Barbara J. Zitwer Als das Meer uns gehörte: Roman

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Inhaltsangabe zu „Als das Meer uns gehörte: Roman“ von Barbara J. Zitwer

"Dieses Buch riecht nach Meer. Nach der Lektüre will man die Welt einfach nur umarmen." Hape Kerkeling Nach dem Tod ihres Mannes sucht Tess Harding mit Robbie, ihrem gehörlosen Sohn, Zuflucht in Montauk, einem Dorf auf Long Island. Trotz all ihrer Bemühungen schafft sie es nicht, ihrem Kind zu helfen, den Verlust zu verkraften. Robbie gibt ihr die Schuld am Tod seines Vaters, so dass Tess fürchtet, auch ihn noch zu verlieren. Dann begegnen sie einem Meeresbiologen: Kip ist auf der Suche nach einem Wal mit einem einzigartigen Gesang. Robbie ist fasziniert von dem Tier und findet einen Weg, es im Meer aufzuspüren. Die Begegnungen mit dem Wal helfen ihm, seine Isolation zu überwinden – und Tess hat zum ersten Mal die Hoffnung auf einen Neuanfang. Ein gehörloser Junge, eine Frau, die ihren Mann verloren hat, ein Meeresforscher – und ein Blauwal, der sie auf eine Reise über den Ozean führt.

Ein wunderbares Buch über Verluste, Familie und das Meer

— nana_fkb
nana_fkb

Spannender Anfang, dann geht es langsam abwärts. Klischees und Wiederholungen, unglaubwürdige Situationen. Schöne Naturbeschreibungen

— JoJansen
JoJansen

Mich konnte das Buch leider nicht wirklich überzeugen. Zu langatmig und wenig authentisch, so dass ich nur bis zum 8. Kapitel gelesen habe..

— Nepomurks
Nepomurks

Sehr schöne Beschreibungen des Ortes, die zum Träumen verleiten

— Blintschik
Blintschik

Konnte mich nicht überzeugen. Schade.

— Talitha
Talitha

Diese Geschichte hat mein Herz leider nicht berührt !

— Rees
Rees

Eine Geschichte, die am stärksten in ihren Natur-und Landschaftsbeschreibungen ist.

— Bibliomarie
Bibliomarie

Es ist eine sehr detailreiche Geschichte mit doch einigen Höhen und Tiefen um Verlust und Trauer.

— Buchraettin
Buchraettin

Sehr interessantes und lesenswertes Buch

— Vampir989
Vampir989

Nach tollem Start wird das Buch immer schwächer ....das Ende :unrealistisch und schwach !

— Igela
Igela
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  • Ein Buch über Verluste und das Meer

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    nana_fkb

    nana_fkb

    21. May 2017 um 17:09

    Klappentext: Nach dem Tod ihres Mannes sucht Tess Harding mit Robbie, ihrem gehörlosen Sohn, Zuflucht in Montauk, einem Dorf auf Long Island. Trotz all ihrer Bemühungen schafft sie es nicht, ihrem Kind zu helfen, den Verlust zu verkraften. Robbie gibt ihr die Schuld am Tod seines Vaters, so dass Tess fürchtet, auch ihn noch zu verlieren. Dann begegnen sie einem Meeresbiologen: Kip ist auf der Suche nach einem Wal mit einem einzigartigen Gesang. Robbie ist fasziniert von dem Tier und findet einen Weg, es im Meer aufzuspüren. Die Begegnungen mit dem Wal helfen ihm, seine Isolation zu überwinden – und Tess hat zum ersten Mal die Hoffnung auf einen Neuanfang. Ein gehörloser Junge, eine Frau, die ihren Mann verloren hat, ein Meeresforscher – und ein Blauwal, der sie auf eine Reise über den Ozean führt. [Quelle: Aufbau Verlag] Meine Meinung: Dieses Buch ist wirklich ein ganz Besonderes. Es beginnt mit einer Tragödie: Adam wird erschossen. Einfach so. Ohne Grund. Er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Und das Leben von Tess und ihrem Sohn Robbie dreht sich um 180 Grad. Robbie isoliert sich, gibt seiner Mutter und ihrer Arbeit die Schuld am Tod seines Vaters und will nur noch nach Hause. Doch Mantouk, der Ort, in dem Tess aufgewachsen ist und den sie gemeinsam mit Robbie nach dem Tod aufsucht, lässt beide mit der Zeit wieder durchatmen. Tess versucht alles, damit es ihrem Sohn besser geht, damit er irgendwie mit diesem Verlust leben kann. Sie stellt dabei ihre eigenen Gefühle und ihren Verlust hintenan. Doch schon nach kurzer Zeit findet sie etwas heraus, wodurch sie die gesamte Beziehung in Frage stellt. Man spürt auf jeder einzelnen Seite, wie sehr Robbie leidet. Er versteht nicht, warum sein Vater sterben musste. Nicht zuletzt gibt er sogar sich selbst die Schuld daran. Wie will man einem Jungen klar machen, dass es böse Menschen gibt und dass weder er noch seine Mutter etwas für den Tod des Vaters kann? Tess steht vor einer großen Herausforderung und erhofft sich durch den Umzug nach Mantouk einen Tapetenwechsel, der vor allem Robbie gut tun soll. Aber anfangs ist es unglaublich schwer. Für beide. Tess muss nicht nur mit dem Verlust ihres Mannes auskommen, sondern auch mit einem Verrat, den sie erst nach dem Tod herausgefunden hat. Als Robbie in einer Nacht und Nebelaktion abhauen und zurück nach New York fahren will, findet ihn der Meeresbiologe Kip. Robbie sieht in ihm die fehlende Vaterfigur und genießt die Zeit mit ihm so sehr, dass sein Plan, nach New York zu fliehen, erstmal hintenan gestellt wird. Kip kümmert sich sehr gut um ihn und behandelt ihn nicht wie ein rohes Ei. In dieser Situation wahrscheinlich das einzig Richtige. Denn die Kluft zwischen Robbie und seiner Mutter wird immer tiefer, da er ihr immer und immer wieder Vorwürfe macht und sie (bewusst oder unbewusst) durch sein Verhalten sehr verletzt. Doch bei Kip ist das anders. Wenn sie zu dritt auf dem Wasser sind, spürt Tess seinen Hass nicht mehr so stark wie auf Land. Und so genießt auch sie die gemeinsame Zeit auf See und freut sich mit den Beiden über die Fortschritte mit dem Wal Benny. Kip war anders als alle Erwachsenen, die Robbie kannte. Jemand wie er, der ihm zuhörte und das, was er sagte, ernst nahm, war ihm noch nie begegnet. Dieses Buch handelt vor allem von der großen Liebe einer Mutter und was sie alles auf sich nimmt, um ihren Sohn wieder glücklich zu machen. Und vor allem auch davon, was sie einstecken muss. Denn ihr Sohn ist nicht ohne. Was in dieser Situation aber auch vollkommen nachvollziehbar ist. Der Umzug nach Mantouk und vor allem auch die Gesellschaft der Menschen aus diesem kleinen Ort sollen beiden helfen, wieder auf den Boden zu kommen und von vorn zu beginnen. Auch wenn das nicht einfach ist. Als sie sich an diesem Abend in ihrem neuen Haus schlafen legte, die zerlesene Ausgabe von „Stolz und Vorurteil“, die sie mit fünfzehn zum ersten Mal gelesen hatte, neben sich auf dem Nachttisch, überkam sie mit einem Mal eine Welle der Geborgenheit. Vor allem die Beschreibungen des Meers und des Lebens an der Küste war für mich ganz besonders. Zitwer hat es geschafft, dass ich mich dort direkt wohlfühle und die Charaktere ins Herz schließe. Ich konnte förmlich die salzige Luft schmecken. By the way eine tolle Vorbereitung, da ich heute noch nach Sylt fahre  Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich bin froh, es gelesen zu haben. Und nein, die Vermutung, dass Tess, Kip und Robbie eine glücklich Familie werden, wurde nicht erfüllt 

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  • Ganz nett, leider nicht mehr

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    Simi159

    Simi159

    18. May 2017 um 20:44

    Adam Harding, der Mann der New Yorker Designerin, Tess Harding, wird ermordet. Das ist ein harter Schlag für sie und ihren neunjährigen, gehörlosen Sohn. Robbie gibt seiner Mutter die Schuld am Tod des Vaters, denn dieser war seine Bezugsperson und hat als Hausmann viel Zeit mit ihm verbracht. Als Tess erfährt, daß ihr Mann sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat, packt sie das Nötigste für sich und Robbie ein flieht nach Montag zu ihrem Onkel. Für sie ist das der einzige Ausweg. Tess will ihrem Sohn wieder näher kommen. Vielleicht kann ja der Meeresforscher Kip Young wieder Zugang zu Robbie bekommen… Fazit: Dieser Debütroman läßt sich gut und schnell lesen, hat die Autorin Barbara J. Zitwer doch eine angenehme Sprache und beschreibt in tollen Worten diese karge Landschaft. Durch unterschiedliche Erzählperspektiven bekommt der Leser Einblick in jeden Charakter sowie in dessen Gefühls-und Gedankenwelt. Die Wale und alles was damit zusammenhängt ist gut recherchiert und gut in die Handlung eingebaut. Doch das Thema Trauer,  der Verlust eine geliebten Menschen ist nicht richtig ausgearbeitet, vielleicht auch, weil die Charaktere zu stereotyp bleiben. Da ist die Karrierefrau, die ihren Mann verliert. Der geliebte Mann hatte eine Affäre mit der besten Freundin und war nicht nur der Gute/Liebe, der immer alles richtig gemacht hat. Und der behinderte Sohn, der verschlossen ist und zu seiner Mutter nicht so recht einen Zugang findet.  Nicht neu, und leider bleiben trotz der verschiedenen Perspektiven, die Figuren blass und haben wenig Tiefe. Alles in allem ein schöner Plot, der viel versprechend beginnt doch leider nach dem ersten Drittel langatmig und etwas zäh wird. Da wäre mehr drin gewesen….. Von mit gibt es 3 STERNE.

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  • Eine dramatische Familiengeschichte

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    RoccosMom

    RoccosMom

    09. May 2017 um 08:23

    Tess ist als erfolgreiche Schuhdesignerin die Großverdienerin der Familie. Ihr Mann, ein gescheiterter Musiker, kümmert sich derweil um den gemeinsamen Sohn Robbie. Doch als der Ehemann und Vater plötzlich stirbt muss Tess sich auf einmal selbst um Robbie kümmern. Um aus der schrecklichen Situation zu fliehen sucht Tess Zuflucht bei ihrem Onkel in Montauk. Das kleine Dorf ist völlig anders als das Leben in New York und Robbie möchte dort nur noch weg. Bis er dem Meeresbiologen Kip begegnet und es als seine Aufgabe sieht Kip bei der Suche nach einem besonderen Wal zu helfen. Auf dem Meer kann Robbie endlich seiner Traurigkeit entkommen und mit Kip über seine Gefühle reden. Die Geschichte um Tess und Robbie ist wirklich dramatisch. Kaum einer kann sich vorstellen wie es sein mag seinen Partner zu verlieren und dann noch dessen Geheimnisse aufzudecken. Wenn man eigentlich nur noch in ein tiefes, schwarzes Loch fallen möchte aber noch für ein Kind verantwortlich ist, das einem selbst die Schuld am Tod des Vater gibt, dann ist das definitiv nicht einfach. Leider rückt diese traurige Geschicht bei den ganzen Nebencharakteren dennoch in den Hintergrund. Ich hätte mir viel mehr Berührungspunkte zwischen Mutter und Sohn gewünscht. Zusammen mit dem wundervollen Ort Montauk und dem Wal hätte das für ein tolles Buch ausgereicht und würde nicht so überladen wirken. Robbie ist in diesem Buch der stärkste Charakter für mich. Klar, er ist wütend und auch oft unfair zu seiner Mutter - aber er ist authentisch! Das kann man von den restlichen Figuren irgendwie nicht sagen. Tess bleibt mir den ganzen Roman über unsympathisch und blass. Somit kann ich die Handlungen ihres verstorbenen Mannes sogar nachvollziehen! Der Onkel in Montauk und Kip der Meeresbiologe sind noch Figuren die für die Handlung passend und wichtig erscheinen. Aber gerade Ikes Freundin Rita ist sehr nervig und bringt viel Unruhe ins Buch. Von dieser dramatisch-traurigen Geschichte habe ich mehr erwartet. Die Landschafts- und Meeresbeschreibungen waren toll, vom Blauwal hätte ich gerne noch mehr gelesen. Leider machten es mir die Protagonisten und Nebenfiguren schwer, wirklich Zugang zum Buch zu finden. Oftmals zogen sich Stellen so sehr, das ich das Buch nur in kleinen Abschnitten lesen konnte. Das Cover schimmert leicht und passt wunderbar zum Buch. Der große Wal und Robbie, die ebenfalls abgebildet sind, runden das ganze thematisch ab. Inhaltlich ist der Buchumschlag also perfekt zum Inhalt des Buches abgestimmt und würde mich auch im Buchladen sofort ansprechen. Mir fiel es echt schwer zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben, da ich hin- und hergerissen bin zu meiner Meinung. Einige Stellen sind so toll und dann fällt die Handlung leider wieder ganz flach ab oder wirkt ermüdend. Es gibt bestimmt Leser, denen "Als uns das Meer gehörte" 100% zusagt. Mir fehlte halt "das gewisse etwas" um mehr als 3 Sterne zu vergeben.

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  • Das Leben verändert sich dramatisch

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    Isabell47

    Isabell47

    07. May 2017 um 09:55

    Tess ist eine Karrierefrau und hat wenig Zeit für ihren gehörlosen Sohn Robbie und ihren Mann. Als dieser erschossen wird, flüchtet sie nach Montauk zu ihrem Onkel. Ich konnte mit Tess nicht so recht warmwerden und mir war sie zu egoistisch. Die Fahrt nach Montauk und ihren Sohn aus der gewohnten Umgebung herausreißen, ohne es mit abzusprechen bzw. zu erklären, fand ich hart. Tess empfand ich kindischer als ihren Sohn, der voller Trauer war und Schuldgefühlen.  Erwartet hätte ich, dass Tess sich professionelle Hilfe sucht und dies auch für ihren Sohn tut. Wunderschön sind dagegen die Szenen auf dem Meer, denn Robbie lernt Kip, einen sehr sympathischen Wissenschaftler kennen und man taucht mit beiden ab in die Welt der Wale.Vieles andere im Buch blieb mir zu oberflächlich, so dass ich zwiegespalten zurückgeblieben bin.

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  • Ein neues Leben beginnen ist schwer

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    Booky-72

    Booky-72

    04. May 2017 um 11:16

    Nach dem Tod ihres Mannes ist Tess geschockt und dass er sie betrogen hat, noch dazu mit ihrer besten Freundin, das ist die zweite Nachricht, die sie verdauen muss. Zusammen mit ihrem Sohn Robbie reist sie zu ihrem Onkel Ike ans Meer, um die Großstadt und alles was sie erlebt haben, zu vergessen. Besonders gut sind die Gefühle des Kindes rübergebracht. Er ist vom Tod seines Vaters und dem Umzug zutiefst erschüttert und will sich auch gar nicht in der neuen Umgebung einfügen. Nach und nach findet er doch Freunde. Zu Beginn ist seine Mutter mit seinem Verhalten sehr überfordert, aber auch das ist in gewisser Weise verständlich, denn sie hat ihren Mann und ihre ganze Normalität verloren. Allerdings kann ich als Leser ihr nicht alle emotionale Fehltritte in Bezug auf den Umgang mit ihrem Sohn verzeihen. Schon bald stellt sie fest, ein neues Leben am Meer zu beginnen, das ist nur mit vielen Freunden, Vertrauen und Zusammenhalt möglich.  

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  • Viel Drama, wenig Inhalt.

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    LiberteToujours

    LiberteToujours

    24. April 2017 um 13:54

    Tess und ihr Sohn Robbie versuchen nach dem Tod des Vaters neu anzufangen - weit weg vom Trubel der Großstadt, in einem kleinen Ort an der Küste. Die Sache gestaltet sich allerdings als schwieriger als gedacht - Robbie gibt seiner Mutter die Schuld am Tod des Vaters und fühlt sich in seiner neuen Heimat nicht wohl. Erst die Faszination für einen Wal reißt den tauben Jungen ein wenig aus seinem Kummer..Ich hab mich schon am Anfang nicht ganz leicht getan mit dem Buch - mir kam der Tod des Ehemanns zu schnell und zu abrupt. Und ganz ehrlich, die Geschichte um seine Untreue (nein, das ist kein Spoiler. Erstens erfährt man's direkt nach den ersten paar Seiten und zweitens ist es für jeden aufmerksamen Leser schon in der ALLERERSTEN Szene so verdammt offensichtlich, dass es weh tut) hätte ich nach seinem Tod auch nicht gebraucht. Noch ein bisschen mehr Drama, nachdem das ganze Leben grade in Scherben bricht? Lassen wir den Mann doch vorher nochmal eben fremdgehen, alle Klischees erfüllt. Aber zumindest war ich zu Beginn noch begeistert davon, wie authentisch Robbies Gefühle dargestellt wurden. Von der Trauer über Wut über Verzweiflung über das geradezu krampfhafte suchen eines Schuldigen - all das war stimmig, für den Leser nachvollziehbar und wunderbar authentisch. Scheinbar kann sich die Autorin aber besser in Kinder reinversetzen als in Erwachsene - denn die waren fast durch die Bank eine völlig charakterliche Katastrophe. Es ist fast schon faszinierend, wenn man als Leser beobachtet dass der traumatisierte Junge (der zwar verdammt anstrengend ist, aber man verzeiht's ihm weil jung und traurig) immer noch erwachsener ist als die eigene Frau Mama. Die kann nämlich so gar nicht nachvollziehen, warum ihr Sohn so sauer auf sie ist und schiebt sich von Anfang an ganz geschickt in die Opferrolle. Während sie es also nicht mal für nötig erachtet dem kleinen in Ruhe zu erklären, dass sie erstmal fernab von seinem Umfeld leben werden - eigentlich war nur ein Urlaub abgesprochen, erfahren hat der kleine Kerl das indem sie mit ihm Schulsachen für die neue Schule kaufen wollte, verneigen wir uns vor diesem Feingefühlt - jammert sie an allen sich bietenden (und sich auch nicht bietenden) Gelegenheiten darüber, wie unfair es doch ist, dass ihr Sohn sich so von ihr abwendet. Vielleicht sollte ihr mal jemand die Supernanny und einen Packen Erziehungsratgeber schicken? Richtig schlimm wurde es dann aber am Ende - ich weiß nicht was die Autorin da geritten hat, Schlafmangel, die näher rückende Deadline, weiß der Teufel, aber es hat der Sache nicht gut getan. Jeglicher Realismus geht mit einem WUMM komplett flöten und alles wird nur noch absurd. Ein Wal der das Boot mehrmals mit Absicht rammt ist da noch das glaubhafteste. Dazu wäre noch anzumerken, dass Wale das tendenziell eher nicht tun. Garnicht.Am Anfang war das Buch keine Erleuchtung, kein Highlight, aber angenehm zu lesen. Zum Ende hin wurde es fast eine Satire für sich selbst und war eigentlich nicht mehr wirklich ernst zu nehmen. Mittelmäßig angefangen, stark nachgelassen. 

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  • Leserunde zu "Als das Meer uns gehörte: Roman" von Barbara J. Zitwer

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    aufbauverlag

    aufbauverlag

    "Dieses Buch riecht nach Meer. Nach der Lektüre will man die Welt einfach nur umarmen." Hape KerkelingNach dem Tod ihres Mannes sucht Tess Harding mit Robbie, ihrem gehörlosen Sohn, Zuflucht in Montauk, einem Dorf auf Long Island. Trotz all ihrer Bemühungen schafft sie es nicht, ihrem Kind zu helfen, den Verlust zu verkraften. Robbie gibt ihr die Schuld am Tod seines Vaters, so dass Tess fürchtet, auch ihn noch zu verlieren. Dann begegnen sie einem Meeresbiologen: Kip ist auf der Suche nach einem Wal mit einem einzigartigen Gesang. Robbie ist fasziniert von dem Tier und findet einen Weg, es im Meer aufzuspüren. Die Begegnungen mit dem Wal helfen ihm, seine Isolation zu überwinden – und Tess hat zum ersten Mal die Hoffnung auf einen Neuanfang.Ein gehörloser Junge, eine Frau, die ihren Mann verloren hat, ein Meeresforscher – und ein Blauwal, der sie auf eine Reise über den Ozean führt.Zur Leseprobe Über Barbara J. Zitwer Barbara J. Zitwer ist Absolventin der Columbia Film School, schrieb Drehbücher und arbeitete als Filmproduzentin. Sie hat eine renommierte literarische Agentur in New York, wo sie mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden lebt. Ihre Kindheit verbrachte sie zu großen Teilen an den Stränden von Montauk, und seitdem haben sie die Faszination der Wale und der Zauber des Meeres nicht mehr losgelassen. Mehr Informationen zur Autorin unter www.alsdasmeerunsgehoerte.comJetzt bewerben!Bewerbt euch bitte mit Klick auf den "Bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?Viele Grüßeeuer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Buchverlosung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.

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    • 367
  • Nett, aber nicht ganz überzeugend

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    JoJansen

    JoJansen

    18. April 2017 um 11:11

    Tess, erfolgreiche Schuhdesignerin, lebt mit ihrem (Haus-)Mann und dem gemeinsamen 8-jährigen  gehörlosen Sohn Robbie in Manhattan. In der Vorweihnachtszeit wird der Mann von einem jugendlichen Gangster überfallen und ermordet. Für Tess und Robbie bricht eine Welt zusammen. Da Robbie Tess die Schuld am Tod seines Vaters gibt, zieht er sich immer mehr vor ihr zurück. Als Tess dann auch noch eine weitere schlimme Wahrheit verkraften muss, flüchtet sie am Weihnachtstag aus Manhattan. Dass an diesem Tag, an dem auch in den USA Weihnachten gefeiert wird, in Manhattan Presslufthämmer dröhnen und große Baugerüste aufgestellt werden, glaube ich einfach nicht. Hier sollte wohl eher der krasse Gegensatz dargestellt werden zwischen der Millionenstadt und dem verschlafenen Fischernest, in das Tess mit Robbie fährt. Montauk, der Ort ihrer Kindheit, direkt am Meer, wo Tess' alter Onkel Ike ein heruntergekommenes Motel besitzt. Bis hierher steigert sich die Geschichte, es kommen immer neue Tatsachen hinzu, die Spannung steigt, wie es mit Mutter und Sohn wohl weitergehen, ob Tess wieder einen Zugang zu Robbie finden wird. So einen Onkel Ike sollte jeder von uns haben, wohin man in Zeiten tiefster Verzweiflung flüchten kann. Sehr gut gefallen haben mir auch die Naturbeschreibungen. Das Meer im Winter, später dann im Frühling und Sommer, die wechselnden Jahreszeiten und Wetterlagen, all das sah ich vor meinem geistigen Auge und glaubte es fast riechen zu können. Dieses Meer hat etwas Tröstliches, doch es scheint Tess und Robbie nicht direkt zu erreichen. Robbie findet erst ein wenig neuen Halt, als er den Meeresbiologen Kip kennenlernt und mit ihm Wale beobachtet. So faszinierend, wie diese Giganten der Meere sind, hier hat die Autorin es ein wenig zu gut gemeint. Kein Wal schwimmt so dicht neben einem Segelboot her, dass ein Achtjähriger ihn mit der Hand streicheln kann. Trotzdem fand ich die Walbegegnungen, genau wie die Meeresbeschreibungen, interessant. Tess hingegen nervte zunehmend. Sie erwartet von ihrem Sohn, dass er all ihre plötzlichen Entscheidungen akzeptiert und mitträgt. Statt ihn in ihre Gedanken und Pläne einzubeziehen, ihm zu erklären, stellt sie ihn immer wieder vor vollendete Tatsachen und bedauert sich dann selbst, dass sie es so schwer hat mit ihm. Die Situationen wiederholen sich. Mal ist es das Essen, die Bibliothek, die Schule ... Alles wird von Tess bestimmt und ist Kampf. Der größte Teil des Buches dreht sich um dieses Hin und Her zwischen Mutter und Sohn, bis Robbie durch ein Schlüsselerlebnis plötzlich Montauk als seins ansieht und schützen möchte. Auch diese Szene fand ich etwas aufgesetzt. Tess findet nach und nach zu ihrer alten Form zurück, d.h. sie packt Projekte an und führt diese zum Erfolg. Sei es die Renovierung des Motels oder die Kreation neuer »Strand-Schuhe«. Dass  sie als Mutter nicht in der Lage ist, auch das »Projekt Sohn« aus eigener Kraft zu einem guten Ausgang zu bringen, ist ebenso bedauerlich wie klischeehaft. Tess ist eben Geschäftsfrau, die Lösung kommt, sehr dramatisch, nicht von ihr, sondern von Robbie. Allerdings fragte ich mich, ob ein Acht- oder Neunjähriger wirklich nach einem ersten Sommer-Segelkurs zu solchen Heldentaten in der Lage ist.  Die meisten Figuren blieben für mich entweder rätselhaft und widersprüchlich oder blass. Dass es kein klassisches Happy End im Sinne von "... uns sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage ..." gab, empfand ich dagegen als wohltuend.  Ein Lob an den Gestalter des Schutzumschlages. Die silber-blaue, leicht geriffelte Oberfläche und das Bild mit dem Schatten des Wals neben dem schwimmenden Jungen gefallen mit sehr gut. Fazit: Etwas in die Länge gezogene Geschichte mit netten Naturbeschreibungen. 3***

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  • Eine bewegende Geschichte

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    SusanneSH68

    SusanneSH68

    17. April 2017 um 19:38

    Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes flieht Tess mit ihrem gehörlosen Sohn Robbie aus der Großstadt in einen kleinen Küstenort zu ihrem Onkel. Robbie gibt ihr die Schuld am Tod des Vaters und ist auch von dem Umzug nicht begeistert. Da lernen die beiden den Meeresbiologen Kip kennen, der vor der Küste die Wale erforscht. Robbie ist von dem Gesang der Wale fasziniert und findet so langsam in die Normalität zurück. Eine wirklich bewegende Geschichte, wunderbar geschrieben. Und so leidet man mit Tess und Robbie und kann aber auch wunderbar die Kraft der Natur fühlen, die den beiden dann Trost gibt. Neben der Beschreibung einer schwierigen Mutter-Sohn-Beziehung eben auch ein wunderbarer Roman über die Natur. Dazu noch ein interessanter Blick in einen kleinen Küstenort, wo es außerhalb der Saison nicht so einfach ist, zu leben und wo man dann auch erst Kontakte knüpfen muss. Insgesamt ein großes Lesevergnügen   

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  • Kitschig und entbehrlich

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    dodo78

    dodo78

    15. April 2017 um 17:49

    Die erfolgreiche Schuhdesignerin Tess führt scheinbar das perfekte Leben. Ihre Schuhkollektionen sind gefragt, Ehemann Adam, der seit Jahren in einem tiefen Karriereloch steckt, kümmert sich liebevoll um den gemeinsamen Sohn Robbie. Der taube Junge ist wohlgeraten und der Stolz seiner Eltern. Dank einem Cochleaimplantat  ist er nicht beeinträchtigt, kann hören und sogar seine große Musikalität uneingeschränkt ausleben. Als Tüpfelchen auf dem I springt Freundin Nia ein, wenn Not am Mann ist und sorgt dafür, dass Robbie mit selbstgemachten Köstlichkeiten bei Schulveranstaltungen auftrumpfen kann. Als Adam eines Tages willkürlich von einem Gangmitglied ermordet wird, bricht Tess´ Welt in sich zusammen. Plötzlich muss sie erkennen, dass sie in einer Illusion gelebt hat. Ihre Ehe stand nicht auf dem soliden Fundament, wie gedacht, und Robbie hat keinerlei Beziehung mehr zu ihr. Um das Verhältnis mit ihm zu verbessern, zieht sie mit ihm zu ihrem Onkel Ike nach Montauk. Sie hofft, dass die Ruhe abseits vom hektischen New York und das Meer, die Stille zwischen ihnen beiden aufbrechen und zur Heilung ihrer Wunden führen wird. Barbara J. Zwitter nimmt sich eines ernsten Themas an. Wie verkraftet eine Familie den gewaltsamen Tod eines Mitglieds, wie definieren sich die Beziehungen zueinander neu und wie kann dieses Trauma gemeinsam überwunden werden? Gleichzeitig möchte sie ihre Liebe zu dem real existierenden Örtchen Montauk schriftlich festhalten. Ihre Ambitionen sind hoch, ihr Scheitern (fast) genauso. Es gelingt ihr die Schönheit von Montauk festzuhalten, beim Lesen wünscht man sich sofort an diesen Ort, der anscheinend die Fähigkeit hat, Menschen wieder zur Ruhe kommen zu lassen. Die Naturbeschreibungen sind gelungen und besonderen Charme haben die Episoden am Meer. Leider gleicht der Roman zu sehr einem auf Hochglanz getrimmten Fernsehfilm vom Hauptabendprogramm. Szene reiht sich an Szene, dazwischen gibt es große inhaltliche und logische Lücken. Die Figuren bleiben flach, sind schablonenartig und besitzen kein Leben. Statt Tiefgang erwartet den Leser ein kitschiges Melodram, das jedes Klischee mitnimmt und auf billige Effekthascherei setzt. Handlungsstränge werden angerissen und nicht weiter geführt, willkürliche Ereignisse bringen den Inhalt nicht voran und lassen den Leser ob ihrer Bedeutung oder eben nicht Bedeutung ratlos zurück (so er sich überhaupt Gedanken darüber machen möchte). Noch schlimmer ist allerdings, dass Einiges, was vorgesetzt wird, nicht auf seine Glaubwürdigkeit hinterfragt werden sollte, um nicht vollends den Spaß an der Lektüre zu verlieren. Als positiv kann gewertet werden, dass sich das Buch flott liest. Ob das wirklich ein Pluspunkt ist, sei aber dahin gestellt. Denn so schnell der Roman gelesen ist, so schnell ist er wieder vergessen.

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  • etwas holprig

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    brauchnix

    brauchnix

    13. April 2017 um 16:31

    An diesem Buch hat mich einfach alles angesprochen. Zu allererst das wunderschöne Cover. Ein großer dunkler Schatten der einen kleinen Schwimmer bedroht. Dazu der ansprechende Titel „Als das Meer uns gehörte“. Auch der Klappentext verspricht eine Geschichte von Trauer, Einsamkeit aber auch Liebe und Neuanfang. Nachdem ihr Mann ermordet wurde flüchtet Tess mit ihrem gehörlosen Sohn aus der gewohnten Umgebung und sucht Zuflucht am in einem kleinen Ort am Meer bei ihrem Onkel Ike. Ihr Sohn ist ihr fremd geworden, da sie viel gearbeitet hatte, um für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen. Ihr Mann war zuhause beim Kind geblieben. Nach seinem Tod fällt es Mutter und Sohn schwer, zu einer innigen Nähe zurückzufinden. Die Trauer, der Schmerz aber auch die Entfremdung sind tief und der kleine Robbie macht es ihr nicht leicht. Erst die Begegnung mit einem Wal und dem Walforscher Kip lassen den Jungen langsam auftauen und über die Beziehung zu dem Biologen findet eine Annäherung an die Mutter statt. Eine vielversprechende Ausgangslage. Leider habe ich mich mit dem Erzählstil der Autorin schwer getan. Mir fehlten oft die nötigen Beschreibungen, wie die Personen sich verhalten oder was sie empfinden. Barbara Zitwer nutze wohl bewusst Leerstellen und Zeitsprünge, um dem Leser Freiraum für eigene Gedanken zu lassen. Aber mehr als einmal fehlten mir die nötigen Informationen, um die Handlungen der Akteure einordnen zu können. Auch wird der Erzählfluss immer wieder relativ abrupt unterbrochen. Es fehlte mir irgendwie ein richtiger Fluss. Tess blieb mir fremd und das Ende war unglaubwürdig und etwas holprig – wie der ganze Text. Das Buch lässt mich etwas unzufrieden zurück.      

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  • Der Schmerz und das Meer

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    dubh

    dubh

    10. April 2017 um 20:22

    Tess Harding lebt mit ihrem Mann Adam und ihrem gemeinsamen neunjährigen Sohn Robbie in einer schicken Wohnung in Manhattan. Nachdem Adam vor einigen Jahren seinen Job in der Musikbranche verloren hat, verdient Tess als angesagte Schuhdesignerin die Brötchen für die Familie. Während sie für das ordentliche Einkommen reichlich arbeitet, gerät das Familienleben unbemerkt ins Hintertreffen: Adam kümmert sich um den gehörlosen Robbie, während Tess viel Zeit mit ihrer Karriere verbringt. Dennoch scheint alles normal - bis Adam eines Morgens auf offener Straße ermordet wird. Ein rein zufälliger Akt, der das Leben der Hardings komplett aus der Bahn wirft...Tess reist nach der Beerdigung Adams Hals über Kopf mit Robbie nach Montauk, einem Dorf an der Ostspitze von Long Island - dem Ort, mit dem sie schöne Kindheitserinnerungen verbindet und in dem noch immer ihr Onkel Ike lebt. Doch Robbie kommt nicht nur mit dem plötzlichen Verlust seines Vaters nicht zurecht, sondern entzieht sich infolgedessen zunehmend seiner Mutter. Während Tess in der altbekannten Umgebung allmählich an Ruhe und Kraft gewinnt, scheitert sie beinahe im Umgang mit ihrem Sohn.Doch dann kommt es zu einer bemerkenswerten Begegnung: durch eine Zufallsbekanntschaft trifft Robbie auf Benny, einen Wal, der sich seit geraumer Zeit in den Gewässern rund um Long Island aufhält. Es dauert nur einen Wimpernschlag, bis Robbie den Wal und seinen Gesang ins Herz geschlossen hat und sich ganz den möglichen Kommunikationswegen mit dem großen Tier widmet...Der Umgang mit Verlust innerhalb der Familie ist kein neues Thema - in Verbindung mit dem Atlantik und einer solch beeindruckenden Tierart wie den Walen war es für mich sehr reizvoll.Barbara J. Zitwer ist eine Drehbuchautorin, was man dem Roman meiner Meinung nach stark anmerkt. Während sie einerseits tolle Naturbilder schafft und die Figuren gut einführt, ist sie keine stringente Erzählerin, die jeden Faden zu Ende führt. Vieles wirkt angerissen, episodenhaft und wird dem Leser überlassen - ehrlicherweise habe ich nichts vermisst, aber in der Fülle ist dieser Stil sicherlich eher etwas ungewohnt.Hinzukommt, dass vor allem Tess keine Sympathieträgerin ist. Sie hat Ecken und Kanten und ich habe mir so manches Mal gedacht, dass ich gerne mal ein klärendes Gespräch mit ihr führen würde - aber dann wurde mir wieder bewusst, was für eine emotionale Situation sie gerade durchleben muss. Schon klar, dass eine Mutter auch in einer solch schrecklichen Lebensphase für ihr Kind da sein muss - was Tess auch tut; aber eben nicht perfekt. Sie droht sich manchmal in ihrem eigenen Schockzustand zu verlieren und vergisst dennoch ihren Sohn niemals. Ich würde sagen, dass ihr stellenweise die Kraft fehlt, die sie dringend für Robbie brauchen würde. Aber wer kann es ihr verdenken? Sie steckt mitten in einer Extremsituation, über die sich vermutlich kaum ein Mensch zuvor Gedanken macht.Robbie wiederum leidet auf seine Art extrem unter dem Verlust des Menschen, der die meiste Zeit mit ihm verbracht hat. Dass er unterbewusst nach dem Warum fragt und sich keine vernünftigen Antworten geben kann, ist wohl kein Wunder. Doch er lässt erst einmal keine Hilfe zu - bis er einem Wal begegnet, der urplötzlich sein Leben zu verändern beginnt.Die Autorin hat einen Roman geschrieben, der mich mit seiner Direktheit, den wirren Gefühlen und den Vorwürfen eines Kindes teilweise sehr beeindruckt hat. Mir hat gefallen, dass Zitwer nicht alles zu Ende erzählt, sondern Raum für eigene Interpretationen und Schlussfolgerungen lässt.Die an einigen Stellen erwähnten Recherchefehler der Autorin kann ich nicht beurteilen, da mir das entsprechende Wissen zum Beispiel im Bereich Segeln fehlt, daher muss ich mich hier mit einem Urteil zurückhalten.Was mich beeindruckt hat, waren vor allen Dingen die Schilderungen von Benny. Dieses majestätische Tier, das neugierig und freundlich auf das Segelboot und seine Besatzung reagiert... Ein wenig hat mich das an zwei Videos aus Neuseeland erinnert, in der sich Surfer bzw. eine Paddlerin plötzlich Bekanntschaft mit höchst interessierten Walen macht.Aber auch die Figuren Tess und Robbie sind in meinen Augen geglückt, weil ich der Meinung bin, dass sie sich eben nicht so verhalten, wie man es optimalerweise erwarten würde. Sie leben beide ihre aktuelle Emotionalität aus - manchmal auf eine durchaus unberechenbare Weise. Doch wer will das einem Menschen in einer solchen Situation schon verdenken?Ein rauher, kantiger Roman, der mir gut gefallen hat. Auch wenn etwas Potential verschenkt wurde, würde ich gerne einen weiteren Roman der Autorin lesen. Vielleicht reift sie noch ein wenig und gesteht einer weiteren Geschichte ein wenig mehr Rundungen zu.

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  • Das Meer war Hoffnung. Das Meer war Erlösung.

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    09. April 2017 um 21:49

    Adam, Tess' Mann und Robbies Vater stirbt unter tragischen Umständen und lässt die beiden mit großem Schmerz und großer Trauer allein zurück. Daraufhin beschließt Tess mit dem traumatisierten Kind zu ihrem Onkel nach Montauk zu ziehen, wo sie beide dem Meeresbiologen Kip begegnen... Der ist auf der Suche nach einem Wal mit einem einzigartigen Gesang. Auch Robbie entdeckt seine Faszination für dieses Tier.Mir hat das Buch aufgrund der Leichtigkeit in seiner Erzählung sehr gut gefallen. Das Thema ist natürlich kein ganz leichter Tobak mit einem ernsten Hintergrund, doch der flüssig zu lesende Stil fängt das wieder auf.Mir gefällt das Setting am Meer: die raue See, Strand, Leuchttürme, Schiffe, ein Meeresbiologe und ein Wal... es ist ein bisschen wie ein Ausflug ans Meer, den man hier literarisch unternehmen kann.Robbie ist eine schwierige Figur. Er gibt seiner Mutter die Schuld am Tod des Vaters und verhält sich wie ein extrem anstrengender Teenager. Dadurch wird er nicht gerade sympathisch, aber das muss er meiner Meinung nach auch nicht sein. Wer weiß schon wie Kinder in solchen Situationen tatsächlich reagieren? Mir hat es auf jeden Fall gefallen, dass mal nicht alles eitel Sonnenschein ist. Ich habe sowohl Robbie als auch Tess gerne auf ihrer schwierigen Reise begleitet und sie beobachtet.Fazit: ein bewegender Roman über das schwierige Schicksal eines traurigen kleinen Jungen und seiner nicht weniger traurigen Mutter. Dazu jede Menge Meer.

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  • Ein Rückzugsort für die Seele

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    Blintschik

    Blintschik

    In dem Buch geht es um Tess und ihren Sohn Robbie, die beide nach dem Tod des Vaters und Ehemannes, sehr schüttert sind und deswegen nach Montauk gehen. Tess hofft, dass der Ort beiden helfen wird über ihre Trauer hinwegzukommen, doch das scheint nicht so einfach zu sein wie sie denkt.Der Stil des Buches ist wirklich gut und angenehm zu lesen. Besonders die Beschreibungen der Orte und der Natur sind wundervoll.  Man hat direkt ein Kopfkino dadurch und kann entspannen, während man sich fühlt als ob man selbst durch die schönsten Orte läuft. Der Ort Montauk wird betont alt und idyllisch dargestellt. Wodurch ein schöner Flair geschaffen wird. Die Personen waren mir jedoch leider nicht besonders sympathisch. Besonders die Protagonisten haben an manchen Stellen sogar durch ihren Egoismus und ihre sture Versessenheit genervt. Es ist eine schwierige Sache realistisch zu beschreiben, wie Menschen bei Trauer wirklich reagieren, doch ich konnte manche Handlungen in dem Buch wirklich nicht verstehen. Besonders die Beziehung zwischen Robbie, der seine Mutter hasst, weil sie nie genug Zeit für ihn hatte, und Tess, die mit ihrem Sohn nicht richtig umgehen kann und dann versucht ihm einzureden, dass alles nur zu seinem Besten ist, obwohl das Kind leidet, war kompliziert. Leider hat sich diese Beziehung auch überhaupt nicht weiterentwickelt, was mir etwas gefehlt hat. Auch sonst waren die Personen nur oberflächig beschrieben und die Handlung war etwas gestellt und nicht immer ganz realitisch, da sie zu spontan oder unpassend waren. Robbie z.B. hat sich, meiner Meinung nach, überhaupt nicht wie ein Neunjähriger verhalten, sondern eher wie ein aufmüpfiger 14-jähriger.Eigentlich hatte ich aufgrund des Titels mehr über das Meer an sich erwartet und die Stellen, die es gab waren wirklich wunderschön. Für einen entspannenden Tag in der Sonne ist dieses Buch sehr schön beschrieben, jedoch lag der Schwerpunkt mehr auf der Trauer und der nicht funktionierenden Beziehung von Mutter und Sohn. Ich hätte mir ein bisschen mehr Lebendigkeit und Gefühl für dieses Buch gewünscht, da die Idee und der Rahmen der Geschichte sehr schön sind.

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    • 2
  • Wenig überzeugend

    Als das Meer uns gehörte: Roman
    Doryzz

    Doryzz

    05. April 2017 um 21:42

    Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes Adam flüchtet Tess mit ihrem Sohn Robbie nach Montauk auf der Halbinsel Long Island, wo sie im Motel ihres Onkels zur Ruhe kommen möchte. Robbie gibt ihr die Schuld an Adams Tod und hat sich fast gänzlich abgeschottet. Tess tut ihr Möglichstes, doch der Junge bleibt in sich zurückgezogen. Bis sie eines Tages den Biologen Kip kennen lernen, der einem ganz besonderen Wal auf der Spur ist. Er nimmt Robbie mit aufs Meer und schafft es tatsächlich, dass der Junge wieder zugänglicher wird. Seiner Mutter gegenüber ist Robbie allerdings immer noch sehr zurückhaltend. So muss Tess weiter daran arbeiten, sein Vertrauen zurückzugewinnen, während sie gleichzeitig mit ihrer eigenen Trauer beschäftigt ist und versucht, ihr eigenes Leben wieder in den Griff zu bekommen.   Der Plot klingt ganz spannend, aber die Umsetzung ist misslungen. Während die Landschaft Long Islands so anschaulich beschrieben ist, dass man sich leicht in sie hineinversetzen kann, ist die Autorin bei der Charakterisierung der Protagonisten gescheitert. Kaum einer der recht überschaubaren Stammbesetzung ist durchgehend glaubwürdig gezeichnet. So manche Verhaltensweise, egal von welchem Ende der Emotionsskala, erscheint überzogen. Trotz aller Gemütsbewegungen bleiben die Charaktere fremd. Da man nicht annähernd in ihr Innerstes vordringt, wird es schwer, Sympathie aufzubauen. Das schwierige Mutter-Sohn-Verhältnis war besonders fragwürdig. Bei einem Neunjährigen, der sich in einer Trauerphase befindet, kann man ein unlogisches, wenn auch kindliches Gebaren noch nachvollziehen, aber Tess‘ Verhalten war manchmal schwer zu verstehen.   Wie der Klappentext verrät, ist Barbara Zitwer auch Drehbuchautorin und hat deshalb bei ihrem Roman – vielleicht unbewusst – entsprechende Techniken angewendet, die dem Roman einen etwas eigenen Stil verleihen. In den Ablauf der Geschichte sind immer wieder kleine Zeitsprünge eingeflochten, die die Handlung episodenhaft und auf eine gewisse Art kantig erscheinen lassen. Viele Kleinigkeiten, die den Ablauf plausibler und „rund“ machen könnten, bleiben unerwähnt. Empfindungen, die man bei den Betroffenen in einer belastenden Situation erwartet, gehen unter. In einem Film kann man mittels besonderer Einstellungen oder der Mimik der Darsteller vieles zum Ausdruck bringen, was im Buch ohne entsprechende Erwähnung verloren geht. Leider passiert das hier immer wieder, worunter das Gesamtbild leidet. Selbst die schönsten Landschaftsbeschreibungen retten das nur bedingt. Hinsichtlich des Aufbaus ist es schade, dass manche Begebenheiten zu schnell aufhören und vor allem der Höhepunkt der Handlung ziemlich abrupt endet.   Ärgerlich sind auch viele Aktionen, die offensichtlich der Fantasie der Autorin entsprungen sind. Besonders die Szenen auf dem Meer sind zwar packend geschildert, dürften aber in Wirklichkeit unmöglich sein. Mit einem Minimum an Recherchen hätte schon vieles ins rechte Licht gerückt werden können. Allzu kritisch darf man diese Passagen nicht lesen, wenn man sich den Spaß nicht verderben möchte.   Wer leichte Unterhaltung sucht und bereit ist, ein Auge zuzudrücken, dürfte sich noch einigermaßen angesprochen fühlen. Ansonsten leider nur eingeschränkt zu empfehlen.

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