Barbara Kingsolver

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Cover des Buches Das Flugverhalten der Schmetterlinge9783570102152

Das Flugverhalten der Schmetterlinge

 (15)
Erschienen am 20.10.2014
Cover des Buches Die Giftholzbibel9783492273848

Die Giftholzbibel

 (9)
Erschienen am 01.04.2012
Cover des Buches The Poisonwood Bible9780571339792

The Poisonwood Bible

 (9)
Erschienen am 06.07.2017
Cover des Buches The Lacuna9780571252664

The Lacuna

 (3)
Erschienen am 19.03.2010

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Rezension zu "The Poisonwood Bible" von Barbara Kingsolver

Fesselnd, atmosphärisch, ein absolutes Highlight!
Schlehenfeevor 2 Monaten

Im Jahr 1959 geht der tiefgläubige, evangelikale Prediger Nathan Price mit seiner Familie in den belgischen Kongo, um dort im Dorf Kilanga zu missionieren. 

Seine Frau Orleanna und die Töchter Rachel, Leah, Adah und Ruth May erleben eine völlig andere Kultur und Natur. Alle gehen auf ihre Art mit dem neuen Leben um, versuchen sich teilweise anzupassen oder möchten den „American Way of Life“ weiterleben. Vor allem Vater Nathan ist gefangen in seinen starren Glaubensansichten und möchte den Kongolesen sein Denken überstülpen. 

Die Familie erlebt die plötzliche Unabhängigkeit der belgischen Kolonie, die von den Europäern völlig unvorbereitet alleingelassen wurde. Sie erleben die Wahl des fortschrittlichen Patrice Lumumba zum Premierminister. Doch Lumumba, der die Eigenständigkeit des Kongos betont, ist im Kalten Krieg ein Dorn im Auge der Weißen. Mit den folgenden Wirren im Kongo zerbricht auch die Familie Price, lange aufgestaute Gefühle brechen sich nach einem tragischen Ereignis Bahn.


Bei uns ist „The Poisonwood Bible“ eher unbekannt, es gibt sogar zwei verschiedene Titel für das Buch. Im amerikanischen Raum gilt Barbara Kingsolvers Buch als moderner Klassiker. Mich hat es völlig begeistert, weil es alles hatte, was ich an einem Roman schätze: atmosphärische Beschreibungen des Lebens in Afrika, die Beschreibung historischer Begebenheiten, die mein Wissen bereichern und sympathische Protagonisten in einem fesselnden Plot.


Erzählt wird die Geschichte ausschließlich von den weiblichen Mitgliedern der Familie Price: von der eitlen und etwas unterbelichteten Rachel, der pragmatischen Leah, die ihren Vater vergöttert, der seit Geburt hinkenden Adah, die aber blitzgescheit und eine echte Querdenkerin ist, der jüngsten Schwester Ruth May und von Mutter Orleanna. Die Autorin hat jeder Protagonistin eine eigene Stimme verliehen, man kann sie gut auseinander halten. Jede beschreibt auch einen anderen Aspekt des Lebens in Kingala, so dass ein für den Leser allumfassendes Bild entsteht.

Allen gemeinsam ist die Darstellung des Vaters als unangefochtener Patriarch, quasi ein Übervater. Er bestimmt, wo es langgeht, verteilt Strafen an die Mädchen, wird in nichts angefochten. Bis sein Bild nach und nach Risse bekommt und das dann auch seine Familie merkt. Nathan arbeitet eher gegen die Einheimischen und ist das typische Beispiel des arroganten Weißen, der sich für überlegen hält und dadurch Fehler begeht. Warum er so starrgläubig ist, wird aber auch erklärt, so dass alle Familienmitglieder komplexe Charaktere erhalten. Letztlich ist der „poisonwood“, der Giftholzbaum, ein Symbol dafür, wie Nathan Price die Beziehung zu seiner Familie vergiftet.

Barbara Kingsolver bricht ganz klar eine Lanze für Afrika. Sie kennt die Region und die Menschen dort aus eigener Erfahrung. Ich fühlte mich nicht nur durch das tolle Cover meiner Ausgabe in den afrikanischen Dschungel versetzt. 

In den meisten Fällen und auch bei den historischen Ereignissen, die beschrieben werden, sind Europäer und Amerikaner die Schuldigen, was mittlerweile ja auch belegt ist (googelt mal Patrice Lumumba). Natürlich gab es auch Kongolesen, die sich schuldig machten, doch die Mehrheit der Bevölkerung war ein hilfloser Spielball der Mächte, sowohl zu Kolonialzeiten als auch danach. Die Autorin hat dies meiner Meinung nach sehr gut dargestellt und beschreibt den postkolonialen Kongo mit der kleptokratischen Herrschaft Joseph Mobutus bis zum Ende des Jahrhunderts. 

Kultur und Bräuche der Kongolesen werden neutral beschrieben, nicht als besser hervorgehoben. Die Beschneidung der Mädchen wird ebenso neutral und kurz erwähnt, doch hier ziehe ich keinen Punkt für die fehlende Anklage ab.


Mich hat „The Poisonwood Bible“ begeistert, ich kann es jedem empfehlen, vor allem auf englisch. So kommen Adahs Wortspiele sehr gut zur Geltung. Für mich ist es ein neues Lieblingsbuch!

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Rezension zu "The Poisonwood Bible" von Barbara Kingsolver

Bewegend, intelligent und aufrüttelnd - ein fantastisches Buch!
Ingrid_Davisvor 2 Jahren

Poisonwood Bible gehört zu den besten Büchern, die ich je gelesen habe, und das ist keine Übertreibung. Es ist nicht nur unglaublich gut geschrieben, sondern packt in der Form einer faszinierenden Familiengeschichte Themen an, die uns alle angehen - religiösen Fanatismus, Gleichstellung zwischen Mann und Frau, westliche Kolonialpolitik, amerikanische "Weltpolitik" etc.

Nein, der Roman ist keine politische Abhandlung, auch wenn sich die Liste vielleicht ein bisschen so anhört, sondern erzählt die Geschichte einer Mutter und ihrer vier Töchter, die von ihrem fanatisch-religiösen Mann/Vater Ende der 50er-Jahre in den Kongo geschleppt werden, um die Menschen dort zu 'bekehren' - und wie es dieser Familie im Kongo und in den darauffolgenden 30 Jahren ergeht. Das Buch ist intelligent, sprachlich ausgefeilt, ironisch, politisch wach und informativ und berührt einen durch die einzelnen Schicksale der Familienmitglieder auf eine Art, die einen dieses Buch nicht so bald vergessen lässt. Es gibt nicht viele Bücher, bei denen man nach wenigen Seiten schon weiß, dass man es ganz bestimmt noch ein weiteres Mal lesen wird. Und es gibt nicht viele Bücher, die ich für eine dringende Pflichtlektüre in jeder Schule halte - nicht nur in den USA.

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Rezension zu "Das Flugverhalten der Schmetterlinge" von Barbara Kingsolver

Schöne Geschichte, aber etwas zu wortreich
zukunftskindvor 3 Jahren

Schöne, einnehmende Geschichte, aber etwas zu wortreich. Sonst geht einem das Schicksal der Familie so richtig unter die Haut. Man lernt selbst dabei einiges, so z.B. den neuen "Nachhaltigkeitsaspekt" des Reich-Arm-Konfliktes. Auch der Zusammenstoss zwischen Wissenschaft und Gutbürgerlichkeit ist sehr anschaulich und fast schon schmerzvoll klar.

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