ganzen Roman über unsympathisch und blass. Somit kann ich die Handlungen ihres verstorbenen Mannes sogar nachvollziehen! Der Onkel in Montauk und Kip der Meeresbiologe sind noch Figuren die für die Handlung passend und wichtig erscheinen. Aber gerade Ikes Freundin Rita ist sehr nervig und bringt viel Unruhe ins Buch.


    Von dieser dramatisch-traurigen Geschichte habe ich mehr erwartet. Die Landschafts- und Meeresbeschreibungen waren toll, vom Blauwal hätte ich gerne noch mehr gelesen. Leider machten es mir die Protagonisten und Nebenfiguren schwer, wirklich Zugang zum Buch zu finden. Oftmals zogen sich Stellen so sehr, das ich das Buch nur in kleinen Abschnitten lesen konnte.


    Das Cover schimmert leicht und passt wunderbar zum Buch. Der große Wal und Robbie, die ebenfalls abgebildet sind, runden das ganze thematisch ab. Inhaltlich ist der Buchumschlag also perfekt zum Inhalt des Buches abgestimmt und würde mich auch im Buchladen sofort ansprechen.


    Mir fiel es echt schwer zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben, da ich hin- und hergerissen bin zu meiner Meinung. Einige Stellen sind so toll und dann fällt die Handlung leider wieder ganz flach ab oder wirkt ermüdend. Es gibt bestimmt Leser, denen "Als uns das Meer gehörte" 100% zusagt. Mir fehlte halt "das gewisse etwas" um mehr als 3 Sterne zu vergeben.


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    Isabell47vor einem Jahr
    Das Leben verändert sich dramatisch

    Tess ist eine Karrierefrau und hat wenig Zeit für ihren gehörlosen Sohn Robbie und ihren Mann. Als dieser erschossen wird, flüchtet sie nach Montauk zu ihrem Onkel.
    Ich konnte mit Tess nicht so recht warmwerden und mir war sie zu egoistisch. Die Fahrt nach Montauk und ihren Sohn aus der gewohnten Umgebung herausreißen, ohne es mit abzusprechen bzw. zu erklären, fand ich hart. Tess empfand ich kindischer als ihren Sohn, der voller Trauer war und Schuldgefühlen.  Erwartet hätte ich, dass Tess sich professionelle Hilfe sucht und dies auch für ihren Sohn tut.
    Wunderschön sind dagegen die Szenen auf dem Meer, denn Robbie lernt Kip, einen sehr sympathischen Wissenschaftler kennen und man taucht mit beiden ab in die Welt der Wale.
    Vieles andere im Buch blieb mir zu oberflächlich, so dass ich zwiegespalten zurückgeblieben bin.

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    Booky-72s avatar
    Booky-72vor einem Jahr
    Ein neues Leben beginnen ist schwer

    Nach dem Tod ihres Mannes ist Tess geschockt und dass er sie betrogen hat, noch dazu mit ihrer besten Freundin, das ist die zweite Nachricht, die sie verdauen muss.

    Zusammen mit ihrem Sohn Robbie reist sie zu ihrem Onkel Ike ans Meer, um die Großstadt und alles was sie erlebt haben, zu vergessen.

    Besonders gut sind die Gefühle des Kindes rübergebracht. Er ist vom Tod seines Vaters und dem Umzug zutiefst erschüttert und will sich auch gar nicht in der neuen Umgebung einfügen. Nach und nach findet er doch Freunde. Zu Beginn ist seine Mutter mit seinem Verhalten sehr überfordert, aber auch das ist in gewisser Weise verständlich, denn sie hat ihren Mann und ihre ganze Normalität verloren. Allerdings kann ich als Leser ihr nicht alle emotionale Fehltritte in Bezug auf den Umgang mit ihrem Sohn verzeihen.

    Schon bald stellt sie fest, ein neues Leben am Meer zu beginnen, das ist nur mit vielen Freunden, Vertrauen und Zusammenhalt möglich.

     

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    LiberteToujoursvor einem Jahr
    Viel Drama, wenig Inhalt.

    Tess und ihr Sohn Robbie versuchen nach dem Tod des Vaters neu anzufangen - weit weg vom Trubel der Großstadt, in einem kleinen Ort an der Küste. Die Sache gestaltet sich allerdings als schwieriger als gedacht - Robbie gibt seiner Mutter die Schuld am Tod des Vaters und fühlt sich in seiner neuen Heimat nicht wohl. Erst die Faszination für einen Wal reißt den tauben Jungen ein wenig aus seinem Kummer..


    Ich hab mich schon am Anfang nicht ganz leicht getan mit dem Buch - mir kam der Tod des Ehemanns zu schnell und zu abrupt. Und ganz ehrlich, die Geschichte um seine Untreue (nein, das ist kein Spoiler. Erstens erfährt man's direkt nach den ersten paar Seiten und zweitens ist es für jeden aufmerksamen Leser schon in der ALLERERSTEN Szene so verdammt offensichtlich, dass es weh tut) hätte ich nach seinem Tod auch nicht gebraucht. Noch ein bisschen mehr Drama, nachdem das ganze Leben grade in Scherben bricht? Lassen wir den Mann doch vorher nochmal eben fremdgehen, alle Klischees erfüllt. 
    Aber zumindest war ich zu Beginn noch begeistert davon, wie authentisch Robbies Gefühle dargestellt wurden. Von der Trauer über Wut über Verzweiflung über das geradezu krampfhafte suchen eines Schuldigen - all das war stimmig, für den Leser nachvollziehbar und wunderbar authentisch. 


    Scheinbar kann sich die Autorin aber besser in Kinder reinversetzen als in Erwachsene - denn die waren fast durch die Bank eine völlig charakterliche Katastrophe. Es ist fast schon faszinierend, wenn man als Leser beobachtet dass der traumatisierte Junge (der zwar verdammt anstrengend ist, aber man verzeiht's ihm weil jung und traurig) immer noch erwachsener ist als die eigene Frau Mama. Die kann nämlich so gar nicht nachvollziehen, warum ihr Sohn so sauer auf sie ist und schiebt sich von Anfang an ganz geschickt in die Opferrolle. Während sie es also nicht mal für nötig erachtet dem kleinen in Ruhe zu erklären, dass sie erstmal fernab von seinem Umfeld leben werden - eigentlich war nur ein Urlaub abgesprochen, erfahren hat der kleine Kerl das indem sie mit ihm Schulsachen für die neue Schule kaufen wollte, verneigen wir uns vor diesem Feingefühlt - jammert sie an allen sich bietenden (und sich auch nicht bietenden) Gelegenheiten darüber, wie unfair es doch ist, dass ihr Sohn sich so von ihr abwendet. Vielleicht sollte ihr mal jemand die Supernanny und einen Packen Erziehungsratgeber schicken? 


    Richtig schlimm wurde es dann aber am Ende - ich weiß nicht was die Autorin da geritten hat, Schlafmangel, die näher rückende Deadline, weiß der Teufel, aber es hat der Sache nicht gut getan. Jeglicher Realismus geht mit einem WUMM komplett flöten und alles wird nur noch absurd. Ein Wal der das Boot mehrmals mit Absicht rammt ist da noch das glaubhafteste. Dazu wäre noch anzumerken, dass Wale das tendenziell eher nicht tun. Garnicht.


    Am Anfang war das Buch keine Erleuchtung, kein Highlight, aber angenehm zu lesen. Zum Ende hin wurde es fast eine Satire für sich selbst und war eigentlich nicht mehr wirklich ernst zu nehmen. Mittelmäßig angefangen, stark nachgelassen. 

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    JoJansens avatar
    JoJansenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannender Anfang, dann geht es langsam abwärts. Klischees und Wiederholungen, unglaubwürdige Situationen. Schöne Naturbeschreibungen
    Nett, aber nicht ganz überzeugend

    Tess, erfolgreiche Schuhdesignerin, lebt mit ihrem (Haus-)Mann und dem gemeinsamen 8-jährigen  gehörlosen Sohn Robbie in Manhattan. In der Vorweihnachtszeit wird der Mann von einem jugendlichen Gangster überfallen und ermordet. Für Tess und Robbie bricht eine Welt zusammen. Da Robbie Tess die Schuld am Tod seines Vaters gibt, zieht er sich immer mehr vor ihr zurück. Als Tess dann auch noch eine weitere schlimme Wahrheit verkraften muss, flüchtet sie am Weihnachtstag aus Manhattan. Dass an diesem Tag, an dem auch in den USA Weihnachten gefeiert wird, in Manhattan Presslufthämmer dröhnen und große Baugerüste aufgestellt werden, glaube ich einfach nicht. Hier sollte wohl eher der krasse Gegensatz dargestellt werden zwischen der Millionenstadt und dem verschlafenen Fischernest, in das Tess mit Robbie fährt. Montauk, der Ort ihrer Kindheit, direkt am Meer, wo Tess' alter Onkel Ike ein heruntergekommenes Motel besitzt. Bis hierher steigert sich die Geschichte, es kommen immer neue Tatsachen hinzu, die Spannung steigt, wie es mit Mutter und Sohn wohl weitergehen, ob Tess wieder einen Zugang zu Robbie finden wird. So einen Onkel Ike sollte jeder von uns haben, wohin man in Zeiten tiefster Verzweiflung flüchten kann.

    Sehr gut gefallen haben mir auch die Naturbeschreibungen. Das Meer im Winter, später dann im Frühling und Sommer, die wechselnden Jahreszeiten und Wetterlagen, all das sah ich vor meinem geistigen Auge und glaubte es fast riechen zu können. Dieses Meer hat etwas Tröstliches, doch es scheint Tess und Robbie nicht direkt zu erreichen. Robbie findet erst ein wenig neuen Halt, als er den Meeresbiologen Kip kennenlernt und mit ihm Wale beobachtet. So faszinierend, wie diese Giganten der Meere sind, hier hat die Autorin es ein wenig zu gut gemeint. Kein Wal schwimmt so dicht neben einem Segelboot her, dass ein Achtjähriger ihn mit der Hand streicheln kann. Trotzdem fand ich die Walbegegnungen, genau wie die Meeresbeschreibungen, interessant.

    Tess hingegen nervte zunehmend. Sie erwartet von ihrem Sohn, dass er all ihre plötzlichen Entscheidungen akzeptiert und mitträgt. Statt ihn in ihre Gedanken und Pläne einzubeziehen, ihm zu erklären, stellt sie ihn immer wieder vor vollendete Tatsachen und bedauert sich dann selbst, dass sie es so schwer hat mit ihm. Die Situationen wiederholen sich. Mal ist es das Essen, die Bibliothek, die Schule ... Alles wird von Tess bestimmt und ist Kampf. Der größte Teil des Buches dreht sich um dieses Hin und Her zwischen Mutter und Sohn, bis Robbie durch ein Schlüsselerlebnis plötzlich Montauk als seins ansieht und schützen möchte. Auch diese Szene fand ich etwas aufgesetzt. Tess findet nach und nach zu ihrer alten Form zurück, d.h. sie packt Projekte an und führt diese zum Erfolg. Sei es die Renovierung des Motels oder die Kreation neuer »Strand-Schuhe«. Dass  sie als Mutter nicht in der Lage ist, auch das »Projekt Sohn« aus eigener Kraft zu einem guten Ausgang zu bringen, ist ebenso bedauerlich wie klischeehaft. Tess ist eben Geschäftsfrau, die Lösung kommt, sehr dramatisch, nicht von ihr, sondern von Robbie. Allerdings fragte ich mich, ob ein Acht- oder Neunjähriger wirklich nach einem ersten Sommer-Segelkurs zu solchen Heldentaten in der Lage ist. 

    Die meisten Figuren blieben für mich entweder rätselhaft und widersprüchlich oder blass. Dass es kein klassisches Happy End im Sinne von "... uns sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage ..." gab, empfand ich dagegen als wohltuend. 

    Ein Lob an den Gestalter des Schutzumschlages. Die silber-blaue, leicht geriffelte Oberfläche und das Bild mit dem Schatten des Wals neben dem schwimmenden Jungen gefallen mit sehr gut.

    Fazit: Etwas in die Länge gezogene Geschichte mit netten Naturbeschreibungen. 3***

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    SusanneSH68s avatar
    SusanneSH68vor einem Jahr
    Eine bewegende Geschichte

    Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes flieht Tess mit ihrem gehörlosen Sohn Robbie aus der Großstadt in einen kleinen Küstenort zu ihrem Onkel. Robbie gibt ihr die Schuld am Tod des Vaters und ist auch von dem Umzug nicht begeistert. Da lernen die beiden den Meeresbiologen Kip kennen, der vor der Küste die Wale erforscht. Robbie ist von dem Gesang der Wale fasziniert und findet so langsam in die Normalität zurück.

    Eine wirklich bewegende Geschichte, wunderbar geschrieben. Und so leidet man mit Tess und Robbie und kann aber auch wunderbar die Kraft der Natur fühlen, die den beiden dann Trost gibt. Neben der Beschreibung einer schwierigen Mutter-Sohn-Beziehung eben auch ein wunderbarer Roman über die Natur. Dazu noch ein interessanter Blick in einen kleinen Küstenort, wo es außerhalb der Saison nicht so einfach ist, zu leben und wo man dann auch erst Kontakte knüpfen muss. Insgesamt ein großes Lesevergnügen   

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    D
    dodo78vor einem Jahr
    Kitschig und entbehrlich

    Die erfolgreiche Schuhdesignerin Tess führt scheinbar das perfekte Leben. Ihre Schuhkollektionen sind gefragt, Ehemann Adam, der seit Jahren in einem tiefen Karriereloch steckt, kümmert sich liebevoll um den gemeinsamen Sohn Robbie. Der taube Junge ist wohlgeraten und der Stolz seiner Eltern. Dank einem Cochleaimplantat  ist er nicht beeinträchtigt, kann hören und sogar seine große Musikalität uneingeschränkt ausleben. Als Tüpfelchen auf dem I springt Freundin Nia ein, wenn Not am Mann ist und sorgt dafür, dass Robbie mit selbstgemachten Köstlichkeiten bei Schulveranstaltungen auftrumpfen kann.

    Als Adam eines Tages willkürlich von einem Gangmitglied ermordet wird, bricht Tess´ Welt in sich zusammen. Plötzlich muss sie erkennen, dass sie in einer Illusion gelebt hat. Ihre Ehe stand nicht auf dem soliden Fundament, wie gedacht, und Robbie hat keinerlei Beziehung mehr zu ihr. Um das Verhältnis mit ihm zu verbessern, zieht sie mit ihm zu ihrem Onkel Ike nach Montauk. Sie hofft, dass die Ruhe abseits vom hektischen New York und das Meer, die Stille zwischen ihnen beiden aufbrechen und zur Heilung ihrer Wunden führen wird.

    Barbara J. Zwitter nimmt sich eines ernsten Themas an. Wie verkraftet eine Familie den gewaltsamen Tod eines Mitglieds, wie definieren sich die Beziehungen zueinander neu und wie kann dieses Trauma gemeinsam überwunden werden? Gleichzeitig möchte sie ihre Liebe zu dem real existierenden Örtchen Montauk schriftlich festhalten. Ihre Ambitionen sind hoch, ihr Scheitern (fast) genauso.

    Es gelingt ihr die Schönheit von Montauk festzuhalten, beim Lesen wünscht man sich sofort an diesen Ort, der anscheinend die Fähigkeit hat, Menschen wieder zur Ruhe kommen zu lassen. Die Naturbeschreibungen sind gelungen und besonderen Charme haben die Episoden am Meer.

    Leider gleicht der Roman zu sehr einem auf Hochglanz getrimmten Fernsehfilm vom Hauptabendprogramm. Szene reiht sich an Szene, dazwischen gibt es große inhaltliche und logische Lücken. Die Figuren bleiben flach, sind schablonenartig und besitzen kein Leben. Statt Tiefgang erwartet den Leser ein kitschiges Melodram, das jedes Klischee mitnimmt und auf billige Effekthascherei setzt. Handlungsstränge werden angerissen und nicht weiter geführt, willkürliche Ereignisse bringen den Inhalt nicht voran und lassen den Leser ob ihrer Bedeutung oder eben nicht Bedeutung ratlos zurück (so er sich überhaupt Gedanken darüber machen möchte). Noch schlimmer ist allerdings, dass Einiges, was vorgesetzt wird, nicht auf seine Glaubwürdigkeit hinterfragt werden sollte, um nicht vollends den Spaß an der Lektüre zu verlieren.

    Als positiv kann gewertet werden, dass sich das Buch flott liest. Ob das wirklich ein Pluspunkt ist, sei aber dahin gestellt. Denn so schnell der Roman gelesen ist, so schnell ist er wieder vergessen.

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    brauchnixs avatar
    brauchnixvor einem Jahr
    etwas holprig

    An diesem Buch hat mich einfach alles angesprochen.

    Zu allererst das wunderschöne Cover. Ein großer dunkler Schatten der einen kleinen Schwimmer bedroht. Dazu der ansprechende Titel „Als das Meer uns gehörte“. Auch der Klappentext verspricht eine Geschichte von Trauer, Einsamkeit aber auch Liebe und Neuanfang.

    Nachdem ihr Mann ermordet wurde flüchtet Tess mit ihrem gehörlosen Sohn aus der gewohnten Umgebung und sucht Zuflucht am in einem kleinen Ort am Meer bei ihrem Onkel Ike. Ihr Sohn ist ihr fremd geworden, da sie viel gearbeitet hatte, um für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen. Ihr Mann war zuhause beim Kind geblieben. Nach seinem Tod fällt es Mutter und Sohn schwer, zu einer innigen Nähe zurückzufinden. Die Trauer, der Schmerz aber auch die Entfremdung sind tief und der kleine Robbie macht es ihr nicht leicht. Erst die Begegnung mit einem Wal und dem Walforscher Kip lassen den Jungen langsam auftauen und über die Beziehung zu dem Biologen findet eine Annäherung an die Mutter statt.

    Eine vielversprechende Ausgangslage. Leider habe ich mich mit dem Erzählstil der Autorin schwer getan. Mir fehlten oft die nötigen Beschreibungen, wie die Personen sich verhalten oder was sie empfinden. Barbara Zitwer nutze wohl bewusst Leerstellen und Zeitsprünge, um dem Leser Freiraum für eigene Gedanken zu lassen. Aber mehr als einmal fehlten mir die nötigen Informationen, um die Handlungen der Akteure einordnen zu können. Auch wird der Erzählfluss immer wieder relativ abrupt unterbrochen. Es fehlte mir irgendwie ein richtiger Fluss. Tess blieb mir fremd und das Ende war unglaubwürdig und etwas holprig – wie der ganze Text. Das Buch lässt mich etwas unzufrieden zurück.

     

     

     

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    aufbauverlags avatar

    "Dieses Buch riecht nach Meer. Nach der Lektüre will man die Welt einfach nur umarmen." Hape Kerkeling


    Nach dem Tod ihres Mannes sucht Tess Harding mit Robbie, ihrem gehörlosen Sohn, Zuflucht in Montauk, einem Dorf auf Long Island. Trotz all ihrer Bemühungen schafft sie es nicht, ihrem Kind zu helfen, den Verlust zu verkraften. Robbie gibt ihr die Schuld am Tod seines Vaters, so dass Tess fürchtet, auch ihn noch zu verlieren. Dann begegnen sie einem Meeresbiologen: Kip ist auf der Suche nach einem Wal mit einem einzigartigen Gesang. Robbie ist fasziniert von dem Tier und findet einen Weg, es im Meer aufzuspüren. Die Begegnungen mit dem Wal helfen ihm, seine Isolation zu überwinden – und Tess hat zum ersten Mal die Hoffnung auf einen Neuanfang.


    Ein gehörloser Junge, eine Frau, die ihren Mann verloren hat, ein Meeresforscher – und ein Blauwal, der sie auf eine Reise über den Ozean führt.

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    Über Barbara J. Zitwer

    Barbara J. Zitwer ist Absolventin der Columbia Film School, schrieb Drehbücher und arbeitete als Filmproduzentin. Sie hat eine renommierte literarische Agentur in New York, wo sie mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden lebt. Ihre Kindheit verbrachte sie zu großen Teilen an den Stränden von Montauk, und seitdem haben sie die Faszination der Wale und der Zauber des Meeres nicht mehr losgelassen. Mehr Informationen zur Autorin unter www.alsdasmeerunsgehoerte.com

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