Barbara Maurer , Rosi Mittermaier Kraftort Alpen

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Inhaltsangabe zu „Kraftort Alpen“ von Barbara Maurer

Dramatische Felswände, unergründliche Seen, von Nebel durchzogene Wälder … Die Alpen zählen zweifellos zu den eindrucksvollsten Naturschätzen Europas mit ihren wunderschönen und gleichzeitig mystischen Landschaften, deren Atmosphäre den Betrachter gefangen nimmt, die ihn berühren und ihm Kraft schenken. Barbara Maurer, Rosi Mittermaier und Christian Neureuther haben Plätze in den Alpen besucht, mit denen sie sich persönlich verbunden fühlen. Dabei sind Fotos von besonderer Intensität entstanden, die gleichermaßen faszinieren und bewegen. Begleitet von Texten, die die visuellen Eindrücke atmosphärisch unterstreichen, bietet dieser Bildband eine magische Reise in die Gebirgswelt der Alpen.
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  • Mit „anderen“ Augen geschildert und gezeigt

    Kraftort Alpen

    michael_lehmann-pape

    15. November 2013 um 15:15

      Das mit diesem Bildband „Kraftort Alpen“ etwas anderes vorliegt, als nur ein schöner Fotoband mit „gewinnträchtig“ klingenden, prominenten Autorennamen und dass dieser Fotoband die vielleicht Ersterwartungen des Lesers nach ausschließlich „kräftigen Bergbildern“ zunächst nicht unbedingt aufnimmt, verweist schon zu Beginn der Lektüre darauf, dass sich Mauer, Mittermeier und Neureuther in bewusster und anderer Weise der „Heimat Alpen“ zuwenden, als man das vielleicht hätte denken könnten. Einen ganz bestimmten „inneren Weg“ mit der Auswahl und Abfolge der Darstellungen eröffnen wollen   Ein Baum mit einer Bank in eher ebener Landschaft und darauf folgend eine alte Haustreppe, so beginnt das eigentliche Buch nach zwei Fotografien, die mit einem schroffen Berg und einem knorrigen Baum den Leser ohne Worte auf die Polarität und die Kraft der Alpen einstimmen.   Goethes Gedanken zu den Alpen, „Es gibt keine Worte, die die Größe und Schönheit dieses Anblicks beschreiben“ sind es, die wohl nicht nur Christian Neureuther sondern auch so manch andern dort geborenen von Kindheit an vertraut sind. Und dennoch wagen Mittermeier und Neureuther mit Hilfe der Fotografin Mauer einen „anderen Blick“. Schauen noch einmal neu und geraten dabei ins Staunen über die innere Aussagekraft der Natur und der Bilder.   Dass eben nicht die „Idylle“ den Blick für das „Wesentliche“ verstellen soll, sondern dass in der Idylle das Wesentliche zu finden ist. Wenn man wirken lässt und genauer hinschaut, das ist das eigentliche Anliegen dieses Buches.   Ein Anliegen, dass als gelungen zu bewerten ist. Nicht alleine wegen der Bilder, die vielleicht doch zu rasch hier und da als „nur Idylle“ einsortiert werden könnten, sondern vor allem aufgrund der begleitenden Texte, in welchen die Autoren das Besondere der jeweiligen Aufnahmen und Orte herausheben und unterstreichen.   Ruhe, Weite, ein Blick, der begrenzt ist (gerade angesichts schroffer Berge) und doch in die Weite führt. In Betrachtung der monumentalen Felsen, der klaren, ruhigen Wasser der Seen, der Pracht der Natur auch in unwirtlicher Umgebung. Zu „inneren Sicht“ lädt es da auch ein, die „Schönheit einer einfachen Treppe“ in Ruhe zu entdecken. Dieses Zeitlose und doch Gemachte, dieses „nach oben Wegweisende“ und doch Unscheinbare.   So gehen die Autoren mit dem Leser Schritt für Schritt vom „Unscheinbaren“ zum „Beeindruckenden“, vom „Einfachen und Einzelteil“ zum komplexen „Großen Ganzen“.   Ein Weg, in dem durch die Auswahl der Landschaften und der dazugehörenden Bilder „eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Gestaltungsformen und Erscheinungen“ vor Augen geführt wird, die Symbol und sichtbare Ausdruckformen des Lebens selbst und der „Geister“ dieses Lebens sind. Gerade weil die Alpen ein System sind, in dem „alles nahtlos ineinandergreift“ vom kleinsten Insekt bis zum hohen Berg, vom Baum und Wald über die Wiese und Alm bis zum schroffen Felsen, teils unter Sommersonne, teils unter Schnee begraben.   Das ist sehr gelungen, diese vielfachen, verschiedenen Orte, von schlicht bis massiv beeindruckend, in denen immer wieder die „Kraft der Natur“ in Bild und Wort zum tragen kommt und zum Leser transportiert wird. Wasserfall am Spitzing, Wasserfarbsiele am Eibsee und die „Heiligenecke“ in einem Haus in Frauenbündl, mit offenen Augen findet der Leser den roten Faden und das, was all das miteinander verbindet.   Fotografien von hoher Qualität und Texte, die in einfachen Worten die Dinge auf den Punkt bringen machen diesen Bildband zu einem sehr anregenden und beeindruckenden Erlebnis. Bis hin zu der alten, verwitterten, verschlossenen und doch ästhetisch schönen Tür, die als Symbol für jene Tür, die jeder einmal öffnen werden muss, das Buch beendet.

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