Barbara Just-Dahlmann

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Barbara Just-DahlmannSimon. Jiddische Erzählung
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Simon. Jiddische Erzählung
Simon. Jiddische Erzählung
 (1)
Erschienen am 01.01.1980

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Rezension zu "Simon. Jiddische Erzählung" von Barbara Just-Dahlmann

Geschichte eines Überlebenden
Wortklaubervor 5 Jahren

Wenn es um die Kombination "Jurist" und "Schriftsteller" geht, fällt mir, wie wahrscheinlich vielen anderen auch, Ferdinand von Schirach ein. Dieser Strafverteidiger hat mit seinen Kurzgeschichten, die - angeblich - auf realen Fällen basieren, und mittlerweile auch mit zwei Romanen, in den letzten Jahren Bücher geschaffen, die ohne Ausnahme ganz oben in den Bestseller-Listen vertreten waren.

Weniger geläufig ist einem heute der Name Barbara Just-Dahlmann. Die ehemalige Mannheimer Oberstaatsanwältin wurde 1922 in Posen geboren und erlangte in der Nachkriegszeit durch ihre Polnischkenntnisse als Übersetzerin umfassend Einblick in NS-Verbrechen, wodurch sie zur Kritikerin der schleppenden Strafverfolgung der Täter wurde. Aus der Feder dieser 2008 verstorbenen Juristin stammt das 1980 erschiene Buch "Simon".

Simon heißt eigentlich Szymon und ist Besitzer einer Bar in Mannheim. Durch einen Vorfall mit Schusswaffengebrauch in seinem Lokal, an dem er selbst nicht beteiligt war, lernt er die Staatsanwältin kennen. Just-Dahlmann horcht auf, als sie den Geburtsort des 1920 geborenen Mannes erfährt: Zloczow in Ostgalizien, einem Städel, das so nicht mehr existiert. Wie er als Jude den Krieg überlebt hat, ist keine Frage, die in irgend einer Weise mit den Ermittlungen zu tun hat, die sich ihr aber dennoch aufdrängt. Simon schweigt. - "Szymon" wird "Schymon" ausgesprochen, mit "sch wie Schrecken, Schaudern, Schinden, Schänden; Sch wie Schießen, Schreien, Scheintot ..." (Zitat).

In einem Buch mit chassidischen Erzählungen stößt sie wieder auf diesen Ort: Zloczow. Und nun kennt sie einen Szymon aus Zloczow, der Besitzer der Kakadu-Bar ist, in der es nach nach kaltem Rauch und Kneipe riecht und in der letzthin geschossen worden ist. Und wie er dahingekommen ist, von Zloczow nach Mannheim, diese Frage lässt sie nicht los ... Und schließlich beginnt Simon zu erzählen. Von der reichen Vergangenheit seines Ortes, wie auch von den Pogromen, und von 355 Tagen unter der Erde.

Barbara Just-Dahlmann hat die Geschichte eines Überlebenden erzählt, in eher kargen, schlichten Sätzen, die vielleicht gerade deshalb umso mehr unter die Haut geht.

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