Daumen hoch für diesen monumentalen Roman, der den ersten Teil einer Trilogie darstellt, auf dessen Nachfolger ich sehr gespannt bin. Denn tatsächlich ist die Geschichte trotz eines halbwegs runden Endes nicht abgeschlossen*, und man fragt sich, wie es weitergeht.
Letztlich ein Unterhaltungsroman mit romantischen Elementen, bietet dieses Buch sehr viel ernsten und vielfältigen Hintergrund, großartige Schauplätze, viel Schicksal und Dramatik. Der Schreibstil ist präzise, solide und schafft es, die Waage zwischen Emotionalität und klarer Darstellung zu halten. Dialoge bestimmen den Erzählfluss und sorgen für Nähe zu den Figuren. Oft müssen große Bögen gespannt werden zwischen den Schauplätzen (Kenia, Rhodesien, London, sogar Irland) und wechselnden Personenkonstellationen, was aber stets gelingt. Um den umfangreichen Stoff unterbringen zu können, wird viel beschrieben und erklärt, was aber in diesem Fall nicht die Spannung schmälert. In den zentralen Momenten sind die Autorinnen dann wieder nah am Geschehen, mit manchmal erschreckend präzisen Details.
In jedem Kapitel wird deutlich, dass die beiden Keating-Schwestern wissen, wovon sie schreiben, möglicherweise ist vieles autobiografisch. Da sind frappierend genaue Kenntnisse vom Leben westlicher Farmer in Afrika; die politische Situation wird dem Leser nahegebracht, wobei die Interessen aller Seiten beleuchtet werden und die Ambivalenz der Kolonisation bis zur letzten bitteren Konsequenz thematisiert wird. Dass dies auf unterhaltsame Weise gelingt, wobei Horror und Faszination sich abwechseln, ist hoch anzurechnen. Dabei kommen auch die Love-Stories nicht zu kurz, auch wenn diese selten geradlinig sind. Oft müssen die drei weiblichen Hauptfiguren über ihren Schatten springen, viel müssen sie aushalten, und der bittere Lernprozess, den alle durchleben, ist der rote Faden dieses großartigen Afrika-Romans, der einige seiner stärksten Momente aber auch im Swinging London der Sixties hat.
*) Tipp: Den Prolog am Ende noch einmal lesen!















