Groschenromane haben einen Vorteil: sie sind dünn. Was man auch immer von solchen Geschichten halten mag, sie kommen zum Punkt, und auf wenigen Seiten gibt es immerhin eine Handlung, wie hanebüchen, wie literarisch mager auch immer.
Was aber, wenn ein bisschen Handlung auf fast vierhundert Seiten ausgebreitet werden muss, ohne dass in literarischer Hinsicht etwas Besonderes geboten wird? Dann entsteht gepflegte Langeweile, dann ist die Leserin froh, wenn die Geschichte auf ihr vorhersehbares Ende zusteuert, falls sie bis dahin durchgehalten hat.
Dieser Roman beginnt ganz nett, der Humor zieht am Anfang noch, man freut sich auf Biss und Schwung - aber mit dem Umzug Louisas in das Strandhäuschen ihrer Mutter erlahmt die Geschichte und tritt auf der Stelle, bis auf den letzten zehn Seiten Dramatik in Form eines Hurrikans bemüht wird, der dann aber auf unglaubwürdig-peinliche Weise nur zur Untermalung des überfälligen Happy-Ends dienen muss. Dazwischen passiert fast nichts, nur Geplänkel und alltägliche Begebenheiten und ein klein wenig Hin und Her zwischen Louisa und dem Traummann Dante, der personifizierten Wunschvorstellung aller naiven Frauen: sieht super aus, hat viel Kohle, kann alles, ist gut im Bett, hat gute Umgangsformen, ist tierlieb, kinderlieb, steht seinen Mann und ist immer zur Stelle, wenn man/sie ihn braucht. Natürlich hat nur eine perfekte Frau wie Louisa ihn verdient: sieht super aus, braucht kein Geld, kann nichts, schafft aber trotzdem alles, will heißen Sex… das Gegenstück Dantes also, wie es im Buche steht.
Fazit: Groschenromanstoff, nur leider ausgedehnt auf 380 Seiten. Muss nicht sein!




