"Disko im Zoo" ist ein Bilderbuch von Andrea Schomburg und Barbara Nascimbeni.
Das Cover sieht kunterbunt, lustig, fröhlich aus. Es hat mich direkt angesprochen.
Vorallem die bunten Konfettipunkte bringen hier das gewisse Etwas mit rein. Diese sind auch auf den Innenseiten zu finden.
Die Texte von Andrea Schomburg sind witzig und in Reimform geschrieben - der einzige kleine Minuspunkt hier: manche sind nicht ganz so leicht zum Vorlesen. Mit etwas Übung und häufigerem Lesen wird das aber leichter.
Die Illustrationen von Barbara Nascimbeni sind total goldig. Richtig schön und nicht überladen.
Tolle Farbkombinationen wurden hier gewählt.
Alles in allem ein tolles Kinderbuch.
Ps. Kleiner Spoiler zur Story: Männliches Pinguinpärchen zieht Pinguinbaby auf - im echten Leben nicht ganz so selten bei Pinguinen. :-)
Barbara Nascimbeni
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Neue Bücher
Alle Bücher von Barbara Nascimbeni
Disko im Zoo
Das Vaterunser
Der Honigvogel
Der Seelensucher
Miteinander leben
Zusammen
Für dich bin ich immer da
Die Gottsucher
Neue Rezensionen zu Barbara Nascimbeni
Wenn Andrea Schomburg zu reimen beginnt, dann kann es einfach nur eine richtig tolle Geschichte werden.
Dieses Mal lädt sie zu einer ganz besonderen PartyNacht im Zoo ein und diese Partynacht, was soll ich sagen, wurde für zwei PinguinMännchen nicht nur ein rauschendes Fest voller ausgelassener Tanzmoves, sondern auch zu einem Fest mit einer großen, lebensverändernden Überraschung, aber dazu später mehr.
Also, das war so:
Jedes Jahr im Mai feiern die Tiere im Zoo unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine rauschende, fröhliche Diskonacht, auf die sich alle immer schon lange vorher freuen.
So auch im letzten Jahr.
Nachdem sich das Tor für die Besucher geschlossen hatte, gehörte der Zoo nur ihnen.
Wie gut nur, dass Andrea Schomburg Mäuschen spielen durfte und uns nun davon berichten kann, denn sonst hätten wir vermutlich nie erfahren, wie ausgelassen und fröhlich so eine tierische Disco Party im Zoo sein kann.
".......Jedes Jahr schlüpft Gerti Gnu in die roten Hackenschuh."
"Löwe Lars föhnt sich die Mähne,
die Hyäne putzt die Zähne,
mit Parfüm sprüht sich das Schwein
und das kleine Stinktier ein" (Zitat)
Wie die Tiere feiern, müsst ihr selbst entdecken, was ziemlich leicht ist, denn Barbara Nascimbeni hat sich richtig ins Zeug gelegt, dieses rauschende Fest in Bildern festzuhalten.
Da wird getanzt, gelacht und Quatsch gemacht und dank der wundervoll beschreibenden Reime können wir den Drive des Festes so richtig toll mitfühlen. Es swingt und rockt in uns, als würden wir live dabei sein und die Musik hören.
Die Froschkapelle unterstützt von der Nachtigall gibt wirklich alles.
Es macht so viel Spaß die Tiere so ausgelassen zu erleben.
Kläuschen Mantelpavian rockt mit der Haselmaus.
"Stinktier Stinki stinkt ein bisschen,
doch das Schwein gibt ihm ein Küsschen
und grunzt: „Stinki, mir wird klar,
du riechst einfach wunderbar." (Zitat)
Doch noch viel mehr Spaß haben Ping und Pong. Die beiden PinguinMännchen sind schwer verliebt und swingen ausgelassen durch die Nacht.
Sie sind so verliebt, dass Ping nach dem Fest mit Pong ein Pinguinnest bauen möchte. Nur dann stellen sie traurig fest, dass das Nest wohl leer bleiben wird, denn wie sollen zwei Männchen ein Pinguinkind bekommen?
Doch dann geschieht etwas Unglaubliches.
Marei, Pinguin hat es mitbekommen und sagt:
„Das ist doch kein großes Ding. Kriegt ihr halt von mir ein Ei -ich leg ja immer zwei." (Zitat)
Ist das nicht toll?
Wie emotional die Kinder in der Geschichte mitgingen, wurde mir dann durch die Reaktion der Kinder bewusst.
Sie klatschten und riefen "Juhu!"
Und ein Kind, man glaubt es kaum, kicherte und sagte:
"... dann haben die Tiere ja noch was zu feiern!" (O-Ton)
Ja, wie recht er damit haben sollte.
Doch mehr verrate ich nicht.
Besorgt euch am besten gleich dieses lustige Bilderbuch und entdeckt selbst, die Fröhlichkeit, die Ausgelassenheit in der Disko und die Feierfreudigkeit der Zootiere.
Entdeckt den Zusammenhalt, das Füreinander da sein, die große Pinguinliebe und wie sich zum Ende hin alle über den kleinen Pinguinzuwachs freuen.
Das Buch macht richtig gute Laune und vermittelt so ganz nebenbei, wie bunt und voller Vielfalt das Leben sein kann.
Es ist wunderbar, mit wie viel Gefühl Andrea Schomburg die Verliebtheit der Pinguine und gleichzeitig auch die Traurigkeit der beiden emotional in den quirlig-fröhlichen Handlungsverlauf integriert. Die mehr als überraschende Wendung ist noch etwas genialer.
Die Leichtigkeit und Unbeschwertheit, diese Selbstverständlichkeit mit der Marei Pinguin, Ping und Pongs "Problem" löst und ihren Herzenswunsch erfüllt ist absolut fantastisch. Und auch wenn ich hier darauf etwas mehr eingehe, ist es im gesamten Handlungsverlauf nur eine kleine Episode, denn hier geht es ums Feiern und so schließt sie der Kreis ebenso genial wie fantastisch, in dem die Ankunft des neuen Zoo-Familien-Mitglieds wieder ein Grund zum Feiern ist.
"Cool, das gibt noch'ne Feier!" (Zitat)
ruft Guido Geier und verführt uns damit nicht zum ersten Mal zum Schmunzeln.
Jede Figur hat einen eigenen Charakter. Und jede Figur, jedes Tier zaubert uns mehr als einmal ein Grinsen ins Gesicht. Sei es durch lustige Kommentare, oder im Bild, hier wird gute Laune und Partylaune miterlebbar. Mehr noch mit fühlbar.
Das Schöne an dem Buch ist die Leichtigkeit und Freude, die zu uns überspringt.
Das hier auch die Vielfalt seinen Platz gefunden hat, ist bestimmt ein Grund ins Gespräch zu kommen, jedoch drängt sich der Gesprächsanlass nicht auf.
Wir haben einfach abgewartet und die Reaktionen gesammelt.
Die meisten Kinder waren im Party- und Glücksmodus.
Sie waren mehr davon berührt, dass Marei Ping und Pong ein Ei geschenkt hat, als das es für sie ein Thema war, das sich hier zwei Pinguinmännchen ineinander verliebt haben und Papas werden.
Und genau dieses unaufdringliche, dieses Natürliche, dieses Selbstverständliche sollte es auch sein.
Daher mein Rat, thematisiert es nicht auf Biegen und Brechen, sondern nur situationsbedingt, falls es passt bzw. sich ergibt. Ansonsten lasst die Fröhlichkeit, die beim Vorlesen über die lustigen Reime und Bilder herüberspringt, einfach wirken.
Man muss nicht über alles sprechen. Man kann ein lustiges Buch auch einfach ein lustiges Buch sein lassen.
Einmal im Jahr wird der Zoo zur Disko. Dann werfen sich die Tiere in Schale und veranstalten eine riesige Party. Zwischen Konfetti und Tanz verlieben sich Ping und Pong, zwei Pinguinmännchen, die sich bald nichts sehnlicher wünschen als eine eigene Familie. Nur fehlt dafür etwas EntschEIdendes. Aber dafür findet sich noch in der Diskonacht eine überraschend simple Lösung.
Die Geschichte ist durchgehend gereimt. Allerdings ist der Rhythmus an manchen Stellen etwas komplizierter und so wurde es beim Vorlesen teils etwas holprig. Dazu kommt, dass die Handlung für ein Bilderbuch recht umfangreich ist. Es passiert – abgesehen von der wilden Partynacht – noch einiges mehr und ich habe es bei meiner Vorlesegruppe deutlich gemerkt, wie die Aufmerksamkeit bei einigen Kindern abnahm, auch wenn der Einstieg mit der Diskonacht zunächst große Begeisterung ausgelöst hatte.
Die Illustrationen sind farbenfroh und lebendig. Überall gibt es kleine Szenen zu entdecken. Manche Details fallen erst beim zweiten oder dritten Durchblättern auf.
Neben der bunten Diskostimmung entwickelt sich die eigentliche Geschichte eher nebenbei. Ping und Pong wünschen sich eine eigene Familie. Die Frage ist nur, woher die beiden ein Ei bekommen sollen. Die Lösung kommt recht schnell, denn Pinguindame Marei gibt gerne eines ihrer Eier ab, sie legt schließlich ohnehin immer zwei. Für Kinder ist das völlig stimmig. Sie hat 2, die anderen haben keines, selbstverständlich wird da geteilt. Als Erwachsener stutzt man da doch immerhin kurz. Gleichzeitig passt diese Leichtigkeit wiederum gut zur fröhlichen Grundstimmung des Buches und vermittelt ja auch einen netten Grundgedanken.
Insgesamt also ein farbenfrohes Bilderbuch mit einer ungewöhnlichen Idee und vielen lebendigen Szenen. Die Reime und die etwas längere Handlung machen das Vorlesen nicht immer ganz leicht, bieten aber gleichzeitig genug Stoff zum Reden und Entdecken.
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