497 Seiten
Ich sage es gleich vorweg : auf Seite 94 habe ich nach mehreren Versuchen - in die Geschichte zu kommen - zugeklappt.
Woran lag es ? : es gab für mich keine der Figuren in dieser Geschichte, die sympathisch war, oder mit der ich gerne die Vorkommnisse aufgeklärt hätte. In Balat - einem runtergekommenen Armenviertel in Istanbul und wo viele Juden wohnen - wird ein ganz grausamer Mord an einem alten Mann verübt, der ein Alkoholproblem hatte. An der Wand hinter der Leiche wurde ein Hakenkreuz geschmiert. Die Beschreibung, wie der Tote gefunden wurde, der Zustand der Leiche und seiner Stinkebude war mit sehr vielen ekelhaften Details ausgeschmückt. Ich bin Krimi-Fan und habe schon einiges gelesen, aber hier wurde für mich eine Grenze überschritten.
Kommissar Ikmen, der Chef der Mordkommission, der schon einen Wutanfall bekommt, wenn seine Zigaretten aufgebraucht sind, wird so beschrieben : Rote Augenränder, bis fast zur Auszehrung abgemagert, Hände mit gelben + abgebrochenen Fingernägeln. Er hat 8 Kinder, das 9. ist unterwegs. Immer mit dabei seine Taschenflasche mit Alkohol, wo er sich fleißig bedient, wie man in jedem 2. - 3. Kapitel lesen kann. Und so stinkt er auch nach Alk + Nikotin. Selbst in einer Zeugenbefragung kippt er sich ständig was hinter die Binde. Hier wurde eine Romanfigur aus meiner Sicht völlig überreizt dargestellt. Kann ja sein, dass die Türken anders arbeiten, aber ich fand die Darstellung albern.
Die Handlungen der anderen Protagonisten konnte ich meist nicht nachvollziehen. Bis zur Seite 94 war keine Spannung aufgekommen und ich kam zu der Ansicht, dass die Zeit für uninteressante Bücher zu kostbar ist.
















