Barbara Martina Strebel

 4.4 Sterne bei 8 Bewertungen
Barbara Martina Strebel

Lebenslauf von Barbara Martina Strebel

Barbara Martina Strebel (*1974) ist am Zürichsee geboren und aufgewachsen. Sie hat an der Universität Zürich Geschichte und Philosophie studiert und war nach ihrem Studium einige Jahre in der Entwicklungszusammenarbeit tätig. 2007 erschien im Orell Füssli Verlag ihr Buch „Der Weg ins Paradies ist keine Asphaltstrasse“ mit Eindrücken aus Äthiopien. Seit 2009 arbeitet Barbara Martina Strebel als Stabsmitarbeiterin mit Schwerpunkt Kommunikation in der öffentlichen Verwaltung. Sie lebt in Zürich. „Zu keiner anderen Zeit“ ist ihr erster Roman.

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Zu keiner anderen Zeit

Zu keiner anderen Zeit

 (8)
Erschienen am 01.09.2016

Neue Rezensionen zu Barbara Martina Strebel

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Hilde1945s avatar

Rezension zu "Zu keiner anderen Zeit" von Barbara Martina Strebel

Beeindruckender Histo-Wälzer voller Details
Hilde1945vor 2 Jahren


Von Barbara Martina Strebel hatte ich noch nie gehört, ehe mir in einer einschlägigen Buchhandlung ihr Roman empfohlen wurde. Wie sich herausstellte, wohl ihr erster (?).
Ich war von Beginn an ziemlich beeindruckt, wie tief die Autorin in die politischen und geschichtlichen Wogen des frühen 20. Jahrhunderts eingetaucht ist. Recherche hat sie wahrlich nicht gescheut, und im Vergleich zu anderen historischen Romanen, die ich kenne, wirkt hier alles realistisch, fundiert, frei von Kitsch. Beim Lesen fragte ich mich dennoch immer wieder, warum dieser Roman denn um Himmels Willen nur in einer einschlägigen Buchhandlung ausliegt - oder ÜBERHAUPT dort ausliegt. Denn die lesbische Liebesgeschichte, obgleich am Klappentext groß angekündigt, wurde hier nur ganz sparsam und dosiert abgehandelt, obgleich sie doch eigentlich das Hauptthema sein sollte (?).
In einer anderen Rezension heißt es, das Barbara Martina Strebel eine Art raffinierten Kunstgriff gewählt hat, um diese Geschichte der zwei Frauen zu berichten. Nun, so kann man es auch nennen.... mir war es einfach ein bisschen zu wenig.
Allerdings schreibt die Autorin vom Stil her sehr gut, und ich sehe ihre Zukunft bei irgendeinem großen Publikumsverlag. Die Charaktere waren gut und überzeugend geschildert, allerdings hätte ich vor dem Hintergrund, dass die beiden Frauen doch eigentlich die Hauptfiguren sein sollen, mehr Einblick in deren "Innenleben" erwartet. Damit meine ich ihre Wünsche, Träume, Ängste, Emotionen...ja, und auch - vor allem! - ihre Liebe zueinander. Diese war für mich nicht allzu plausibel dargestellt, weshalb ich nur vier Sterne vergebe.
Trotzdem finde ich den Roman insgesamt beeindruckend...nur ist es eben kein typischer Genre-Roman.

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Tini2006s avatar

Rezension zu "Zu keiner anderen Zeit" von Barbara Martina Strebel

Gut recherchiert und schön geschrieben - die Liebesgeschichte blieb aber etwas dünn
Tini2006vor 2 Jahren


Die  Beziehung von Helena Schmitz und ihrer Schwägerin Natalia stellt laut Beschreibung am Buchrücken den Mittelpunkt dieses dicken Wälzers dar und war der Grund, weshalb ich mir das Buch kaufte. Liebesgeschichten zwischen Frauen im historischen Kontext eingebettet gibt es ja nur wenige auf dem Buchmarkt.  Die Handlung klingt interessant und plausibel: Die US-Amerikanerin Helena bereist im Jahre 1912 Europa, den Kontinent, von dem ihre Vorfahren stammen. Sie trifft auf einen Adeligen und heiratet ihn ziemlich rasch, angetan von dessen Titel und dessen Landgut. Schon in der Hochzeitsnacht wird ihr klar, dass diese Initimität mit ihrem Mann nicht so das ihre ist. Der Männer Lust, der Frauen Last, lässt sie die Autorin hier an ein Sprichwort ihrer Zeit denken. Auch persönlich kommt sie ihrem Gemahl nicht näher. Dann kommt der Krieg, der Gatte kämpft an der Front fern der Heimat. In seiner Abwesenheit kommen sich Helena und Natalia auf eine Weise näher, die zu ihrer Zeit und in ihren Kreisen einfach nur skandalös ist. Wie man nach und nach erfährt, bleibt die Liebesbeziehung nicht unentdeckt, auch, wenn sich sowohl die beiden Frauen als auch die Autorin um Diskretion bemühen. Nachdem ihr Mann aus dem Krieg zurück kommt, verlässt Natalia das Landgut und auch Helena. Qualvolle Jahre und viele, viele Seiten müssen verstreichen, ehe sich die Wege der beiden wieder kreuzen...

Bereits nach den ersten Kapiteln war mir klar, dass ich über Helena, ihr Denken, ihr Empfinden und ihre tiefen Gefühle nicht allzu viel erfahren werde. Statt dessen lernte ich sehr viele andere Zeitgenossen kennen und verfolgte damit die Handlung aus deren Sicht. Die Autorin hat ganz offensichtlich enormen Rechercheaufwand in ihren Roman gesteckt. Und schreiben kann sie auch - in der Tat!

Weshalb ich einen Stern abziehe, liegt absolut nicht an der Qualität dieses Buches. Es ist ganz hervorragend, aber eben für mich - rein subjektiv - nicht ganz das Richtige. Ich wollte keinen dicken historischen Wälzer, sondern eine Liebesgeschichte mit Gefühlen und ergreifenden Dialogen zwischen den Hauptpersonen. Durch die Erzählweise blieben mir die beiden Frauen aber fremd und deren Liebe war mir bis zuletzt ein Rätsel. Man muss aus meiner Sicht ja nicht gleich in triefenden Kitsch abgleiten (das will ich auch nicht!), aber so finde ich einfach die Art und Weise, wie das Buh angekündigt und beworben wird, etwas verzerrend. Klar, es geht um eine Liebesgeschichte zwischen Frauen - aber die spielt sich (für mich) zu dezent ab, als dass ich dafür hunderte Seiten über anderes Geschehen lesen muss.
Wer aber grundsätzlich einen gut geschriebenen, faktengetreuen Roman aus dieser Zeit lesen will, ist hier genau richtig.

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Miamous avatar

Rezension zu "Zu keiner anderen Zeit" von Barbara Martina Strebel

Zu keiner anderen Zeit...
Miamouvor 2 Jahren

Mit ihrem Debütroman „Zu keiner anderen Zeit“ führt Barbara Martina Strebl ihre Leser zurück in eine Zeit, die in die nähere Vergangenheit gehört. Sie beginnt in Wien im Jahre 1912. Helena, die Tochter eines reichen amerikanischen Unternehmers trifft sich mit ihrem Vater in der Hauptstadt des Habsburgerreichs um mit ihm auf Erkundungstour zu gehen. Während ihrer Reise besuchen sie auch Mähren und werden schließlich auf das Gut der Familie von Greiffenwalde eingeladen. Helena verliebt sich in den jüngeren Sohn und heiratet ihn schließlich. Als der 1. Weltkrieg über das Habsburgerreich hereinbricht und die Männer sich zur Fahne melden müssen, bleibt es an Helena und ihrer Schwägerin Natalia von Greiffenwalde sich um das Gut Solmeritz zu kümmern. Unter den Bedingungen des Krieges entsteht zwischen den beiden Frauen eine besondere Nähe, die alles verändert. Als der Krieg zu Ende ist und das Habsburgerreich als solches nicht mehr existiert, steht nicht nur der österreichische Adel vor neuen Bedingungen, sondern auch Helena steht vor einer Zerreißprobe, denn sie muss sich entscheiden, wie sie ihr Leben weiterleben will.

Das Buch und die gesamte Handlung liegen einer offensichtlichen sehr umfangreichen Recherchearbeit zugrunde. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen führt die Autorin in ihre Geschichte ein. Wien im Jahre 1912 war eine Vielvölkerstadt, was man auf jeder Seite bemerkt. Auch die klare Trennung der gesellschaftlichen Schichten hat sie sehr anschaulich und scharf gezeichnet – es gab den Adel und dann alle rundeherum, die ihnen zu Diensten waren. Auch die Soireen und Feste der damaligen Zeit konnte sie wirklich sehr gut einfangen. Als die Reisegesellschaft auf dem Gut Solmeritz landet, hatte man gleich ein Bild vor Augen, nicht nur von der Landschaft her, sondern auch von den Reichen und Schönen und auch von ihren Bediensteten. Auch die gesellschaftlichen Strukturen und deren Wandel hat die Autorin konsequent in die Handlung eingearbeitet. Dass der Adel sein Ansehen durch den 1. Weltkrieg verloren hat, hat sie ebenso gut aufgezeigt, wie die Arbeit von Zwangsarbeitern während des Krieges und die vielen Umwälzungen auf politischer Ebene. Schlussendlich auch den extrem aufkeimenden Antisemitismus und die Anfänge des Faschismus. Man kann also mit einem atmosphärisch sehr dichten Roman rechnen, der seine Zeitgeschichte (die Handlung spielt von 1912 bis 1925) sehr detailliert und gelungen präsentiert.

Die Autorin hat daher einen gewissen Rahmen geschaffen, in der ihre Figuren agieren. Leider wurde ich kaum mit einer von ihnen warm. Helena blieb für mich erstaunlich blass und die Figuren, die mich wahnsinnig interessiert hätten, wie eben Natalia oder auch Georgi oder Jakob blieben zu sehr im Hintergrund, dass sie für mich nicht wirklich greifbar wurden. Dies liegt vielleicht daran, dass die Autorin ein sehr besonderes stilistisches Mittel gewählt hat, um die Geschichte zu erzählen. In jedem Kapitel wurde aus zwei Sichtwiesen erzählt, sodass wirklich viele, viele Figuren zu Wort kamen, die Hauptpersonen dann aber fast zu wenig. Als Leser hat man für sie daher auch mehr den Blick von außen und weniger von ihnen selber, sodass ich mich emotional eher weniger auf sie einlassen konnte. Zudem hat mir sehr oft die Interaktion zwischen den Figuren gefehlt. Stattdessen bleibt man in der Sichtweise der gerade erzählenden Person, die aber auch ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her wechselt. Im ersten Drittel des Buches fand ich das extrem anstrengend. Als ich mich dann aber daran gewöhnt habe, wurde es eindeutig leichter und besser zu lesen.

Die Biographien der einzelnen Personen waren aus der Geschichte heraus trotzdem im Großen und Ganzen, mit einer enormen Themenvielfalt gepaart, gut erzählt, der Schluss jedoch war mir dann zu lange hinausgezögert, er hätte mehr an Tempo vertragen.

Ein Buch, in das man durchaus gut eintauchen kann, weil es die Atmosphäre der damaligen Zeit wirklich gut aufzeigt. Für mich hätte es aber noch viel emotionaler sein dürfen, wofür für mich deutlich mehr aus der Sichtweise der Hauptpersonen erzählt hätte werden müssen. Dies ist aber (wie so oft bei Büchern oder Filmen) absolute Geschmacksache. Ich würde daher auf alle Fälle eine Leseempfehlung aussprechen, da Barbara Martina Strebl ein Debüt vorgelegt hat, dass sich keinesfalls verstecken muss. 3,5 Sterne von meiner Seite…

Kommentare: 2
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Gespräche aus der Community

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UlrikeHelmerVerlags avatar

Wir verlosen fünf Rezensionsexemplare von Barbara Martina Strebels Debütroman »Zu keiner anderen Zeit«

August 1912. Helena Schmitz, Tochter einer reichen amerikanischen Unternehmerfamilie, trifft in Wien ein, der Stadt ihrer Vorfahren. Was als Abschluss ihrer Bildungsreise durch die Alte Welt gedacht war, führt die junge Frau in tiefe Wirrnisse, am Ende aber auch zu sich selbst.
Der Erste Weltkrieg zerreißt das Leben. Als Helena vor der Aufgabe steht, das Landgut ihres Soldatengatten zu verwalten, findet sie eine ungeahnte Stütze, ja, eine unverhoffte Liebe an ihrer Seite. Doch sie muss erst nach Amerika und dann zurück nach Europa fliehen, bis sie zu einer »neuen Frau« der zwanziger Jahre werden kann …

Barbara Martina Strebel erzählt mitreißend und perspektivenreich von den historischen Bruchlinien zwischen Alter und Neuer Welt, Liebe und Krieg, scheiternden Helden und lebensmutigen Frauen.

Leseprobe


Über Barbara Martina Strebel

Die Autorin ist am Zürichsee geboren und aufgewachsen. Sie hat Geschichte und Philosophie studiert und war in der Entwicklungszusammenarbeit tätig. »Der Weg ins Paradies ist keine Asphaltstrasse« (Orell Füssli 2007) schildert ihren Einsatz für Caritas Schweiz in Äthiopien. Seit 2009 arbeitet die Zürcherin als Kommunikationsfachfrau. »Zu keiner anderen Zeit« ist ihr erster Roman.

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Euer Ulrike Helmer Verlagsteam

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Letzter Beitrag von  Miamouvor 2 Jahren
Ich glaube, ich bin schon den letzte von den fünf Gewinnern...hier nun auch noch meine Rezension zu dem Buch! https://www.lovelybooks.de/autor/Barbara-Martina-Strebel/Zu-keiner-anderen-Zeit-1238628011-w/rezension/1361272550/ Ich bedanke mich wirklich sehr, sehr herzlich, dass ich es zur Verfügung gestellt bekommen habe. Es hat mich animiert mich wieder mehr mit dieser Zeit auseinander zu setzen. Ich habe mir sehr schwer getan, dieses Buch zu bewerten, weil ich die Handlung an sich und die Idee wirklich ausgesprochen gut fand. Leider konnte ich mit dem Stilmittel der Erzählung nicht soviel anfangen...was aber sehr an meinem Geschmack liegt! Ich bin eine Leserin, die viel Interaktion zwischen den Figuren braucht und weniger ein ausschweifendes Erzählen von nur einer Person.
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